Honigraum geben ?

  • Hallo!


    Erst einmal einen Gruß an alle. Bin ein ganz neues Mitglied hier. Habe des öfteren schon mehrere Beiträge gelesen und fand es recht aufschlußreich. Nun habe ich als Jungimker ( Mai 02 ) selbst eine Frage. Wir schreiben heute den 18.04.03. Das Wetter ist gut. Die Kirschbäume blühen. Die drei Völker die ich bearbeite, sitzen auf zwei Seegeberger Kunstoffzargen
    ( jeweils ). :lol: Selbst in der Mittagszeit, wo viele Flugbienen unterwegs sind, scheint die obere Zarge in allen Wabengassen mit Bienen befüllt.
    Nun meine Frage: Darf ich jetzt schon den Honigraum aufsetzen. Macht es etwas aus, wenn ich ihn etwas zu früh aufsetze?
    Ich wäre dankbar, wenn mir jemand antworten würde.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Andre

  • Hallo Andre!


    Also ich wäre da etwas vorsichtig mit dem Honigraum geben. Das die Wabengassen voller Bienen sind ist prima, unter Platzmangel leiden die Bienen aber sicherlich noch nicht. Sollte es jetzt intensiv honigen (Was ja meist bei dem hohen Eigenbedarf schnell weg ist) tragen die Bienen ja nicht in die Wabengassen, sondern in die Waben ein und da ist ja noch jede Menge Platz. (Zumindestens hier bei uns)


    Eigentlich heißt es um diese Jahreszeit bei uns im Norden immer noch: Bienen unbedingt eng halten!
    Warum? Sollte es jetzt noch mal richtig kalt werden, und das passiert bestimmt noch, müssen die Bienen die gesamte Brut wärmen!
    Je mehr Bienen dann auf der einzelnen Wabe sitzen, desto besser!!


    Was ich aber hier im Forum gelernt habe ist, das es in Deutschland sehr große Unterschiede in Vegetation und Tracht gibt. Hier blühen gerade mal eben die Weiden, von Kirsche noch lange,lange nichts zu sehen!! Deshalb ruhig auch noch mal jemanden vor Ort fragen, wie er es hält!


    Gruß aus Suderburg


    Andreas

  • Obstbrenner schrieb:

    Warum? Sollte es jetzt noch mal richtig kalt werden, und das passiert bestimmt noch, müssen die Bienen die gesamte Brut wärmen!
    Andreas


    Hallo Miteinander,
    mit Sicherheit ist es von Ort zu Ort, von Stand zu Stand und von Volk zu Volk verschieden. Ich habe Carnicavölker (Segeberger Beuten), die erst jetzt, da die Kirschbäume und die Schlehen zu blühen beginnen, den 2. Brutraum bekommen, andererseits habé ich bei dem Buckivolk (Holzzarge) schon den Honigraum gegeben. Der dümmste Fehler, den ein Imker machen kann, ist das Zerreissen des Brutnestes mit Umhängen der Brutwaben in die 2. Brutzarge oder sogar in den Honigraum, was von manchen Imker immer noch praktiziert wird. Ein Volk, das den Honigraum noch nicht nutzt, kann mit ihren Körpern diesen Raum ohne Probleme noch oben abdichten, nur genügend Futter muß es haben.

  • Hallo Jungimker Andre,
    schau mal auf die Seite http://www.immelieb.de. Dr. Liebig hat mir schon sehr viele nützliche Hinweise zu meiner Völkerführung gegeben. Nicht zuletzt auch in seinem Buch 'Einfach Imkern'.
    Auf der Seite, was im April zu tun ist, steht: es gibt kein zu früh, eher ein zu spät.
    Ich habe allen meinen Völkern schon den Honigraum gegeben. Bei uns blüht auch alles los, die Kirschen sind schon fast vorbei.
    Also los, Honigraum drauf!

    Freundliche Imkergrüße
    Harald Feinauer

  • Hallo!


    Danke an alle die mir geantwortet haben.
    Habe zwar eine Menge Bücher gelesen ( studiert ) und kann auch einen erfahrenen Imker fragen, finde es allerdings gut, daß man hier aus den unterschiedlichen Meinungen seine eigene Meinung bilden kann. Die Bücher beantworten noch lange nicht alle Fragen und verunsichern auch teilweise.
    Habe hier also noch weitere Fragen. Ich werde die Honigräume aufsetzen. Vorher beabsichtige ich die Zuckerfutterwaben zu entfernen. Alle?
    Kann ich zum abklingen des Schwarmtriebes gleichzeitig die beiden Brutraumzargen vertauschen? Macht man das überhaupt?


    Oje :o habe noch sooooo viele Fragen.



    MfG


    Andre

  • die Futterwaben würde ich nicht alle entfernen, ich habe meinen Völkern min. zwei belassen. Wenn jetzt eine Woche schlechtes Wetter ist und es evtl. wegen unpassenden Wetters nicht honigt, dann könnte es sein, dass dein Volk in Not gerät, denn gut 1 kg Futterabnahme pro Woche kann derzeit, was ich aus meinen Waagstockbeobachtungen sehe, der Fall sein. Ein Umtragen in den Honigraum befürchte ich nicht. Das Vertauschen der Zargen sieht ein jeder "Bücherschreiber" anders, z. B. der Liebig ist dagegen. M. E. hat der Liebig dessen Thesen ich sehr schätze und sehr brauchbar finde aber drei Denkfehler, das eine ist, er ist ein Gegner der Dadantbeute, das Zweite, sein oft zitierter Spruch "DNM Imker sind selbst nicht ganz normal" und drittens, ist er gegen ein Vertauschen der Zargen. Gerade dieses werde ich heuer, wie es der Lorenz in seinem Buch über die Weltimkerei so befürwortet, aber verstärkt wieder praktizieren, dazu muß aber die obere Zarge gut durchgebrütet sein. Zum einem kommt die untere Zarge, die man gerne als "Fußabstreifer" der Bienen bezeichnet, frühzeitig nach oben und man kann die alten Waben entfernen und bauen werden die Bienen verstärkt ohnehin nur in der oberen Zarge. Zum anderen wird einem Volk, das meistens den größeren Teil der Brutwaben oben hat, Platz geschafft, da dann in die Zarge, in der weniger Brut ist, wieder obenauf wäre und die Königin einfach gerne nach oben und nicht nach unten bestiftet. Wenn beide Brutteile gleich groß sind, werden durch die eiförmige Ausdehnung über beide Brutnester bei einem Zargenwechsel logischerweise die Halbkugeln an den "Enden" aufgefüllt. Es macht aber keinen Sinn, wenn der Hauptteil der Brut in der unteren Zarge ist. Durch einen dreiwöchigen Turnus beim Zargenwechsel kann man der Königin ein immerwährendes "Nichterreichen" des Bruthöhepunkts vortäuschen. Aber Andre probiers einfach selber aus, dann siehst du selbst, was vernünftiger ist und schaden, wenn du nicht gerade das Brutnest auseinander reißt und Waben von der unter Zarge in den Honigraum hängst, kannst du dabei nicht.

  • Hallo Andre,
    ich habe die größtenteils noch verdeckelten und unbebrüteten Futterwaben entnommen und bei den Bienen in einem unbewohnten Magazin eingelagert. Je nach Trachtverhältnis, wenn es nichts mehr gibt, kann ich sie den Bienen bei Bedarf wieder geben.
    Die Futterwaben erkennt man daran, daß der Honig darin dunkler aussieht, als frisch eingetragener. Die hellen Honig-Waben habe ich gleich in den Honigraum raufgehängt, den Brutraum zur Mitte hin zusammengerückt und den freien Platz am Rand durch Leerwaben bzw. Mittelwände ersetzt
    Den Brutraum-Tausch lernte ich von meinem Imkervater, habe dieses Jahr jedoch davon abgesehen. Die Bienen müssen nicht unnötig beschäftigt werden. Wichtig ist, daß sie Platz zum Brüten und für Honig haben.
    Schwarmstimmung kann damit gedämpft werden, wenn sie mit diesen für sie notwendigen Maßnahmen beschäftigt werden.
    Schwärmen ist für Bienen ein natürliches Fortpflanzungsinstinkt und kann nicht vollständig verhindert werden. Daher ist Schwarmkontrolle immer nötig.
    Viel Erfolg!

    Freundliche Imkergrüße
    Harald Feinauer

  • Hallo,
    fand gestern 5 Larven im Flugloch.
    Im Verein hieß es, wahrscheinlich verkühlte Brut.
    Habe am Ostersamstag 2.BR gegeben nach dem Motto, die Bienen müssen rechtzeitig wissen, wieviel Raum sie haben, nicht erst, wenn der 1. BR voll ist. Dann wurde es ja paar Tage saukalt.
    Ursache könnte mit sein, daß ich das Volk Anfang April in einem Kasten mit geschlossenen Boden erhielt, warm mit Zeitungen verpackt, geschützt in einem Bienenhaus. Am 8.4. quartierte ich es in meinen Kasten mit offenem Boden in Freiaufstellung um. Am 11.4. dann 1. Aufsatz.
    Vielleicht wahr das alles zusammen eine dermaßene Änderung des Innenklimas, daß ein Teil der Brut zu weit am Rand saß und entsorgt wurde.
    Was meint ihr?
    Uli

  • Glaub ich nicht! Plötzlicher Kindstod soll auch bei Bienen vorkommen...
    Ich halte das für normal.
    Wenn die Brut verkühlt wäre, dann lägen da nicht nur 5 Larven rum...

    furchtlos und trew

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von sam ()