Schwarmkontrolle, Schwarmverhinderung

  • Ich pack das mal hier in die allgemeinen Fragen und Tipps, hoffe, es passt einigermaßen. Habe nichts besseres gefunden:

    Und wie oft, schaust du während dieser Zeit in das Brutnest rein?

    Dieses Jahr für mich weit zu oft, für die Bienen anscheinend noch zu wenig, sonst hätte ich nicht sammel gehen müssen.

    Und was machst du, wenn ein Volk gefunden wurde, welches schwärmen will?

    Tja. In der Theorie vorwegnehmen. In der Praxis hat das heuer auch teilweise geklappt, aber leider eben nur teilweise.

    Woran erkennst du die Schwarmteufel, bzw. die Schwarmträgen, wenn der Schwarmakt verhindert wird?

    S.o. - wenn es nicht klappt, dass nach Vorwegnahme Ruhe ist, die Königin legt wie bekloppt und auch aufsetzen von Honigräumen nicht wirklich hilft, gehe ich von einem Schwarmteufel aus. Erfahrenere mögen mich berichtigen, wenn das nicht stimmt.

    Irgendwann scheint der Punkt erreicht, da es eher möglich ist entsprechend viele Königinnen in gewünschter Qualität zu erzeugen, als wöchtentlich HR ab- und aufzustapeln, und Kisten zu durchwühlen. - Was man an Zeit und Ressourcen für die Schwarmkontrolle spart, investiert man statt dessen in die Zucht.

    Entweder zeitlich oder monetär :) Monetär finde ich gerade für Imker mit wenigen Völkern eine durchaus erwägenswerte Alternative.

    Zur Problematik Erfahrungsschatz und Imkerjahre kann man sich in der Argumentation natürlich zweifelnderweise auf die Imkerjahre zurückziehen. Allerdings kann jemand der 10 Jahre mit 2 Völkern imkert nicht unbedingt vollumfänglich immer mehr Erfahrungen haben als jemand der 2 Jahre mit einer großen Anzahl von Völkern Umgang hat.

    Es wird Imker geben, die nach einem Jahr mit vielen Völkern schon mehr wissen als Imker, die 10 Jahre und länger imkern. Ebenso wird ein aufgeschlossener, offener Imker, der sich weiterbildet, nach 10 Jahren deutlich mehr wissen und Erfahrung haben als ein einjähriger Jungimker mit xy Völkern. Bei einem Imker mit Scheuklappen, der kann noch so lange Bienen und viele Völker haben, der wird nicht weiterkommen. Das sind so die Eckpunkte, die ich sehe.

    Wie ich bei der Schwarmbienenzucht, eine für mich genügend schwarmträge Biene selektiere, ist für mich einfach. Da werden auch die stillen Umweisler sichtbar.

    Würdest Du uns an Deiner Weisheit teilhaben lassen? Da habe ich nämlich im Moment keine Idee zu.

    Flügelschnitt zum Beispiel.

    Keine "wilden Völker" und Bienen kehren nach Hause zurück.

    Flügelschnitt finde ich problematisch, da die Flügel Adern enthalten und in diesen, zumindest lt. Wiki, die Nerven enthalten sind. Mag ich nicht machen. Da braucht mir auch niemand kommen, dass die Bienen das nicht spüren würden.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Guten Abend Monika.


    Du machst eine Schwarmvorwegnahme mit der alten Königinn, und belässt im Volk noch eine Schwarmzelle...Richtig?


    Im selben Jahr, und eigentlich auch im Jahr danach (1.jährige Kö) sollte das Volk nun keine Schwarmneigung mehr haben.....Wenn ja, geht es meiner Meinung nach, schon in Richtung Schwarmteufel.


    Belässt du dann die alte Königinn in dem vorweggenommenen Schwarm, oder wird die bei Gelegenheit noch ersetzt?


    Zu meiner Vorgehensweise, schreibe ich schon noch etwas.


    d2dum .


    Hier könntest du mir doch nun Antwort geben, wie ihr den schwarmträgen Zuchtstoff findet.


    Lg Sulz.

  • Schwarmträgen Zuchtstoff finde ich zum Beispiel an Hand der Leistungsbewertung eines Züchter in der Datenbank oder im persönlichen Gespräch.

    Diesen benutze Ich im ersten Schritt und schicke die Mädels auf eine Belegstelle, wo mir die väterlichen Abstammung zusagt.

    Danach bewerte ich das Verhalten der neuen Königinnen und ihrer gebildeten Völker.

    Manchmal gibt es auch dumme Zufälle bei denen man irgendwie vergessen hat ein Volk zu erweitern und stellt bei einer Kontrolle fest, ups die 2 Zargen sind megavoll mit 1. Bienen und Nektar und trotzdem keine Zelle im Raps.

    Das muss dann wohl sehr schwarmträge sein.

    Dann kann ich von dem Volk auch nachziehen, wenn der Rest auch stimmt.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Diesen benutze Ich im ersten Schritt und schicke die Mädels auf eine Belegstelle, wo mir die väterlichen Abstammung zusagt.

    Danach bewerte ich das Verhalten der neuen Königinnen und ihrer gebildeten Völker.

    Aber eigentlich interessieren Dich doch die Eigenschaften der Töchter, und nicht die der Mutter? Wäre es da nicht sinnvoller, von jeder Königin gleich 10-15 Töchter zu ziehen und die zu prüfen? Um anhand der besten Schwestergruppe dann die 'richtige' Zuchtmutter zu finden? Also das wären dann schlanke +/-100-150 Völker allein zum testen ;)


    'Züchten' ist echt ein großes Wort :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Aber eigentlich interessieren Dich doch die Eigenschaften der Töchter, und nicht die der Mutter? Wäre es da nicht sinnvoller, von jeder Königin gleich 10-15 Töchter zu ziehen und die zu prüfen? Um anhand der besten Schwestergruppe dann die 'richtige' Zuchtmutter zu finden?

    Für Interessierte Imker gibt's Umlarvstationen (z.B. Buckfast-Bayern) wo man Zuchtstoff von geprüften Müttern (z.B. Zuchtmütter 2020) erhalten/erwerben kann. Die Termine sind so abgestimmt, dass eine Beschickung auf Belegstelle möglich ist. - Das ist mit Sicherheit nicht der einzige Landesverband der hochwertigen Zuchtstoff abgibt, manche Institute machen das auch. - Wer Spass dran hat kann sich so jedes Jahr ein paar Königinnen ziehen und auf Belegstelle schicken.


    Oder, bisschen einfacher, schlupfreife Zellen oder unbegattete Kös vom Züchter zu holen, Begattunskästchen füllen, und auf Belegstelle fahren.


    Wen's interessiert, hier berichtet Ramunas Lange wie schwierig es ist mit Standbegattung zuverlässige Ergebnisse zu erzielen: http://www.apisjovita.de/index…ucht-und-tipps/zucht.html

    Zitat

    Schon früh haben wir das Dilema erkannt und betrieben nach Dr. Liebig die Verdrängungszucht. So stellten wir im Märkischen Kreis 70 Wirtschaftsvölker auf und verstärkten diese mit einer zweiten Drohnenwabe, um das besagte Übergewicht von Zuchtdrohnen gegenüber Fremddrohnen (in unserem Fall Drohnen der Zuchtrichtung Carnica) zu erreichen. Regelmäßig kauften wir Material von namhaften Züchtern ein, um eine Zunahme der Inzucht zu unterbinden. Die Ergebnisse standen leider nicht im Verhältnis zu den eingebrachten Mühen, entsprachen doch mindestens 50 % der so geschaffenen Wirtschaftsköniginnen in keiner Weise unseren Erwartungen.


    Der Versuch, den Bedarf an Wirtschaftsköniginnen durch Zukauf zu decken, schlug ebenfalls fehl, weil der Großteil der so erworbenen Mütter unsere eigenen Ergebnisse nicht nennenswert übertraf.

  • Also das wären dann schlanke +/-100-150 Völker allein zum testen

    ich machs alle paar Jahre, 150 von EINER Zuchtmutter......., die prefekte Kombination wirst du so au nicht erreichen:) annähern/erhalten vielleicht schon.

    Auswahl im kleinen funzt nur dauerhaft mit Künstlicher Besamung, und du musst genau, ganz genau wissen, welche Drohnen du nimmst! Eigentlich ist das Drohnenei, das Ei des Kolumbus;)

    Die Praxis, Eigenschaften einer Zuchtmutter über deren Töchter auf einer Belegstelle fliegen zu lassen, ist ohne Vorprüfung der aufgestellten Drohnenmütter (meist is es ja so) nicht das Gelbe vom Ei. Die Varianz der aufgestellten Schwestern ist oft größer als man denkt. Auch auf ner Belegstelle kann man Heterosis erlangen, diese dann sicher auserkorene Mama, gibt aber in der Nachzucht nur weniges gutes her.... sie streut. Und doch...;(

    Lediglich deren Drohnen....... is schwer zu verstehen......

    Ein Züchter der nich selber Drohnen zieht und auswählt , und nicht besamt (läßt), is keiner!

    Diesen Umstand verbessert auch die Schönste Aufschreiberei nicht.

    Zucht ist testen und Intuition, kann eben nich jeder.

    das mir den 150..... muss auch mal sein, is halt ne riesen Nummer, du findest gaanz schnell deine eigene körperliche Grenze, und die deiner Bienen auch.

    Wunder gibts nich!

    Nö Berggeist, nich wirklich:) es ergibt "immer" ein Drittel Mist, ein Drittel Mittelmaß, und wenig richtig Gute, und die spalten immer auf, anders kann das nich sein.


    Nu, Bernd is auf dem richtigen Weg;), denke ich mal, er macht was, und das mit vollem Einsatz!

    Mühsam ernährt sich das....

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Du machst eine Schwarmvorwegnahme mit der alten Königinn, und belässt im Volk noch eine Schwarmzelle...Richtig?

    Ja.


    Belässt du dann die alte Königinn in dem vorweggenommenen Schwarm, oder wird die bei Gelegenheit noch ersetzt?

    Schwarmfreudige Mädels haben wir hier erst ca. 2 Jahre, davor kannte ich das so gar nicht. Plan war, sie umzuweiseln bei Gelegenheit, da die Königin aber äußerst legefreudig war und uns einige Ableger beschert hat, haben wir sie weitergegeben an einen Freund, der gerade aufbauen wollte mit dem Hinweis, dass die Königin schon älter und schwarmfreudig ist und er umweiseln soll bei Gelegenheit. Hat auch geklappt (der Völkeraufbau), er hat schon Königinnen aus guter Zucht zum umweiseln am Start (wir auch) ;)

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Wenn Bernd auf Zuchtstoff eines Züchters zurückgreift, dann braucht ja nicht er selbst die 150 Völker...

    in der nächsten Generation schon. Oder man kauft immer zu, das ist aber dann Vermehrung, nicht Zucht. Was doch auch völlig okay ist?


    Die 150 sind ja auch nur die Prüfvölker, um rauszufinden, welche von den 10-15 Königinnen die richtige ist, zum Vermehren! Ein paar hundert, oder ggf. tausende, damit sich der Aufwand auch rechnet. Daneben braucht es noch den Wirtschaftsbetrieb, um überhaupt eine Vergleichsbasis zu haben! Wenn man das Muttervolk selber beurteilt, könnte eine herausragende Leistungen ja auch der Heterosis zu verdanken sein, welche sich bei den Töchtern (um die es ja geht) wieder aufspaltet....


    Edit: Und ein lückenlosen Brutnest ist noch keine 'vorgeprüfte' Zuchtkönigin.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von rase ()

  • Ein Züchter der nich selber Drohnen zieht und auswählt , und nicht besamt (läßt), is keiner!

    Dann gibt es erst Bienenzucht, seit die künstliche Besamung eingeführt wurde?

    Nö Berggeist, nich wirklich

    Es ist egal, wie viele Völker ich vermehre oder habe. Selektieren kann ich nur nach Eigenschaften, die sich zeigen, nicht nach den versteckten.

    Je mehr Völker ich habe, desto schneller kann ich mein Ziel erreichen.

    Aber auch bei wenigen Völkern eine Auswahl treffen bringt mich dem Ziel näher. Nur halt langsamer.

    Nach deiner Einteilung gibt die Töchterprüfung auch nur einen Zeitvorsprung, besser wird das Ergebnis dadurch dann nicht.

    Und da die Einteilung ja angeblich "immer" zutrifft, ist die Töchterprüfung sogar unsinnig.