Handflächen und Fußsohlen???

  • Ich imkere meistens im Anzug, auch wenn es jetzt nicht immer nötig wäre dank neuer Königinnen. Wenn es aber zum Stich kommt, dann im Auto, bei der Ernte doch eine Biene mitgenommen und vor dem Entdeckeln gedrückt, mal eine Biene auf einer alten Brutwabe übersehen und beim packen des Schmelzers draufgepackt, mal eine unter Griffleiste...ja manchmal hing sogar nur irgendwo ein Stechapparat, der den Weg in die Haut gefunden hat.


    Für mich in meiner aktuellen Sitiation mit der verständnissvollsten Frau der Welt und Kindern, wäre eine Allergie ein klares k.o.-Kriterium. Ich würde für ein Hobby nicht mein Leben in die Hände eines hoffentlich verfügbaren Pens legen.


    Ich würde im Zwei-Mann-vier-Augen-Prinzip sauber abwickeln und vielleicht eine Desensibilisierung durchführen und dann mal weitersehen.


    Sorry für die eben nicht-aufmunternden Worte, musste sie aber los werden.

  • [...]dann im Auto[...]


    Ich würde für ein Hobby nicht mein Leben in die Hände eines hoffentlich verfügbaren Pens legen [...]und vielleicht eine Desensibilisierung durchführen und dann mal weitersehen.

    Das Risiko vom Autofahren gehst du auch ein.

    Der Pen ist bei mir Grundvoraussetzung. Weiter noch, ich gehe nicht zu den Bienen ohne das mich jemand im Auge behält.

    Desensibilisierung ist kein „vielleicht“, jeder Tritt im Freibad auf eine Hummel kann der Letzte sein.

  • Das mit dem Autofahren hinkt allerdings. Das Auto oder allgemein die Teilnahme am Transportwesen ist eben oftmals nötig um das Leben zu finanzieren. Um Lebensmittel einzukaufen oder aus sonstigem wichtigen Grund von A nach B zu gelangen. Es ist kein Hobby. Ohne das Auto wäre ich hier auf dem Lande ziemlich aufgeschmissen.


    Zu Imkern ist für die meisten Leute eben Hobby. Ich könnte darauf verzichten und habe die meiste Zeit meines Lebens darauf verzichtet. Ich würde bei einer Aufgabe des Hobbys viel Spaß verlieren. Das war es dann aber auch.


    Ich fahre Motorrad. Da würde ich deinen Vergleich allerdings als angemessen betrachten :)


    Das Leben ist eben gefährlich und endet meist mit dem Ableben. Für mich kommt trotz hochgradiger Allergie die Aufgabe der Imkerei derzeit nicht in Frage. Ich fühle mich mit Anzug, Medikamenten und Rettungssystem gut aufgehoben und habe im Rahmen einer persönlichen Risikobewertung diese Entscheidung so getroffen. Das ist subjektiv und jede andere Entscheidung ebenso vertretbar und richtig.

  • Mein Hausarzt hat seine Praxis im Haus neben uns - er guckt in seinem Garten quasi auf meine Bienen - ich denke es wäre keine schlechte Überlegung, Arbeiten an den Bienen generell auf Zeiten zu legen, zu denen die Praxis geöffnet hat :D:D:D


    Heute Abend kommen meine ehemaligen Paten und setzen die Bienenfluchten unter, weil sie wohl am Samstag schleudern werden. Den Honig können sie selbstverständlich behalten. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, den Lindenhonig zu schleudern, aber jetzt bin ich froh, dass ich es nicht machen muss und bin sehr, sehr dankbar für die Hilfe.

  • Ich fühle mich mit Anzug, Medikamenten und Rettungssystem gut aufgehoben

    Ich würde das für mich noch um risikoarme Betriebsweise ergänzen:

    - Beschränkung auf Gartenimkerei unter Beobachtung

    - Vorbereitung nie direkt am Stand, ausreichend und gutes Werkzeug und Material

    - Sowenig Improvisation wie möglich, immer ungestresst und mit ausreichend Zeit zu den Bienen
    - Weglassen von manchen Tätigkeiten. Es gibt (Klein-)Imker im Verein für die ist die Weiselrichtigkeit ein Heiligtum. Bei jeder(!) Durchsicht muss die gezeichnete Königin gesichtet werden. Schwärme sind dagegen ein absolutes NoGo. Also werden strikt nach Kalender alle Völker Rähmchen für Rähmchen auf Spielnäpfe geprüft. Ist ja Hobby, man ist Rentner und man ist gründlich. Das ist für mich der schwierigste Punkt in der „allergieoptimierten“ Betriebsweise: Wo kann ich weglassen, wo reduzieren?

  • Ich behandle die Völker nicht anders als vor der Allergie. Meine Betriebsweise hielt ich damals für richtig und das hat sich ja durch die Allergie nicht verändert. Sollte ich die Völker nicht mehr so führen können, wie ich es für richtig halte sondern müsste ich durch die Allergie etwas tun, was ich für Nachteilig für das Bienenvolk halten würde, dann wäre dies in meinen Augen ein starkes Argument für das aufhören.


    Ich schaue heute nicht weniger in die Völker als früher oder weniger gründlich. Dafür habe ich ja den Schutz :)

  • Ich schaue heute nicht weniger in die Völker als früher oder weniger gründlich. Dafür habe ich ja den Schutz :)

    Vielleicht hast du Recht und bei mir ist es genauso. Wie so viele Allergiker hat es mich ja auch recht schnell getroffen. „Meine“ Betriebsweise habe ich immer noch nicht, weil ich immer noch lerne. Demnach könnte es auch bei mir weniger an der Allergie, als an neuen Wissen und Erfahrung liegen.

  • , aber jetzt bin ich froh, dass ich es nicht machen muss und bin sehr, sehr dankbar für die Hilfe.

    Naja, ich will es mal so sagen:

    Wichtig ist, dass du trotz bestätigter Allergie keine Angst vor den Bienen bekommst. Denn eines muss dir klar sein: du bist nicht nur an (d)einem Bienenstand Allergikerin, sondern dein ganzes Leben. Auf Arbeit, im Urlaub und auch im Freibad!

    Macht man sich permanent Sorgen darum, dass man blos keinen Stich bekommen darf, wird dich das irgendwann blockieren und ebenso krank machen, aber keine Stiche ersparen. Du musst es akzeptieren, wie es ist und schneller lernen, positiv wie möglich damit umzugehen, als erst immer zu überlegen, ob du diesen oder jenen Schritt tun oder besser lassen solltest. Auch Bienen merken, dass man Angst hat...


    Kurz:

    Du musst lernen, eine gesunde Anspannung aufzubauen und ohne unterwürfigem Respekt an den Bienen dran zu bleiben. Die merken auch das und können (manchmal) auch grobe Fehler verzeihen!


    Mir hat es geholfen, auch wenn ich immer noch spontan zusammenzucke, auch wenn ohne Bienenstand in der Nähe irgendwas plötzlich im Hosenbein oder Ärmel krabbelt. Es muss ja nicht immer gleich eine mies gelaunte Biene sein 8)


    Guido Eich hat mal gesagt, dass oft genau die gestochen werden, die sich möglichst unauffällig und unbehelligt vom Bienenstand fernhalten... Er hatte schon mal Recht. Ich stand am Kasten und war am Kontrollieren, während mein unbeteiligterer Sohn einige Meter entfernt mit Händen in der Tasche gestochen wurde - ich konnte mir das Lachen nur mühsam verkneifen, weil es in seinem Kurs gesagt wurde, nicht in meinem... Respekt muss sein, Spaß darf dabei aber nicht verloren gehen :)

  • Wieviele Wespenstiche habe ich in meinem Leben kassiert!?! Die Biester stechen ja auch ohne Grund.

    In die Imkerei bin ich völlig unbelastet (Allergietest vorab!) eingestiegen. Alle Stiche habe ich direkt am Stand kassiert. Für mich völlig unbegreiflich wo man sonst einen Bienenstich abbekommen könnte. Angst im Alltag habe ich wegen der Allergie in kleinster Weise.

  • Alle Stiche habe ich direkt am Stand kassiert. Für mich völlig unbegreiflich wo man sonst einen Bienenstich abbekommen könnte.

    Renn mal barfuß über eine Wiese mit ordentlich Weißklee drin. An einem guten Tag hast du nach 10m beide Füße perforiert.


    s.

  • spunf   moniaqua : Kleewiesen gab es in meiner Kindheit nicht und Barfuß laufe ich höchstens im Haus. 😀

    Wespen hat man bei jeder Terrassennutzung im direkten Anflug, aber meine Bienen sind ausschließlich am wilden Wein neben mir interessiert.

    Wespenallergie scheint auch verbreiteter zu sein. Ich war immer „die einzige Biene“ neben vielen Wespen in der Hyposensibilisierung.

  • So eine Bienengiftallergie ist unbehandelt bekanntermassen lebensgefährlich. Wenn man sie behandelt, "nur" nervig. Das Management der Behandlung nervt, weil die Ärzte i.d.R. wenig hilfreich sind, und sich damit auseinander zu setzen und durchzusetzen, nervt.


    Aber wenn man das irgendwie hinbekommen hat, ist wieder angstfreies Imkern möglich. Und ein Bienenstich ist plötzlich wieder wie ein Mückenstich.


    Wichtig ist eben, dass man die Hypo durchzieht, und immer schön sein Notfallset dabei hat, mit nicht abgelaufenen Medikamenten. (Tabletten sind zwar nett anzusehen, brauchen aber viel zu lange, bis sie wirken; besser Flüssigmedizin, und die Nummer 112 eingespeichert oder aufnotiert, denn im Zustand der Anaphylaxie bekommst Du sie vielleicht nicht mehr aus dem Gedächtnis zusammen.


    Gruss von Benjabien

  • ich kann nicht sagen, wo diese relative Sicherheit herkommt, aber irgendwie bin ich davon überzeugt, dass ich weitermachen kann, ohne dass ich bibbermd vor Angst vor den Bienenstöcken stehe. Mein Hausarzt ist selber sehr naturverbunden, und daher kann ich mir sehr gut vorstellen, dass er versuchen wird, mir auf jeden Fall die Imkerei weiter zu ermöglichen. Er genießt es, meine Bienen in seinem Nachbargarten stehen zu haben.

    Ich habe heute auch mit meinen ehemaligen Paten telefoniert, und habe ihnen gesagt, dass ich auf jeden Fall weitermachen möchte. Eine andere Imkerin, die ungefähr zur gleichen Zeit angefangen hat wie ich, die auch hier aus meinem kleinen Ort ist, hat es ebenfalls erwischt, und sie hat ihre Bienen bereits abgegeben. Sie macht auf keinen Fall weiter. Das muss halt jeder für sich selbst entscheiden. Die endgültige Entscheidung kann und will ich erst treffen, wenn ich mit dem Arzt alles besprochen habe. Und das wird wohl erst in der nächste Woche passieren.