Frage zu zu nassem Honig

  • Moin,


    nein - ich habe noch keinen Honig-Kurs absolviert - das ist meine dritte Honigernte - Verzeihung, wenn dies Basiswissen sein muss.


    Ich habe die verdeckelte Ernte Stichprobenartig gemessen - 16-17 % - alles gut.


    Nun ist die 50 kg Ernte im Eimer - ich mische den einmal durch und messe nochmal - tja - 21 %.


    Natürlich bringe ich den nicht so in Verkehr.


    Auf Bieneundnatur las ich folgendes:


    "Ist der Honig schon geschleudert im Eimer und viel zu nass, kann man ihn einfach über ein Futtergeschirr den Bienen geben. Sie tragen ihn dann wieder in die Waben um, trocknen und verschließen ihn. Um den Bienen die Arbeit zu erleichtern, kann man ein Viertel Wasser zugeben und die Lösung verrühren. So können die Bienen das Gemisch einfacher lösen."


    Ich habe zwei Völker, die die TBE und Oxuvar-Besprühung schon hinter sich haben - aber ich gehe doch richtig in der Annahme, dass das o.g. Verfahren jetzt nicht mehr anzuwenden ist, da die Völker sich jetzt um die Winterbienen kümmern sollen.


    Richtig?


    Bleibt also nur das verflüssigen und zurückfüttern an die Völker?

    Met ist nicht so mein Ding - und ums Geld geht's mir auch nicht.

    Imkerei-Silberbiene

    Aus Freude an den Bienen / Honig aus Rotenburgs Gärten

  • Also ich an Deiner Stelle würde mal ein Glas einpacken und zur Kontrolle schicken, die haben die genaueren Messgeräte.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Du könntest ihn dem Großhandel verkaufen, die mischen ihn dann mit anderen Honig damit die Gesamtfeuchte unter 20% liegt und schon ist er wieder verkaufsfähig. Allerdings zahlen die eher schlecht, für Honig mit Markel noch weniger, denke ich.

  • Vor allem würde ich überlegen, wo der Fehler passiert ist. Es kann ja nicht sein, dass der Honig so gravierende Unterschiede im Wassergehalt hat, wenn du ihn nicht länger offen im feuchten Raum lagerst/bearbeitest.

    Der feuchteste Honig setzt ist im Eimer meist oben ab. Lässt man den Honig stehen (nach dem Durchrühren) und misst dann aus der oberen Schicht, dann bekommt man vielleicht so ein Ergebnis. Auch bei fehlender Temperaturberücksichtigung und verschiedenen Temperaturen bei Schleudern und jetzt, aber auch bei nicht ausgewogener Stichprobenauswahl. Kannst du Messfehler ausschließen/eingrenzen?


    Nachdem Umtragen und neu ernten nach der Behandlung besser nicht gemacht werden sollte (abgesehen vom Aufwand auch sonst), kannst du diesen Honig entweder durch Mischen mit trockenen Honig unter die 20%-Grenze drücken oder so weiterverarbeiten/lagern, dass es kein Problem mit dem Wassergehalt gibt. Du kannst ihn auch als Futter verwenden, wenn keine großen Honigtauanteile enthalten sind. Nur als Honig in Verkehr bringen scheidet mit dem Wassergehalt aus. Ansonsten könnte man den Honig auch noch nachträglich trocknen. Ideen dafür und Diskussionen dazu findet man auch hier im Forum.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ich werde nachher nochmal mein Refraktometer kalibrieren und genau nach Parametervorgabe messen - aber ich denke von der Konsistenz her ist es leider so.


    Ich habe den nicht anders gelagert als die letzten Male - im Keller - in verschlossenen Plastik-Eimern mit wenig Luft


    Erklären kann ich es mir gerade wirklich nicht - wir haben auch während des Entdeckelns immer mal wieder eine Spritzprobe gemacht....


    Aber irgendwo muss der Hase ja im Pfeffer liegen - ich finde den schon.


    Wie rase im Video schon sagte - scheint wohl ein verbreitetes Problem dieses Jahr zu sein - nur überraschte mich das halt, dass es mich traf, da die Proben optimal waren (habe ja sogar Bilder gemacht vor Stolz) - und jetzt sowas :)

    Imkerei-Silberbiene

    Aus Freude an den Bienen / Honig aus Rotenburgs Gärten

  • Ich messe deshalb auch immer zwischendrin den Honig, der aus der Schleuder kommt. Der Honig, der zuerst aus der Wabe kommt, fließt am leichtesten und hat den höchsten Wassergehalt. Also eher am Anfang einer neuen Schleuderrunde messen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Nur als Honig in Verkehr bringen scheidet mit dem Wassergehalt aus.

    Als Backhonig müsste doch gehen? Der darf doch 23% haben.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Ich habe am Sonntag zu feuchten Honig auf ein Volk zum Umtragen gegeben.

    Dieses Jahr war es komisch.

    4 Völker Carnica in Segeberger (eine rote, drei grüne Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • nimm eine Probeglas von Deinem Honig und gehe mal damit zu einem Kollegen. Dort messe Deinen Honig noch mal nach. Nimm Dein Refraktometer auch mit, dann hast Du dort einen realen Vergleich. Mir kommt der Unterschied zu 17% jetzt auf 21% extrem hoch vor, weshalb ich vermute, dass da mit der Messung was nicht stimmt.

    Egal wie es auskommt, stelle den Eimer möglichst kalt und entnehme dort den Honig für Deinen Eigengebrauch. Besser ist in Gläser abzufüllen und kalt oder eiskalt (Gefriere) zu lagern. Der Honig ist ja definitiv NICHT schlecht nur weil er 21% Wasser enthält.

    Jonas

  • Ich habe die verdeckelte Ernte Stichprobenartig gemessen - 16-17 % - alles gut.


    Nun ist die 50 kg Ernte im Eimer - ich mische den einmal durch und messe nochmal - tja - 21 %.

    Neben dem verdeckelten Honig findet man oft auch frisch eingetragenen Nektar. Der ist dann verantwortlich für den hohen Wassergehalt des geschleuderten Honigs. Den Feuchtigkeitseintrag kann man vermeiden, indem man die Waben vor der Schleuderung für 2 Tage in einem warmen und trockenen Luftstrom lagert, fürs nächste Mal.

    Für den jetzt zu nassen Honig habe ich keine Empfehlung.

    Gruß Ralph

  • Kann es denn sein, dass der Honig schon in der Wabe teilweise kristallisiert ist. Dann hättest du den trockenen Teil des Honigs noch in der Wabe und den nassen Teil geschleudert. Du wärst dieses Jahr nicht der Einzige dem dieses passiert.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)