DIB-Einheitsglas als Einwegverpackung

  • sir-tobi87

    Der DIB interessiert niemanden außer die Imker darin.


    Wohl aber muss man anerkennen, dass das DIB-Glas einen enormen Bekanntheits- und mit dem grünen Etikett vor allem hohen Wiedererkennungsgrad hat und für "Deutschen Honig" steht. Um dessen Image geht es mir, das vom DIB ist mir egal.


    Für Kunden, die bereit sind, für guten regionalen Honig mehr Geld als beim Discounter üblich zu bezahlen, haben Discounter und dort verkaufte Produkte in der Regel ein eher schlechtes Image.


    Steht ein Honig, der bisher für gutes Geld als "hochwertig und regional" gekauft wurde jetzt plötzlich für wenig Geld bei einem solchen Discounter, besteht die Gefahr, dass für diesen Kundenkreis das Image des Discounters auf den Honig "mit dem bekannten grünen Etikett" abfärbt.


    Und letztlich sogar auf alle anderen Imkerhonige, da sich durch solche Aktionen alles verwischt, eine gewisse Beliebigkeit und Austauschbarkeit entsteht. Das alles ist langfristig nicht förderlich für die Wertigkeit und die erzielbaren Preise bei einem Produkt. Denn warum sollte jemand einen Honig für teuer Geld kaufen, der genau so (grünes, bekanntes DIB-Etikett!) beim Dicounter spottbillig zu haben ist?

    Für den Kunden ist das der selbe Honig! Denn wie du schon selbst schreibst, der Kunde kennt weder den DIB noch irgendwelche Qualitätsanforderungen, der kennt nur das bekannte Etikett und da ist für den Kunden drin was immer drin ist.


    Auch der aufgedruckte Einzelimker interessiert die meisten nicht, diese Unterschiede werden gar nicht erkannt, das weiß ich aus Erfahrung von einer anderen Marke, wo auch mehrere Imker unter einem Dachetikett anbieten. 9 von 10 befragte Kunden wussten gar nicht, dass da verschiedene Imker am Werk waren, obwohl diese fett auf dem mitsamt unterschiedlichen Namen und Adressen auf dem Etikett standen. Für die war das halt immer nur der Honig <Honigmarke>.

  • Ein interessanter Fred. Hornets Ausführung, das Glas und Label einen Wiedererkennungswert besitzen und gewissermaßen ein Qualitätsversprechen sind, stimme ich zu.


    Das durch das Anbieten bei ALDI ein „trading down“ der „Marke“ stattfindet ebenso.


    Das bedeutet für mich als Neuling, dass ich da gar nicht erst aufspringen muss und lieber selbst gestalte/gestalten lasse, wenn es soweit ist.:thumbup:

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Es ist guter Honig im Angebot. Nicht mehr und nicht weniger. Ich hatte keinen Umsatzeinbruch als der Echte Deutsche Honig bei Aldi im Angebot war. Vielleicht haben auch mal ein paar Sparfüchse diesen Honig gekauft und kommen irgendwann zu mir.


    Und dass der Honig beim Kunden als Billig-Honig im Kopf bleibt ist einfach Quatsch.

  • Wenn ich mir diese Diskussion anschaue, denke ich nur: warum hab ich die Restbestände DIB-Gläser eines ehemaligen Imkers nur genommen und mir ein Kontingent dazugehörige Etiketten besorgt? Ich sehe das auch etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite breite Werbung für deutschen Honig aber gleichzeitig ein Wertverlust einer ideellen Marke. Da haben wir hier bei uns ein paar gute andere Absatzmöglichkeiten.

  • Warum sollte das exclusive Markenrecht erlöschen, wenn das Glas mit Deckel im Glascontainer landet? Sind Glas und Deckel dann plötzlich ohne Relief und Textur, also ohne das geschützte, kombinierte Markenzeichen? Ich habe mich nie mit den DIB-Gläsern von ALDI befasst, weiß also nicht, wie sie aussehen.


    Ein Markenrecht erlischt, wenn man die eingetragenen Markenschutzrechte nicht verlängert, aufrecht erhält oder aktiv aufgibt, sofern man sie verlängern oder aufrecht erhalten kann. Oder wenn ein Unternehmen, bzw. eine Institution als Rechteinhaber = juristische Person nicht mehr existiert! Und selbst in so einem Fall sind sie nicht plötzlich "frei verfügbar" geworden oder aufgehoben. Das sind juristisch recht komplizierte Verfahren, die nicht mit dem Wurf in einen Mülleimer oder Container umgangen oder beendet werden können. Verpackungsordnung hin oder her.


    Ich gehe davon aus, dass diese spezielle Verfahrensweise vertraglich geregelt worden sein wird, damit eben dieser beschriebene Fall nicht eintritt. Oder weiß hier jemand aus erster Hand, was der DIB mit ALDI vertraglich geregelt hat?

  • Oder weiß hier jemand aus erster Hand, was der DIB mit ALDI vertraglich geregelt hat?

    Der D.I.B. verkauft oder verkaufte keinen Honig, auch nicht an ALDI.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Achwas? Ich dachte auch eher an die DIB-Gläser, bzw. die Markenrechte, die angeblich erlöschen, wenn das Glas entleert im Container landet... 8)


    Da fällt mir ein, ich meine, doch mal gesehen zu haben, wer ALDI beliefert hat. Ist eine der großen Imkereien, bzw. Abfüllbetriebe aus der Gegend um Braunschweig, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Ist aber auch egal, wer es war. Es ging um die Gläser.

  • Oder weiß hier jemand aus erster Hand, was der DIB mit ALDI vertraglich geregelt hat?

    Der D.I.B. verkauft oder verkaufte keinen Honig, auch nicht an ALDI.

    Gruß Eisvogel

    Es war die Frage nach der Verfahrensweise und nicht dem Honigverkauf als solche.


    Das Problem sind die Imker selbst, welche an Abfüller verkaufen (müssen). Im schwarzwald bezahlt der Abfüller 3,20 für das Kilo Waldhonig.


    Remstalimker

    Ich nehme mal an dass diese Imker meist zu viel für ihren Kundenstamm aber zu wenig für eine größere Vermarktung haben und sich wegen der rechtlichen Seite nicht an größere Zukäufe wagen möchten.

  • Und täglich grüsst das Murmeltier.;)

    Die DIB-Glas Diskussion ist zwar immer gut, um morgens wach zu werden, aber führt doch zu nichts. Diejenigen, die meinen, der ALDI Kunde schlägt demnächst zum Honigkauf an der Haustüre auf, hegen die Hoffnung weiterhin. Das Konzept um die Lager bei entsprechenden Abfüllern zu leeren, wird uns wohl weiterhin begleiten. Die Gläser gehen in den normalen Glasmüll oder ggf. in den Umlauf unter Imkern.

    Wird niemand nachvollziehen können.

    Interessant finde ich, dass der DIB über eine weitere Lizenzvergabe verhandelt, noch ein weiterer Abfüller im benachbarten Bundesland. Theoretisch könnte man bei den Vertragsverhandlungen entsprechende Vermarktungsregeln erlassen.

    Es kann gar kein Imageschaden entstehen, zumindest nicht durch den Kunden. Der kennt den Deutschen Imkerbund nicht. Ihn interessiert auch nicht, dass der Imkerbund andere Qualitätsanforderungen hat als die deutsche Honigverordnung, weil der Kunde diese ebenfalls nicht kennt.

    Mag sein, das der geneigte Kunde heutzutage noch nie was vom DIB gehört hat (schlimm genug, schliesslich zahlt ein Grossteil der organisierten Imkerschaft genau dafür), auch nicht von der Honigverordnung. Aber das Glas mit Etikett triggert immer noch entsprechende Punkte an, die dunstig was mit Qualität und Regional respektive Deutsch zu tun haben. Imageschaden durchaus gegeben, Aldi/Lidl stehen immer noch für vorwiegend preisgünstig.