Varroa 2020

  • Träufeln besser später wie früher, weil es die Haltbarkeit der Winterbienen herabsetzt.

    MIr hat ein Kollege geraten, so früh als möglich (bei Brutfreiheit) zu behandeln.

    Dann sind die Varroen früher weg und zehren nicht am Fettkörper der Bienen.

    Dafür müssen die Bienen länger nach der Oxalsäure überleben.


    Weiß jemand genauer was mehr schädigt?

    Gibt es vergleichende Betrachtungen?

  • Also mein Bauch sagt mir, bedampfen ist schonender!

    Ich palne die Behandlung um Weihnachten rum.

    Da haben wir meist 8-12 Grad hier :(

    Richtig kalt, wenn überhaupt erst ab Jänner und da muss ja alles erledigt sein, da das neue Erntejahr begonnen hat.

  • Wer ist denn die "einfach Imkern Ecke" und hat sie tatsächlich die Macht eine solche Entscheidung, ob pro oder contra, durchzusetzen?

    Hallo, im "Einfach Imkern 2011" war es noch brandgefährlich und wäre schlechter als träufeln. 2020 ist es das beste was es gibt. Seine Lebenpartnerin hat im neuen Bienenjournal das verdampfen als beste Herbstbehandlung angepriesen, aber leider verboten..... Wenn man aber immer dagegen gemotzt und vor den Gefahren gewarnt hat, kann man nicht erwarten, dass so was von heute auf morgen zugelassen wird.

    Bis bald Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Wer ist denn die "einfach Imkern Ecke" und hat sie tatsächlich die Macht eine solche Entscheidung, ob pro oder contra, durchzusetzen?

    Hallo, im "Einfach Imkern 2011" war es noch brandgefährlich und wäre schlechter als träufeln. 2020 ist es das beste was es gibt. Seine Lebenpartnerin hat im neuen Bienenjournal das verdampfen als beste Herbstbehandlung angepriesen, aber leider verboten..... Wenn man aber immer dagegen gemotzt und vor den Gefahren gewarnt hat, kann man nicht erwarten, dass so was von heute auf morgen zugelassen wird.

    Bis bald Marcus

    Da bin ich bei dir. Es hätte ja sein können, dass er darüber hinaus in irgendeiner beratenen Kommission sitzt.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Also mein Bauch sagt mir, bedampfen ist schonender!

    Das sagt nicht nur der Bauch, sondern auch die Wissenschaft. Der wesentliche Unterschied besteht wohl darin, daß beim Bedampfen OX nur äußerlich den Bienen anhaftet -> mechanisch abgeputzt werden kann, beim Träufeln jedoch die Bienen gegen ihren Willen und Instinkt gezwungen werden, mit der zuckrigen Trägerlösung OX auch als Wirkstoff in ihren Verdauungstrakt aufzunehmen und dadurch selbst bei richtiger Dosierung v.a. subletale Schäden erleiden (Verkürzung der Lebensdauer, Verlust kognitiver Fähigkeiten und von Leistungsfähigkeit, Verätzungen in Verdauungs- und Ausscheidungsapparat).

    Quellen dazu sind bspw. die bekannten Flächenversuche der Fischermühle und die Dissertartion von Dr. Saskia Schneider:

    https://docplayer.org/20888624…erhalbjahr-2000-2001.html

    https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/5556

  • Jetzt isses doch egal. Sobald die brutfrei sind kommt die Weiterbehandlung.

    Ich muss gestehen, dass ich da auch verunsichert bin. Die Völker sind alle noch in Brut, schleppen massig Pollen an. Ich habe genau wie ingrid Völker, die trotz TBE Mitte Juli und bis Anfang Oktober im Monitor unauffälligen Gemülldiagnisezahlen dann nochmal richtig hoch gingen. 2 schmeißen nach Sublimation mit Oxamat noch 450Milben in 72 Stunden runter.

    Wenn die noch brüten, landen all diese Milben in den immer weniger werdenden Brut Zellen.

    Das erzeugt in mir Unbehagen, und ich mache mir da schon die Mühe, das mit einigen wenigen Behandlungen nochmal zu drücken bis zur Winterbehandlung.

    Ob das unbedingt nötig wäre, weiß ich aber nicht, denn ich hab mich noch nicht getraut, so etwas auszuprobieren.

    Und da wo ich lebe, sind die Winter meist so mild, dass ich bedampfen kann zur Winterbehandlung. Sollten die Zahlen vorher deutlich < 0,5 Milben/Tag liegen, behandele ich gar nicht. Damit habe ich auch gute Ergebnisse gehabt.

    Sollten die Fallzahlen nach Sublimation zu hoch liegen, habe ich mit der Sublimation die Möglichkeit, zu wiederholen. Für mich ist das, gepaart mit der Verträglichkeit, ein deutliches Argument gegen Träufeln.

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Und da wo ich lebe, sind die Winter meist so mild, dass ich bedampfen kann zur Winterbehandlung.

    Schön für Dich, aber der "tenor" hier war doch: "Wenn es warm genug ist für bedampfen dann bedampfen, aber wenn es zu kalt dazu ist dann träufeln", wenn es aber länger zu kalt für bedampfen ist, dann sind die Bienen meist irgendwann auch brutfrei.... ;-) - oder steh ich jetzt auf dem Schlauch? OK, es gab noch die Fraktion die nicht bedampft weil es in Deutschland illegal ist.

    (Oder zählst Du auch jede Woche Varroen, den ganzen Winter über?)

  • Ich habe mit vielen Imkern gesprochen, die OX einsetzen. Bei der Restentmilbung wendet nur noch eine Minderheit das Träufelverfahren an. Von Völkerverlusten durch das Bedampfen habe ich noch nie gehört, von Verlusten durch das Träufeln vereinzelt schon.

    Die Außentemperatur beim Bedampfen ist m.E. nicht entscheidend. Es wird immer wieder berichtet, daß die Bienen aufsummen und offenbar die Wintertraube auflösen: Während der Bedampfung und für einige Minuten danach ist eine deutliche, summende Aktivität hörbar und unter der Folie auch sichtbar. Vermutlich löst die kurzfristige Änderung der Umgebungsbedingungen (Temperaturanstieg durch Bedampfungseintrag) entsprechende Fächel- und Putzaktivität aus. Ich habe Bedampfungen bei geöffnetem Flugloch beobachtet und dabei ein rhythmisches "Ausatmen" des Bien, der im Abstand von wenigen Sekunden OX-Dampf aus dem Flugloch hinausfächelte. Um solche Effekte zu bewerkstelligen, muß sich die Wintertraube auflösen, sonst wäre das dafür nötige Flügelschlagen nicht möglich. Das geschieht auch bei typischen Dezembertemperaturen von unter 5 Grad C.

  • Ich frage meine Gesprächspartner nach ihren Methoden und sichere ihnen Vertraulichkeit zu. Nach meinem Überblick schätze ich, daß mindestens 3/4 der Befragten Erfahrungen mit OX-Bedampfung hat.* Die Träufelmethode wird nur noch bei einer deutlichen Minderheit der Befragten verwendet. Oft sind dies sehr alte Imker, die sich keine neue Ausrüstung mehr anschaffen wollen, manchmal auch von den noch frischen Belehrungen/Strafdrohungen eines Grundkurses geleitete Jungimker.

    Die Jahresumfragen vom BI Mayen zur Bienengesundheit sehen ja seit mehreren Jahren das Ankreuzen verschiedener Varroabekämpfungsmethoden vor, u.a. auch die Bedampfung mit OX. Leider bekommt man zu den einzelnen Behandlungsmethoden nie eine zumindest zahlenmäßige Auswertung zu lesen - obwohl sogar eine regionale Auswertung nach Postleitzahl möglich wäre (die nämlich wird zum Schluß auch abgefragt).


    *I.ü. braucht man sich nur die Verkaufszahlen einschlägiger Verdampfersysteme im Imkerfachhandel oder im I-net anzusehen, um die massenweise Verbreitung der Bedampfung zumindest abschätzen zu können.

  • Interessant aber auch die These von Alfranseder warum Bedampfen keine Gabe von Tierarzeneimitteln ist, da der Staub ja nur auf dem Haarkleid liegt und auch von der Milbe nicht aufgenommen wird:

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