Preisursache Wabenhonig

  • Hallo,


    mittels Suchfunktion konnte ich leider noch nichts genaues dazu finden. Ich würde nächstes Jahr gern Wabenhonig verkaufen und den Kunden dann auch erklären können, warum der so teuer ist. Ich habe gesehen, dass die Preise dafür bei 30 bis 60 Euro das kg liegen. Liegt das an dem hochwertigen Wachs, der da mit verkauft wird?


    viele Grüße,

    Jan

  • Die Kalkulation Honig + Wachs finde ich ein wenig seltsam. Daran liegt es wohl eher nicht.

    Preisbestimmend wirkt sicher der Mindertrag und der Verpackungsaufwand.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Und der Markt tut sein Übriges dazu. Du solltest aber vielleicht vorher wissen wo und zu welchem Preis Du ihn los wirst. Zahlen die Osteuropäer das wirklich?

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Richtig guten Wabenhonig bekommst Du eigentlich nur aus der Heide. Er lässt sich dann vom Stück schneiden und die Waben laufen nicht aus danach. Da ist der Preis gerechfertigt, da die Bienen sich richtig abackern und die Wabe komplett gebaut, gefüllt und verdeckelt werden muß und dann komplett an den Kunden geht.

    Obwohl 60 Euro ist schon happig, 30-40 Euro das Kilo finde ich angemessen und halte es so.

    Die Vorbereitung mit ganz schmalen Anfangsstreifen, das Verpacken, die Mühe und die Verluste der Bienen, das alles sind Argumente. Dann der so komplett andere Geschmack und das Besondere "wie direkt aus dem Bienenstock" zu naschen, das sollte an Argumenten reichen.

    Am Ende ist's eh Liebhaberhobig und oftmals kann man es auf Vorbestellung produzieren, wenn es nicht das Haupterzeugnis ist...

    Viel Erfolg, Rudi!

  • Die Nachfrage bestimmt den Preis. Du möchtest Leute überreden für das gleiche Produkt wie im Glas einen horrenden Preis zu bezahlen. Das wird nur mit ausgenommen guten Argumenten funktionieren. Das fallen mir keine ein.


    Bei Leuten die nach Wabenhonig suchen, brauchst du dir keine Gedanken machen, die zahlen das.

    Die Bevorzugung lokaler Produkte ist weder Nationalismus, noch Faschismus, noch Protektionismus, sondern ist nur ein Symptom von Intelligenz und Umweltverträglichkeit.

  • Bei uns im Ort verkauft ein Imker Waben aus dem HR direkt. Die sind dann mit Mittelwand, das stört die Kunden. Er nimmt 10 Euro das Kilo. Ob ich mir dafür die Mühe mache, weiß ich nicht. Vielleicht kann ich bei besonders schönen ohne Mittelwand 15 kriegen. Das wäre aber glaube ich schon das höchste der Gefühle und da mir ja quasi auch noch Honig verloren geht wegen dem naturbau erscheinen mit 15 zu wenig.

    Ich könnte ihm welche zeigen und 25 verlangen und dann auf 20 runter gehen oder ihn selbst essen, was denkt ihr? Heide gibt’s hier nichts aber das sehr ihr ja am Profil

  • Hallo JaKi,

    mit dem Gedanken trage ich mich auch schon zwei Jahre.

    Z.Z. bin ich dabei die angebotenen "Holzteile", in die die Honigwaben gebaut werden, mit meinem Wabenmaß in Übereinstimmung zu bringen. Ich weiß nochnicht wie das ausgehen wird.

    Wenn ich Honig verkaufe, dann kosten 500g im Glas 6,-€. Wabenhonig würde ich nicht unter 12,-€ für 500g verkaufen. Das wäre dann aber 100% Natur!!! Also keine vorgefertigten MWs, auch nicht als Anfangsstreifen (so wie ich es im Verkauf gesehen habe).

    Ich denke, dass ich im kommenden Jahr einen ersten Versuch starte.

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Richtig guten Wabenhonig bekommst Du eigentlich nur aus der Heide. Er lässt sich dann vom Stück schneiden und die Waben laufen nicht aus danach.

    Hm. Das klingt für mich so, als könnte man Melezitosehonig damit gut verwerten :/

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Liegt das an dem hochwertigen Wachs, der da mit verkauft wird?

    das liegt vor allem daran, dass Wabenhonig gar nicht so einfach ist, wie es aussieht. Der Mehraufwand vor allem bei den speziellen Wabenhonigsystemen ist enorm und der Minderertrag auch. Denn diese Spezialwaben werden von den Bienen gemieden bis es gar nicht mehr anders geht und dann ist die Tracht meist auch schon vorbei. Und dann hat man womöglich jede Menge halb ausgebaute Wäbchen, die man zu nichts gebrauchen kann. Wabenhonig ist in meinen Augen die Königsdisziplin, aber reicher als mit normalem Honig wird man damit garantiert nicht - man muss die gesamte Arbeit darum herum mögen.

  • Und dann hat man womöglich jede Menge halb ausgebaute Wäbchen, die man zu nichts gebrauchen kann.

    Doch! Zum Füttern.

    Das wird gerne genommen. ;)

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Ich liebe Wabenhonig! Wir haben einfach ungedrahtete Rähmchen (DNM) in der Mitte quer geteilt. Immer eine Wabenhonigwabe zwischen 2 normale Waben, die werden auch ausgebaut.


    Die ausgeschnittenen halben Waben wiegen immer etwa 1kg. Man kann sie gut aus den Rähmchen schneiden, die Zellen an den Rändern sind kaum befüllt. Wenn die Wabe im Ganzen verkauft wird läuft fast nichts aus.


    Man kann die Wabe auch teilen und in Dosen verpacken, läuft auch kaum was aus.

    Dateien

    • Wabe.JPG

      (427,24 kB, 161 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • Wabe1.JPG

      (221,25 kB, 158 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Wir machen Wabenhonig schon ein paar Jahre. Zum reich werden ist das auch für vermeintlich gutes Geld auch nicht. Wie geschrieben, viele Probleme, viel Arbeit, viel Risiko. Darum mehr Geld, trotz dass man ja nicht einmal schleudern muss. Wabenhonig mit Mittelwand geht eigentlich gar nicht. Die die Wabenhonig kennen, kommen nach dem Genuss dieser vermutlich nicht mehr. Die anderen, die man neu an dieses besondere Produkt heranbekommen hat, werden vermutlich auch keine Stammkunden.

    Also wenn, dann richtig, im Naturbau. Da fangen die Probleme dann auch schon gleich an.

    Die Damen sehen das meistens anders als der Imker. Da lernt man dann, warum die Imker das früher als tolle neue Errungenschaft zu schätzen gelernt haben, das mit den Mittelwänden.

    Im Gegensatz zu Rudi meine ich, dass andere Sorten auch guten Wabenhonig abgeben. Heide ist sicher lecker, aber die Geschmäcker sind nun mal verschieden, genauso wie unsere Kunden.

    Wer Waldhonig im Glas liebt, wird diesen in der Wabe auch nicht schlecht finden.

    Es ist halt ein Ergänzungsprodukt. Wer drei Sorten Honig anbietet, wird an der Haustüre vermutlich (bis auf die Leute die von selber danach fragen), nicht viel Wabenhonig verkaufen. Auf einem Markt mit viel Laufkundschaft sieht die Sache dann schon anders aus. Aber da steckt der Teufel im Detail. Der "Kunde" ist heute gewohnt alles jederzeit zu bekommen. Das ist ein sensibles Anfallsprodukt, das auch nicht ewig haltbar ist. Erst muss man die Leute an diese Spezialität heranführen und dann kannst Du das nächste mal oft schon nicht mehr liefern. Oder Du machst richtig viel und wenn Pech wie Korona dazu kommt, dann ist kein Markt. Sehr lange kein Markt. Und wenn es blöd läuft, kannst Du die schöne Arbeit im Deckelwachsschmelzer zurückveredeln. Am Besten immer frisch, immer in top Qualität, lieber geht er früher aus und schreibt dann für das nächste Jahr eine Bestellliste. Dann kann man in etwa die Mengen abschätzen. Türken, Russen und Araber sind die besten Kunden. Pollenallergiker und Öko- bewusste Menschen mit Kindern sind auch neugierige Erstkunden. Ausserdem sind auch Omi und Opi oft dankbar für die schöne Kindheitserinnerung.

    Eine appetitliche Verpackung ist auch sehr wichtig. Denn sonst kann man wirklich nur ganze Waben frisch verkaufen. Länger aufheben lässt eine Wabe nicht appetitlicher aussehen.

    Viel Erfolg

    Peter

  • Ich liebe Wabenhonig! Wir haben einfach ungedrahtete Rähmchen (DNM) in der Mitte quer geteilt.

    ich nehme dafuer KuntzschHoch Raehmchen (im Prinzip DNM-Hochkant) und teile diese in der Mitte.

    Anfang der Saison nutzen die Maedels das fuer Drohnenbrut (die ich ausschneide), aber am Ende der Saison ist da verdeckelter Wabenhonig auf neuem Naturbau drin.