Dickwaben

  • Liebe Bienenfreunde,
    in einem Buch (Gisela Droege, Das Imkerbuch) habe ich Folgendes gefunden:
    "Manche Imker lehnen die Absperrgitter ab, weil die Harmonie des Volkes beeinträchtigt werden könnte. Eine Alternative sind Dickwaben im Honigraum. Sie entstehen, wenn der Abstand der Waben vergrößert wird. Die Bienen ziehen die Zellen weiter aus, um die ihnen gemäße Weite der Wabengasse wiederherszustellen. Diese Dickwaben füllen die Bienen zwar mit Honig, sie werden aber von der Königin nicht bestiftet."
    Nun die Fragen eines "Theorieimkers":
    Wie weit müsste ich Rähmchen auseinanderhängen, um Dickwaben bauen zu lassen?
    Gibt es spezielle Abstandhalter oder Rähmchen für Dickwaben?


    Viele Grüße, gesunde Bienen und viel Honig
    Uta


    PS: Ich frage rein aus Interesse, ob ein oder kein Absperrgitter besser ist, kann ich als Laie nicht beurteilen :wink:

  • Hallo Uta,


    über mit oder ohne Absperrgitter zu imkern ist hier am Stammtisch schon viel und heftig diskutiert worden. Lies mal.
    Dickwaben sind eine feine Sache, man muß weniger Waben schleudern. Es gibt Abstandshalter, bei Standimkerei aber nicht nötig. Es reicht, eine Wabe zu entnehmen und die restlichen Waben gleichmäßig zu verteilen. Aber erst, wenn sie ausgebaut sind, sonst wird zwischen die Mittelwände auch mal eine zusätzliche Scheibe eingezogen und die stört dann sehr.
    Dickwaben werden bei Platzmangel im Brutraum abgeschrotet und bebrütet, sie sind also kein Schutz gegen ein Bebrüten und kein Ersatz für ein Absperrgitter.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Uta!
    Wie Thomas schon ausführte, sind Dickwaben keine Garantie dafür, dass die Königin ihr Brutnest nicht auf die Honigwaben ausdehnt. Schön währs.
    Zu deiner Frage des Abstands der Dickwaben greife ich auf eine Betriebsweise zurück, hoffe aber deiner dahingehenden Verwirrung keinen Vorschub zu leisten ... Jetzt kommts: In der Dadant - Betriebsweise (siehe Bruder Adam u.a.) Werden Honigräume mit 10 Waben statt 12 Waben im Brutraum eingesetzt. Diese Waben haben dann von Mitte zu Mitte einen Abstand von 46 mm statt 38 mm.
    Dieser Abstand kann durch Aussparungen in der Rähmchenauflage, die Rähmchen werden dort eingehängt, eingehalten werden.


    Soo, nun hoffe ich, dir bei deiner Suche nach einer ganzheitlichen Imkerphilosophie ein klein wenig dienlich gewesen zu sein und wünsche dir noch viel Freude beim Einstieg.


    Viele Grüße


    Stefan

  • Hallo Thomas, hallo Stefan
    ich danke Euch für Eure Antworten. Schade, es hätte so einfach sein können: Dickwaben einsetzen und die Probleme um Absperrgitter, Brut im Honigraum, Waben umhängen wären keine mehr gewesen.
    Stefan, beziehst Du Dich mit Deiner Bemerkung über meine ganzheitliche Philosophie auf meinen Beitrag bei den "Ökologischen"? Da steckt aber kein leiser Spott drin, nein? :D Was die Verwirrung angeht: Inzwischen glaube ich, man kann in der Imkerei eigentlich gar nichts falsch machen. Das Meinungsspektrum zu jedem Problem reicht von 0°-360 ° :o
    Die Bienen müssen vieles tolerieren können.


    Viele Grüße an Euch und viel Honig!
    Uta

  • Hallo Uta!
    Meine Wünsche für den Einstieg an dich bezogen sich tatsächlich auf deinen gestrigen Beitrag unter "ökologische Bienenhaltung". Dir zu spotten lag mir fern und war wirklich nicht meine Absicht.
    Ich finde ganzheitliche Denkweisen sind unerlässlich im Versuch EINER Wahrheit (DIE Wahrheit gibt es, abgesehen von Naturgesetzten, meiner Meinung nach nur in totalitären Systemen) auf die Schliche zu kommen...
    So, Schluß mit dem Philosophieren.


    Viele Grüße und einen schönen Maifeiertag
    Stefan

  • Hallo zusammen,


    wenn man einen genügend großen Brutraum der Königin zur Verfügung stellt ist das Absperrgitter überhaupt keine Einschränkung. Genügend groß bedeutet bei DN oder Zander mindestens 2 Zargen bzw. 12 Zander oder 16 Waben DNormal rein für die Brut. Beim Dandant sind in der Regel 10 Waben im Brutraum ausreichend. Größere Brutnester gibt es in der Regel nicht (wohlgemerkt rein für die Brut)!


    um Honig möglichst Bienenschonend und schnell zu Ernten (ohne Räuberei oder Gebläse oder Chemie usw.) geht das nur mit der Bienenflucht! und die wiederum bedingt das Absperrgitter!
    Einteufelskreis also!


    Gruß

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Mit Absperrgitter ist die Arbeit mit der Bienenflucht einfacher - man braucht sich nicht zu vergewissern, ob der Honigraum brutfrei ist.
    Ohne Absperrgitter geht es auch, die Völker brauchen dazu aber mehr Platz im Brutraum für Vorräte, eine scharfe Trennung von Brut und Honig ist dann nicht möglich (sie ist m.E. auch nicht sinnvoll - reichliche Futterkränze in Brutnähe sind günstig).
    Absperrgitter und keine Einschränkung - so richtig kann ich es nicht nachvollziehen. Überall, wo ich es sah, mühten sich die Arbeitsbienen doch hindurch.


    Grüße, Thomas

  • Thomas Hädrich schrieb:

    Überall, wo ich es sah, mühten sich die Arbeitsbienen doch hindurch.


    Grüße, Thomas


    Hallo Thomas,
    das Thema hatten wir schon durchgekaut und solange ein Volk bei mir täglich 3 und sogar heute 4 kg einträgt ist mir das völlig wurscht, ob sie sich durchquälen oder nicht. Zumindestens ich als Imker habe es bequemer mit Absperrgitter.

  • Hallo Thomas,


    nur soviel zum Absperrgitter, die Drohnen verlangsamen mit unter die Wirkung der Bienenflucht oder verstopfen diese gar!


    je nach Art der Gitter ist es wirklich so, daß sich die Bienen durchquälen müssen. Ich benutze gegröpfte Stababsperrgitter im Holzrahmen. Da ist der Beespace sowohl nach unten wie nach oben hin gegeben, und die Bienen können sich quasi durch rollen was dann keine Behinderung mehr ist!


    Einziger Nachteil ist der Preis für diese Gitter, aber sonst perfekt! :wink:


    Gruße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Toyotafan,


    eine Bienenflucht wirkt bei Drohnen garnicht. Sie werden nicht zur Weisel gelockt und bleiben einfach wo sie sind. Habe es schon erlebt, daß der Honigraum nach Einsetzen einer Bienenflucht voller Drohnen war, aber keine Arbeitsbiene darin. Zum Glück lassen sich die Herren den Honig widerspruchslos wegnehmen.
    Daß die Herren die Bienenflucht auch verstopfen können, das ist leider so.


    Die Stabgitter mit Einhaltung des Bienenabstandes sind die einzigen, die ordentlich funktionieren. Eine Behinderung sind sie leider doch.


    Viele Grüße, Thomas

  • Hallo Franz Xaver,


    es ist Dein Standpunkt, den Du mit Dir und Deinen Bienen ausmachen mußt. "Laß die Bienen sich doch quälen, Haupsache ich habe es bequem" ist eine häufige Sicht des Homo sapiens.


    Thomas

  • Thomas Hädrich schrieb:

    Hallo Franz Xaver,


    es ist Dein Standpunkt, den Du mit Dir und Deinen Bienen ausmachen mußt. "Laß die Bienen sich doch quälen, Haupsache ich habe es bequem" ist eine häufige Sicht des Homo sapiens.


    Thomas


    Hallo Thomas,
    es ist Ansichtssache, ich habe heute bei meinem Buckfastvolk, den 3. fast vollen Honigraum heruntergehoben und ihnen zugesehen, ich finde, sie schlüpfen grazil durch das Gitter. Ich werde E. dieser Woche den 4. Honigraum aufsetzen, falls das Volk nicht schwärmt und das auf dem Waagstock. Ein Sturm darf nicht mehr kommen. In meinen Breiten hielt ich bisher 2 Honigräume für Utopie.

  • Hallo zusammen, was haben Eure Drohen für Probleme mit Absperrgittern? Wenn sie in den Honigraum wollen und nicht können, Pech gehabt meine Herren. Die umgekehrte Richtung? Kann nur dem passieren, der immer noch Brutwaben in den Honigraum umhängt! Absperrgitter Ja oder Nein, darüber haben wir hier wirklich genug geschrieben. Aber wenn man sich für Ja entschieden hat, dann wirklich eins, das die Bienen nicht quält. Zerfetzte Flügel oder gar abgetrennte Beine und Fühler sollten wirklich nicht vorkommen, nur weil die Bienen instinktiv den Honig an der dem Flugloch entferntesen Stelle ablagern wollen. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.