Nur starke Völker einwintern! Wie genau?

  • Vielen Dank für die Antworten! :) Ich habe mal etwas gesammelt und versuche, zusammenzufassen:

    Ich sprech beim Imkern viel mit mir selber.

    Wenn ich im Oktober nochmal kurz in die Kiste schau, und es kommt ein 'Oh' aus meinem Mund, dann muss ich überlegen zu vereinigen. Wenn ich die Kiste aufmach und es kommt ein 'Oho' - dann ist das stark genug.

    Beachte aber: 'Oho' braucht doppelt so viel Futter wie 'Oh'.

    Viele 'Oho' bringt dir nichts, wenn die dann ab März auf Sparflamme Brüten, weil das Futter fehlt. Da wird aus 'Oho' dann schnell 'Oh'...

    Sehr schön! Blöd nur, wenn man noch nie ein echtes «Oho»-Volk gesehen hat, normalerweise nur «Oh»-Völker hat und dann bei «Naja» denkt: «Oho!» 8)

    Wer nur Frühtracht hat, sollte Völker mit 25.000 Bienen einwintern, wer aber das ganze Jahr Tracht hat, dem sollten 10.000 Bienen genügen, dann ist es mit dem Schwarmdruck Etwas entspannter. Wobei es auch hier Völker gibt, die früh ihren Höhepunkt erreichen. Am besten man hat gesunde Völker mit guten Königinnen, das ist wichtiger als die Einwinterungsstärke. VG Jörg

    25.000 Bienen klingt schon nach sehr viel. Das wären dann so acht, achteinhalb rappelvolle Dadant-Waben … ? Nach der Frühtracht müsste man dann aber sofort etwas mit den Völkern machen, oder? Sonst sind die schneller weg, als man Schwarm sagen kann, nehme ich an.


    Bei mir war es in den letzten Jahren tendenziell so, dass es eine kurze, relativ heftige Frühtracht gab, dann rund sechs Wochen praktisch nichts und dann nochmals etwas Sommertracht. Wenn sich das in den nächsten Jahren so wiederholen sollte, wäre es wohl einen Versuch wert, mit so starken Völkern auszuwintern, diese nach oder noch während der Frühtracht zu schröpfen (TBE kurz vor Trachtende oder KS mit HR-Bienen nach der Tracht?) und dafür zu sorgen, dass man sechs Wochen später wieder trachtstarke Völker hat. Das traue ich mir allerdings noch nicht wirklich zu …

    Bei meiner Schwarmbienenhaltung habe ich im Herbst mehr Völker, als das ich in die Frühtracht/Saison mitnehmen möchte […] Im Frühjahr, entscheide ich dann welches Volk, mit welchem vereinigt wird, bis zur gewünschten Anzahl Völker. Dies mache ich, je nach Wetter, etwa 10-14 Tage vor der zu erwartenden Frühtracht. Dazu entweisle ich das aufzulösende Volk, und lasse es noch etwa 10-15Min am Licht im Wabenknecht hängen. Danach Brut an Brut vereinigen.

    So kann ich die Frühtracht mit verstärkten Völkern besser nutzen.

    Die Vereinigung im Frühjahr hat einen stärkeren Effekt auf die Frühtrachtstärke als eine Vereinigung im Herbst, nehme ich an? Ich habe keine Schwarmbienenhaltung und müsste folglich dann irgendwas mit den Völkern machen, nach der Frühtracht (s.o.) … Danke für die genaue Anleitung zur Vereinigung!

    Es ist ja nicht ganz unwichtig wie die Bienen in der Kiste entstanden sind. Eine rappelvolle Kiste abgearbeiteter Arbeitsbienen bringt dir nicht sehr viel. Die bauen schneller ab als du kucken kannst.

    Ich versuche die Völker ab Juli etwa noch zur Jungbienenaufzucht in möglichst großer Anzahl zu bewegen. Viele übliche Arbeitsweisen sind dazu geeignet.

    TBE mit ständiger guter Futterversorgung für den Kunstschwarm. Teilen und Behandeln. Ableger, wenn sie nicht zu klein sind.

    Feste Zahlen sind schwer zu sagen. Pias Mindestmenge von 5000 Bienen ergeben im Frühjahr kein trachtreifes Volk. Mit etwas Glück kommen sie über den Winter. Ich versuche im Oktober eine gut volle Zanderkiste mit jungen Bienen einzuwintern. Es geht auch noch größer.

    TBE mit ständiger Futterversorgung ist seit einer Weile auch mein Mittel der Wahl. Im letzten Jahr habe ich notgedrungen Völker mit lediglich etwa 5.000 Bienen eingewintert. Die wären nach der Frühtracht trachtreif gewesen X/ Eine gut volle Zanderkiste ist ein guter Anhaltspunkt. Das wären dann aber auch bereits so an die 20.000 Bienen, wenn ich richtig gerechnet habe.

    Fünf DD-Waben sind etwa 15.000 Bienen, wenn sie voll besetzt sind – ausser, ich habe mich verrechnet … Mit sieben bis acht DD-Waben bewegen wir uns dann auch wieder bei gut 20.000 bis knapp 25.000 Bienen …


    Ich habe nicht überlesen, dass es von vielen Faktoren abhängt, worauf rase Guru-untypisch ja auch schon im ersten Beitrag hingewiesen hat ;) Aber ich denke, dass es doch so eine Mindestvolkstärke leiden darf, die sich eher im Bereich von 20.000 Bienen als in jenem von 10.000 Bienen bewegt.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).