Wespennest unter der Beute

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich bisher noch nicht vorgestellt, lese aber schon ein paar Jahre still mit und habe schon viel von eurem Wissen profitieren können - Danke dafür!

    Ich heiße Wolfgang, wohne südlich von Stuttgart und imkere seit 2017 mit Zander.


    Ich habe einen Ableger mit zwei Wirtschaftsvölkern auf einer kleinen Trockenmauer stehen + vier Ableger neben der Trockenmauer.

    Zum Ableger:

    - gebildet Ende Mai

    - sitzt auf 6 Waben Zander

    - Flugloch eine Bienenbreite


    Nun ist mir schon vor ein paar Wochen aufgefallen, dass dieses Jahr auffällig viele Wespen im Bereich der Beuten unterwegs sind. Ab und zu ist mal eine Wespe in die Beute geflogen, wurde aber innerhalb kurzer Zeit wieder nach draußen befördert - alles also halb so wild.


    Nun habe ich aber festgestellt, dass sich in der Trockenmauer unter dem Ableger ein Wespennest befindet und ich frage mich nun doch, ob das zu Problemen führen könnte.

    Bisher scheint der Ableger alles im Griff zu haben, aber so ein Wespennest ca. 40cm vom Flugloch macht mir dann doch etwas Sorgen. Könnten so viele Wespen den Ableger auf Dauer zu sehr stressen? Könnten die Wespen zum "Großangriff" blasen?


    Ich habe ein Bild angehängt. Das Wespennest selbst ist nicht zu sehen, aber man sieht, wo die Wespen ein und aus fliegen.Unbenannt.PNG


    Viele Grüße

    Wolfgang

  • Guten Morgen, Wolfgang!


    Das ist in der Tat eine unerfreuliche Situation und auch wenn ich nicht glaube, dass es zwingend elementare Probleme geben muss, so würde ich den Ableger dennoch Tag für Tag ein Stückchen drehen - so lange bis das Flugloch um die Ecke gedreht ist und somit idealenfalls mehr Abstand vom Wespeneinflug hat.

    Andererseits, ich sehe gerade, diese Möglichkeit besteht aus der abgebildeten Sicht nur nach rechts, da links ein weiteres Volk (?) zu stehen scheint. Und dann wäre das Bienenflugloch tendenziell eher näher am Wespeneinflug.


    Alternativ könntest du versuchsweise ein breites und ausreichend langes Brett unter die Ablegerbeute legen, welches so weit nach vorne rausragt, dass der effektive Wespeneinflug nach vorne verlegt wird.


    Ansonsten könntest du auch mittels dieser Methode deinen Ableger am Stand verstellen. Wenn`s wirklich vernünftig gemacht wird, dann klappt`s meiner Erfahrung nach auch ebenso.


    Könnten so viele Wespen den Ableger auf Dauer zu sehr stressen?

    Das könnte (!) in der Tat in den nächsten Wochen passieren, denn das Wespennest hat seinen Höhepunkt noch vor sich.

    Wie ist denn bisher die Stimmung bei den fluglochwachenden Bienen am betroffenen Ableger? Herrscht bereits Stress?


    Könnten die Wespen zum "Großangriff" blasen?

    Das wiederum glaube ich nicht - mit etwas Glück halten sie sich sogar an den Burgfrieden und kümmern sich kaum bis gar nicht um die Bienen vor der eigenen "Haustüre".


    Viel Erfolg und schöne Grüße

    vom

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Danke schon mal!

    Ja, daneben steht ein weiteres Volk, umdrehen geht also nicht. Das mit dem Brett ist eine gute Idee. Das werde ich auf jeden Fall versuchen.


    Für mich als Anfänger sieht es am Flugloch immer noch sehr ruhig und entspannt aus. Die Wespen scheinen auch noch kein besonderes Interesse an den Bienen zu haben. Nur ab und zu versucht eine Wespe in die Beuten zu kommen und wird dann auch gleich von den Wächtern attackiert.

    Und beim Füttern muss ich immer sehr schnell sein!


    Ich werde jetzt erst mal beobachten (Bienen stehen im Garten und ich habe Homeoffice...) und bei Bedarf eingreifen. Zur Not hätte ich auch noch die Möglichkeit den Ableger an einen anderen Stand zu stellen. Das möchte ich aber wenn möglich vermeiden.


    Viele Grüße

    Wolfgang

  • Wenn der Ableger nicht nur 6 Waben drin hat, sondern diese 6 Waben auch gut bienen-besetzt sind dürfte das Wespennest kein Problem werden, ob die nun 20cm oder 5m entfernt nisten.


    Ein Ableger vom Mai sollte Anfang August stark genug für mehr als 1cm Flugloch sein.


    "Großangriff" machen Wespen wenn man ihr Nest stört. Durfte ich ausprobieren als ich durch einschieben einer Windel ein eigentlich kleines Wespennest vom Gitterboden abtrennte - die hatten da gebaut ohne dass ich es bemerkt hatte.


    Wie Patrick Johannes schrieb: Ein längeres Anflug-Brett könnte die Flugschneisen trennen.

  • Dieses jahr ist es bei mir richtig schlimm mit den Wespen, hatte ich die letzten Jahre nicht. Eigentlich kann man gar nicht mehr an den Völkern arbeiten, die sind so frech und setzen sich mitten auf die Waben.

    Wenn ich Völker öffne und z. Bsp. Königin suche zwecks markieren suchen hinterher gefühlte 30 Wespen an der Beute herum.

    Wollte schon Wespenfallen aufstellen, aber befürchte dass ich dadurch bloss noch mehr anlocke....

    Ab welchem Level werden Wespen denn zur Gefahr für Bienenvölker ?

    VG

  • Auch wenn es gleich wieder Gemecker gibt:

    Wollte schon Wespenfallen aufstellen, aber befürchte dass ich dadurch bloss noch mehr anlocke....

    Ab welchem Level werden Wespen denn zur Gefahr für Bienenvölker ?

    Bitte bedenken: Wespen sind geschützt, manche Arten sogar besonders. Köderwirkung lockt mehr Wespen an. Auch Bienen, besonders geschützte Arten und ggf. auch Hornissen.

    Gesunde Völker, die zügig behandelt werden, kommen auch mit Wespen klar. Auch für den Imker ist die Gefahr von Wespenstichen - die einzigen, auf die ich richtig reagiere - dann geringer.


    Viele Wespen IN der Beute - da hatte das Volk dann immer schon ein für mich sichtbares Problem - oder es wurde dann bald sichtbar. Was nicht heißt, dass es die Wespen verursacht haben, sondern ich die Probleme (noch) nicht so wahrgenommen hatte. Die Bienen waren weniger wehrhaft, in abnehmender Zahl.... dann fand ich auch Wespen in der Beute.

    Ausgenommen natürlich bei undichten Deckeln, ausgefallenen Astlöchern, verzogenen Zargen - da ist dann aber der Imker schuld!

  • Wie RalfK schreibt, das sollte Wurst egal sein, wenn deine Bienen fit sind. Es ist zudem immer ein Schauspiel, finde ich, wenn Wespe oder Hornisse um die Bienen fliegen und sich mal eine schnappen oder es versuchen.

    Auch das beobachten der Wache ist wirklich spannend anzusehen.

    Ich habe 2018 einen Fußball als Wespennest in der Hecke neben den Bienen gehabt und es war nicht mehr als jetzt.

    Mit der Brettlösung sollte es allemal ausreichend sein, wenn überhaupt nötig!

    VG Rudi

  • Kloppe! Kloppe! Kloppe! ^^


    Ich denke auch, dass es gut gehen wird - aber es ist eine wirklich besondere Situation! Es dürfte spannend sein, das zu beobachten.

    Ja, in diesem Jahr sind wirklich viele Wespen unterwegs - wir haben auch ein Nest unter dem Dach - ich muss da nachher nochmal hoch um sicherzustellen, dass sie nicht bis zum Dachboden durchnagen. Sie sind unter den Schindeln, aber noch oberhalb des Dachbodens.

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Bei mir war es die letzten beiden Jahre schlimmer, aber jetzt kommen auch mehr.... - bei mir scheint die Wespensaison zu starten... ;-)

    Hier ist seit drei Wochen die Hölle los. Vorgestern auf die Tanne des Nachbarn geguckt und erst gedacht, die honigt. Waren aber keine Bienen. Das Teil hat Wespenkirmes.

    20m vom M+ mit der guten Liniennachzucht. 😭Können sie sich direkt beweisen...