"Feinsieben"

  • Ich hätte eine Frage an erfahrene Imker zum Thema Honig sieben: ich besitze 2 konventionelle Siebe (Grobsieb und Feinsieb. Beide aus Metall). In den letzten Jahren bin ich damit gut gefahren. Honig Wassergehalt immer um die 17-18%. Dieses Jahr habe ich 15,5-16,5% und kriege den Honig nur schlecht gesiebt. Zum Teil ist er kristallisiert (im Frühjahr Raps und jetzt womöglich Melizitose, kenne mich mit dieser Sorte bisher nicht aus.). So an die 60-80 % des Wabeninhalts kriege ich durch schleudern heraus. Das Feinsieb verstopft aber zu schnell und es ist ein Kampf den man nur schlecht gewinnen kann (mit Löffel rühren, Raum erwärmen, mit Föhn arbeiten.). Deshalb habe ich heute den Honig nur durch Grobsieb gelassen. Eine Bekannte meinte erwärmen auf 40 Grad und dann durch Feinsieb. Mein Honig ist in 12,5 kg Eimern abgefüllt. Ich kann im Wasserbad nur einen Eimer erwärmen und der muss dort mindestens einen Tag drin stehen. Bei den voraussichtlich 15 Eimern die da zusammenkommen bin ich damit die nächsten 2 Wochen jeden Tag beschäftigt. Ein Albtraum. Auch die Tatsache, dass ich den Honig erwärmen muss. Habe ich bisher aus Prinzip nie gemacht. Die Frage ist auch ob er dann flüssig im Wasserbad nicht zu viel Feuchtigkeit zieht.

    Hätte jemand von Euch alten Hasen einen Vorschlag für mich, wie ich aus der Kiste möglichst wenig arbeitsintensiv und vielleicht auch ohne erwärmen herauskomme ? Reicht womöglich den grob gesiebten Honig abschöpfen (die Wachsteilchen sollen doch alle nach oben schwimmen) ?

  • Nach Aufrühren des "dicken" Restes im verstopften Sieb setzt es sich nach Absinken der aufgerührten Kristalle, Wachsteilchen etc. im Nu wieder zu.

    Ohne viel Technik und Wärmeeinwirkung hilft nur: Hobbock mit schlecht ablaufendem Sieb beiseite stellen, nächsten Hobbock mit neuem Sieb bis in das gleiche Stadium führen. Inzwischen ist das erste Sieb weiter abgelaufen, Rest auslöffeln (ohne zuviel aufzurühren) und in einen separaten Behälter füllen (Honiggläser, kleinerer Hobbock etc.) - später die Siebreste dann Abschöpfen bzw. gesondert weiterverarbeiten.

    Wenn auch das nicht funktionieren sollte: Nicht mehr so lange/scharf abschleudern und die Melezitose-Stöpsel lieber in den Wabenzellen belassen, bevor es in der Schleuder "hagelt".

    Die Melezitosewaben kann man von den Bienen ausfressen/umtragen lassen (ggf. mit Wasser einsprühen oder tauchen). Dazu gibt es verschiedene Methoden (z.B. unter den Brutraum setzen oder - mit Abstand (z.B. Leerzarge und an der Ecke umgeschlagene Folie) über den Honigraum.