Varroa 2020

  • Wir führen die OX-Träufelbehandlung ebenfalls Mitte-Ende Dezember durch. Eine weitere Störung der Völker bis zum Frühjahr findet geplant nicht statt (abgesehen vom Wiegen).


    Die Windeldiagnose schaffen wir kommendes Jahr wohl ab, weil 1) der in unserer Gegend massive, extremst oft starke bis stürmische Wind Milben wegweht, außerdem werden Blätter usw. in die Schubladen geweht, 2) Ohrkrabbler und Ameisen immer wieder in die Schubladen gelangen, 3) Nicht nur innenliegend, sondern auch wenn wir die Milben dann auf den Windeln zählen wollen, weht der Wind die Hälfte weg, 4) Das Händeling: 250 Milben oder so stehend am Volk zählen, und das bei allen Völkern, 5) Die Reinigung der Styroporteile (paar Pünktchen bleiben dennoch immer übrig, die wir erst mit Lupe von einer Milbe unterscheiden können).


    Aber der Hauptpunkt bei uns ist, dass die Ergebnisse der Windelanalyse durch verschiedene Faktoren bei uns in der Gegend verfälscht werden.


    Ohne Wind und an einem ruhigen, geschützten Platz würden wir vielleicht dabei bleiben. So aber wird im nächsten Jahr die für uns wahrscheinlich verlässlichere Puderzuckermethode getestet, die einen Wirkungsgrad von über 90% haben soll.


    Zu weiter oben - bisher sind uns an der Oxalsäure-Träufelbehandlung als Abschlussbehandlung noch keine Völker eingegangen.


    Schöne Grüße & allen "gesunde, dicke Winterbienen" - Matthias

    "Wenn du es eilig hast, gehe langsam". Lothar M. Seiwert

  • Es ist meine menschlicher Fehler, dass ich hier zum Nachdenken anrege....


    Man sollte man direkt bei Eintritt der Brutfreiheit behandeln.


    1) Der Schaden, den die Milbe bei den Bienen hinterlässt, wird je länger die Milben da sind, größer. Eine Milbe kann im Verlauf einige Bienen das Leben kosten. Also je eher behandelt wird, desto kleiner der entstandene Schaden. Desto stärker bleibt das Volk.


    2) je früher behandelt wird, desto kleiner ist der Schaden, desto weniger Schaden entsteht, desto weniger muss das Wintervolk frühzeitig wieder Brut anlegen um den Schaden auszugleichen. Manche Völker gehen gar nicht aus der Brut und da ist es um so wichtiger, die Milben aus dem Spiel zu nehmen. Sie kann sich auch in der Winterbrut vermehren.


    3) Frühzeitige Behandlungen vertragen die Völker besser, da einfach mehr Volksstärke vorhanden ist.


    Klar, müssen genug gesunde Winterbienen zum Winterbeginn da sein (Also müssen die vorherigen Behandlungen vernünftig sein. Aber warum soll ich meine Winterbienen durch die restlichen Milben, die sich zwar auf hoffentlich niedrigen Niveau bewegen, schädigen lassen? Sind die Völker behandelt, können sie milbenreduziert den Winter überstehen ohne das ich stören muss oder sie können auch wieder anfangen zu brüten.... Im Winter kommt es wohl weniger zu einer Reinvasion, die ein anderes Timing notwendig machen könnte.


    Es ist, als würde man bei einem Hund mit Milben oder Flöhen, erst abwarten, bis diese den Hund schwächen. Es gibt zwar immer wieder Leute, die erst sehr spät mit ihren Problemen zum Arzt gehen und dann gesagt bekommen, eine frühere Behandlung hätte einen besseren Erfolg gehabt. (Gerade bei den chronischen Erkrankungen oder Krebs, kann ein früher Behandlungsbeginn deutliche Erfolge bringen. )

    Es ist für mich nicht logisch eine späte Behandlung zu empfehlen.


    Vielleicht kann mir da jemand auf die Sprünge helfen?

  • Der Hund ist aber ein einzelnes Tier, auch wenn viele gerne vom Bien sprechen ist es ja doch ein ganzes Volk an einzelnen Insekten. Ferner lebt ein Hund ja nicht nur einen Winter und etwaige Behandlungen verkürzen in der Regel sein Leben nicht dramatisch - der Vergleich hinkt irgendwo.


    Ich hab nochmal nachgelesen: Immenreiner und Gerdes sprechen auch "nur" von der Behandlung in der Brutfreiheit, also kann das auch früher sein.


    Die Frage ist jetzt, was das Winterbienenleben mehr belastet: Die Varroa in dieser Zeit oder die Behandlung.


    Ich habe keine Ahnung.X/

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Die Frage ist jetzt, was das Winterbienenleben mehr belastet: Die Varroa in dieser Zeit oder die Behandlung.

    Die richtige Behandlung schadet dem Bien deutlich weniger als fortgesetzt dem Milbenstress ausgesetzt zu sein. Es kommt auf die Applikationsweise an und auf Brutfreiheit!

  • Hagakure


    Für dich mag der Vergleich hinken. Aber ich kann dir sagen, dass es keine Rolle spielt, ob es ein einzelner Körper ist, oder wie jetzt die Pandemie, viele betrifft. Es geht immer darum den Schaden so gering, wie nur möglich zu halten. Und wenn man am Anfang arbeitet, spart sich am Ende das Aufräumen.

    Es geht immer um rechtzeitiges Erkennen und Handeln. Handelt man zu spät, kostet es Leben.


    Ja, Brutfreiheit ist schön. Aber die wird nicht immer erreicht. Dann sollte man einen Plan B in der Tasche haben. Oder will man wirklich auf die Behandlung komplett verzichten, nur weil die Bienen nicht aus der Brut gehen? Das macht wenig Sinn, wenn man alle 12 Tage da neue gesunde Varroaweibchen mit ausbrütet.

  • Es geht doch hier nicht um das späte Behandeln aus Faulheit oder Nachlässigkeit sondern (wichtig !) um das warten auf die Brutfreiheit !

    Heute bei 17Grad zwei Völker angesehen- sie sind Brutfrei!

    Und nun?

    Mein Termin aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre: Behandlung so um Mitte / 20. November.

    Bis dahin wird’s nicht so warm, dass Brut in größerem Umfang angelegt wird.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Unabhängig davon, ob der Vergleich hinkt oder nicht, wollte ich nur nochmal klargestellt haben, ob ich lieber früher oder lieber später behandeln soll. Ich werde dieses Jahr definitiv tröpfeln und habe diesbezüglich keinen Plan B.


    Jetzt werde ich wohl eher früher als später tröpfeln, wenn das irgendwem mit Autorität/Erfahrung missfällt, der möge bald aufstehen oder bis zum nächsten Winter schweigen.;)


    PS: Ihr macht mich mit diesem Hinweis auf die "Applikationsweise" (ihr wisst schon welche) ganz wuschig.:huh:

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • (...)


    Es ist für mich nicht logisch eine späte Behandlung zu empfehlen.


    Vielleicht kann mir da jemand auf die Sprünge helfen?

    Meinem Kenntnisstand nach verringert die Oxalsäure-Träufelbehandlung massiv die Lebenszeit der Bienen ab dem Einsatz-Zeitpunkt.


    Dann führt die Behandlung zum Beispiel dazu, dass pro Tag 50 Bienen tot aus der Wintertraube fallen.


    Je kleiner die Traube, um so schwerer können die Bienen die zum Überleben notwendige Temperatur erreichen. Das heißt, je später der Behandlungszeitpunkt (innerhalb der brutfreien Zeit), um so stärker bleibt die Wintertraube, um so besser überlebt das Volk.


    Die Varroa-Belastung spielt hier denke ich (noch) nicht so eine starke, belastende Rolle. Und zwar, weil die Bienen gut behandelt mit der Sommerbehandlung, von gesunden Pflegebienen großgezogen wurden und selber entsprechend gesund sind und eine nur sehr geringe Varroalast herrscht.


    Vermehren kann sich die Milbe nun nicht, weil: Brutfrei. Das heißt, es sitzen vielleicht 50-100 Varronen auf den Bienen verteilt im Volk - das macht nicht viel aus bei Einwinterungsstärke mehr als 5000 Bienen. Die Träufelung dann reduziert diese Varronen nochmals auf ein Maß, dass die Bienen und der Imker für lange Zeit Ruhe haben.

    Ja, Brutfreiheit ist schön. Aber die wird nicht immer erreicht

    Genau, und hier stellt sich die Frage nach dem "Warum?". In einem Beitrag habe ich gehört, dass das oftmals bei Völkern passiert, die im Spätsommer eben nicht effektiv gegen die Milbe behandelt wurden.


    Diese Völker konnten im Spätsommer/Altweibersommer keine gesunden Pflegebienen aufziehen. Die dann gesunde Winterbienen aufziehen hätten können. Nein, die schlüpfenden Bienen haben einen "Knacks" durch die Varroa mitbekommen, und so wird durch ständiges Weiterbrüten versucht, gesunde Winterbienen zu erschaffen. Das misslingt aber, weil die jeweils neue Brut immer aufs Neue mit der Milbe verseucht wird. So kommt es zu keiner brutfreien Phase, und die Belastung bleibt im - dann dem ganzen Winter kurzlebigen - Bienenvolk, das dabei immer kleiner wird und im Frühjahr leer ist (kranke Bienen verlassen das Volk).


    Soweit die Erklärung die ich gehört habe (und in meinen Ohren plausibel klingt), ob das fachlich korrekt ist, weiß ich nicht.


    Schöne Grüße - Matthias

    "Wenn du es eilig hast, gehe langsam". Lothar M. Seiwert

  • Meinem Kenntnisstand nach verringert die Oxalsäure-Träufelbehandlung massiv die Lebenszeit der Bienen ab dem Einsatz-Zeitpunkt.

    Das halte ich für Unfug und deckt sich nicht mit meinen Beobachtungen. Ich habe im letzten Jahr meine Völker Angang Dezember mit Oxybee nach Anleitung geträufelt und danach keinen verstärkten Totenfall gehabt. Selbst das eine Volk welches Ende Novermber fast komplett auf dem Boden lag (massiver Totenfall vor Behandlung) und danach nur eine Handvoll Bienen war mit Königin hat danach keinen Totenfall gehabt und lebt heute noch. Und die Völker sind stark aus dem Winter gegangen.

    LG Reinhard

  • Ich halte das nicht für Unfug. Oral aufgenommen, belastet OS die Bienen. Das ist unstrittig und auch der Grund dafür, nur 1x träufeln zu dürfen, wogegen Dampf ohne Schädigung auch mehrfach angewendet werden kann.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo zusammen, wenn man aus welchen Gründen auch immer, jetzt eine hohe Varroabelastung hat, kann man dann nicht eine Behandlung trotzt vorhandener Brut machen um die Belastung bis zur Brutfreiheit zu überbrücken?

    Sorry, möglicherweise blöde Anfängerfrage.

    Grüße Grete