Varroa 2020

  • rase: Nicht alles, was auf den ersten Blick einfacher erscheint, ist es auch, v.a. umfassend bzw. langfristig gesehen. Z.B.:

    - Was macht der Imker mit der (befallenen) Brut (Arbeitsaufwand, Tierethik...)?

    - Über die Umkehr des Ausleseprinzips bei der Weiterzucht von Milben müssen wir an dieser Stelle nicht erneut diskutieren (Bestenauslese bei Tierarzneimitteln (TAM), Schlechtestenauslese bei Brutentnahmeverfahren ohne TAM).

  • Der Kommentar bezog sich auf 'manche Kollegen blockbehandeln alle x Tage' - ich finde halt persönlich, das geht langsam in eine Richtung, wo es von guter imkerlichen Praxis nicht mehr gedeckt ist.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Tierethisch, aber auch von der Rückstandsproblematik her sehe ich persönlich keinen signifikanten Unterschied zwischen vorschriftsmäßiger AS-Behandlung und z.B. OX-Block zur Abdeckung eines Verdeckelungszyklus. Schlechter wären m.E. mangels imkerlicher Vorüberlegung nicht konsequent zu Ende geführte Maßnahmen, nur um die Maßnahme kurzfristig erneut zu starten oder wieder eine vermeintlich bessere Maßnahme zu beginnen oder gar, um bloß "auszuprobieren" (auf Kosten der Bienen).

    Gute imkerliche Praxis beginnt zuallererst mit Fachwissen und gedanklicher Vor-Anstrengung, bevor man Entscheidungen zu imkerlichen Maßnahmen trifft. Und (wie ein berufsimkerlicher Vereinskollege hier sagt): Erst denken, dann handeln; aber wenn in ein Volk eingegriffen wird, dann richtig (und nicht inkonsequent). Das sind wir uns sicher einig rase.

  • Im Randbereich von Berlin haben wir ein durchgehendes Trachtband, das mit den frühblühenden Bäumen beginnt und mit der Winterlinde endet. Eine TBE nach dem Raps ist daher nicht sinnvoll. Ich gehe deshalb einen anderen Weg: Kontrollierte Winterbehandlung.

    Im Dezember wird mit OS behandelt und dann der Varroatotenfall der folgenden 14 Tage ausgezählt. Anhand des Gemülls wird bewertet, ob das Volk viel Brut, wenig Brut, keine Brut hat. Davon abhängig wird festgelegt, ob eine zweite Behandlung nötig ist und im Anschluss durchgeführt wird.

    Nach der zweiten Behandlung wird wieder der Varroatotenfall ausgezählt und bewertet. Außerdem wird aus den Varroatotenzahlen der ersten und zweiten Behandlung eine obere Grenze für die Restmilbenzahl abgeschätzt.

    Falls die Restmilbenzahl über 50 liegt, muss eine weitere OS-Behandlung erfolgen.

    Auf diese Weise werden die Völker kontrolliert entmilbt und bis zur Sommerbehandlung ist dann Ruhe. Dieses Verfahren hat sich seit 2014 bewährt.

    Die pdf mit der Herleitung der Berechnung der Restmilbenzahl kann ich hier leider nicht direkt anhängen, früher ging das. Deshalb anstelle der pdf ein Link auf die pdf.

    https://drive.google.com/file/…K3RTeo6l/view?usp=sharing

    Gruß Ralph

  • muss eine weitere OS-Behandlung erfolgen.

    Auf diese Weise werden die Völker kontrolliert entmilbt und bis zur Sommerbehandlung ist dann Ruhe.

    Wie verabreichst du die OS im Winter? Und machst du dabei im Sommer noch die Sache mit den Fangwaben und ohne OS?

  • Wie verabreichst du die OS im Winter? Und machst du dabei im Sommer noch die Sache mit den Fangwaben und ohne OS?

    Ich verabreiche die OS nicht durch Träufelung. Im Sommer mache ich die Völker brutfrei und behandle 2mal mit OS. Das beschreibe ich im Folgenden.