Frage zu Honigverordnung "brutfreie Waben"

  • Hallo zusammen,

    Ich finde in der Honigverordnung nicht die Definition der "brutfreien Wabe".

    Ist das:

    a) Eine noch nie bebrütete Wabe

    b) Eine bereits bebrütete, jedoch zum Zeitpunkt der Ernte von jeglichem Stadium von Brut (also Stifte, Larven, verdeckelte Larven/Puppen) freie Wabe?

    Interessante Frage, ich hatte immer "brutfrei" gelesen, aber an "unbebrütet" gedacht... weil ersteres für mich selbstverständlich war und ist , wie soll man sonst Gelee Royal, Maden und ähnliches im Honig vermeiden, bzw, wie will man sonst die Brut schonen???

    "durch Schleudern der entdeckelten, brutfreien Waben gewonnener(n) Honig" handeln muss.

    Geil, vor 20 Jahren galten mittelbraune Waben als das Nonplusultra im HR, dann kam das Internet, die Überlegenheit der Dadantimker über DN und Zander, und heute ist es sogar Pfui ein paar ehemals bebrütete Waben mitzuschleudern 😂👍

    Nöööö, im Bienen-Journal in diesem Jahr schreibt ein Herr Tritschler die Monatsbetrachtungem, ich Nebenerwebsimker, Bienenberater und BSV (Bienenseuchensachverständiger), der das sogar ausdrücklich propagiert. Er verwende am liebsten einmal bebrütete Waben im Honigraum (HR), weil die HR-Rähmchen sonst seiner Meinung nach beim Schleudern zu schnell zerbrechen....


    Und ich hatte mich schon gewundert, nun wird es mir klarer. Leider werde ich zur Heide nicht genügend bebrütete Waben zur Hand haben, nur dabei sind mir nämlich beim Schleudern Waben richtig kaputt gegangen.

  • Honig aus dunkelbraunen, ordentlich propolisierten Waben schmeckt hervorragend, besonders, wenn er schön lange drin war,am besten aus dem Vorjahr! (Das geht natürlich nur bei unbehandelten Völkern). Ich kann es jedem nur empfehlen, so einen Honig mal zu probieren.

    Ist vermutlich ähnlich wie bei dem Rotwein aus dem ollen uralten Eichenfass ggü dem aus dem Edelstahlbottich.

    Ich vermeide es, aus bebrüteten Waben zu ernten. Muss ich auch nicht, da eh auf Honig überwintere.

    Behandeln mit OXS mache ich nur nach der Bienenflucht zwischen HR (Winterfutter) und BR. Die Bienen sind im Frühjahr ganz schnell da oben und tragen um.

    Aber: In diesem Frühjahr habe ich eine Wabe aus dem HR abgeerntet. Der Honig war etwa 10 Monate in der Wabe. Hervorragend! Einmalig!

    Aber zurück zur Frage: Ja, bebrütete Waben kann man abernten und der Honig ist verzehrsfähig.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • brutfrei ungleich unbebrütet

    Kann ich mir nicht vorstellen. Es imkert nicht jeder mit Absperrgitter und dann kann man unbebrütet nicht sicherstellen, der Honig kann aber trotzdem in Verkehr gebracht werden soweit ich weiß.


    Abgesehen davon muss man finde ich nicht päpstlicher sein als der Papst. Es gibt Leute, die essen gerne Shrimps oder schlabbern gern rohe Austern; bei Larven, die ja nun auch nicht anders daherkommen als Shrimps und viel angenehmer sind als Austern, wäre die Konsistenz plötzlich eklig?

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Guten Morgen zusammen!


    brutfrei ungleich unbebrütet

    moniaqua , da brauchst du dir meines Erachtens nichts vorstellen, es ist rein von der stichpunktartig niedergeschriebenen Definition in obigem Beitrag schlicht so. :wink:


    Ich verstehe die generelle Thematik für mich so:

    1. Unbebrütete Wabe -> hier war nie Brut drin.

    2. Brutfreie Wabe -> hier ist (!) zum Schleuderzeitpunkt keine Brut drin.


    Mein Senf zum Thema:

    Imker kann und darf auch die im Eingangspost unter b) beschriebenen Waben schleudern und diesen Honig dann regulär vermarkten.


    Meine Erfahrungen zum Thema:

    Ich selber habe noch nie bereits bebrütete Waben geschleudert und vom Ästhetik-Aspekt her möchte ich das für mich auch nicht. Wohlgemerkt, Ästhetik spielt hierbei für mich die Rolle. Nicht Hygiene.

    Denn: Allein schon mehrfach genutzte Honigraumwaben werden irgendwann langsam dunkler und bei ausreichender Nutzung solcher Waben kriegt man auch fast reinen Rapshonig deutlich dunkler. Durch ... enthaltene ... Dinge. :wink:

    Drum lege ich Wert auf möglichst helle Honigraumwaben und sortiere auch die mir irgendwann zu dunklen aus bzw. nutze sie in Ablegern.


    Schöne Grüße

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Kann ich mir nicht vorstellen. Es imkert nicht jeder mit Absperrgitter und dann kann man unbebrütet nicht sicherstellen, der Honig kann aber trotzdem in Verkehr gebracht werden soweit ich weiß.

    Es geht ja nur um die Begriffsdefinition, da ist "brutfrei ungeich unbebrütet" durchaus richtig. Eine zuvor bebrütete Wabe kann ja wieder brutfrei sein, daher sind diese Begriffe schon verschieden. Und auch wenn ich mit Absperrgitter imkere denke ich schon, dass man zumindest brutfrei (ungleich unbebrütet ;)) sicherstellen kann - das sieht man ja. Und sei es indem Wabenteile mit aktueller Brut einfach ausgeschnitten werden.

  • brutfrei ungleich unbebrütet

    Kann ich mir nicht vorstellen. Es imkert nicht jeder mit Absperrgitter und dann kann man unbebrütet nicht sicherstellen, der Honig kann aber trotzdem in Verkehr gebracht werden soweit ich weiß.


    Abgesehen davon muss man finde ich nicht päpstlicher sein als der Papst. Es gibt Leute, die essen gerne Shrimps oder schlabbern gern rohe Austern; bei Larven, die ja nun auch nicht anders daherkommen als Shrimps und viel angenehmer sind als Austern, wäre die Konsistenz plötzlich eklig?

    Ich denke JaKi meint damit, das brutfreie Waben durchaus einmal bebrütet worden sein können, aber zum Zeitpunkt des Schleuderns keine Brut drauf ist.

    Bin nicht zart besaitet, 1/2 mal bebrütete Waben zu schleudern hätte ich keine Bedenken bzw. habe ich auch schon gemacht. Aber Larven möchte ich nicht Schleudern! Mechanisch dürfte der Aufprall an der Schleuderwand durchaus zu Verletzungen führen, was dann wieder den Inhalt der Larve in den Honig überträgt.
    Wir bei Honig-Proben auf Tierische Eiweiße geprüft?!?!

    Meins wäre es jedenfalls nicht.

  • Brutfrei heisst, das eine Drohnenbauwabe mit Honig gefüllt, nach dem Schlupf der letzten Drohne geschleudert werden kann.

    Wenn man an Bienenkiste, Körbe und Imkern ohne ASG denkt, hat man immer den Fall das Honig nicht nur in Jungferwachs gelagert wird.

  • ch verstehe die generelle Thematik für mich so:

    1. Unbebrütete Wabe -> hier war nie Brut drin.

    2. Brutfreie Wabe -> hier ist (!) zum Schleuderzeitpunkt keine Brut drin.

    Danke für die Lesehilfe - ich hatte das un übersehen :oops:

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Natur kennt keine Bürokratie.

    der Mensch erfindet Regeln um sich das Leben zu erleichtern (schwerer zu machen) bzw. um sich ein Korsett zu schaffen an das sich alle halten. Es stirbt wohl keiner an Honig aus bebrütetenden Waben oder? Oder gibt es hierzu Erkenntnisse die dazu führen, dass man es komplett verbietet?

    Andrerseits sollte man es nicht übertreiben und ich bevorzuge auch frisch ausgebaute Waben. Hab allerdings auch schonmal Honig aus ehemals bebrüteten Waben gekostet - und der schmeckte verdammt gut! ... Deshalb wird hier auch vermehrt auf imkerliche Praxis / gesunden Menschenverstand verwiesen.


    Finde es ein Stück weit übertrieben alles in genaue Definitionen zu packen. Genau da liegt die Problematik des modernen Menschen. Er versteht nicht, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.

    Aber in der Welt von 0 und 1 existiert eben keine 0,5.


    Irgendwo hört der Effizienz- und Definitionswille auch beim Imkern auf und endet in Skandalen. Siehe Fleischindustrie. Man will alles Hygienisch und getrennt bzw. effizient und erreicht das genaue Gegenteil, anstatt das einfach ein Metzger vor Ort schlachten darf müssen es große Fachbetriebe tun - da diese ja Economies of Scale aufweisen und kostengünstig hygienische Standards einhalten können *Hust.

  • Hallo Zusammen,

    ...

    b) Eine bereits bebrütete, jedoch zum Zeitpunkt der Ernte von jeglichem Stadium von Brut (also Stifte, Larven, verdeckelte Larven/Puppen) freie Wabe?


    ...


    Gruß. Thorsten

    Antwort b ist richtig !

    ... alle sagten das es unmöglich ist, .... bis einer kam der das nicht wußte