Suche Rat zu Umgang mit Volk, dessen Kö weiter Vollgas gibt

  • Hallo zusammen,


    die Kurzversion: eines meiner Völker hat nach wie vor ein riesiges BN aber trotz Fütterung von 5kg Apiinvert direkt nach dem Abschleudern Anfang Juli keine nennenswerten Vorräte. Weiter Füttern?


    Die ausführliche Version:

    im Mai habe ich günstig ein kümmerliches Volk als Kunstschwarm übernommen, Es war sehr zäh ins Frühjahr gestartet und hat im Gegensatz zu anderen Völkern am Stand des Verkäufers keinerlei Frühtrachternte erlaubt (die war hier sonst sehr gut).

    In meiner Dadant-Kiste hat die Kö ab Anfang Juni Vollgas gegeben und hatte schließlich ein Bilderbuchbrutnest auf 6 BW+DR mit allenfalls winzigen Futterecken (5-6cm Schenkellänge).

    Anfang Juli, als die Linde durch war, habe ich aus 3 ausgebauten HR gut 15kg leider etwas feuchten Honig ernten können (war hins. des Schleudertermins gebunden). Ich habe direkt 4 Mittelwände gegeben und 5kg Apiinvert (unverdünnt) gefüttert. In dem Zuge habe ich auch den DR nocheinmal geschnitten (bei mir geteilt). Da in der oberen Hälfte noch reichlich Arbeiterinnenbrut war, aber erst mal noch drin gelassen. Das Futter war nach ein paar Tagen fast weg, ich habe dann die Futterzarge frei gegeben und die Mädels haben sehr schön sauber gemacht.


    Heute habe ich das Volk durchgesehen: die Kiste ist weiterhin knallvoll bei bestem Flugwetter nachmittags um 15 Uhr. Auch der Raum hinterm Schied ist voll (aufgekettet), teils hängen sie an den Unterträgern. Flugverkehr mäßig (gibt ja auch nix mehr groß zu holen).

    Das alte BN sieht aus, wie gehabt. Die 4 MW sind ausgebaut, eine ist zu mind. 1/3 mit Brut belegt, eine weitere ist angetragen aber nur sehr wenig.

    Der aussen hängende DR war in der unteren Hälfte halb ausgebaut und komplett bestiftet (oben AB aber auch die DZ unten) bzw. schon junge Maden in Futtersaft, dazu etwas Pollen und "Honig" (bei meinen anderen beiden Völkern am Zweitstandort sind die Drohnen weitestgehend abgetrieben). Ich habe den Rahmen nun dennoch entnommen, so dass das Volk jetzt, wie geplant, auf 10 Waben in den Winter gehen kann.


    Mein Problem (vielleicht ein Luxusproblem?): die 5kg Futter haben (bis auf die ausgebauten MW, ja...) keine sichtbaren Spuren hinterlassen und ich glaube kaum, dass die mehr als 1-2kg Vorräte haben. Dafür aber nach wie vor ein riesiges BN.


    -->Sofort nochmal Füttern? Ab Mitte der Woche soll es hier nämlich schon wieder usselig werden - und mehr als Läppertracht sehe ich hier nicht mehr.


    Im September will ich die grüne Kö umweiseln. Falls jemand ne 1A Heidebiene sucht...:rolleyes:

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Dranbleiben mit Füttern! Ich habe letztes Jahr in der Hoffnung, dass doch noch was an Honig rumkomme, bis zum letzten Moment zugewartet mit Füttern. Als Fast-Anfänger habe ich verkannt, dass ich zu lange gezögert habe. Die Folgen dieses Fehlers konnte ich im Spätsommer und anschliessend nicht mehr ganz gutmachen und ich habe sie bis etwa diesen Mai noch gespürt.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Hallo Waldi!

    Wenn kein Wald mehr kommt ist die Saison doch eh vorüber. Dann solltest du nun die Varroabehandlung im Blick haben und tätig werden. Ich würde eine TBE jetzt durchführen und in dem Zuge, falls gewünscht, machst du aus dem Volk 2 Völker. Warte nicht mehr zu lange, die Tage werden merklich kürzer, mit dem Stiften wird es schneller abnehmen als du denkst,

    Viele Grüße, Rudi

  • Hast du denn mal nach Milben geschaut? Manche Völker brüten ja auch gegen Milbendruck an, zumindest im Herbst.


    Weiter Füttern ist klar. Aber Milben müssten auch raus. TBE wie Rudi gesagt hat wäre da für mich die beste Option.

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für das Feedback! Werde morgen die restlichen 2,5kg Apiinvert füttern, die ich noch liegen habe und hoffen, dass die Sammelbestellung fürs (eigentliche) Winterfutter die Woche eintrifft.... Sonst muss ich selbst los.


    Zum Teilen/Verstärken: auf dem selben 2er-Bock steht ein etwas schwächlicher Ableger, den ich eigentlich regelmäßig mit kleinen Mengen Bienen aus den Völkern vom Zweitstand verstärken wollte (einmal ist das schon geschehen).

    Könnte ich diesen auch mit einer schlupfreifen BW aus dem Volk nebenan verstärken? Oder laufen die Pflegerinnen sofort zurück und melden, dass es nebenan schlecht verteidigte Vorräte gibt? Kann ich die BW mit ansitzenden Ammen vorher für ein, zwei Stunden separieren oder kühlt dann die Brut zu sehr aus?

    Mein Problem an der Stelle: die Völker auf dem Zweitstand haben das Brutgeschäft schon deutlich stärker zurück gefahren, denen würde ich die Bienen eigentlich lieber lassen.


    An gruselig hohen Milbenbefall glaube ich in dem WV, um das es hier geht, egtl. nicht: die TBE habe ich durchs Umwohnen als Kunstschwarm bei Übernahme de facto im Mai schon gemacht, in dem Zuge auch Oxalsäure gesprüht. Ist natürlich viel passiert seitdem und ich gehe nicht davon aus, dass ich die so in den Winter schicken kann! Aber auf der Windel hatte ich letzte Woche 1,6 Milben in 48h (da facto war es eine einzige, aber der Boden hat nur zu ca. 2/3 Gitter), aufsitzend kann ich keine sehen und auch keine verkrüppelten Arbeiterinnen.

    Aber das heißt bei einem Anfänger wohl nicht viel; die Puderzuckerdiagnose steht noch aus.


    Eine zweite TBE wollte ich dem Volk aber egtl. ersparen und werde dieses und ein weiteres Volk stattdessen im August mit MAQS-Streifen behandeln, einfach um auch das probiert zu haben. Da die Kö im September eh raus soll, erscheint mir das gerade bei dem in Rede stehenden Volk am sinnvollsten.


    Der Vollständigkeit halber: das dritte WV hat die TBE am Samstag hinter sich gebracht und wird nächstes WE mit Ox gesprüht - und dahin geht auch meine Tendenz beim Varroamanagement.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Zum Teilen/Verstärken: auf dem selben 2er-Bock steht ein etwas schwächlicher Ableger, den ich eigentlich regelmäßig mit kleinen Mengen Bienen aus den Völkern vom Zweitstand verstärken wollte (einmal ist das schon geschehen).

    Könnte ich diesen auch mit einer schlupfreifen BW aus dem Volk nebenan verstärken? Oder laufen die Pflegerinnen sofort zurück und melden, dass es nebenan schlecht verteidigte Vorräte gibt?

    Klar kannst Du mit einer auslaufenden Brutwabe(BW) verstärken, wenn Du das machst dann aber OHNE Bienen, nur die nackte BW! Aber, der schwächliche Ableger sollte schon so stark sein, das er die Brut auch wärmen kann!

  • Vielleicht sollte ich dann doch vorher erst nochmal mit ein paar Bienen vom Zweitstand verstärken.


    Wie viele Tage sollten da dazwischen liegen?

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Auch hier ein kurzes Feedback: bin wie oben beschrieben vorgegangen (erst 300-400ml Bienen aus zwei Völkern von nem anderen Stand über leere Futterzarge mit geöffnetem Zugang in den Ableger, drei Tage später die bienenfreie BW vom nebenstehenden Volk in die Mitte des BN gegeben).

    Letztes WE sah man an dem WV keinen Unterschied, die geben weiter Vollgas und haben Tracht. Wg. Wildbaus hinterm Schied (Lagerplatzmangel) hab ich da inzwischen das 11. Rähmchen mit MW gegeben 🤷🏻‍♂️.

    Dem Ableger hat die Aktion sichtlich gut getan. Ich füttere dort 2-3 Mal/Woche 1l Zuckerwasser 1:1, dass inzwischen über nacht verdampft. Ich hoffe, dass ich Sonntag eine weitere (6.) MW geben kann.


    Kurze Frage zur Fütterung des Ablegers: weiterhin "dünn, wenig, oft" oder auf Stärkesirup umsteigen?

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • P.S.: das starke WV hat in der Folge nochmal 2,5kg Apiinvert und 2kg Zucker als Sirup 3:2 (2kg Zucker+1,5kg Wasser) bekommen. Am WE drauf fand ich 2 volle, verdeckelte FuWa und fette Futterkränze auf weiteren 8 Waben. Insgesamt mindestens 12kg. Keine Ahnung, wo die das zwischenzeitlich gelassen haben. Aber sie sammeln hier offenbar auch noch ganz gut und die Kö hat ihr Brutgeschäft zumindest etwas heruntergefahren. Gefüttert habe ich das WV jedenfalls die letzten zwei Wochen nicht mehr, da warte ich jetzt erstmal, was die selbst noch eintragen...

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Einfach anhand des Gewichtes überwachen und die Beute einfach mal zu lassen.

    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.