Wesensgemäss, Artgerecht, Natürlich, Konventionell.

  • Guter Beitrag, den Begriff "konventionell" hast du m.E. nicht richtig erklärt.

    Er bedeutet: "den gesellschaftlichen Konventionen entsprechend" und deshalb alles andere als "machen wir schon immer so, weil es funktioniert".

    Wie du bemerkt hast, ändert sich die "Philosophie" die dahinter steht regelmäßig - auch früher schon. Die konventionelle Landwirtschaft wird nicht umsonst als "modern" bezeichnet. Immer wenn man bemerkt hat, dass es anders besser funktionieren könnte, haben sich die gesellschaftlichen Konventionen verschoben.


    Gruß

    2019

  • 2019 Mann, war das ein schönes Jahr. Zwei Begriffe möchte ich aufgreifen.

    Warum nennt man konventionelle Landwirtschaft moderne Landwirtschaft? Weil es besser klingt.

    Und die hat nichts mit gesellschaftlichen Konventionen zu tun. Die breite Mehrheit der Gesellschaft will diese Art der Landwirtschaft nicht, sie wird von vielen als Skandal empfunden. Bei manchen geht es so weit, daß sie sich freiwillig einer Essstörung unterziehen.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • beemax : Das nennt man vermutlich Fortschritt und das ist gut so. Aber nicht jede Neuerung ist gut, deshalb sind wieder Korrekturen erforderlich.

    Gerade die konventionelle Landwirtschaft versucht oft den Eindruck zu erwecken, dass sie traditionell arbeitet - warum wohl? :/. Das Gegenteil ist der Fall. Wie man in den letzten 10.000 Jahren Landwirtschaft gewirtschaftet hat, hat wenig mit (aktueller) konventioneller Landwirtschaft zu tun. Was heute ökologisch ist, könnte bspw. in 30 Jahren konventionell sein:S.


    Bienenköniggibmirhonig : Die Entwicklung benötigt immer Zeit. Die gesellschaftlichen Ansichten müssen erst in Regeln (Gesetze und Verordnungen) fixiert werden. In der Landwirtschaft ist alles erlaubt was nicht verboten ist - wie überall.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von 2019 ()

  • Erstmal, ein schöner Traum, aber, ich fürchte, der ist nicht realistisch. Und ja, außer Partygetränkeproduzenten für Jugendliche gibt sich kaum ein Lebensmittelproduzent Hipp und modern, weil das eben nicht gefällt, was gerade Sache ist im Umgang mit Tieren und Äckern. Geht mir auch so, meine zukünftige Imkerei heißt Imkerbruderschaft, einfach nur um auszudrücken, daß ich mich bemühe eine bienenfreundliche Betriebsweise zu praktizieren. Wesensgemäß oder natürlich wäre zu hoch gegriffen aber ich möchte manche Praktiken nicht machen, weil ich sie für unnatürlich oder besser schofel halte.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • 2019 Mann, war das ein schönes Jahr. Zwei Begriffe möchte ich aufgreifen.

    Warum nennt man konventionelle Landwirtschaft moderne Landwirtschaft? Weil es besser klingt.

    Und die hat nichts mit gesellschaftlichen Konventionen zu tun. Die breite Mehrheit der Gesellschaft will diese Art der Landwirtschaft nicht, sie wird von vielen als Skandal empfunden. Bei manchen geht es so weit, daß sie sich freiwillig einer Essstörung unterziehen.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Ob die breite Mehrheit die konventionelle Landwirtschaft nicht will weiß ich nicht. Aber die Grundlebensmittel werden nach wie vor als zu teuer empfunden. Und solange das so ist, wird die Bereitschaft daran was zu ändern eher gering sein, wenn die Lebensmittel dadurch teurer werden.

  • Erstmal, ein schöner Traum, aber, ich fürchte, der ist nicht realistisch. Und ja, außer Partygetränkeproduzenten für Jugendliche gibt sich kaum ein Lebensmittelproduzent Hipp und modern, weil das eben nicht gefällt, was gerade Sache ist im Umgang mit Tieren und Äckern. Geht mir auch so, meine zukünftige Imkerei heißt Imkerbruderschaft, einfach nur um auszudrücken, daß ich mich bemühe eine bienenfreundliche Betriebsweise zu praktizieren. Wesensgemäß oder natürlich wäre zu hoch gegriffen aber ich möchte manche Praktiken nicht machen, weil ich sie für unnatürlich oder besser schofel halte.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang


    Sinnvolles Recycling von EPS (Styropor) ist ein schöner Traum, aber selbst diese Gesetzeslage wird Stück für Stück angepasst.

    Im Vergleich zu den 70ern hat sich doch bspw. auf dem PSM-Sektor schon ein bisschen was geändert.:D

  • Die niedrigen Lebensmittelpreise in Deutschland sind Teil der öffentlichen Debatte und (zu Recht) auch Gegenstand der Bauernproteste. Die Lebensmittelausgaben im Verhältnis zum Einkommen

    (der Wirtschaftsleistung) sind noch nie geringer gewesen.

  • Ich bin immer wieder erstaunt.

    Man schimpft über die hiesige Landwirtschaft, aber kauft billige Produkte aus dem Ausland, wo nicht die "deutschen" Massstäbe zu finden sind.


    Weder sind die Auflagen für Antibiotikagabe, noch der Einsatz von Pestiziden ist so streng in bestimmten Ländern. Und wenn man sich hier über die Landwirte beschwert, wäre ein Blick in die Statistik gut. Wir haben ein Bauernsterben.

    Wenn sich jetzt die Grenzen für längere Zeit wirklich geschlossen hätten und wir aus dem Ausland kaum Nahrungsmittel bekommen hätten, dann hätten die paar Bauern nicht ausgereicht, um den Bedarf zu decken. Eine Hungersnot hätte gedroht, weshalb man tunlichst die Grenzen für den Warenverkehr offen gehalten hat.


    Wir sind abhängig vom Ausland und deren Produkten und deren Herstellungsvorgaben. Aber die sehen wir natürlich nicht wirklich und vergessen das Ganze einfach.


    Was viele nicht wissen, ist das ein nicht bewirtschafteter Boden, nicht gleich zusetzen ist mit "naturbelassen". Eines der einfacheren Beispiele ist die Heide, es braucht die Heidschnucken um diese Landschaft zu erhalten. Überlässt man es sich selber, war es das mit der Heide.

    Anderes Beispiel: Rollrasenproduzenten, die fräsen den Boden ab, aber dass dort viel mehr Mutterboden entsteht, als entfernt wird, ist vielen, selbst Bauern nicht klar.


    Wer also über die Landwirte schimpft, sollte einfach mal Ferien auf dem Bauernhof machen und mit helfen dort. Damit man einen anderen Blick bekommt.

    Der Bauer als Feindbild ist die schlechtere Wahl.

  • Ja, aber ich höre nicht nur die öffentlichen Debatten. Ich unterhalte mich auch mit Leuten aus meinem Bekanntenkreis.

    Selbst einige Bio- oder Tierwohl-Anhänger gehen lieber beim Discounter um die Ecke kaufen weil es billiger und bequemer ist. Und für diese ist es einfacher ihre Produktpalette bei den Anbietern zu kaufen die innerhalb kurzer Zeit billig Masse liefern können solange es Abnehmer gibt. Und wer wird das wohl sein? Diese Debatten wären nicht nötig wenn es ein breites Umdenken und Handeln geben würde. Und selbst der Staat fördert doch beides mit Subventionen, konventionelle stärker wie alternative.

  • Eine Hungersnot hätte gedroht

    große Worte.

    Zunächst war es schwierig, die gewohnten Bequemlichkeiten zu befriedigen. Mehr nicht.


    Außerdem ist dieses: "Anderswo ist es viel schlimmer" keine Rechtfertigung dafür, Änderungen zu fordern und herbeizuführen.

    Wir haben ein Bauernsterben.

    Haben wir auch eine Verringerung der Fläche? Es gibt nach wie vor eine Konzentration, wie in allen anderen Bereichen und Gewerben auch.

    Das muss man nicht gut finden und hat sicherlich auch Nachteile, aber die Landwirtschaft ist da kein Sonderfall.

    Kaufst du deine Möbel auch beim Schreiner um die Ecke oder im großen Möbelhaus?

    Ist dir bei einer schweren Erkrankung der beschränkt eingerichtete Dorfarzt lieber oder der Spezialist in der Uniklinik?

    Ich weiß, dass hier was hinkt, aber die Landwirtschaft immer so herauszustellen, passt auch nicht. Sie wird ja auch zur Genüge gepampert.

    Von welchem Geld wohl? Genau von den Geizkragen, die nicht bereit sind mehr für Lebensmittel auszugeben.

  • Ja, sie wird subventioniert. Und genau das finde ich nicht gut.

    Ein Bauer, der gute Arbeit leistet, seine Tier auch mal auf die Weide lässt oder auch auf Bio umstellt und Pestizide vermeidet, wird bei diesem System bestraft.

    Stilllegung von Flächen bring teils mehr ein, als diese zu bewirtschaften oder bewirtschaften zu lassen.

    Und man darf nicht vergessen, dass der Bauer im allgemeinen immer noch vom Wetter abhängig ist, wie auch der Imker mit der Tracht. Er trägt das Risiko. Der Einkäufer kann auch im Ausland gute Ware bekommen und muss nicht dem Bauern etwas abkaufen.


    Mir ist bewusst, dass viele ganz weit weg von der Natur sind. Viele gehen eben Einkaufen.... und denken nicht weiter.

    Derzeit grassiert die Schweinepest und in China hat es riesige Bestände von Schweinen das Leben gekostet.

    Das kann hier in Deutschland auch noch kommen.


    Mir wäre es lieber, wenn die Landwirte für ihre Arbeit belohnt werden, und ohne Subventionen leben könnten. Das wäre ein echter Fortschritt, aber dafür geht es den Bauern auch mit Subventionen schon sehr schlecht. Viele sind mit der Bank verheiratet, wie es so schön heißt.

    Entweder man wächst und macht auf Masse und erhält dem entsprechend Subventionen oder der Hof stirbt.


    Früher war der Bauer ein reicher Mann, weil er immer etwas zu essen auf dem Tisch hatte. Heute erscheint er mir zum Teil, wie ein Almosenempfänger.....


    Deshalb kaufe ich regional beim Bauern, wo ich auch die Tiere mal auf der Weide sehe.

  • So, und nun geht schön auf Euren Urlaubsbauernhof, streichelt die Kühe und lasst die Kinder Hühnereier suchen. Da erlebt man die echte Landwirtschaft, wie sie von allen betrieben wird. Haha,haha,haha, wolle Mer ne roilosse?

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Berggeist Nein, keine großen Worte. Da ich im Seuchenausschuss war, wurde dort für unsere Gegend die reinen Getreidevorräte mal aufgelistet und mit dem täglichen Verbrauch in Konsens gebracht.

    Es war nicht so viel, wie man denkt. Und da es Frühjahr war und man eben nicht mit einer Seuche gerechnet hat (sonst hätte man sicher etwas mehr eingelagert) und auch nicht die Ernteergebnisse voraussagen konnte, war klar, dass es zu keinem Engpass kommen durfte. Das war nicht überall so, aber doch in einigen Gegenden, so dass man sich auf höherer Ebene, dazu entschied, das Risiko des Warenverkehrs einzugehen.

    Die Leute merken es sehr schnell, wenn plötzlich bestimmte Lebensmittel seltener werden. Das ist beim Toilettenpapier passiert. Wenn man das mitbekommt, dass etwas seltener wird und man sieht dann Toilettenpapier da noch liegen, dann kauft man es, obwohl man es noch hat.

    Das ist auch bei Hefe passiert, weil viele plötzlich klar wurde, was passiert, wenn das Brot oder die Brötchen teurer werden, bzw seltener. Hefe wurde vorher nur in geringen Mengen umgesetzt und daher war man auf den Andrang nicht vorbereitet.


    Aber Mehl oder Zucker war nie knapp. Dafür wurde gesorgt.

    Frag dich selber, wie du dich fühlen würdest, wenn du beim Bäcker kein Brot, und im Laden kein Mehl bekommen würdest. Was würdest du wirklich in dem Fall tun und auch wenn du vorbereitet wärst, was würde dein Nachbar, Freund und auch Feind tun? Menschen sind oft schwierig in Stresssituationen.