Waldbrandgefahr und Smoker

  • Hallo zusammen,


    Bei uns ist seit ein paar Tagen die Waldbrandgefahrenstufe 4 ausgerufen. Es hat schon länger nicht nennenswert geregnet und ist staubtrocken. Ich habe mir extra schon einen Metalleimer mit Deckel besorgt um den Inhalt meines smokers sicher zu versorgen. Seit 2-3 Wochen habe ich allerdings Bedenken ihn überhaupt zu nutzen.

    Weiß jemand wie die offizielle, rechtliche (mal von der moralischen und sicherheitsrelevanten Seite abgesehen) Einsstufung eines Smoker ist? Ist offenes Feuer halt offenes Feuer, oder gibt es hier auch Ausnahmen für die Landwirtschaft?

    Ich nutze den Smoker generell eher selten, aber es gibt schon arbeiten, bei denen er notwendig wäre.
    Wie handhabt Ihr es denn bei extremer Trockenheit, oder gibt es gar Alternativen zum offenen Feuer?


    Danke und viele Grüße


    Martin

  • Hallo, da der Smoker zur Arbeitsausübung erforderlich ist, kann man ihn nicht verbieten, bzw. nicht sagen es sei grob fahrlässig. Über den Ortsverein bist du versichert, falls wirklich was passiert.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Beim Gebrauch ist der Smoker ja eigentlich ungefährlich. Sollten wirklich mal Funken vorne herausfliegen, fliegen sie meist in Richtung Volk und Du siehst das ja auch. Der "worst case" wäre natürlich, Du würdest das Ding im Gras abstellen und bei der Abreise vergessen.

  • Da müsstest Du mal in die entsprechenden Landesverordnungen schauen.

    In der Regel braucht mal eine Genehmigung, wenn man nicht Waldbesitzer ist. Dass der Smoker zur Arbeitsausübung erforderlich ist, reicht da nicht.

    Hier geht es aber um Ordnungsrecht.

    Zivilrechtlich gilt: Auch leichte Fahrlässigkeit reicht für die Haftung. Und da könnte ein Gericht zu der Auffassung gelangen, dass schon die Nutzung (nicht nur die unsachgemäße Handhabung) des Smokers bei hoher Wandbrandstufe (grob) fahrlässig ist.

    Die Haftpflichtversicherung des Verbandsversicherers hat eine Deckungsumme von nur 5 Mio. Da könnte es bei einem ordentlichen Waldbrand eng werden.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ja das ist so eine Sache,

    hatte gestern 3 Stunden telefoniert um Klarheit zu schaffen. Weder das Landratsamt, die integrierte Leitstelle, noch die Regierung von Mittelfranken haben dazu Bestimmungen.

    Dem örtlich zuständigen Polizeirevier ist es auch egal, im Fall eines Falles war das grob fahrlässiges Handeln und du bist haftbar.

    Die Waldbrandbeobachter meinten auch nur, ich solle in der Frühe zu den Bienen, da sie selbst nur Nachmittags Beobachtungsflüge machen.


    Beim DBIB hatte ich auch nachgefragt.

    Sehr gut fand ich hier den persönlichen Rückruf der Präsidentin Annette Seehaus-Arnold:thumbup::thumbup::thumbup:


    DIB hatte ich allerdings noch nicht kontaktiert.


    Gruß

    Martin

    Es gibt viel zu tun; packen Wir`s an!

  • Könnte man nicht in so einer Ausnahmesituation z.B. auf das Bienen-Jet Spray zurückgreifen? Ist ein teurer Spaß aber bestimmt besser als Waldbrand. Der kostet im übelsten Fall auch Leben.

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré klassisch, aktuell 6 Völker

  • Ich verwende den Smoker sparsam und umsichtig, stelle ihn nicht im Gras oder überhaupt auf dem Waldboden ab und ich schütte auch keine Reste in die Büsche. Ich passe also auf, wenn ich ihn überhaupt benutze. Außerdem und das halte ich für wichtiger, parke ich meinen Wagen nicht auf der ausgetrockneten Wiese/Waldboden. Ich suche mir mit Bedacht eine Sandpassage oder sandige Fahrspur für die Mitte meines Wagens wegen der heiß werdenden Kat-Schürze. Außerdem habe ich ein paar Flaschen Wasser dabei und Bier für den Notfall.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Auf jeden Fall habe ich immer wenigstens einen 5-L-Kanister Wasser mit dabei. Und da ich auf den Metalldeckel der Beuten noch einen recht großen Stein drauf lege, kann ich den Smoker in Betrieb darauf abstellen. Damit steht er nicht in staubtrockenem Gras oder Laub. Ansonsten, wenn die Beute nur einen Blechdeckel ohne zusätzlichen Stein hat, mit der Seitenkanten nach unten stellen und Smoker darauf parken.

    Beim Entleeren des Smokers und zur Beseitigung der Restglut gehe ich damit zum Auto, öffne den Kanister, entleere den Smoker auf den Teerweg (ist ein geteerter Feldweg, keine regulär befahrene Straße) und schütte einen guten Liter Wasser drauf, bis es aufhört zu rauchen und ziehe den Rest dann auseinander und es kommt noch mal ein Schuss Wasser drauf, bis alles feucht ist.

    Ich habe nämlich auch keine Lust, 30 Minuten später in dunkelblau-gelber Uniform wieder da zu stehen und das selbst verursachte jetzt aber deutlich größere Feuer zu löschen.

  • Ich habe mir für meinen Smoker eine Munitionskiste besorgt. Der Smoker löscht sich darin selber und zuhause kann man dann die Reste gefahrlos entsorgen. Im Auto gibt es dann auch keine Raucharomen mehr.

  • Die Rechtslage kann hier niemand abschliessend darstellen, denn kein Gesetz wird eine Bestimmung enthalten, die sich mit dem Einsatz eines Smokers bei Waldbrandgefahr auseinandersetzt. Also wird man in einem konkreten Fall anhand sämtlicher Umstände entscheiden müssen. Wie das ausgeht, kann niemand vorhersehen.


    Bei uns wurde vor zwei Jahren ein striktes Feuerverbot angeordnet. Ich habe mich dann erkundigt, ob ich meinen Steinbackofen weiter nutzen dürfe, da dieser über einen langen (ca. 5m) Kamin verfügt und da die Ofentür meist geschlossen ist. Der zuständige Beamte meinte, es könne ja doch irgendwie irgendwo ein Funke entweichen, ich solle es lieber lassen. Meines Erachtens war diese Haltung etwas übertrieben, aber ich wollte nicht derjenige sein, der als der Mensch in die Geschichte eingeht, der ein ganzes Dorf abgefackelt hat. Also habe ich es gelassen. Es zeigt aber, dass im Fall der Fälle wohl ein strenger Sorgfaltsmassstab angewendet würde – das wird auch bei Euch nicht anders sein.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • ... denn kein Gesetz wird eine Bestimmung enthalten, die sich mit dem Einsatz eines Smokers bei Waldbrandgefahr auseinandersetzt.

    Natürlich wird hier nicht jede mögliche Feuerquelle geregelt. In der hiesigen Waldbrandschutzverordnung (Mecklenburg-Vorpolen) sind aber z.B. allgemein "andere feuerverursachende Handlungen" mit erfasst.

    Die Geldbußen belaufen sich auf bis zu 75.000 Euro, wenn jemand "im Wald oder in einer Entfernung von weniger als 50 Metern vom Waldrand außerhalb eines von der Forstbehörde genehmigten Grillplatzes oder einer genehmigten Feuerstelle Feuer anzündet, unterhält, grillt oder feuerverursachende Handlungen vornimmt, ohne (...) hierfür berechtigt zu sein".

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Oh, Du glücklicher Odenwald. Bei uns in Sachsen-Anhalt ist gefühlt Waldbrandstufe 4 ab dem Tag der kollektiven Weihnachtsbaumverbrennung.
    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Wie handhabt Ihr es denn bei extremer Trockenheit, oder gibt es gar Alternativen zum offenen Feuer?

    Alternativ zu dem eventuell brandgefährlichen Smoker kann man ja auch Nelkenöltücher oder einen Wassersprüher einsetzen. Oder sich nur in Zeitlupe bewegen, das ist bei den Temperaturen eh die bessere Variante.

  • Wie handhabt Ihr es denn bei extremer Trockenheit, oder gibt es gar Alternativen zum offenen Feuer?

    Alternativ zu dem eventuell brandgefährlichen Smoker kann man ja auch Nelkenöltücher oder einen Wassersprüher einsetzen. Oder sich nur in Zeitlupe bewegen, das ist bei den Temperaturen eh die bessere Variante.

    Das mit dem langsamen Bewegen handhabe ich für gewöhnlich schon so. Meist ist der Smoker bei mir eher als Schutz für die Bienen im Einsatz, um beispielsweise die Falz der Beute frei zu bekommen oder wenn es zu heftig wuselt. Angriffslustig sind meine Mädels eher selten.