Waldbrandgefahr und Smoker

  • Jetzt mal ernsthaft, welche Arbeiten jetzt erfordern denn zwingend einen Smoker?

    Es geht nicht um jetzt. Das Problem betrifft die gesamte Saison.

    Die Benutzung des Smokers ist die beste Art um ein reibungloses und ruhiges Arbeiten an den Bienen zu ermöglichen. Je weniger man ihn braucht, desto besser. Aber ohne ihn griffbereit zu haben (einsatzfähig) erlebt man manche unschöne Überraschung.

    Wasser sprühen kann eine hilfreiche Ergänzung sein, die den Smokergebrauch weiter absenkt, aber nicht wirklich ersetzt.

    Beim Nelkenöl stinken nicht nur nur die Hände anschließend noch sehr lange. Finde ich in Beute und Honig nicht so prickelnd.

  • Ich liebe solche Pauschalaussagen.

    Es gibt Situationen, in denen Wasser schlicht nicht reicht, sprich den gewünschten Effekt hat. Die Wirkung von Wasser ist auch nicht so lang anhaltend, wie die von Rauch.

    Es wird auch nicht die Meldung weiter gegeben, "jetzt mal schnell für Futtervorrat im Wanst sorgen". Die trocken gebliebenen Bienen schießen da auch gerne mal aus tieferen Schichten der Beute nach oben um nachzusehen, wer da das Dach der Höhle abgehoben hat. Wenn es nicht "der Wind der Wind, das himmlische Kind" war, fällt die Reaktion entsprechend aus.


    Es ist keine Pauschalaussage.

  • Werner :

    Da hast Du vollkommen Recht;

    ich geh halt in der Früh, um der Gefahr zu entgehen, Fehlalarme durch Rauchentwicklung vom Smoker auszulösen.


    @Monika:

    Schon mal an reinen dunklen Norwegern ohne Smoker gearbeitet?


    Martin

    Es gibt viel zu tun; packen Wir`s an!

  • Wenn du also am Vormittag den Wald anfackelst, ist er bis Nachmittags abgebrannt.

    :/


    Jetzt mal ernsthaft, welche Arbeiten jetzt erfordern denn zwingend einen Smoker?

    Hier ist es seit Februar schon viel zu trocken. Akute Waldbrandgefahr gab es, wenn ich mich recht erinnere, dieses Jahr schon mehrfach. Ich fürchte, daran werden wir uns auch gewöhnen müssen.


    Aber um die Frage konkret zu beantworten. Ich (Anfänger!) nutze den Smoker recht selten, ist mir meist zu umständlich und braucht es in der Regel nicht. Allerdings nutze ich ihn ganz gerne, wenn meine Bienen (was sie gerade im Moment recht häufig tun) in großen Mengen auf dem Falz der Zargen sitzen, oder irgendwo, wo sie halt Gefahr laufen durch mein tun zerquetscht zu werden. Ein oder zwei Rauchstöße reduzieren da schon die Anzahl der toten Bienen deutlich. Mit dem Besen (was ich aktuell mache) kommt immer sofort extreme Unruhe und Auffliegen in das Volk.


    Mit Alternativen zum Smoker habe ich noch keine Erfahrungen gesammelt, wobei sich das jetzt ändern wird, ich war gestern einkaufen.....😁

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  • Weder das Landratsamt, die integrierte Leitstelle, noch die Regierung von Mittelfranken haben dazu Bestimmungen.

    Dem örtlich zuständigen Polizeirevier ist es auch egal, im Fall eines Falles war das grob fahrlässiges Handeln und du bist haftbar.

    Ein Anruf beim Forstamt hätte dir direkt Klarheit bringen dürfen.


    Der Einfachkeit halber kopiere ich mal den Auszug des LWaldG von BaWü zum Thema Feuer.

    Ist bei der Ausbildung zum Forstwirt und im Studium der Forstwirtschaft auf dem Lehrplan, besonders die Raucher werden dir den §41 Auswendig zitieren können ^^



    Waldgesetz für Baden-Württemberg

    (Landeswaldgesetz - LWaldG)

    in der Fassung vom 31. August 1995


    § 41
    Waldgefährdung durch Feuer

    (1) Wer in einem Wald oder in einem Abstand von weniger als 100 Meter vom Wald

    1.

    außerhalb einer eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstelle ein Feuer anzündet oder unterhält oder offenes Licht gebraucht,

    2.

    Bodendecken sowie Pflanzen oder Pflanzenreste unbeschadet der abfall- und naturschutzrechtlichen Vorschriften flächenweise abbrennt,

    3.

    eine Anlage, mit der die Einrichtung oder der Betrieb einer Feuerstelle verbunden ist, errichtet,

    bedarf der vorherigen Genehmigung der Forstbehörde. Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn eine Gefährdung des Waldes durch Feuer nicht zu befürchten ist.

    (2) Einer Genehmigung nach Absatz 1 bedürfen nicht

    1.

    in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1

    a)

    der Waldbesitzer und Personen, die er in seinem Wald beschäftigt,

    b)

    die zur Jagdausübung Berechtigten und die Imker während der Ausübung ihrer Tätigkeit,

    c)

    Personen bei der Durchführung behördlich angeordneter oder genehmigter Arbeiten,

    d)

    Besitzer auf ihrem Grundstück, sofern der Abstand des Feuers zum Wald mindestens 30 Meter beträgt;

    2.

    in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 3 Personen für die Errichtung einer Anlage, die baurechtlich oder gewerberechtlich genehmigt wurde.

    (3) In der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober darf im Wald nicht geraucht werden. Dies gilt nicht für den in Absatz 2 Nr. 1 Buchst. a und b genannten Personenkreis. :P

    (4) Brennende oder glimmende Gegenstände dürfen im Wald sowie im Abstand von weniger als 100 Meter vom Wald nicht weggeworfen oder sonst unvorsichtig gehandhabt werden.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Ich war auch mal kurz auf dem Trip, dass man es besser machen müsse als die "bösen Rauch-Imker". Nelkenöl, Wasser verspritzen, das ganze Programm. Aber das ist alles Blödsinnn.


    Rauch ist meiner Meinung nach unerlässlich, wenn man mehr als nur mal kurz den Deckel lupft, doch selbst dann ist er wahrscheinlich besser. Und zwar vor allem für die Bienen - nicht für den Imker! Im Gegenteil, der Rauch ist für mich selbst eines der (leider notwendigen) Übel in der Imkerei.


    Ich verwende immer Rauch - und zwar zum Wohl der Bienen.


    Wasser ist Stress und Panik für die Bienen - es bedeutet, Baum beschädigt, Regen dringt ein, Brutschäden möglich, alles tun um den Schaden zu beheben.


    Nelkenöl ist totaler Stress - es bedeutet genau wie Ameisensäure, Achtung, Ausatemluft eines unbekannten, extrem überlegenen Feindes im Bau, der einem die Luft zum Atmen nimmt. Außerdem stinkt es wie Hölle und ist für die Imkerhaut sehr gefährlich bei häufigerer Anwendung (sehr starkes Allergen).


    Ohne Rauch - totaler Stress, weil die Bienen bekommen den Eingriff voll mit -

    Bär will eindringen!


    Mit Rauch dagegen: Genetisch fest einprogrammiertes Routineprogramm läuft in aller Ruhe ab, die Bienen sind beschäftigt und merken vom Eingriff nur wenig, also kaum Stress. Danach ist alles wie immer, die Störung hat kaum stattgefunden und die vollgesaugten Bienen sorgen für wohlige Zufriedenheit. War da was?


    Wenn man Rauch zum Vertreiben der Bienen vom Zargenrand oder den Oberträgern verwendet, geraten zwar die direkt betroffenen Bienen in Panik, doch ein Besen regt sie regelmäßig noch viel mehr auf!


    Denn ein Besen bedeutet: Feind mit Pelz, gegen den man was machen kann und muss! Rauch dagegen ist ein altbekanner, abiotischer Feind, bei dem man nur routiniert sein Notprogramm abspult. Und wenn dann doch kein Feuer kommt, ebenso routiniert wieder zur Tagesordnung übergeht.


    Tut euch und den Bienen also Gutes und verwendet Rauch, statt aus falsch verstandener Schonhaltung die Bienen zu quälen.


    Und was das eigentliche Thema angeht: Im Wald ist offenes Feuer im Sommerhalbjahr verboten, egal von wem. Wenn es also keine wie auch immer geartete Ausnahmeregelung gibt (wie in #36 von Mc Fly erwähnt) , gilt das auch für Imker. Offenes Feuer ist mindestens beim Anzünden vorhanden.

    Wer den Smoker im Auto anzündet oder bereits rauchend von außen in den Wald bringt, hat zwar kein offenes Feuer, muss sich aber im Brandfall mindestens Fahrlässigkeit vorwerfen lassen, wenn Funkenflug die Ursache war. Also einfach besser aufpassen als sonst, nicht so wild pumpen und beim Abgang nochmal auf Rauchwölkchen kontrollieren.


    Smoker im Wald leeren geht bei Trockenheit eigentlich gar nicht - Auslassrohr verstopfen und alles mitnehmen, wo ist das Problem? Metalleimer mit Deckel bietet zusätzliche Isolation im Fahrzeug und verhindet Gestank im Auto.


    Ich leere den Smoker vor dem nächsten Anzünden oft gar nicht, wenn noch genug Platz ist, er raucht dann sogar besser, weil der Zug nicht zu stark ist!

  • Jetzt muss er sich nur noch das entsprechende Gesetz für Hessen raussuchen und schauen was dort steht.

  • das entsprechende Gesetz für Hessen

    Hätte da jetzt eher auf Bayern getippt ^^


    https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayWaldG-17


    Im Smoker ist das "Feuer" verwahrt, man darf ihn jedoch nach Beendigung nicht auskippen, das wäre verboten.


    Art. 17
    Feuergefahr

    (1) 1Wer in einem Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 m davon
    1.eine offene Feuerstätte errichten oder betreiben,
    2.ein unverwahrtes Feuer anzünden oder betreiben,
    3.einen Kohlenmeiler errichten oder betreiben,
    4.Bodendecken abbrennen oder
    5.Pflanzen oder Pflanzenreste flächenweise absengen
    will, bedarf der Erlaubnis. 2Diese darf nur erteilt werden, wenn das Vorhaben den Belangen der Sicherheit, der Landeskultur, des Naturschutzes und der Erholung nicht zuwiderläuft und Belästigungen möglichst ausgeschlossen sind.
    (2) In einem Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 m davon dürfen nicht
    1.offenes Licht angezündet oder verwendet werden,
    2.brennende oder glimmende Sachen weggeworfen oder sonst unvorsichtig gehandhabt werden,
    3.ein nach Abs. 1 Nr. 2 angezündetes Feuer unbeaufsichtigt oder ohne ausreichende Sicherungsmaßnahmen gelassen werden.

    (3) Im Wald darf in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober nicht geraucht werden.
    (4) Abs. 1 Nrn. 1 und 2 und Abs. 3 gelten nicht
    1.für den Waldbesitzer und für Personen, die er in seinem Wald beschäftigt,
    2.für Personen, die behördlich angeordnete oder genehmigte Arbeiten durchführen,
    3.für die zur Jagdausübung Berechtigten und
    4.für die Holznutzungsberechtigten bei der Ausübung des Rechts.
    (5) Abs. 2 Nr. 1 gilt nicht bei Maßnahmen zur Rettung von Menschen oder von bedeutsamen Sachwerten aus Gemeingefahr oder bei Rettungsübungen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo, in Rheinland Pfalz gibt es scheinbar keine Imker im Wald.

    Bis bald

    Marcus

    Indirekt schon. Es ist hier nur etwas allgemeiner formuliert. § 24 LWaldG Rlp Absatz 3 Satz 1 erlaubt es, wenn dir das Land gehört oder du ein Nutzungsrecht dran hast (z. B. durch Pacht). Am besten machst du das dann mit dem Grundstückseigentümer schriftlich. Dann kann dir keiner was wollen, wenn doch mal jemand auf die Idee kommt, einen Imker anzukreiden. Die Quelle habe ich beigefügt.


    http://landesrecht.rlp.de/jpor…A7+24&psml=bsrlpprod.psml