Varroa 2020

  • Meine Sommerbehandlung

    Meine Sommerbehandlung unterscheidet sich zwischen den Beutentypen Hohenheimer und Segeberger, beides DN.


    In der Hohenheimer werden die Königinnen um den 20.6 im Scalvini gekäfigt und bleiben dort für 23 Tage. Anschließend erfolgt die TBE, die unterste Honigzarge (DN 0,5) mit dem enthaltenen Honig wird unter die Brutzarge gesetzt. Die Brutzarge (DN 1,0) wird mit Mittelwänden und an beiden Enden mit einer Leerwabe ausgestattet. Die überschüssigen Leerwaben werden eingeschmolzen. Das Volk wird flüssig 2mal pro Woche gefüttert. Vom 3.Tag bis zum 7. Tag nach der TBE wird insgesamt 2mal eine OS-Behandlung durchgeführt.


    In der Segeberger kommt es mit dem Scalvini zu Problemen mit den Königinnen. Deshalb führe ich die Brutfreimachung hier anders durch.

    Um den 10.6 setze ich über das Absperrgitter eine Zarge (DN 0,5) mit Leerwaben und dort hinein die Königin. Darüber kommt ein zweites Absperrgitter, darüber der normale Honigraum.

    Nach 23 Tagen erfolgt die TBE in folgender Weise:

    • Die unterste Honigraumzarge (DN 0,5) wird mit dem enthaltenen Honig unter die Brutzarge (DN 1,5) gesetzt.
    • Die Brutzarge (DN 1,5) wird mit 6 Mittelwänden und je 1 Futterwabe oder Leerwabe an beiden Enden und mit Blindwaben gefüllt.
    • Die Königin wird dort hinein gesetzt und die inzwischen bebrütete Zarge DN 0,5 sowie der Honigraum entfernt.
    • Die überschüssigen Leerwaben DN1,5 enthalten wegen ihrer untersten Stellung kaum Futter und werden eingeschmolzen.

    Danach geht es weiter wie bei der Hohenheimer Beute.


    Da das gesamte Verfahren mitten in der Sommertracht beginnt, tragen die Bienen bei der Segeberger reichlich Honig in die Leerwabenzarge, wo die Königin brüten soll, was den Platz für die Königin einschränkt. Da meine DN 0,5 Waben Naturbauwaben sind, legt die Königin gezwungenermaßen sehr viel Drohnenbrut an.

    Bei der TBE werden die unbebrüteten Waben DN 0,5 in die Schleuder gegeben. Aus den wenig bebrüteten Waben wird die Brut ausgeschnitten und der Rest ausgeschleudert. Die Brut aus stark bebrüteten Waben wird in einen Brutsammler gegeben, wenn es überwiegend Arbeiterbrut ist, ansonsten wird sie verworfen. Durch diese speziellen Gegebenheiten ist ein Brutsammler für 10 Völker ausreichend.

    Ich habe dieses Verfahren in der Segeberger in diesem Jahr zum erstenmal praktiziert und bin zufrieden. Bisher gab es bei den Königinnen keine Ausfälle.


    Gruß Ralph

  • Ich verstehe den Totenfall bei mir überhaupt nicht.

    3 meiner Wirtschaftsvölker wurden mit dem Nassenheider Pro für 14 Tage bei 25ml/d behandelt. Oxalsäure Träufelung war im November, keine Drohnen geschnitten, nur ein Sammelbrutableger aus allen 3en gebildet, sowie ein Kunstschwarm. Totenfall auf dem Ölschieber, nie mehr als eine am Tag.

    Ich dachte, da müssen ja welche sein. Also rein mit den Dingern.

    Während der Behandlung mal 2-3 alle 3 Tage. Aber jetzt nach der Behandlung immer noch nichts? Letztes Jahr fiel ordentlich was und jetzt bin ich verwirrt. Geklappt haben muss es ja, ein Volk hatte sogar ordentlichen Totentenfall(ca.200 Bienen vor der Beute).

    Mich wurmt das total, einfach nicht zu verstehen, was da gerade geschieht.

  • Mich wurmt das total, einfach nicht zu verstehen, was da gerade geschieht.

    Das ist nicht schlimm. Gefährlich wird es erst, wenn Du denkst, Du hättest es voll verstanden und anfängst, Dich in Sicherheit zu wiegen. Das ist nochmal so einen klassische Delle in der Lernkurve. Da muss aber auch jeder durch ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hatte dieses Problem voriges Jahr massiv.

    War nicht schön. Aber wenn es los geht, hilf nix mehr. Hilfe wäre früher angesagt gewesen.

    Deshalb:

    Dieses Jahr sieht’s wesentlich besser aus. Habe diesmal viel eher mit Brutablegern angefangen. Auch die vollständige Brutentnahme war früher.

    Aber es ist noch nicht zu Ende. Ich sag immer allen, Bienenvölker zählt man im Frühjahr.

    Milbenfall ist nach Schwanmtuch wie ohne nahe 0. Da bleib ich erst mal ganz unruhig :-)


    Grüße Ralf

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  • Bei vielen hier sieht es ähnlich aus.

    Aber es gab es letzten Jahr einige Verluste. Diese Verluste werden mit frischen Ablegern aufgefüllt oder mit Kunstschwärmen.

    So sind die mit wenig Verlusten und einem guten Varroamanagement derzeit nicht so sehr von Varroen durch Einwanderung betroffen.

    Auch gab es dies Jahr keine so extreme Trockenheit und die Räubereien beginnen erst jetzt.

    Es isr wichtig trotzdem zu behandeln, denn Ausnahmen bestätigen die Regel.


    Auch in diesem wird es wieder es wohl wieder heissen, "Mein Volk ist tot, was habe ich falsch gemacht ".

  • Auch gab es dies Jahr keine so extreme Trockenheit und die Räubereien beginnen erst jetzt.

    Nicht allgemein zutreffend. Hier ist es genauso wie 2018, fast noch weniger. Die dauerhafte Trockenheit verändert die Situation extrem. Es fehlen wichtige Trachtquellen, Weissklee wird zur Seltenheit. Tendenzen zur Räuberei sind schon länger zu beobachten.

    Ein schlechtes Varroamanagement in dieser schwierigen Spätsommerphase und die Völkerverluste sind vorprogrammiert.

  • 18, 19, 20, - trocken, trocken, trocken - Selektion, Selektion, Selektion

    Wie lange gibt es Honigbienen?
    Wie lange gibt es Imker?

    Wie lange gibt es Bienen-Wissenschaftler und Bienen-Institute?

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • .... ich bin erstaunt, es ist sehr ruhig an der "Varroa-Front", woran liegt's?


    Normalerweise sagt man hier: "Ein gutes Honigjahr ist auch ein Milbenvermehrungsjahr". Dieses Jahr stimmt diese Regel nicht: Ein sehr schlechtes Honigjahr (das schlechteste, soweit ich mich erinnern kann) und trotzdem massig Milben in den Völkern.

    "Damit ein Skeptiker geboren wird, müssen tausend Gläubige wüten." [Cioran]

  • das schlechteste, soweit ich mich erinnern kann

    nö, ab12 Juni mit Abstand Rekordjahr:) vorher absolut nix! Schade für dich/euch!

    Also ich kann suchen wie ich will, Einzelne Varroa.... aber sonst nix, durch die Bank!

    Noch nie!! so viele starke Völker im September...... (klar, auch was nix taugt, hast ja leider immer)

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Es gibt Ausreißer und bei einigen Völkern sieht man auch schon herabfallende Milben auf den Bodenschiebern.

    Mir sind auch beim Suchen nach umzuweiselnden Königinnen aufsitzende Milben bei einigen Völkern aufgefallen.

    Also ganz weg sind sie nicht und kommen jetzt bei den abnehmenden Brutflächen gut zur Wirkung.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.