Milchsäure für Kunstschwarm

  • Nein, nicht IN die Kunstschwarmkiste sprühen.

    Wenn der KS in seiner Beute sitzt, auf Waben, nach 5-6 Tagen die Waben ziehen und von jeder Seite wie oben beschrieben besprühen.

    So habe ich es zumindest vorige Woche gemacht.

    Wieso KS und abscheuern ? Das verstehe ich nicht ?

  • Ich war letzten Herbst auf Bienengesundheitskurs in Veitshöchheim. Dort wurde ganz klar von der Anwendung von Milchsäure als Sommerbehandlung abgeraten. Es hatte sich laut Aussage des Instituts herausgestellt, dass die Wirksamkeit von milchsäure wesentlich geringer ist, als die von oxalsäure.

  • Ich war letzten Herbst auf Bienengesundheitskurs in Veitshöchheim. Dort wurde ganz klar von der Anwendung von Milchsäure als Sommerbehandlung abgeraten. Es hatte sich laut Aussage des Instituts herausgestellt, dass die Wirksamkeit von milchsäure wesentlich geringer ist, als die von oxalsäure.

    Ok.

    Zu meinem Imkerkurs letztes Jahr wurde zur MS geraten, weil sanfter zu den Bienen, aber eben dann einmal wiederholen.

  • Im Sprühverfahren ist MS ist nicht weniger aggressiv zu Bienen als OX, resp. Überdosierung bzw. Applikationsfehler (Bienen durchnässen) wirken bei beiden TAM tödlich auf die betroffenen Bienen (erst verlieren sie ihr Haarkleid, spätestens nach einigen Tagen sind sie tot/verschwunden).

    Ob MS von den Bienen oral aufgenommen wird, weiß ich nicht. Bei OX gehe ich nach den Beobachtungen von IF Brüning davon aus, daß sie auf der Körperoberfläche eintrocknet, auskristallisiert und sodann von den Bienen mechanisch abgeputzt, auf jeden Fall eine orale Aufnahme vermieden wird (Parallele zur Sublimation/Verdampfung von OX; s. Fütterungs-/Vergrämungsexperiment von IF Brüning*). Die fehlende systemische Wirkung (keine Aufnahme in den Stoffwechsel) würde ihre gute Verträglichkeit erklären.


    * s. Bericht 1, S. 3 oben:

    https://pdfslide.net/documents…-bruening-buchenrain.html


    Der Ruf von MS, bienenschonender zu sein, stammt m.E. aus der Zeit, als zum Vergleich nur die AS herangezogen wurde. Ich gehe davon aus, daß BI Kirchhain seine Empfehlungen aufgrund fundierter wissenschaftlicher Untersuchungen aktualisiert hat und deshalb OX nicht ohne objektive Gründe priorisiert im Direktvergleich mit MS.

  • Der Kunstschwarm kommt irgendwann in eine Beute, baut und nach einigen Tagen beginnt die Königin zu stiften. Wenn dann die Stifte zu Larven werden, kannst Du sprühen.

    Aber als Schwarm in der Schwarmkiste sprüht man nicht.


    Gruss

    Ulrich

  • Hmmm, wundert mich jetzt schon, dass hier nur geschrieben wird "....macht man nicht...."

    Sprühbehandlung bei Bienentrauben geht schlichtweg nicht. Die Bienen müssen dazu in der Fläche ausgebreitet sein. Siehe auch obige Mengenrechnung. Wenn sie nicht auf der Wabe sitzen, könnte ich mir als einzige andere Möglichkeit das Einlaufen lassen eines Schwarmes vorstellen. Aber.....


    Viele Grüße.


    Roman

  • Roman, gehen tut das schon. Die Bienen überleben es aber sicherlich nicht. Die einzige Möglichkeit, wieder trocken zu werden ist, dass sie sich gegenseitig ablecken. OS im Darm kommt nicht gut.


    Gruss

    Ulrich

  • man muß immer schauen, wann und wo die Empfehlungen/Behandlungsvergleiche entstanden sind und welche Vorschriften & Zulassungen lokal gelten.

    2015 hatte ich noch Kunstschwärme zum Verkauf mit MS besprüht, Bienen wurden kurz in der KS-Kiste aufgestuckt, und am Boden und den Wänden vorsichtig eingesprüht. Nach dem mir 2 auf dem Weg nach Berlin beinahe verbraust sind, lasse ich es.

    Vorher gab es bei nachfolgender kühler Kellerhaft keine Probleme.


    Früher gab es Perizin für Schwärme, 2015 wurde beim BSV Lehrgang Oxalsäure träufeln empfohlen, seit 2017 haben wir die Zulassung von Oxuvar 5,7 auch zum Sprühen und auch die Zulassung von Varromed zum Träufeln, neben den anderen Medikamenten die über veterinär oder Apotheke bezogen werden können.

  • Das ist ein typischer Verlauf:

    Nein, nicht IN die Kunstschwarmkiste sprühen.

    Aber als Schwarm in der Schwarmkiste sprüht man nicht.

    Das tut man nicht, so einen Klumpen Bienen mit etwas anderm zu besprühen, als mit Wasser.
    Sprühbehandlung findet auf der Wabe statt.

    Hallo Gerd,

    Oxalsäure wird niedriger dosiert 2–4 ml pro Wabenseite (Zander/DN), entsprechend der Fläche bei Großwaben mehr. Auch hier gilt, mit feinem Schleier arbeiten und die Bienen nicht nass machen.

    wieviel Sprühstösse, oder ml. soll ich in die Kiste mit Bienen geben? Leider steht auf der MS-Flasche dazu nix.

    ich nehme für einen KS die Bienen von etwa 20 Waben, dass sind dann gut 2kg Bienen. Bei 5ml je Wabenseite wären das 20x2x5= 200 ml. in die Kiste? Auf die Waben kann ich ja nicht sprühen, da ich diese noch abschleudern will.


    Hallo Gerd,

    niemand wird Dir eine Dosierung für ein Säurebad eines Schwarms in einer Kiste geben können/wollen, weil das hier wohl nur wenige gut finden oder machen. Beharrliches Weiterfragen am Kern der Antworten vorbei (Wabe/Kiste) führt dann auch zu keiner besseren Lösung.


    Keine Säure in die Schwarmkiste - Bienen auf der WABE besprühen. Gibt es viele gute Argumente dafür, die aber hier aber nicht gehört werden.

  • Hallo Gerd,


    du kannst problemlos eine Sprühbehandlung machen, nachdem der Kunstschwarm seine neue Kiste ausgebaut hat. Wenn du einen kräftigen Futterstoß gibst, sollte das nach einer Woche soweit sein. Selbst wenn die Bienen schnell sind und die Königin nahezu sofort anfängt zu stiften, gibt es dann noch keine verdeckelte Brut. Meistens findet man gerade einmal erste Stifte, vielleicht ganz junge Larven. Aber da bei einer Sprühbehandlung der Wirkstoff nicht zwischen den Bienen verteilt wird, sonder im Prinzip jede Biene getroffen werden muss, hast du bei einem "Klumpen Bienen", wie Ulrich sich ausdrückte, keine Chance auf eine wirksame und schonende Behandlung.


    Gruß

    Ludger

  • Hallo Imkers,


    dass die Wirksamkeit bei der Sprühbehandlung in der Schwarmkiste nicht optimal ist, leuchtet mir schon ein und ist mir auch klar.


    Aber: Die Züchter raten, das neue Volk erst zu öffnen, nachdem verdeckelte Brut in der Beute vorhanden ist. Auch das leuchtet mir ein, denn mir wurde schon mal nach 5 Tagen (sicher etwas zu kurze Zeit) bei der (neugierigen) Durchsicht eine KÖ abgestochen. Das war leider sehr gut zu beobachten. Die KÖ fing an nach hinten zu laufen und dann war's vorbei. Da bei der MS/OS-Sprühung jede einzelne Wabe gezogen werden muss und zudem immer unbekannt ist, wann genau die KÖ zu legen beginnt, ist mir das Risiko eine Belegstellenkönigin zu verlieren doch zu groß.


    Die Beute also erst nach verdeckelter Brut zu öffnen, reduziert die Wirksamkeit aber ebenfalls. Ausserdem würde ICH in diesem Fall mit OS begasen und kein Sprühverfahren anwenden, um nicht die gesamte Beute durchwühlen zu müssen.


    Naja, Pest oder Cholera. Nach der Winterbehandlung hat sich diese Frage ohnehin erübrigt. Trotzdem vielen Dank für Eure Ratschläge.


    viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • ...ich empfehle alle KS mit der PZM zu behandeln. Entweder mit normalem Puderzucker oder mit der .bienenhilfe. Selbstverständlich geht das auch mit allen Schwärmen und Wirtschaftsvölkern.

    Jonas