Wie reinige ich das geschmolzene Wachs

  • Hallo,

    jetzt mal eine Frage von einem totalen "Wachsschmelz-Anfänger".

    Mein ganzes gesammeltes Wachs, vom Abkratzen, entdecken, Ausgeschnittene Waben ohne Brut und sonstiges wollte ich gerne mal einschmelzen, weiß aber nicht richtig wie ich vorgehen soll. Habe mir einen alten großen Alubottich besorgt in dem ich das Wachs einschmelzen wollte. Wie hoch sollte ich da Wasser einfüllen oder braucht es das nicht?

    Würde so 10cm hoch Wasser einfüllen und dann aufkochen, das Wachs dazu geben und warten bis es geschmolzen ist, dann alles Abkühlen lassen und hoffen dass ich das Wachs rausbekomme. Könnte das funktionieren?

    Aus dem Dampfwachsschmelzer kommt leider auch aller Hand Schnodder mit raus, da ja teils Futterwaben dabei sind oder sonstiges. Kann ich dieses Wachs auch noch mit einschmelzen?

    Ist es sinnvoll das gewonnen Wachs erneut, ohne Wasser, zu erhitzen und dann durch ein Seihtuch in kleinere Pötte abzufüllen ?

  • Ich schmelze das Wachs zunächst immer mit etwas Wasser ein, dann siebe ich es (z.B. durch eine Feinstrumpfhose) in einen Eimer. Diese Flüssigkeit lasse ich dann langsam erkalten (ich isoliere den Eimer, damit das erkalten langsamer geht und sich Wachs und dreckige Schwebeteilchen besser trennen können). Dann hast du nach einiger Zeit einen Wachsblock und darunter etwas dreckiges Wasser. Vom Wachsblock kann man dann gut den Restdreck abkratzen.


    Will ich es ganz rein haben, dann wiederhole ich diesen Vorgang und füge noch etwas Zitronensäure hinzu.


    So verfahre ich auch mit den alten Futterwaben oder von Wachsmotten befallenen Waben. Es kommt doch immer noch etwas Wachs dabei heraus. Mit alten Futterwaben ist es natürlich etwas mehr Dreck, da das alte Futter entsorgt werden will und eine klebrige Angelegenheit ist.

  • Und in einem dicht abgeschlossenen Raum machen !

    Meine Damen geiern zur Zeit vor jeder Türritze, aus welcher der sachteste Geruch nach ausgeschmolzenen Waben dringt !

    ( Haben gestern nur ausgeschmolzen, was gerade unbedingt nötig war , damit die Wachsmotten nicht schneller sind.)

  • Alternativ nimm einen (alten) Einkochautomaten, in den du einen Honigeimer mit dem Wachs reinstellst und so viel Wasser in den Automaten einfüllst, bis der Wachseimer anfängt aufzuschwimmen. Achtung: das Gitter muss drunter liegen, damit der Eimer nicht direkt auf der Heizwendel im Boden des Einkochautomaten steht.


    Das ganze hat mehrere Vorteile

    - Der Einkochautomat ist emailliert (oder im Luxusfall aus Edelstahl), d.h. du hast keine Probleme mit einer Reaktion mit dem Alutopf. falls dieser noch nicht eloxierte Kratzspuren aufweist

    - Du kannst die Temperatur genau kontrollieren, d.h. du musst dein Wachs nicht übermäßig stark erhitzen und sparst damit Energie und hast weniger Änderungen im Wachs durch thermische Reaktionen

    - Das Wachs kann bei einer kontrollierten Temperatur knapp unter dem Schmelzpunkt sehr langsam abkühlen, besser als eine einem einfach isolierten Eimer. Damit sinkt deutlich mehr von dem im Wachs enthaltenen Schmodder in die Bodenschicht


    Zusätzlich bin ich ein großer Fan von mineralischen Filtermatten für Dunstabzugshauben, um das Wachs zu filtern. Passend zurechtgeschnitten in ein Sieb gelegt fängt das deutlich mehr ab als eine Feinstrumpfhose, bei gleichzeitig sehr einfacher Handhabung. Sparsame Seelen könnten die Filtermatte sogar auskochen und wiederverwenden - den Aufwand leiste ich mir allerdings nicht.

  • Hi,


    den Alubottich solltest du für Blumen o.ä. nutzen.


    Nach meinem Kenntnisstand verfärbt sich das Wachs in Alu.


    Bei mir kommt das Wachs in einen 20l Eimer mit ein paar Litern Wasser


    und dann der Eimer in den Einkochautomat.


    Nach ca. 4 - 6 Stunden ist das Wachs flüssig. Dann entweder durch eine


    Nylonstrumpfhose, oder über Nacht abkühlen lassen.


    Gruss Joachim

  • @Pinky69 Wieviel Liter passen rein? Wie willst du heizen?


    gerade wenn Futterwaben dabei sind , Nass-Schmelze mit Wasserstand so, daß mit einmal Rähmchen drehen, das das im kochenden Wasser schnell erledigt ist.

    Mit 70°C warmen Wasser ist das sehr mühselig.

    Also mindestens ca 30cm Wasserstand bei DD/LS, danach durch das Wachswasser mit Dreck durch Durchschlag-Sieb (da kann man auch Fettflies reinlegen) oder alles in einen Sackschöpfen und mit einem Stein runterdrücken, beim Abkühlen bildet sich dann oben eine Wachsplatte. Wachs schwimmt auf dem Wasser.


    Alu-Töpfe sind leider für die konzentrierte Energie von Hockerkochern nicht geeignet, verziehen sich in der Form und werden auch schon mal durchgebrannt.


    Zur Zeit kann man erst nach 22Uhr arbeiten, geschlossener Raum ist bei den Temperaturen und Geruch und scharfen Räubern so eine Sache.

  • Denke rechtzeitig (also vor dem Erkalten!) darüber nach, in welcher Größe Du Deine Wachsblöcke hinterher handhaben kannst und willst. Wagenradgroße Blöcke sehen zwar schick aus, aber dann hört es für Kleinimker auch schon auf.


    Gruß von Kikibee

    Ich möchte auch so eine Imkersgattin: zum Hinterherputzen, Entdeckeln, Einlöten und Abendessen kochen. Ach ja, vermarkten darf sie gerne auch.

  • Muss man beim Wachskochen einen Wachsbrand befürchten?

    Ich habe das Wachs bisher immer im Einkocher einige Stunden bei 80 Grad gekocht. Da ist bisher noch nichts passiert. Das mache ich jetzt seit drei Jahren so.

    Derzeit neun Völker in DNM 1,0 Holzbeuten.

  • wenn es bei über 100°C zum Kochen des Wassers und Siedeverzug oder Überkochen auf heisse Platte oder in offene Flamme oder direktes Wachserhitzen über Flammpunkt kommt.

    Schmelzpunkt:61-­‐65°CVerdampfung:250°CFlammpunkt:265°C

  • Muss man beim Wachskochen einen Wachsbrand befürchten?

    Das hängt davon ab, wie deppert man sich stellt. Wasserbad auf Elektroherd sollte safe sein.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)