Was bin ich?

  • Hallo, alle Miteinander,


    ich habe ein Problem, und zwar zwei verschieden aussehende Bienen in einem Volk?
    Ich hatte ja schon von meinen Carnica/Buckfast-Mix berichtet, so sind sie auch in diesem Jahr sehr stark.
    Nur, ein Volk hat einmal den orangenen Ring und ca. die andere Hälfte komplett lackschwarze Hinterteile und auch der Brustkörper als wenn ein schwarzes Plättchen aufgeklebt wäre.
    Nun war ich der Meinung, eventuell habe ich zwei Königinnen, jedoch nach dem Durchsieben, eine Königin, ein Carnica- Prachtweib!
    Ein Brutnest wie es schöner und größer nicht sein dürfte, wenn die Entwicklung so weiter geht, werde ich einen dritten Brutraum aufsetzen müssen.
    Und nun erzähl mir einer, es gibt keine Völkerverständigung, wenigstens bei den Bienen scheint sie ja zu funktionieren.
    Aber welche Rasse hat sich da noch eingemogelt?
    Ich habe meinen Imkervater gefragt, der hatte mal was von der schwarzen Biene gehört, konnte mir aber nicht weiterhelfen.
    Auch hier konnte ich kein passendes Thema finden!
    Aber vielleicht kennt jemand von Euch.......??
     
    Ich wünsche Euch viele gesunde Bienen!


    Margret

  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste Erklärung ist, daß die Königin, die ja mehrfach begattet wurde, auf Drohnen verschiedener Rassen traf. Verbreitet bei uns ist Carnica, Buckfast und vereinzelt auch Ligustica und je nachdem wie die Verpaarung der Königin lief, kann es dann ganz schön bunt im Kasten aussehen.


    Das hat aber nichts zu sagen... nur die Cubital-Index-Fetischisten aus der Carnica-Zunft regen sich darüber auf :D


    Eine weitere Möglichkeit ist der Verflug der Bienen. Bienen sind nicht so standorttreu wie es in der Literatur beschrieben wird. Gerade wenn man beispielsweise ein rassereines Volk der grauen Carnica neben einem solchen der gelben Ligustica oder Buckfast stehen hat, wird man sich nach kurzer Zeit über das Auftreten einzelner Tiere des jeweils anderen Volkes im Kasten wundern.


    Also kein Problem im eigentlichen Sinn. Solange die Bienen friedlich, gesund und fleißig sind, dürfen sie aussehen was Mutter Natur auf der Farbpalette hergibt.

  • Hallo, alle Miteinander,


    Nachruf für zwei Carnica – Prinzessinnen aus allerbestem Hause.


    Vor drei Jahren fanden sie als unbegattete Jungfrauen und Geschenk den Weg zu mir.


    Es ergab sich dass sie nach wenigen unbeschwerten Tagen, bei einem Ausflug, die Opfer umherstreunender Rüpel wurden, vom Stamm der Buckfast, die in unziemlicher Art über sie herfielen.
    Verschämt und unauffällig schlichen sich die beiden Schwestern zu ihren Familien und wurden fortan nie wieder in der Öffentlichkeit gesehen.
    Um ihre Schande zu vergessen widmeten sie sich nur noch dem Aufwachsen ihrer Bastarde, die sich schon durch ihr Erscheinungsbild von der Allgemeinheit abgrenzten.
    Sie waren von grobschlächtiger Gestalt mit großen rotgoldenen Gürteln, oder nachtschwarz ohne Schmuck.
    Es war ihnen aufgrund ihrer fragwürdigen Herkunft nicht einmal eine Legimitation vergönnt.
    Als Entrechtete wurden sie in den großen dunklen Wald verbannt und ihrem Schicksal überlassen.
    In ihrer Hoffnungslosigkeit suchten sie Bestätigung beim Sammeln von Nektar und Pollen und erkauften sich schon als Jungvölker nach drei Monaten, mit einer Steuerabgabe von 29 und 34kg Honig das freudige Wohlwollen ihrer obersten Hüterin.
    Nach einem kurzen feuchten Winter bemühten sie sich schon sehr früh um die Aufzucht ihrer Nachkommen, so dass die Hüterin ihnen schon zeitig eine Erweiterung ihrer Unterkünfte gewähren musste.
    Somit beanspruchten sie doppelt so viel Platz wie inzwischen hinzugezogene Nachbarn von vornehmerem Blut.
    Durch ihre friedfertige Haltung gegenüber ihrer Hüterin qualmte sie ihnen selten ins Haus und der Kammerjäger kam auch nur einmal im Herbst, um dem wenigen Ungeziefer auf den Leib zu rücken.
    Aus Freude über die Vergrößerung ihrer Villa erhöhten sie ihrer Hüterin die Steuerabgabe auf 89 und 97kg Honig.
    So mussten sie über Winter nicht wieder in eine kleine Unterkunft,
    sonst wäre es wohl sehr eng geworden.
    Der Winter kam lange sehr kalt und feucht ohne Schaden anzurichten, und ging ohne Übergang in den Sommer über.
    Da sie wieder sehr aufmerksam waren, konnten sie sofort ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen, als die vornehme Nachbarschaft noch im Winterschlaf lag.
    So waren sie in der Lage, als einzige, bei Ultimo ihre Steuern noch einmal
    freiwillig zu erhöhen und lieferten 97und 109 kg Honig von bester Qualität.
    Bei der Lieferung einer neuen Wohnungseinrichtung wurde eine Schwester gefunden, dahingeschieden, ohne eine Vertretung zu hinterlassen.
    Auf der Suche nach mutmaßlichen Mördern wurde eine Hausdurchsuchung ohne Erfolg durchgeführt.
    Auch die zwangsweise Umsiedlung und Figurkontrolle mittels enger Gitter brachte keinen Fahndungserfolg.
    In ihrer Zurückhaltung stimmten sie auch keinen Klagegesang an,
    Eier für Nachwuchs wurde einige Tage vorher schon nicht mehr gelegt.
    Ein Ersatz vom Carnica Stamm ging durch Meuchelmord zugrunde.
    Am fünfzehnten Tag nach dem Tod der einen Schwester verschied auch die andere, auf die gleiche Weise.
    Es erfolgte eine Wiederholung der Fahndungsprozedur mit demselben Ergebnis.


    Soweit meine Erzählung ohne wissenschaftliche rassistische Wichtigtuerei.
    Über richtig oder falsch lass ich dann gerne noch mit mir Diskutieren.
    Ich gab je eine neue C-Kö. im Zusetzkäfig zum Volk, - beide jeweils am dritten Tag abgestochen, lagen auf dem Boden, sechzig Euro zum Teufel.
    Warum auch immer, ich hatte zwei superstarke weisellose Völker, aber sie benahmen sich nicht so wie man es erwarten sollte.
    Sie waren ruhig, friedlich, und ich das Gegenteil!
    Die letzte Brut war auch schon geschlüpft.
    Ich fuhr zu einem B- Züchter in der Nähe( der mit den Rüpeln) und er meinte ich soll noch einmal Durchsieben ob nicht doch Jungköniginnen vorhanden sind.
    Auch diesmal kein Erfolg.
    Kurzerhand füllte ich zwei Kunstschwarmkisten packte sie in den Keller und fuhr zu dem B-Züchter und holte mir zwei Königinnen und setzte sie gekäfigt dazu.
    Nach dem dritten Tag hängte ich jeweils die Königin in die Beute und ließ den Schwarm einlaufen, entfernte den Verschluss vom Zusetzkäfig und ließ sie die Königin ausfressen. Beide wurden angenommen, eine legte am sechsten Tag und die andere am zwölften Tag.
    Ich hoffe, dass ich würdige Nachfolgerinnen gefunden habe.
    Vielleicht können die reinrassigen aber in einigen Kreisen sehr unbeliebte Damen, an die m. E. guten Eigenschaften ihrer so verachteten Vorgängerinnen anknüpfen?


    Sorry, es ging nicht kürzer.


    Ich wünsche, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo zusammen,


    wenn das so weiter geht, muß Honigmayerhofer nach Hollywood, und Magret zur Buchmesse. :D 
    Schon erstaunlich welche Talente dieses Forum hervor bringt.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo, Matthias,


    ich bin entzückt über Dein Erstaunen, zeigt es doch das mein Beitrag Deinem kritischen Sachverstand standgehalten hat.
    Vielen Dank!
    Vielleicht bringt es die Zukunft das ich Franz Xaver ein Drehbuch schreiben darf, sollte es zu seiner Zufriedenheit ausfallen, kann ich ja ein gutes Wort für Dich einlegen.
    Bestimmt kann er Dein großes Wissen als Bastler und Tüftler für den Requisitenbau nutzen.
     
    Ich wünsche, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo Magret, an Deinem Beitrag merkt man, das Du aus dem gleichen Land wie der bekannte Schriftsteller Waldemar Bonsels stammst. Ahrensburg in der Nähe von Hamburg ist ja von Lauenburg nicht allzuweit entfernt. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Lothar,


    Danke für die Blumen, aus Deiner Feder dieser Vergleich, dass schmeichelt mir doch sehr.
    Es liegt einfach daran das wir hier oben im Norden noch in der Welt der Elfen und Wichte leben und der Wind und die Nebel unsere Freunde sind.
    Meine Mutter war ein absoluter Fan von Waldemar Bonsels und so wuchs ich mit Biene Maja und ihren Freunden auf.
    Auch meine Kinder wurden schon sehr früh mit Maja und Willi, den Elfen und Tieren aus „Himmelsvolk“ und „Mario“ zu großen Abenteurern.
    Es gab und gibt bei uns nicht viel Fernsehen, und wenn meine Enkel/Kinder und ich, es uns gaaaanz gemütlich machen, so mit Fensterläden schließen, Kamin an und viel Kekse und Kakao, dann schummeln wir uns in die Welt mit dem Sternenstaub und den Feen. Da treffen wir dann den Elf und Uku und Li und erleben ihr Leben und ihre Träume als sähen wir in einen Spiegel unserer Seelen. Wir haben auch beim Spazieren oder Pilze/Beeren sammeln, viele Bekannte aus den Geschichten wiedergetroffen und beobachtet. An jedem Steinhaufen sagen wir unseren Spruch auf aber die Gnome haben uns noch nicht eingelassen.
    Weil wir ja nicht immer die gleichen Abenteuer erleben wollten habe ich dann so einige Geschichten in Stichworten selbst konstruiert.
    Meine Kinder haben dann als sie Eltern wurden von mir die Bücher neu bekommen, weil ich mich von meinen alten Schinken nicht trennen kann, da die Ausgaben von 1926 sind, können, wegen der Schrift, nur noch Zauberer und Oberelfen diese Bücher lesen.
    Mein Sohn war dann der Meinung dass die Ausgaben gekürzt waren, weil doch viele Geschichten fehlten und seine Kinder ihm erzählten dass Oma noch viel mehr Abenteuer hat.
    Aber auch für Nicht-Kinder hat er z.B. die „ Indienreise“ geschrieben, eine Reiseschilderung mit der ganzen Faszination des unbekannten Landes und seiner Strukturen, aus der Sicht eines nie erwachsen gewordenen Menschen.


    Nun, eigentlich wollte ich jetzt keinen Roman schreiben….
     
    Ich wünsche, viele gesunde Bienen


    Margret