Futterwaben begasen ?

  • Hallo miteinander!
    Bin seit 4 Jahren Imker. Nun hatte ich zum ersten Mal bei einem Volk die Ruhr. Jetzt hab ich das Volk abgeschwefelt. Es sind einige Futterwaben dabei, welche nicht so stark verkotet sind. Bei diesen wollte ich das Rähmchen grob mit dem Stockmeißel säubern und sie anschließend mit 60 %-iger Essigsäure begasen. Damit die restlichen Keime abgetötet werden.
    Hat das Begasen irgendwelche Folgen auf das Futter, wenn ich anschließend die Waben ausreichend lüfte? Eventuell könnte mir einer von euch dazu etwas sagen.
    Danke!

  • Hallo Keilerstein,


    ein Volk welches an Ruhr erkrankt oder sogar eingegangen ist hat in der Regel auch Nosemasporen oder Amöbenzysten hinterlassen. Sie sind als Ruhrschorf (auch unsichtbare Kotspritzer) auf den Waben zu finden und durchaus lange ansteckungsfähig wenn die Waben in andere Völker gegeben werden.
    Je nach Grad der Kotspritzer und der Qualität/Alter der Wabe ist eine Begasung mit Essigsäure sinnvoll. Ein mehrtägiges Auslüften vor dem Wiedereinsatz ist dann ausreichend.


    Wenn jedoch Futter- oder Pollenreste auf der Wabe sind, kann die Säure nicht dort hineinwirken und die Wabe mit ihrem Inhalt ist nach wie vor ein Infektionsherd.


    Um einen Überblick über die Infektion durch Nosema zu bekommen, können Futterreste und auch Bienen bei 300 facher Vergrößerung kontrolliert werden. Bienen mit etwa der gleichen Menge Wasser verquirlen. Sind in einem Viertel des Mikroskopausschnittes etwa 100 Sporen zu finden, ist dies ein starker Befall.


    Tipp:
    Waben mit sichtbaren Kotspritzern einschmelzen. Das gewonnene Wachs ist tadellos sauber. Rähmchen in heißem Ätznatron (1%ig) waschen.


    http://www.landwirtschaft.baye…en/bienenkrankheiten.html