Schleuder im August

  • Ahoi,


    Habe letzte Woche geschleudert und diese Woche ist das Wetter sehr stabil und es wird deutlich mehr eingetragen als die Wochen/Monate zuvor.

    Es stellt sich also für mich die Frage nicht direkt einzuwintern und Mitte August nochmal zu schleudern sofern das Wetter halbwegs stabil bleibt.

    Letztes Jahr hab ich das genauso gemacht - allerdings eher aus Zeitnot.


    Allerdings hab ich auch gelernt, dass ich jetzt eigentlich die Völker Winterfest machen sollte.

    Da ich hier nur Bruchstückweise was dazu gelesen habe würde ich gerne mal in die Runde Fragen was konkret dagegen spricht im August nochmal zu schleudern bzw. wer das praktiziert. Gerade die Waldtracht kommt wenn doch erst vergleichsweise spät und wär zum derzeitigen Zeitpunkt wohl kaum im Honigraum angekommen.

    Auch im Hinblick auf längere stabile Wetterphasen gegen Juli/August scheint aus meiner Sicht erstmal viel dafür zu sprechen entweder ein paar Wochen mit dem zweiten Schleudern zu warten oder eben nochmal abzuschleudern.

    In meiner Region gibts keine nennenswerte Tracht - allerdings scheinen sie ja was zu finden.


    Für die Varroabekämpfung würde mir dann immer noch Ende August/September bleiben. Habe hierzu auch den Nsssenheider horizontal - womit man meiner Meinung nach auch noch ganz gut mit geringeren Temperaturen (20+) behandeln kann weil er direkt an der Brut platziert werden kann und nicht zwingend eine extra Zarge und damit mehr Temperatur benötigt.

    Alles auschleudern werde ich nicht, da vermutlich auch nicht mehr alles verdeckelt wird - also dazu ca. 1-2 Wochen für die zusätzliche Futterabnahme rechnen 10-16kg je nach Reserven und Stärke.

  • Da ich hier nur Bruchstückweise was dazu gelesen habe würde ich gerne mal in die Runde Fragen was konkret dagegen spricht im August nochmal zu schleudern bzw. wer das praktiziert. Gerade die Waldtracht kommt wenn doch erst vergleichsweise spät und wär zum derzeitigen Zeitpunkt wohl kaum im Honigraum angekommen.

    DAS spricht dagegen!

    Zitat

    Für die Varroabekämpfung würde mir dann immer noch Ende August/September bleiben. Habe hierzu auch den Nsssenheider horizontal - womit man meiner Meinung nach auch noch ganz gut mit geringeren Temperaturen (20+) behandeln kann weil er direkt an der Brut platziert werden kann und nicht zwingend eine extra Zarge und damit mehr Temperatur benötigt.

    Wenn du so spät ernten willst, musst du vorher was gemacht haben, dass die Milbenlast bis dahin nicht so groß ist. Wenn nicht, dann werden die Winterbienen, die du dann erbrüten lässt den Winter nicht überleben und das Volk ist im Frühjahr hin. Die Milben müssen wenig sein, ehe das Volk die Winterbienen macht. Wer solche Spätrachten mitnehmen will, der muss vorher mit anderen Methoden die Milbenlast niedrig halten. Sonst hast du Honig von diesem Jahr, aber dafür von diesem Volk nix mehr nächstes Jahr.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Keine Vorstellung von den Trachtverhältnissen in der Eifel, aber Heideflächen sind dort wohl selten.


    Auch wenn sie noch etwas finden, dürfen sie ab Ende Juli nur für sich selbst sammeln. Das stärkt den Bien. Zur Not (bei starkem Trachteintrag) kann ein Honigraum im August auch untergesetzt werden. Sie tragen das dann hoch ans Brutnest.

  • Dem Wetter geschuldet herrscht bei uns zur Zeit noch gut Tracht. Vor allem viel Phacelia und Sonnenblumen. Deswegen werde ich dieses Jahr auch erst Mitte August abschleudern. Habe damit letztes Jahr keinerlei Probleme gehabt. Varroa-Behandlung ist bei mir erst ab Temperaturen unter 25 Grad drin, da sonst die Wirksamkeit des Präparats unter der Hitze leidet. Somit komm ich frühestens um den. 20. eher 25. August zum Behandeln.

  • Ich bin schon komplett durch mit ernten und schleudern. Habe sogar schon alles im Glas und ettiketiert.

    Behandlung ist bei einem Standort schon voll drin und am 30 behandel ich einen anderen Standort.

    Warte nicht zu lange mit der Behandlung damit du auch vernünftige Bienen hast die vernünftige Winterbienen aufziehen.

  • Also wenn ich auf richtige Spätracht (Heide, Wald, Buchweizen...) aus wäre würde ich wahrscheinlich folgendes machen:

    Befallsgrad vor Anwanderung zuverlässig bestimmen.

    Anwandern nur mit Völkern die im Befall unauffällig sind, den Rest sofort behandeln. Engmaschig monitoren, zur Not direkt in der Tracht TBE, nur mit Fangwabe ohne Oxalsäure.


    Damit solltest du Zeit bis September gewinnen. Da funktioniert der Nassenheider i.d.R. noch gut.

    Achtung: TBE mit Fangwabe drück schon recht gut den Befall. Wenn nicht direkt Brutfrei behandelt wird aber nicht genug bis zur Winterbehandlung. Ich habe wg. einem solchen Volk letzten Herbst Blut und Wasser geschwitzt, weil Ende Oktober plötzlich viel Milben gefallen sind.

  • Oder man arbeitet nach der Methode Teilen und Behandeln nach der Ernte vereinen.

    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Bei uns gab es einmal im August unerwartet nochmals Tracht. Weil ich im Juli eine TBE mit doppelter Fangwabenentnahme ohne Säureeinsatz durchgeführt hatte (Konzept gemäss Kleingartendrohn ), konnte ich problemlos noch etwas Honig ernten. Zugewartet mit der Behandlung hätte ich allerdings nicht. Man muss bedenken, dass jene Generation Bienen, die die Winterbienen aufziehen soll, bereits so gesund wie möglich sein muss! Ende August plus sechs Wochen (zwei Brutsätze) wäre bei uns deutlich zu spät! Ich finde (hier im Voralpengebiet) Ende Juli schon zu spät. Da würde ich lieber den Bienen ihren Honig gönnen …

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).