Wesensgemäss, Artgerecht, Natürlich, Konventionell.

  • Man kann alles verniedlichen, wie z.B. die Gewinnung und den Verbrauch von Erdöl und seine Auswirkungen. Styropor ist nur zum Teil recyclingfähig, eine gestrichene Styroporbeute ist meines Kenntnisstandes nach Sondermüll, warum wohl? Was bei der "thermischen Verwertung" so freigesetzt wird ist ein bisschen was anderes als das, was Holz so freigibt.

    Ökologie ist ein relevantes Thema, unabhängig von der bösen Reptiliodenpresse und den ganzen manipulierten, die den Geschichten auch noch Glauben schenken.


    Styropor hat eine ähnliche CO2-Bilanz wie Holz? Wo der Wald bzw. der Forst allein ein großer CO2-Speicher ist? Die Studien, scheinen ja zahlreiche zu sein, hätte ich gerne gesehen.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Für mich bedeutet wesensgemäß, dass es dem Wesen der Honigbiene entspricht, und in dem Punkt meine ich eher die wildlebende Honigbiene, nicht die durch den Imker gehaltene( und teils gezüchtete).

    Die Aspekte Nachhaltigkeit, was Beutenmaterial , Imkerautos etc angeht, fasse ich nicht unter den Begriff wesensgemäß.

    Den Begriff der Landschaft sehr wohl.

    Was mich nachdenklich macht, ist die Aussage, dass wildlebende Honigbienen deutlich weniger gestresst sein sollen, weil sie in viel kleineren Behausungen leben ( die sie lt Seeley ja auch lieber wählen).

    Ich möchte jede Form von Polarisierung vermeiden , aber ich frage mich manchmal schon, ob ich nicht noch zusätzlich zu meinen Zanderbeuten andere Wege der Bienenhaltung finden kann, ohne dass mir die Völker an Varroa verrecken.


    Mein nächstes Buch wird

    Honigbienen-geheimnisvolle Waldbewohner

    von Ingo Arndt und Jürgen Tautz

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Warum diskutiert ihr über Styropor, welches aus Erdöl gewonnen wird, wenn wir diesen Stoff dafür benutzen, uns einen warmen Hintern zu machen? Noch unökologischer kann man mit Erdöl nicht umgehen.


    Gruss

    Ulrich

  • Noch unökologischer kann man mit Erdöl nicht umgehen.

    So ähnlich war auch das Gespräch in Eschenbachs Endzeitkrimi "Ausgebrannt" das Erdöl war alle, nach langem harten schweren Kampf, läuft alles wieder geregelt und da hat der kleine Junge einen Plastikkugelschreiber.Zeigt ihn einem Mann und meint, was Plastik doch ein toller Werkstoff wäre und fragt ihn ob sie wirklich damals das kostbare Erdöl einfach verbrannt haben.....

    Segeberger Beuten halten eigentlich auch länger als 20 Jahre....

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Hat er geschrieben, dass er darauf verzichtet:? Er hat die groben Eckpunkte der "Wesengemässen" Bienenhaltung aufgeschrieben. Daraus abzuleiten es würden "Bienen sterben gelassen" ist schon seltsam.

    Die Bedeutung eines Fragezeichens ist Dir bewusst? :/

    Wäre es nicht auch für die Biene wesensgemäß, sie an einem Standort zu halten, an dem sie die ganze Flugsaison über ihren Honig und Pollen in ausreichender Menge selber sammeln könnte unabhängig von den Massentrachten, die wir Menschen ihnen bieten?

    Deswegen stehen unsere Bienen im Garten und nicht außerhalb. Ob das wesensgerecht ist, mag ich nicht beurteilen.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • moniaqua   Rainfarn : „Er“ benutzt MW, füttert auf, hat AS, OS und MS, schneidet Drohnen, aber keine Königinnenflügel. „Er“ ärgerte sich über einen Schwarmabgang in 2019 und seine Segeberger sind aus Holz, weil er kein Plastik im Garten mag. Aber nicht aus ökologischen Gründen sondern aus ästhetischen. Damit bin ich weit weg von Bio-Deneter-Sonstwas-Kriterien.

  • Segeberger Beuten halten eigentlich auch länger als 20 Jahre....

    Meine sind zum Teil älter als 20, nicht weil ich solange imkere, sondern weil ich die geerbt habe zum Imkereieinstieg und sie ansonsten einer thermischen Verwertung zugeführt worden wären. Die waren schon damals alt und es gab sie zum Kauf der Schleuder aus Imkereiauflösung umsonst dazu. Ein schlechtes Gewissen oder nachteilige Auswirkungen auf die Bienen habe ich nicht feststellen können, denn wie beim Pedanten aus Holz wird propolisiert und somit dürfte die Außenhülle für den Bien nebensächlich sein.

  • Wenn ich mir den ganzen gelben Verpackungsmüll(Grüner Punkt) ansehe, finde ich die über 10 Jahre alten Segeberger richtig Öko, weil es ein Produkt ist, was lange produktiv genutzt werden kann.

    Auch den Bienen gefällt es, denn in diesem Jahr konnten diese Völker wieder mit wenig energetischem Aufwand im Frühjahr trachtbereite Völker aufbauen und die kurzen Trachtzeiten besser nutzen als die DNM-Holzkisten.

  • Guten Abend zusammen.


    Besten Dank, für die vielen Beiträge.


    Mit diesen Informationen, kann ich nun auch einem Imkerneuling, welcher nicht eine Bienenhaltung nach Standart betreiben möchte, eine gewisse Hilfestellung geben.


    Mir Persönlich, hat der Beitrag von beemax am besten geholfen, diese differenzierung in der Heutigen "Imkerwelt" zu verstehen...Danke.


    Lg Sulz.

  • Jetzt sind wir schon wieder bei den Beutenmaterialien, die, wie obi11 schon richtig anmerkt, vom Bien ohnehin innerlich ausgekleidet werden.


    Es wurde nach vergleichenden Studien gefragt. Ich fand im Netz diese hier


    https://www.ifeu.de/projekt/be…n-daemmstoffalternativen/


    Da kommt das EPS (Styroporplatten) ggü. den reinen Biomaterialien nicht mal so schlecht bei weg (zweitbeste Bewertung wg. thermischer Verwertung), erst recht, wenn diese "recycled" werden.


    Dass eine Verwendung von Kunststoffen keinesfalls "wesensgemäß" sein kann, ist in der darunterliegenden Philosophie begründet: es ist "unnatürlich", nicht passend in die aktuelle ideologische Strömung.


    Dem Bien ist es egal, er kommt damit zurecht. Ich nutze beide Materialien - Styropor- und Holzbeuten parallel.

  • Ich nutze auch beides. Ich habe zwar auch ein etwas ungutes Gefühl einerseits, andererseits sind sie praktisch. Ich habe sie gebraucht bekommen, sie sind uralt und sie jetzt zu verbrennen wäre schlimmer als sie weiter zu nutzen. Den Bienen ist es egal, ich habe gefragt, aber die Wachsmotten, Wespen und Ameisen lieben sie wirklich. Mal sehen, was die Waschbären von ihnen halten.

    Gute Nacht

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Der wesensgemäße Mensch ist faul und klettert nicht mehr auf Bäume, um Honig zu stiebitzen, auch geht er nicht mehr Schweine jagen und Wurzeln ausgraben. Brauchen wir mehr wesensgemäße Menschen? Nee, geht nicht, es gibt nicht genug Platz für wesensgemäß im Wald herumlaufende Schweine. Genauso ist es mit Bienen; es gibt einen gewissen Honigbedarf, der gedeckt werden will, und wir können nicht so viele Imker auf die Bäume jagen, und den Bienen macht es doch Spaß, in so schönen Beuten zu wohnen und Honig zu sammeln. Dass sie uns stechen ist nur ein Missverständnis, weil sie uns mit Bären verwechseln. Booaah, heute habe ich ein Volk zwecks Varroareduzierung geteilt, überquellend auf 3 Zargen. Viele wurden gequetscht, aber sie haben mir verzeihend in die Augen geschaut, bevor sie starben.