Daneben gelegte Queen atraktiver als die im Stock geschlüpfte Jungfer?

  • Liebe Imker und Imkerinnen,


    heuer eine merkwürdige Szene beobachtet:

    Ich habe dieses Jahr insgesamt 9 Königinnen in den Beuten gekäfigt damit die Brut ausläuft so dass ich Wabenerneuerung und Varroa-Behandlung machen kann. Zudem wollte ich 6 Königinnen austauschen.

    Nach knapp drei Wochen waren auch alle Queens in den Käfigen vital und ich habe munter ausgetauscht.

    Für den Fall, dass der Tausch scheitert, habe ich für die herausgenommenen Queens neue Plätze gesucht. So habe ich in einem Volk, das nur so zum Gucken im Garten steht, eine munter stiftende Schwarmköniginnen entnommen und dafür die einst gekäfigte, aber noch taugliche Dame zugesetzt. Diese entnommene Schwarmqueen und eine andere Käfigqueen legte ich in ihren für Arbeiterinnen passierbaren Käfigen direkt neben ein MiniPlus mit drei Zargen, in der eine nachgeschaffte Weisel unterwegs war aber noch nicht stiftete (Entnahme der Altqueen war vor 3 Wochen). Es dauerte nicht lange und beide Käfige waren von einem Mantel Bienen umgeben, die eine Nacht lang Wache schoben.


    Am nächsten Tag nahm ich die Mini auseinander um dann zwei der drei Zargen mit jeweils einer Königin zu versorgen. Ich musste nur die Jungweisel suchen aber das war nicht schwer - die wurde nämlich gerade massiv von den Bienen eingeknäult und attackiert. Das war wirklich unglaublich, sie wehrte sich mit hellen, lauten Summtönen und Flucht aber ihre eigenen Stockgeschwister scheuchten sie über die Wabe und immer wieder heftiges Einknäulen und Versuch des Abstechens.

    Ich dachte schon, da sei was schief gelaufen und das sei ein unerwarteter Zweitschlupf aber es war weder Brut noch eine andere Weisel oder geschlüpfte Weiselzelle zu finden.


    Ich kann mir das eigentlich nur so erklären, dass die stiftend aus dem Volk genommene Queen, die eine Nacht neben dem Mini lag, von den Bienen als attraktivere Alternative bewertet wurde...und das, obwohl sie zwar rankamen aber die Queen gar nicht in das Mini.

    Kann das sein?

    Ich kenne diese Einknäulerei bei im Volk-schlüpfenden Queens eigentlich überhaupt nicht...


    Bin gespannt, ob sich das gelegt und sie das überlebt hat...habe die Ladies nun auf die Minis verteilt...Ende nächster Woche schaue ich mal nach.


    M.

  • Ich verstehe das richtig, Du hattest eine legende Königin neben einem Mini mit einer unbegatteten Jungfer drin? Die wird dann halt sauber gut geduftet haben.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Ne Königin über Nacht neben die Kiste legen, Königinnen drei Wochen käfigen, - wo genau lernt man das? Ich halte das für Tierquälerei. Ernsthaft.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Königinnen drei Wochen käfigen, - wo genau lernt man das? Ich halte das für Tierquälerei.

    Bei dem Punkt bin ich nicht ganz dabei. Dann wäre TBE m.E. auch Tierquälerei.


    Ich gehe hier allerdings von einer Bannwabentasche aus, in der die Königin mindestens eine Wabe Platz hat.


    Den Käfig neben einer Beute finde ich auch 'n büschn ungemütlich, aber vielleicht haben wir das ja falsch verstanden.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Vielleicht hat Melanie den Scalvini oder ein bauähnliches Gerät benutzt?
    Aber ausserhalb der Beute, Begleitbienen kann man in diesen Käfigen nicht fixieren, finde ich auch nicht gut. Eine Königin muss IMMER ein Volk haben. Dass es sich hier so ergeben hat, war ja nicht vorauszusehen.


    Gruss

    Ulrich

  • Hallo Melanie, du hast das entdeckt, was auch Guido Sklenar damals entdeckt hat. Das war der erste Schritt zum Freiluftkunstschwarm.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Marcus Göbel ()