Alkohol-Methode - geht auch Spiritus?

  • Gleichwohl werde ich nach Ende der aktuellen Hitzewelle mit AS behandeln, Tolleranzzucht wollte ich erst im zweiten Jahr probieren 😉...

    Wozu die Ameisensäure? Du brauchst ja für die Zucht nächstes Jahr auch ein Volk, von dem zu züchten kannst...


    Beäug die Varroen aufs schärfste, wegen meiner teste nochmal mit Alkohol (oder Puderzucker, das wäre kein solche Massaker). Aber für behandeln sehe ich nach der Schilderung keinen Grund. Manchmal kann man auch einfach Glück haben.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • ...kann es sein, dass jemand auf die Idee kommt, seinem Ergebnis auf dem Varroaschieber nicht zu trauen, weil hier im Forum immer wieder betont wird, dass es sowieso nichts taugt?

    Aber schön ist anders 😒.

    Waldi : Schön ist wirklich anders. Ich bin der Meinung, dass man, alles vom Schieber ablesen kann, was man benötigt, man muss nur lernen die Anzahl ins Verhältnis zur Jahreszeit und der Menge an Brut zu setzen. Du hast wahrscheinlich noch eine ganze Menge Brut, da sind sehr sicher Milben drin, d.h. das Bild auf Deinem Schieber (und auch das Auswaschen) täuscht. Wenn die Brut abnimmt, werden mehr fallen.


    Ich selbst mache keine TBE, sondern ggf. Brutunterbrechung durch Schwarmvorwegnahme, damit hatte ich noch nie ein Volk, dass gar nicht hätte behandelt werden müssen. Ich kann mir das auch hier nicht vorstellen. Da es doch eher nach wenig Milben aussieht, kannst Du mit der AS noch etwas warten kannst bis die Temperaturen etwas runter sind und, wenn später auch noch wenig Milben fallen, mit einer moderaten Menge (per Verdunster) behandeln kannst. Hier siehst Du dann wiederum, wie viel Milben fallen und ob eine weitere Behandlung notwendig ist.


    Beste Grüße,

    Thanaidh

  • Gleichwohl werde ich nach Ende der aktuellen Hitzewelle mit AS behandeln, Tolleranzzucht wollte ich erst im zweiten Jahr probieren 😉...

    Wozu die Ameisensäure? Du brauchst ja für die Zucht nächstes Jahr auch ein Volk, von dem zu züchten kannst...


    Beäug die Varroen aufs schärfste, wegen meiner teste nochmal mit Alkohol (oder Puderzucker, das wäre kein solche Massaker). Aber für behandeln sehe ich nach der Schilderung keinen Grund. Manchmal kann man auch einfach Glück haben.

    ...Glück mit der Varroa um diese Jahreszeit ist trügerisch...

  • Wozu die Ameisensäure? Du brauchst ja für die Zucht nächstes Jahr auch ein Volk, von dem zu züchten kannst...

    ...AS richtig angewendet ist gar kein Problem, keine Königinnenverlust, keine toten Bienen und nicht mal Brutunterbrechung. Fette Völker im Frühjahr...

    Beste Grüße,

    Thanaidh

  • ...Glück mit der Varroa um diese Jahreszeit ist trügerisch...

    Deswegen soll er ja die Varroen beäugen. Ausschließen möchte ich das Glück deswegen aber trotzdem nicht.


    ...AS richtig angewendet ist gar kein Problem, keine Königinnenverlust, keine toten Bienen und nicht mal Brutunterbrechung. Fette Völker im Frühjahr...

    Scheint nur nicht so leicht zu sein, das richtig anzuwenden, was sich immer wieder lesen lässt. Abgeknickte Dochte, ausgelaufene Flaschen, Überdosierung durch falschen Docht, ...

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Mein Eindruck: Die, die so laut berichten stehen nicht für die Mehrheit der Anwender,

    Scheint nur nicht so leicht zu sein, das richtig anzuwenden, was sich immer wieder lesen lässt. Abgeknickte Dochte, ausgelaufene Flaschen, Überdosierung durch falschen Docht,

    Also die korrekte Anwendung des Nassenheider ist keine Raketenwissenschaft - solange die Anleitung gelesen, verstanden und beachtet wird. Die Fehlerquelle "Verschraubung nicht richtig dicht" gab es beim "classic" nicht, den viele Imker noch verwenden. Überdosierungen fallen bei der vom Hersteller empfohlenen frühen Kontrolle der verdunsteten Menge auf.

    Wenn ich (nicht nur im Nahfeld = Verein, Bekannte sondern auch die Auswertungen der Institute (Mayen, Österreich) so schaue wie viele Imker seit wie vielen Jahren Ameisensäure ohne größere Probleme/Völkerverluste anwenden, dann verstärkt sich der Eindruck, daß so mancher "viel Feind, viel Ehr" YouTube-Imker aus seinem Mißgeschick mit irgend einem Verdunster, ein, zwei Videos alarmistisch (gerne mit Clickbait-Titel wie "Totalschaden durch xxx?") produziert. Diese Videos werden dann auf social media und in Foren heftig verteilt.

    "Wenn der Imker nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld"

  • Das Problem ist nicht, daß AS, richtig angewandt funktioniert. Wobei wir richtig angewandt definieren mit all dem was zu tun ist damit die As die Milben deutlich reduziert, ohne Brut oder Königin in Mitleidenschaft zu ziehen. Das Problem liegt in der richtigen Anwendung. Es ist eine Sättigung der Stockluft zu erreichen und das ziemlich genau. Das ist nicht einfach, weil von Beute zu Beute die Bedingungen unterschiedlich sind. Das ist kaum zu schaffen. Und weil das schwer ist trösten wir Imker uns auch, wenn die tote Brut ausgeräumt oder die Königin vier Wochen nicht legt, damit, daß Brutfreiheit immer gut ist gegen Varroa. Einige haben auch die Arbeitszeit der Königinnen auf ein Jahr heruntergesetzt. Also, Königin verlieren nach AS-Behandlung, kein Problem, gibt sowieso eine neue.

    Und für Alle, die es tatsächlich bei 95% ihrer Völker hinbekommen die Varroen deutlich zu reduzieren und die Brut oder/und die Königin nicht zu schädigen mit einer Behandlung, chapeau, ich ziehe meine virtuelle Kappe, gut gemacht, dickes Bienchen ins Hausaufgabenheft.

    Ich für meinen Teil bin jedenfalls zu blöd dafür, weshalb ich auch auf TBE setze.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Schon merkwürdig: ich habe nach einem Detail zu einer sicheren, von vielen angewandten Untersuchungsmethode zum Varroa-Befall gefragt, eine freundlichen Antwort bekommen und wollte dazu ein Feedback geben, damit der freundlich Antwortende erfährt, dass er nicht in den Äther getippt hat, sondern sein Hinweis angekommen ist und einen Anfänger weiter gebracht hat. Dabei lasse ich Durchblicken, dass ich das Töten von 300 Bienen nicht besonders schön fand - und ernte zum Dank noch Nackenschläge von Schreibern, denen offensichtlich die allermeisten Hintergrundinfos fehlen und die, wenn der Anfänger vor der leeren Kiste steht, wahrscheinlich genauso losbollern, nur diesmal unter umgekehrten Vorzeichen.


    Wer sich die Mühe gemacht hätte, meine Beiträge auch in anderen Fäden zu lesen - oder hier einfach mal freundlich zu fragen, warum ich so handle, wie ich das tue - hätte wissen können, dass ich ab nächstem Jahr alle meine Völker per TBE behandeln möchte, dass das bei zweien meiner Völker in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen aber schlechterdings nicht möglich war: ich muss dort leider und gegen meine Überzeugung Ameisensäure anwenden.


    Das wollte ich eigentlich bereits Mitte Juli tun, um gesunde Ammenbienen für die Winterbienenaufzucht zu garantieren, fand aber bei diesen Völkern keine Milben auf dem Einschub. Funfact am Rande: dafür, dass ich die Behandlung deshalb erstmal aufgeschoben habe, habe ich dann andernorts ähnliche Reaktionen geerntet, wie hier dafür, dass ich ganz sicher sein will, mit ebendiesem Aufschieben keinen Fehler zu machen.


    Bin ich als Anfänger hinsichtlich der Windeldiagnose unsicher, gerade wenn das ganze Forum die Hände über dem Kopf zusammenschlägt ob eines vielerorts wohl recht milbenreichen Jahres? Selbstverständlich bin ich das!


    Um nicht das Risiko einzugehen, meine Völker durch Missinterpretation eines durchaus schwierigen Diagnosewerkzeuges zu gefährden, habe ich eine Probe von 300 Bienen mit Alkohol ausgewaschen, um den phoretischen Befall zu untersuchen. Hat mir keinen Spaß gemacht - aber wie hoch ist gleich der natürliche Totenfall pro Tag bei den Sammlerinnen? Ich wollte, gerade weil mir die Erfahrung fehlt sicher gehen. Daran kann ich nichts Verwerfliches dran finden.


    Und was die AS-Behandlung trotz dieses Befundes angeht: selbstverständlich sind Milben in den Völkern. Sie befinden sich in der Brut: das wisst Ihr, dass weiß ich. Sie befinden sich aber auch in den Völkern um mich herum. Würde ich nichts tun, würde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit spätestens im Frühjahr vor leeren Kisten stehen, wahrscheinlich schon im Herbst. Was ich versuche ist, möglichst mit einer Ameisensäurebehandlung aus zu kommen und zu vermeiden, im September noch einmal behandeln zu müssen. Das ist fürs erste Jahr schon anspruchsvoll genug, manche hier halten das im ersten Jahr für vermessen.


    An der Stelle vielleicht auch nochmal ausdrücklicher, als in Post #13: das mit der Tolleranzzucht war ironisch gemeint, ok? Ich wäre froh, wenn ich in den nächsten zwei, drei Jahren ohne größere Verluste meine Betriebsweise finden und etablieren könnte und das wichtigste Handwerkszeug zu beherrschen. Und dazu gehören nun mal auch die verschiedenen Methoden der Varroadiagnose, u.a. das Auswaschen mit Alkohol, um das es hier eigentlich ging.


    Also macht bitte mal Halblang.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Der Schieberbefund sagt 0...

    Hier muss ich zurück rudern: Du meintest mit "sagt 0" nicht die Aussagekräftigkeit des Schieberbefundes an sich (der hier im Forum in der Tat häufig als grobes Schätzeisen gewertet wird), sonder das von mir berichtete Ergebnis, richtig?


    Zum ansonsten geschriebenen stehe ich.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Und was die AS-Behandlung trotz dieses Befundes angeht:selbstverständlich sind Milben in den Völkern.

    Siehst Du, so selbstverständlich finde ich das eben nicht. Wenn wir davon ausgehen, dass eh selbstverständlich Milben (zu viele) in den Völkern sind, wozu dann Varroenschieber oder andere Zählmethoden? Dann hättest die 300 Bienen nicht über den Jordan schicken müssen, sondern dann hättest Du gleich behandeln können. Diagnose findet doch gerade eben statt, um zu sehen, ob behandelt werden muss. Wenn Schieber und Auswaschen, das ja als sehr sicher gilt, 0 ergeben, wozu denn dann behandeln? Das schwächt doch die Bienen nur unnötig.


    Und was die Toleranzzucht angeht, da stehe ich dazu, dass man manchmal Glück haben kann. Unter unseren Völkern hier sind immer wieder welche, die wenig Milbenfall haben und den Winter überleben.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Und was die AS-Behandlung trotz dieses Befundes angeht:selbstverständlich sind Milben in den Völkern.

    Siehst Du, so selbstverständlich finde ich das eben nicht. ... Unter unseren Völkern hier sind immer wieder welche, die wenig Milbenfall haben und den Winter überleben.

    Erstmal vielen Dank für die konstruktive Antwort! Es freut mich, dass ihr so robuste Völker habt! Aber würdest du mir ernsthaft raten, als Anfänger im ersten Jahr mit 3 WV und einem Ableger so ein Risiko einzugehen? Hoffen, dass ich gleich bei zwei von drei Völkern nen Sechser im Lotto habe?

    Wäre ja toll - aber meine Lebenserfahrung sagt mir da leider etwas anderes 🤷🏻‍♂️.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.