Abgeschleudert und anschliessend TBE-Vorhaben

  • Hallo,

    ich habe am Donnerstag, Freitag und Samstag vergangene Woche abgeschleudert. Ich wollte diese Woche TBE machen und behandeln. Jetzt musste ich feststellen, daß ab Samstag wieder Tageszunahmen von bis zu 3 Kg entstanden ( ohne aufgesetztem Honigraum). Also habe ich wieder jedem Volk einen Honigraum gegeben. Es scheint sich offensichtlich um eine Waldhonigtracht zu handeln, da die Zunahmen größtenteils vormittags erfolgen.

    Meine Frage: Wie spät kann man noch TBE machen, ohne dass die Völker zu schwach werden ( BR mit 9 Waben 1,5 Zander), wer weis wie lange die Tracht noch dauert, die Wettervorhersage sieht nach fast 2 Wochen gut aus. ( Hoffentlich keine Melizitose, beim Abschleudern waren schon versachiedene Waben damit gefüllt) ?

    Mein Waagstock


    Salve, Peter

  • Man kann die TBE auch in der Tracht machen. Die Flugbienen sind ja weiter im Volk. Es bleibt dann ein Zeitfenster von mindestens 10 Tagen, bevor wieder verdeckelte Brut vorhanden ist.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Danke für die Antworten. Ich hatte eigentlich vor, in einem Arbeitsgang die TBE , Milbenbehandlung und ggfs. Königinnentausch vorzunehmen, was allerdings bei Tracht nicht geht. Mir stellt sich die Frage, ob das ggfs. in 2 Wochen auch noch geht, ohne dass die Wirtschaftsvölker anschliessend als Mickerlinge in den Winter gehen.


    Salve, Peter

  • Peter, Du imkerst seit Ewigkeiten. Du weisst, wo die Stellschrauben sind und hast einen Blick für die Völker.

    Bei einem Anfänger würde ich sagen, jetzt machen, bei Dir sage ich, mach es in 14 Tagen. Bekommst Du auch dann noch gebacken.


    Gruss

    Ulrich

  • Hallo,

    ich hab in der Vergangenheit erst 2 mal TBE gemacht, ging in die Hose.

    beim 1. Mal waren die Brutsammler so vermilbt, dass es zwecklos war, ausser für die Restvölker.

    Beim 2. Mal hab ich die Brutscheunen nicht weit genug weggestellt, so dass sie ausgeräubert wurden und ich die Behandlung für die Katz gemacht habe. Mein Handeln bzgl. TBE begründet sich darin, dass ich von der Ameisensäure weg will.


    Salve, Peter

  • beim 1. Mal waren die Brutsammler so vermilbt, dass es zwecklos war, ausser für die Restvölker.

    Dann war aber die TBE gerade das richtige Verfahren, um die Völker zu sanieren. Das Problem lag dann wohl bei der Winterbehandlung.

    Beim 2. Mal hab ich die Brutscheunen nicht weit genug weggestellt, so dass sie ausgeräubert wurden...

    Das wundert mich. Die Brutscheunen sind bei mir dafür einfach zu stark. Ich füttere sie zunächst auch nicht. Wohingegen die Muttervölker gefüttert werden. Es gibt also wenig Anlass zum Beräubern der Brutscheunen.

    Ich hatte dieses Mal Räuberei bei einem Muttervolk. Das war aber ein Sonderfall, weil Top Bar Hive und kein Wabenwerk mehr vorhanden war und das Futter wohl zu leicht zugänglich (mein Fehler).

    Ansonsten gelten halt die üblichen Maßnahmen gegen Räuberei.


    Das einzige Problem, das ich bisher bei der TBE hatte, war dass die Muttervölker zu schwach werden. Man muss sehr darauf achten, wieviel Bienen man mit den Waben entnimmt. Die Brutscheunen entwickeln sich dagegen immer prächtig.

    In der Regel löse ich eher Muttervölker auf als Brutscheunen.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • TBE mit dünn füttern geht hier (!) bis Mitte August. Danach wird der Bautrieb schwächer. Wenn die Muttervölker stark sind, gibt's wenig Probleme - mit oder ohne HR. Wenn man füttert, kann man natürlich keinen Honig ernten. Ich habe die HR dann untergesetzt, damit sie das hochtragen...


    Die Brutscheunen bekommen nur sehr limitiert Futter; denn es muss ja nur Erhaltungsfütterung erfolgen, es sei denn, man lässt nachschaffen. Dann muss optimal versorgt werden!


    Viel Erfolg!

  • TBE: Ziel ist sowohl Bauerneuerung als auch Varroabehandlung.

    Außerhalb der Tracht kann man mit OS behandeln.

    Während der Tracht muss man stattdessen Fangwaben geben, möglichst eine mit offener Brut und eine zweite als dunkle Leerwabe.

    Räuberei an Brutsammlern gibt es nicht, wenn der Brutsammler ein etabliertes Volk ist und die Brutwaben über Absperrgitter bienenfrei aufgesetzt werden. Da die Brutwaben bienenfrei aufgesetzt werden, gibt es auch keine Bienenentnahme an den Brutspendern und somit keine unnötige Schwächung der Brutspender.

    Gruß Ralph

  • Kleingartendrohn muss der etablierte Sammler ein WV sein oder geht da auch ein Ableger?


    Peter um die Brut noch zu verwenden ist es wohl etwas spät. Mach doch die TBE jetzt, das ist sicherer für die Völker und Schmelz die Brut ein. Dann können die noch 10 Tage Waldhonig sammeln, bis du sprühen musst und nächstes Jahr geht’s gut weiter

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Oder du gehst auf Nummer sicher und für eine starke Überwinterung mit guter Frühtracht und verzichtest auf den Waldhonig und fütterst gleich zu. Wenn da Melizetose eingetragen wird war es eh für die Katz und das Risiko scheint ja groß zu sein? Wie wichtig ist denn der Waldhonig? Oder man geht einen Mittelweg und lässt nur eine Woche noch sammeln?

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD