Varroa 2020

  • Von richtiger Liebe ist beim Stockholmsyndrom keine Rede, denk ich.

    Doch eher ein Anpassen und sich mit den Gegebenheiten arrangieren und glauben, es gehe allen gut damit, trotzdem immer auf der Suche nach einem Ausweg.

    Also doch wieder wie mit der Varroa.

  • ...Wenn es diese Parasiten nicht geben würde, wäre das Imkern sicher um einiges einfacher. Könnte mir viel Arbeit mit Selektion, Entmilbung, Infektion, Auszählung, Milbenbegleiterscheinungen wie Viren usw. ersparen. Das sehe ich als Problem.

    Und wie lang ist der Weg bis zur Problemlösung etwa noch, vor dem Hintergrund des hohen Auswandes dazu in Wissenschaft und Praxis?

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Manne, ich glaube, das wird dir kein Ernsthafter irgendwie beantworten wollen können.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Von richtiger Liebe ist beim Stockholmsyndrom keine Rede, denk ich.

    Gibt es wohl unterschiedlich. Ich habe zumindest schon von beiden Versionen gehört; paradox ist es allemal.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Hallo Manne !


    Ist das für dich überhaupt relevant? Du hast ja deine Selektionsarbeit schon erfolgreich gemeistert, oder? Weil deine Völker überleben doch schon ohne Behandlungen, oder?

    :wink:


    Und ich stimme dem d2dum zu: es dauert sicherlich noch einige Zeit. Die ersten Völker mit deutlich reduziertem Milbenbefall gibt es aber schon. Alleine die Reproduzierbarkeit lässt noch zu wünschen übrig. Aber auch da gibt es Fortschritte.

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ich will mal kurz über meine Beobachtungen dies Jahr berichten, falls es von Interesse ist.


    Ich rede zuerst mal nur über TBE Völker, nicht über irgendwelche Minis mit Bayvarol oder Ableger mit früher brutfreier OXS Behandlung.


    Ausgangssituation 1:

    TBE am 14.7.2020, OXS Sprühbehandlung am 21.07.2020, ca. 20 Völker.

    Alle Völker wurden von DNM (1.5) auf Dadant gesetzt, es kamen also keine Fangwaben zum Einsatz.

    Ich habe jetzt Windeln runter geschoben und nach 48 Stunden mal ausgezählt.


    Ergebnis:

    3 Völker haben 0-0,5 Milben pro Tag,

    2 Völker haben +-50 Milben/Tag,

    der Rest irgendetwas zwischen 5-15 Milben pro Tag.


    Alles, was über 2-3 Milben am Tag ist, finde ich verdächtig, insofern bin ich nur mit 3 Kisten zufrieden, und die Ausreißer machen mir Sorgen.


    Ausgangssituation 2:

    Ich habe 6 Völker von Kuntsch Hinterbehandlung auf DNM gesetzt, allerdings nicht auf MW, wie in Ausgangssituation 1, sondern auf Leerwaben.

    Das war zwischen dem 21.7 und 25.7.

    Sieben Tage später wurden diese Völker mit OXS bedampft.


    4 der 6 Völker habe ich auch mit Windeln überprüft, alle zeigten einen Milbenfall von 0-0,5 Milben pro Tag.


    Ich frage mich also im Moment, ob das Bedampfen möglicherweise besser funktioniert als das Sprühen.


    Ausgangssituation 3:

    Zwei Völker hatten im Mai eine TBE, weil die auf Teufelkommraus schwärmen wollten.

    Die saßen also schon auf Dadant.

    Denen habe ich Mitte Juli, als das Wetter gut passte, einen Nassenheider aufgesetzt.

    Es fielen nicht sonderlich viele Milben, und so hatte ich die Sorge, dass die Behandlung nicht funktioniert haben könnte.

    Tatsächlich fallen bei denen aber auch aktuell überhaupt keine Milben.


    Ausgangssituation 4:

    Wieder TBE, wieder OXS gesprüht.

    Bei diesem Volk hatte ich tatsächlich eine Fangwabe. Aus Gründen von Schusseligkeit habe ich diese Fangwabe vergessen - bis ich jetzt auch hier die Windel ausgezählt habe.

    Genau genommen habe ich da nicht gezählt, weil alles schwarz war mit Milben.

    Interessant zu sehen, was eine Fangwabe, die man vergisst, ausmachen kann, völlig losgelöst von Brut entfernen und OXS sprühen.

    Interessante Nebenbeobachtung: Das Volk ist extrem unruhig, Futterabnahme ist OK, aber nicht so gründlich (die putzen die Futterkammer nicht so sauber, wie die anderen Völker). Das waren auch die ersten Anzeichen, die mir ins Auge gesprungen sind, weil es eine deutliche Abweichung von den anderen Einheiten darstellte.


    Wenn ich irgendwo die Zeit hergezaubert bekomme, will die Ergebnisse noch mal mit einem Alkoholtest validieren.


    Fazit, im Moment:

    Ich habe die TBE dieses Jahr bewusst etwas nach hinten geschoben, vom ~20.6. rund drei Wochen später auf Mitte bis Ende Juli.


    Auch Mitte, Ende Juli reicht die Zeit aus, dass die Völker sich neu sortieren und aufbauen.

    Allerdings sind trotzdem auch bei dieser Variante wieder mehr Milben in den Völkern, als ich gut finden will.


    Es gibt einzelne TBE Völker, die mit 50+ Milben/Tag so stark belastet sind, dass ich das nicht bis zur Winterbehandlung schleppen möchte. Es gibt ein weiteres TBE Volk, wo mir vor der Windelzählung aufgefallen war, dass es offene Brutzellen und DWV Bienen gab. Das verstehe ich eigentlich überhaupt nicht. Diese haben zwei Bayvarol Streifen bekommen. Insofern war hier der Milbenfall auf der Windel ohne Aussage.


    Ich frage mich auch, ob es ein Messfehler ist, dass die bedampften Völker so viel weniger fallen lassen als die besprühten Völker.


    Was ich auch nicht einschätzen kann, ist ob die Völker mit 5-15 Milben/Tag auch gefährdet sind, oder ob ich das hinnehmen kann.


    Insgesamt bleibt das Milbenmanagement ein nervenaufreibendes Geschäft.

  • Die Applikation von OXS Staub halte ich für substanziell besser als von gesprühter Lösung. Ich erkläre es mir über die lokal höhere Säurekonz.: 5,7 %ige Lsg. versus 100%iger Feststoff, der in geringen Mengen appliziert wird, jedoch lokal hochwirksam ist (Haftlappen der Varroafüße). Zudem warte ich mit der OXS-Behandlung nicht so lange, auch wenn sie bauen müssen erfolgt die nach spätestens 5 Tg.


    Trotz der bisher relativ geringen Last müssen wir genau hinsehen!

  • ...Wenn es diese Parasiten nicht geben würde, wäre das Imkern sicher um einiges einfacher. Könnte mir viel Arbeit mit Selektion, Entmilbung, Infektion, Auszählung, Milbenbegleiterscheinungen wie Viren usw. ersparen. Das sehe ich als Problem.

    Und wie lang ist der Weg bis zur Problemlösung etwa noch, vor dem Hintergrund des hohen Auswandes dazu in Wissenschaft und Praxis?

    Von der Wissenschaft, erwarte ich in dieser Richtung, keinen Durchbruch.


    In der Praxis, arbeiten nun doch schon einige daran.


    Habe also Geduld........Aber dies, sollte für dich ja nicht mehr relevant sein.

    Von meiner Seite her, würde mich dieser "Durchbruch" zwar sehr freuen, aber kaum noch betreffen.


    In diesem Thema, geht es ja um Varroa 2020.

    Dazu habe ich mal wieder ein Volk, bei dem die Milben hinter dem Abschlusskeil zu sehen sind......Wie diese Milben da nun zu hunderten hingekommen sind, weiss ich nicht....?

    Mir hilft es aber auch nichts, wenn ich dies wissen würde.


    Lg Sulz.

  • Das Problem ist der Kalender: Wenn die Königin jetzt ein Ei legt, schlüpft die Biene im Oktober. Ob sie das aber überhaupt noch macht?


    Die Weichen wurden schon Anfang August gestellt - jetzt rollt der Zug.

    Hier blüht jetzt der Efeu - ein ordentliches Theater.

    Manche Weisel legt noch eine Brutwabe an. Pollen kommt von der kanadischen Goldrute, wenn es denn wenigstens am Tage warm ist.


    Grüße Ralf

  • Hi,


    heute Windeln ausgelesen.

    5 Tage drunter gewesen. bei allen 6 Völkern.


    V01 WV TBE im Juli mir Fangwabe und OS-Sprühbeh. = 0 Milben, nur Winterbehandlung

    V02 genau wie V01

    TBE = tolle Sache :thumbup:

    V03 1. Ableger MS-Sprühbeh. im Mai, 06.09. OS-Sprüh. = 30 Milben, So. wieder OS

    V04 2. Ableger wie V03 = 70 Milben, So. wieder OS

    V05 3. Ableger v. Anfang Juni sonst wie V03-V04 = 2 Milben, nur Winterbehandlung

    V06 Ableger aus Brutscheune Juli, Nachschaffung, OS Juli = 0 Milben, nur Winterbehandlung

    Ich war richtig froh :) dass ich diesmal wirklich Milben gefunden habe, jetzt weiss ich woran ich bin.

    Mal schauen, was bei V03 u. V04 nächste Woche fällt?

    V05-06 werde ich im September nicht mehr behandeln.

    Hinweis: V05 hatte eine längere Brutunterbrechung, da die Kö nicht von Begattungsflug zurück kam.

    Daher wohl noch die Brutaktivität, siehe PDF.

    V04 wenig offene Brut, daher mehr aufsitzende Milben?

    V03 viel Brut, daher weniger aufsitzende Milben?

    Ich finde ein interessantes Ergebnis und vorallem erklärbar, oder?

  • Hab heute bei dem zu bedampfenden Volk nachgesehen. Ich habe schon ein Kreuz drauf gemacht. Keine Bienenmasse mehr. Die jungen Bienen sind alle Verkrüppelt. Ausserdem habe ich keine Königin gefunden aber eine Wabe mit jungen Maden.

    Beute ist schon verschlossen. Sollte ich den Rest abschwefeln oder erledigt es sich von selbst?

  • Mach ein schnelles Ende!

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)