bestiftete weiselnäpfchen

  • Hallo,
    ich habe bei einem sehr starken Volk mit guter Königin schon recht große Weiselnäpfchen entdeckt, peinlich, passiert das bloß so blutigen Anfängern wie mir?
    1. Wie dem auch sei, was mach ich jetzt am besten? Ich hab versucht die Königin zu finden, was aber nicht geklappt hat bei dem Gewusel, aber ich probier es natürlich nochmal.
    2. Ich kann erst wieder am Donnerstag imkern, wenn der Schwarm bis dahin schon weg ist (könnte ganz knapp sein, vom ersten bestifteten Weiselnäpfchen an) was dann tun?
    Eine Antwort wäre super!!
    Danke


    lila

  • wo sind die weiselnäpfen? Wenn es nur 2 oder 3 auf der Wabenmitte einer Wabe sind, wie gestern bei mir passiert, dann sind es Nachschaffungszellen und die Bienen murksen die Königin, die ich gestern noch sah ab oder sie ist schon über den Jordan oder sind es bei dir ganz viele, meistens um untereren Rand der Wabe, dann wären es Schwarmzellen. Dieses mußt du als erstes abklären!

  • Hallo Franz Xaver,
    also, die Weiselnäpfe sind unten und am Rand , also Schwarmzellen, und schon ziemlich groß. Ich hab grade angefangen zu imkern und lese zwar fleißig, aber so ganz klar ist mir nicht was ich jetzt am besten und einfachsten tue, wenn der Schwarm noch nicht weg ist, und auch wenn der Schwarm schon weg ist. (Woran merkt man das eigentlich genau, einfach viel weniger Bienen????)Hast Du einen "einfachen" Tipp für einen armen Anfänger?
    Aber Du schreibst über Nachschaffungszellen. Bei einem Volk hatte ich Nachschaffungszellen auf einer Wabe, allerdings nicht bestiftet. Ein sicheres Zeichen, dass die Bienen die Königin abmurksen wollen?? Und was in diesem Fall tun wenn diese bestiftet werden, oder muss man schon vorher eingreifen??? Tschuldigung, meine Fragen sind wahrscheinlich zu blöd aber drück einfach ein Auge zu... so unter Niederbayern.
    gruß
    lila

  • lila schrieb:


    also, die Weiselnäpfe sind unten und am Rand , also Schwarmzellen, und schon ziemlich groß.


    Aber Du schreibst über Nachschaffungszellen. Bei einem Volk hatte ich Nachschaffungszellen auf einer Wabe, allerdings nicht bestiftet.gruß
    lila


    Hallo lila,
    alles klar, es sind Schwarmzellen. Hierbei gibt es verschiedene Vorgehensweisen, je nachdem, ob du Madam findest oder nicht, am besten würde dir da ein Buch helfen oder um Wiederholungen zu vermeiden, die alten Stammtischbeiträge (mittels Suchfunktion). Wenn ich jetzt auch auf Kritik bei anderen Forenmitglidern stoße, aber wenn es dir möglich ist, lass es geschehen, ich meine den Schwarm. Es gibt für einen Anfänger nichts schöneres, als einen Bienenschwarm einzufangen und ihn dann zu beobachten, wie er in einer Woche eine ganze Zarge Mittelwände ausbaut. (unbedingt flüssig füttern.)
    Wenn der Vorschwarm schon weg ist, merkt man dies in der Regel schon, da einfach sehr wenig Bienen in der Beute sind.
    Im vorigen Jahre hatte ich soviele Schwärme, das bei jedem Anruf in meinem Büro, die Arbeitskollegen immer sagten: Nachhause fahren und Bienen fangen, das war mir dann auch schon peinlich. Was du noch beobachtet hast, waren keine Nachschaffungszellen, die nicht bestiftet waren, sondern Spielnäpfchen, die normalerweise jedes Volk hat. Sei aber parat, wenn der Schwarm wirklich auszieht, damit er nicht über alle Berge zieht und wenn du ihn am nächsten Tag in eine Beute einschlägst, unbedingt Varroabehandeln.
    Lass hören, wie es die ergangen ist oder bei Fragen, melde dich nochmal, wir haben hier so viele Spezialisten, die dir alle gerne weiterhelfen.

  • Hallo Lila, das ein Bienenvolk schwärmen will, passiert nicht nur Anfängern. Das ist ein ganz natürcher Vorgang, den man durch Eingriffe im Volk verhindern kann oder meint, verhindern zu können. Zunächst einmal, glaube ich, kannst Du beruhigt bis Donnerstag warten, die meisten Schwärme fallen erst an, wenn die erste Schwarmzelle verdeckelt ist, also ganz geschlossen ist. Wenn Du Magazinbeuten hast, kannst Du das Schwärmen mit einen "Zwischenableger" verhindern. Dazu bereitest Du eine Magazinzarge vor, in der Du alle Rähmchen mit Mittelwände einhängst. Wenn Du am Volk bist, setzt Du alle Magazinzargen an die Seite, und stellst diese Zarge mit Mittelwänden auf den bisherigen Boden. Das ist wichtig, da die Flugbienen auf diesen eingeflogen sind, also bitte nicht weil es einfacher ist, einen neuen Boden nehmen. Wenn die neue Magazinzarge auf dem alten Boden ist, entnehme ein Rähmchen mit Mittelwand. Besitzt Du sogenannte Zwischenböden? Wenn ja, kommt dieser zwischen der neuen Zarge und der unteren alten Zarge. Wenn Du keinen Zwischenboden besitzt, brauchst Du einen Deckel und einen anderen Boden. Aus den Brutwaben suchst Du nun ein Rähmchen mit viel offener Brut heraus, das Du für das entnommene Mittelwandrähmchen in die neue Zarge einhängst. Jetzt den Zwischenboden oder den Deckel auf die neue Zarge. Darüber jetzt die Brutraumwaben, entweder auf den Zwischenboden oder auf neuen Boden. Bei den Brutwaben die Weiselzellen ausbrechen. Oben auf den Deckel, fertig. Was hast Du erreicht? Die Flugbienen fliegen sich unten in die neue Zarge ein (diese wird auch 0-Zarge genannt), oben wird das Volk schwächer und verliert die Schwarmlust. Nach 7-9 Tagen kommt der zweite Schritt: Oben wurden neue Schwarmzellen angesetzt, diese erneut ausbrechen, unten wurden auf der Brutwabe Nachschaffungszellen gezogen, auch diese entfernen. Danach unten erneut eine Brutwabe von oben einhängen im Tausch gegen eine Mittelwandwabe. Möglich ist jetzt auch, den Honigraum über Absperrgitter hier aufzusetzen. Nach weiteren 7-9 Tagen kommt dann der letzte Schritt: Nach erneuten Ausbrechen der Weisel- und Nachschaffungszellen wird das Volk wieder vereinigt, also der Zwischenboden oder Boden/Deckel entfernt. Das Volk verliert dadurch die Schwarmlust und behält seine Stärke. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Vielen Dank Lothar,
    den Zwischenableger kann ich wohl leider nicht machen, da ich Trogbeuten habe.
    Hallo Franz Xaver,
    ich lese echt ganz viel, bloss wenn man so ganz wenig Ahnung von der Praxis hat, sind die Anweisungen oft nicht so einfach zu verstehen.
    ich verstehen was Du mit dem Schwarmerlebnis meinst, allerdings wohne ich weit weg von meinen Bienen, kann ihnen weder beim Schwärmen zusehen, geschweige denn den Schwarm einfangen, ausser er wartet extra auf mich...
    Nur noch mal zur Absicherung: Finde ich die Königin, mache ich einen Altköniginnenableger mit 2 Brutwaben (es darf gedeckelte und offene Brut dabei sein) und 2 Futterwaben. Dem Restvolk lasse ich entweder eine Weiselzelle oder teile es in Ableger auf, wobei ich jedem Ableger eine Weiselzelle belasse (darf dann offene Brut auf den Ablegerwaben sein???)
    Finde ich die Königin nicht, schreie ich entweder laut um Hilfe oder mache was?
    Und: Wenn der Schwarm schon weg ist, kann ich dann einfach das Volk in Ableger mit je einer Weiselzelle aufteilen?
    vielen vielen Dank schon mal im Voraus
    lila

  • Hi lila,


    am "elegantesten" ist natürlich der Zwischenableger, muß man Lothar schon recht geben.
    Aber für dich als Anfänger wäre es günstig, die Altkönigin zu finden und gleich damit einen Ableger zu bilden.
    Ruhig mal Wabe um Wabe durchsehen und neben das Volk auf den Wabenbock hängen, mit etwas Geduld (und Spucke) müßte es klappen.
    Wenn das nun überhaupt nicht geht, kannst du auch die Radikallösung versuchen.
    Du teilst das Volk in 2 Hälften; dabei ist egal, wo du die Altkönigin läßt. Sorge nur dafür, daß in jedem Volksteil jüngste Brut und Futter vorhanden ist. Und gebe ihnen Platz in der Beute,d.h. durch MW oder frisch ausgebaute Waben.
    Die Flugbienen des Altvolkes fliegen zwar wieder zurück in die alte Kiste, aber durch die Schröpfung (Verlust an Volksmasse) erlischt der Schwarmtrieb meist. Aber nicht unbedingt immer, leider.


    Der königin-lose Teil zieht sich schnell eine neue Königin.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • lila schrieb:


    Finde ich die Königin nicht, schreie ich entweder laut um Hilfe oder mache was?
    lila


    Nur noch mal zur Absicherung: Finde ich die Königin, mache ich einen
    Altköniginnenableger mit 2 Brutwaben (es darf gedeckelte und offene
    Brut dabei sein) und 2 Futterwaben. Dem Restvolk lasse ich eine oder
    besser zwei Weiselzellen, falls eine nicht schlüpft.


    So kann man es machen!



    Findest du die Königin nicht, was ich glaube, dann gibt es noch einen Weg, du brichst alle Weiselzellen aus und bitte keine übersehen (Wabe bienenleer fegen) und dann alle 7 Tage kontrollieren, dann erlischt normalerweise auch der Schwarmtrieb.

  • Zitat

    "... den Zwischenableger kann ich wohl leider nicht machen, da ich Trogbeuten habe."


    Hallo Lila,


    wenn deine Trogbeute eine "T-120" oder eine "Bremer-WLB" ist (nur mit diesen Typen habe ich praktische Erfahrung), ist der Zwischenableger kein Problem, da diese Beuten bis zu 4 Flugloch-Möglichkeiten haben.


    Falls ja, melde dich noch mal

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo Frieder Hummel,
    bin mir nicht sicher, aber ich hab neben dem großen Flugloch noch so ein kleines, allerdings sind die Beuten alle besetzt, so dass ich den Sinn und Zweck und vor allem den Eingang noch nicht checken konnte. Kennst Du das so?
    Gruß
    lila


  • Hallo Lila,


    nein, deine Trogbeute gehört nicht zu den von mir genannten Typen, denn diese haben sowohl vorn wie hinten je zwei gleichartige nebeneinander liegende Fluglöcher und können so verschiedenen Betriebsweisen angepasst werden.


    Mit dem zweiten kleinen Flugloch solltest du aber trotzdem einen Zwischenableger unterbringen können:


    1)
    Wenn die kleine Flugöffnung am Trog oben liegt, könnte es sich um die Alpen-Trogbeute handeln, die ich nur von Abbildungen kenne (aus: Vinzenz Weber, Imkern leicht gemacht mit dem Alpentrogmagazin).
    Das "Obenflugloch" führt zu der aufgesetzten Ganzwaben-Zarge, in welcher der Ableger untergebracht wird. Vom Trog wird er durch das zugehörige abgeschrägte Deckbrettchen sowie ein Geruchsgitter (Fliegendraht, Lochblech, ...) bienendicht getrennt. Vorübergehend kann auch eine Folie auf das Gitter gelegt werden. Fertig ist der Zwischen(boden)ableger!
    Der hintere Trogteil wird zum Honigraum.


    2)
    Falls das kleine direkt neben dem großen Flugloch liegt, führt wahrscheinlich ein Laufkanal in den hinteren Trogteil. Dieser kann durch ein senkrechtes Schied zur Aufnahme des Ablegers abgetrennt werden.
    Ein zu starkes Überlaufen der Bienen an den dicht beeinander liegenden Flugöffnungen verhindert ein senkrechter "Flugnischenteiler", der bis zum Anflugbrett (und einige Zentimeter darüber) reichen sollte.


    Die von den Forums-Kollegen gegebenen Ratschläge kannst du dementsprechend anwenden. Dieser Altkönigin-Ableger ist immer noch die sicherste Methode, um schnell (zumindest vorübergehend) das Schwärmen zu verhindern. Die Form des Zwischen-Ablegers erhält die Volksstärke.


    Ausführlich beschrieben wird der Zwischen(boden)ableger in Liebig, Imkern leicht gemacht. Das empfehlenswerte Bändchen ist auch für Trogbeuten-Imker interessant, denn vieles lässt sich sinngemäß anwenden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


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