Alkohol-Methode - geht auch Spiritus?

  • Aber würdest du mir ernsthaft raten, als Anfänger im ersten Jahr mit 3 WV und einem Ableger so ein Risiko einzugehen?

    Ich würde Dir raten, das mit Deinem Imkerpaten vor Ort zu bequatschen, so vorhanden. Der weiß, woher Du die Völker hast, der kennt Dich und die Bienen, der kann wesentlich mehr dazu sagen als ich hier aus der Ferne. So, wie es für mich klingt, würde ich jetzt nicht behandeln, das kann aber jemand vor Ort vielleicht anders sehen.


    Wenn die Wirtschaftsvölker gut behandelt waren und auf Mittelwände gesetzt worden sind, warum sollten sie dann nicht wenig Milben haben?


    Was ich Dir auf alle Fälle raten würde, ist, die Varroen im Auge zu behalten und, wie @Immernreiner schon sagte, in drei Wochen ggf. nochmal auszuwaschen/mit Puderzucker zu schütteln, auf alle Fälle aber die (gut geölte / mit Vaseline eingeschmierte) Windel regelmäßig anzuschauen.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Aber wenn er doch eins gesehen hat, erst auf der Windel und dann bei den 300 ( was für ein Film ), dann würde ich es eher dem Vatikan melden statt die Giftspritze rauszuholen.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Der ist seit einem Jahr dabei und will nix falsch machen. Find ich sehr verständlich. Der normale Fall ist doch, sich in Sicherheit zu wiegen, im Frühjahr neue Völker zu kaufen und alle ham' es gewußt. Insofern, ich finde 300 Bienen zu opfern nicht schön, den Einsatz aber schon.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Insofern, ich finde 300 Bienen zu opfern nicht schön, den Einsatz aber schon.

    Ob nun Bienen ausgewaschen werden oder Larven aus Brutzellen gezogen und Varroen gezählt, bleibt sich für mich gleich und wenn es hilft, 10.000 Bienen zu retten, ok.


    Was mich mehr interessieren würde, ist, was die Profis hier zum Einsatz der Ameisensäure nach den Ergebnissen von Windel und Auswaschen sagen.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Mir geht es nicht um die heldenhaft und vollkommen überflüssiger Weise gemeuchelten Helden, aber wenn ich nach zwei Methoden feststelle, daß da keine Milben zu sehen sind gleich noch mit AS behandeln, dann vielleicht zur Kontrolle nochmal 300 und weil gerade brutfrei nochmal OS sprühen ( kann nie schaden ) und zu Weihnachten nochmal, dann ist das Ergebnis im Frühjahr das Gleiche.

    Du verstehst als mäßiger Weintrinker das nicht, aber man kann es auch übertreiben und dann kommt der Kater, vor allem bei süßem Wein.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Waldis Motivation zur Absicherung der Windeldiagnose durch die Alkohol-Auswasch-Methode finde ich gut nachvollziehbar.


    Randy Oliver empfiehlt diese routinemäßig, mehrfach in der Saison zur Befallsermittlung, ohne dass er deswegen hier kritisiert wird - es wäre ihm wahrscheinlich auch egal.

    Aber würdest du mir ernsthaft raten, als Anfänger im ersten Jahr mit 3 WV und einem Ableger so ein Risiko einzugehen?

    Nein, ich halte dein diagnostisches Vorgehen für durchaus angemessen. Bei derart niedriger Varroa-Belastung würde ich die AS (noch) nicht anwenden, sondern aufmerksam beobachtend zuwarten.

  • Ich würde Dir raten, das mit Deinem Imkerpaten vor Ort zu bequatschen, so vorhanden. Der weiß, woher Du die Völker hast, der kennt Dich und die Bienen, der kann wesentlich mehr dazu sagen als ich hier aus der Ferne. So, wie es für mich klingt, würde ich jetzt nicht behandeln, das kann aber jemand vor Ort vielleicht anders sehen.


    Wenn die Wirtschaftsvölker gut behandelt waren und auf Mittelwände gesetzt worden sind, warum sollten sie dann nicht wenig Milben haben?

    Mein Imkerpate, den ich sehr schätze, zählt keine Varroen mehr: die Völker (es sind ein paar mehr, was einer der Gründe ist) werden klassisch Mitte August mit MAQS-Streifen behandelt (reduzierte Dosis hins. der Herstellerangaben), im Winter mit Oxalsäurelösung beträufelt und gut ist. Er hat damit seit zwei, drei Jahren keine Winterverluste mehr gehabt, die Völker sind gesund und bringen reichlich Honig, sein Erfolg spricht für sich.


    Ich wollte eigentlich Mitte Juli schon behandeln, um die Aufzucht gesunder Ammen für die Winterbienen zu sichern. Angesichts meiner Befunde und der geringen Zahl an Völkern hat mir mein Pate allerdings dazu geraten noch abzuwarten, weil seiner Ansicht nach eine so frühe Behandlung die Gefahr berge, im September wegen "Reinvasion" noch einmal behandeln zu müssen. Das mag regionale Gründe haben....

    Aber das Mitte August - im wahrsten Sinne des Wortes - die absolute Deadline darstellt, sieht er, wenn ich nicht etwas völlig falsch verstanden habe, genauso.


    Erschwerend für mich als Anfänger kommt hinzu, dass die beiden WV, um die es hier geht, wie gesagt aus unterschiedlichen Gründen mit AS behandelt werden müssen:

    eines hat im Grunde im Mai eine TBE mit Oxalsäurebehandlung hinter sich und ist davor seeehr schleppend ins Frühjahr gestartet (da finde ich die wenigen Milben noch plausibel).

    Das andere jedoch hat sich im Frühjahr prächtig entwickelt, hat 35kg Honig eingetragen, ist nach der Frühtrachternte bloß sehr umständlich von DNM auf DD umgewohnt worden (durch Aufsetzen des DD Brutraumes :rolleyes:) und hatte in dem Rahmen lediglich eine unfreiwillige, kurze Brutpause (und keine Sprühbehandlung). Die haben faktisch durchgebrütet und da geht mir eher ein Lied von Stefan Stoppok durch den Kopf, als die Idee, einen begeisterten Brief an den größten Brückenbauer in Rom zu schreiben....


    Der Vollständigkeit halber: mein drittes WV habe ich nach dem Abschleudern Ende Juni so, wie ich das für richtig hielt, per TBE mit Fangwabe und Oxalsäuresprühen umgewohnt: das hat gut geklappt, da will ich hin (streiche umwohnen...) und das ich da keine Milben finde, wundert mich schon viel weniger. Hilft mir aber nix bei den anderen beiden Völkern, für die ich inzwischen die Verantwortung trage.


    Momentan ist es eh noch zu warm. Ich werde Mitte der Woche nochmal per Varroaschublade kontrollieren und dann entscheiden, was ich mache. Euch danke ich für die vielen, auch kontroversen Kommentare, das hilft mir sehr und ist eine tolle Ergänzung zum ebenfalls sehr hilfreichen lokalen Umfeld!


    Schönen Sonntag allerseits!

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Weil man per KS von Zander auf DD umwohnt und möglichst milbenfrei starten will. Die Brut blieb beim Verkäufer. Faktisch also eine TBE mit anschliessender Oxalsäuresprühbehandlung.


    Das Volk hat sich danach prächtig entwickelt und hat noch 16kg Linde eingetragen (Frühtracht war hingegen keine zu ernten gewesen, weswegen das Volk günstig zu erwerben war).

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Weil man per KS von Zander auf DD umwohnt und möglichst milbenfrei starten will. Die Brut blieb beim Verkäufer. Faktisch also eine TBE mit anschliessender Oxalsäuresprühbehandlung.

    Daran wundern mich jetzt zwei Sachen:


    a) Warum wunderst Du Dich dann darüber, dass keine/kaum eine Milbe fällt?

    b) Der Honig ist eigentlich nach Honigverordnung m.W. iirc gar nicht verkehrsfähig, da ja dieses Jahr behandelt wurde - die letzte Behandlung hätte letztes Jahr sein müssen.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Weil man per KS von Zander auf DD umwohnt und möglichst milbenfrei starten will. Die Brut blieb beim Verkäufer. Faktisch also eine TBE mit anschliessender Oxalsäuresprühbehandlung.

    Daran wundern mich jetzt zwei Sachen:


    a) Warum wunderst Du Dich dann darüber, dass keine/kaum eine Milbe fällt?

    b) Der Honig ist eigentlich nach Honigverordnung m.W. iirc gar nicht verkehrsfähig, da ja dieses Jahr behandelt wurde - die letzte Behandlung hätte letztes Jahr sein müssen.

    zu a) Weil ich den KS am 3.5. in die neue Kiste einlogiert habe und die Kö danach (als die Waben weit genug ausgebaut waren) ein Bilderbrutbrutnest von auch für Nichtanfänger beeindruckender Größe angelegt und bis vor zwei Wochen gebrütet hat, als sei Frühjahr (falls wer ne schöne Heidebiene sucht...).

    Seit der Maßnahme sind aber nun drei Monate vergangen und auch wenn es plausibel ist, dass die zurzeit vergleichsweise wenige Varroen haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass eine so frühe Sommerbehandlung (wenn sie auch eher nebenbei erfolgte) ausreicht, um gesunde, langlebige Winterbienen zu garantieren. Ich befürchte, dass die durchaus bis in den Dezember kommen, dann aber im Frühjahr platt sind. Auch ist (nicht meine Idee, für mich aber plausibel) der Blick auf die Schublade immer ein Blick in die Vergangenheit (abfallende Milben schlüpfender Bienen). D.h.: wenn ich im September da nennenswert Milben finde, ist das Kind im Grunde schon in den Brunnen gefallen. Auch deshalb habe ich ausgewaschen.


    zu b) Das ist richtig, das weiß ich auch und ich halte mich sogar daren. Selbst essen darf ich ihn aber.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • TBE im Mai kann durchaus Sinn machen, je nach Tracht mit gleichzeitiger Ablegerbildung und Reduzierung der Schwarmlust. Wenn dann die WVer nicht besprüht werden können sie noch schön Honig produzieren. Nur die Ableger, die ja die Milbenlast in sich tragen werden besprüht und haben genug Zeit sich bis Winter zu entwickeln ohne Druckbetankung.

    Aber, als Zweiraumdeutschnormaler muß ich nicht unbedingt zum Wachserzeuger werden. Bei mir heißt TBE totale Brutentnahme was genau gesagt bedeutet, totale Entnahme der verdeckelten Brut vierzehn Tage vor Trachtlücke. Ich besprühe meine WV nicht zusätzlich mit Säure und wenn ich mal ein Volk verliere, dann tröste ich mich mit der Natürlichkeit und sage mir, immer noch besser als dem Schiffer sein Baum, haha.

    Jedenfalls, nun wissen wir ja, vor deiner Untersuchungs-und-Behandlungsorgie wurde das Volk bereits behandelt. Honig nicht zu gebrauchen, außer zum strunzen, umwohnen und mehrfach besprühen und auswaschen. Nur gut, daß Du Deine Bienen liebst.

    Viele liebe Grüße und jetzt ab unter die Säuredusche

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Jeder, der hier bei 300 toten Bienen für eine Auswaschprobe Schnappatmung bekommt, hat noch nie 300 Bienen ausgewaschen. Das sind nämlich gefühlt überraschend wenig Bienen, nicht mal eine Hand voll. Dafür hat man einen sehr zuverlässigen und aussagekräftigen Varroastatus.


    Jeder mit Hoffmann Rähmchen murkst vermutlich unabsichtlich jede Saison mehr Bienen pro Volk ab bei den Durchsichten, als einer beim Alkoholtest. Vielleicht stellen wir die Hoffmann-User auch an den Pranger und schnappatmen laut vernehmbar 😉😉