Hummeln als Trachtindikatoren?

  • Bei mir blüht es im Flugkreis noch üppig. Auf zwei Schlägen mit Bienenweide gibt es reichlich Phacelia und Buchweizen. Beide duften intensiv. Daneben große Mengen Kornblumen.

    Alle diese Blühflächen werden intensiv von Hummeln und Wildbienen beflogen - aber von keiner einzigen Honigbiene.

    Meinen Bienen befliegen offensichtlich auch keine Alternativtracht. An den Fluglöchern kaum Betrieb, auf jeden Fall nicht der geschäftigte Flugverkehr, der für Trachtflug typisch ist.

    Die einzige Erklärung, die ich habe, ist, dass die Blühflächen so wenig Nektar liefern, dass die Bienen es nicht der Mühe wert erachten.

    Sind Hummeln so schlechte Trachtindikatoren? Befliegen sie selbst noch die schwächste Tracht? Man kennt das Phänomen ja von den Linden, unter denen in bestimmten Jahren in großer Zahl verhungernde Hummeln liegen.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Sie haben noch Honigräume drauf. Aber nur noch ein bis zwei und mit relativ wenig Honig. Es ist also nicht so, dass die Scheuern voll sind.

    Ich werde aber die nächsten Tage abernten und anfangen zu füttern, da die Bienen offensichtlich nichts mehr eintragen.

    Außer meinen Bienen sind aber noch mindestens 100 andere Völker im Flugkreis (u.a. von zwei Wanderimkern). Auch von denen sind keine Bienen in den Blühflächen.

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  • Ich habe jewals noch einen HR drauf, weil ich hier auch Bluehstreifen habe mit phacelia, Buchweizen, Kornblume ect. Soviel Hummeln wie sich dort tummeln habe ich noch nie gesehen. Ein Anblick unglaublich. Honigbienen sehe ich auch wie doll und verrückt. Trotzdessen werden aber auch hier die HR nicht wirklich voll. Einen Versuch war es wert. Ich Schleuder die Woche ab und füttere langsam auf. Woran es liegt? Vielleicht doch zu trocken? Oder die Hummeln sind schneller. :/:);).

  • Könnte das mit dem sozialen Informationssystem der Honigbiene zusammenhängen, daß faktisch wie ein Controlling wirkt? Hummeln setzen sich ja um diese Jahreszeit auf jede Blüte, die auch nur geringste Nahrungsmengen bietet. Ihr bestimmungsgemäßes Verhungern läßt sie dabei mehr Flugbenzin verbrauchen, als sie an den Blüten auftanken können.

    Eine Flugbiene würde solch unwirtschaftliche Flugstrecken nicht in Kauf nehmen, jedenfalls zu Hause keinesfalls begeistert davon vortanzen. Das einzige, was die Honigbienen unter Flugbenzinverlusten einholen, dürfte Pollen, ggf. auch Propolis sein. Aber sie haben dafür ja auch eine Tankstelle zu Hause im Unterschied zu Hummeln, Wespen, Hornissen & Co.

  • Könnte das mit dem sozialen Informationssystem der Honigbiene zusammenhängen, daß faktisch wie ein Controlling wirkt?

    Ja, das ist wohl auch das Ergebnis der Untersuchungen zu dem toten Hummeln unter Linden. Bienen arbeiten sehr viel effizienter und können anders als Hummeln zuhause auftanken, bevor sie losfliegen. Hummeln lagern nur sehr wenig Nekar ein und sind deswegen schnell vom Verhungern bedroht.

    Trotzdem hätte ich gedacht, dass die genannten Pflanzen wenigsten soviel Nektar liefern, dass sie von Bienen beflogen werden, auch wenn kein Nektar mehr eingelagert werden kann (Läppertracht eben). Aber es ist wohl so, wie Du es beschreibst: Da kommt nicht mal das Flugbenzin rum.

    Das hat dann auch mit der Entfernung von Stock zu tun. Das ist jeweils mehr als ein Kilometer.

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  • Moin, moin,


    das Bild kenne ich aus Kiel von Robinien: 40 bis 50 Bäume, Volle Blüte, Duft, 25 Celsiüsse, lauter Hummeln und die Bienen zu etlichen in einem kleinen Hartriegelbusch darunter am distalen Ende der Robinienböschung... In den Robinien keine zu sehen und kein zu hören. Die so 150 Meter von den Beuten. Dort kaum Flug.

    Entweder finden die halt doch nicht alles, oder sie mögen manches nicht oder es honigt manches nicht, auch wenn der Imker meint, es honige.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Um wieviel Uhr schaust du nach, ob Bienen im Buchweizen und der Phazelia sind?

    Ich habe festgestellt, das beide Pflanzen fast nur am Vormittag beflogen werden.

    Nach 12.00 Uhr ist dort tote Hose.

  • Ich habe einen Ableger in so einen blühstreifen geparkt. Der versorgt sich selbst ganz gut. Meine WV sind davon ca 1,3km entfernt, tragen lila Pollen ein aber eigentlich keinen Nektar mehr. Da wird evtl doch mehr verbraucht als mit nach Hause gebracht.