Bernhard Heuvel, Bienen im Kopf

  • Es ging hier auch nicht darum Schleier und Handschuhe zu verteufeln.

    Einen Schleier brauchts ab und an mal, je nach Sanftmut und Stimmung der Bienen. Und Handschuhe sind für Propolisallergiker oder diejenigen die auch mal Völker haben die kleben wie sau auch ne feine Sache. Dann nehm ich aber keine 3mm dicken Lederhandschuhe sondern welche aus Nitril.


    Gruß Chris

  • OK,


    dann wieder zum Thema :


    Toll, dank euch MUSS ich mir das Buch jetzt kaufen :).

    Jetzt will ich es auch haben !


    uuuund :

    Gestern auch mit Jacke, Handschuhen und Schleier kurze Durchsicht , da die Hübschen nicht gut drauf waren.

    Ist eben so und völlig OK.

    bei Tracht und guten Wetter immer nur T-Shirt und max. Schleier, da ist Voll gute Stimmung.

    Kann/muss doch jeder alleine entscheiden, immer die gleichen Auseinandersetzungen.

    Führen nicht so weiter..:(

    LG

    Martin

  • Ich habe das Buch jetzt einmal komplett durchgelesen und einige Kapitel auch schon mehrmals.

    Bernhard beschreibt sehr ausführlich seinen imkerlichen Werdegang (auf über 400 Seiten) ohne dabei übermäßig langatmig zu werden oder mit den grundlegendsten Fakten zu Beutenteilen oder Bienenbiologie zu langweilen. Deswegen halte ich das Buch für den absoluten Anfänger auch nicht für geeignet. Leute, die noch keine Bienen halten und den Einstieg suchen, wird dieses Buch leicht überfordern.

    Mir hat es neue Denkansätze beschert. Besonders das Imkern mit Temperatursummen, das Kapitel Tipps & Tricks und die hinteren Kapitel (die letzten 100 Seiten) zum Imkern als Beruf, Auto, Hänger, Technik und Honigvermarktung haben mich sehr interessiert. Natürlich geht er kurz auf die Beute ein und nennt die allgemein propagierten Vorteile der 12er Dadant Beute und des angepassten Brutraumes. Da gabs nicht so viel neues für mich. Allerdings war das Buch der letzte Tropfen für mich eingefleischten „Zanderjünger“ (1zargiger Brutraum wohlgemerkt, nicht 2zargig) mir eine Handvoll dieser „Särge“ anzuschaffen und im nächsten Jahr mal selbst zu testen. Im Rahmen der TBE mussten einige Völker dran glauben und wohnen jetzt auf ein paar mehr Quadratdezimeter als sonst bei mir üblich.

    Dem Thema Flügelschneiden bei Königinnen widmet er ein eigenes Kapitel und erklärt sich da für meine Begriffe etwas zu ausführlich. Aber das ist Geschmacks-/Ansichtssache. Wie auch die Behandlung gegen Varroa im Einzelfall mit Amitraz oder systematisch mit Varromed. Mach ich z.B. beides nicht.

    MEIN Fazit: Das Buch wird dem Untertitel „Vom Bienen-Hippie zum Berufsimker“ durchaus gerecht. Bernhard beschreibt seine Betriebsweise und wie er dazu gekommen ist. Das macht er offen und ehrlich und benennt auch unangenehme Themen wie eben Flügelschneiden oder synthetische Varroazide. Ich bin bei einigen Themen nicht seiner Meinung, kann aber durchaus nachvollziehen, warum er dieses oder jenes so macht, wie er es macht. Dabei kommt er aber nicht so dogmatisch rüber wie andere. Man spürt beim Lesen seine riesige Erfahrung und sollte sich bei der Bewertung vor Augen führen, dass er die Imkerei berufsmäßig ausübt und damit seine Familie ernährt. Auf der anderen Seite hält er immer noch Bienen hobbymäßig in Strohkörben und Warrébeuten. Das spricht einfach für sich.

    Wer also keinen gesteigerten Wert auf ein ordentlich lektoriertes Buch legt (da ist es einfach unterdurchschnittlich), sondern Bücher hauptsächlich wegen des Inhaltes liest, dem sei es empfohlen.

  • Ich habe jetzt die ersten ca. 60 Seiten durch und was ich sehr gut finde ist die Tatsache, dass erkennbar ist, dass er deutlich macht, dass er auf dem Weg viele, viele Dinge gemacht und ausprobiert hat, die er heute nicht mehr so machen würde, dass er sich Informationen aus unglaublich vielen Quellen zusammengesammelt hat, daraus das herausgepickt hat, was er für sinnvoll hielt und es dann ausprobiert hat - wieder und wieder - und dass er keineswegs behauptet, alles das, was er macht, sei der Weisheit letzter Schluss.

    Ich habe angefangen, mir an etlichen Stellen Sachen zu markieren, die ich nicht wusste, aber nun gezielt beobachten möchte, oder bei der ich in Bezug auf meine eigene Handhabung eventuell (!) etwas ändern möchte - es zumindest ausprobieren will. (Mit einem bisschen mehr Verstand als gestern Nachmittag ;) )

    Desweiteren hab ich mir Sachen notiert, zu denen ich weitere Fragen habe, die ich vermutlich hier im Forum nach und nach stellen werde.

  • Der Thread ist eines "Gurus" würdig.:D

    Stelle fest, Bienen lesen nach wie vor keine Imkerbücher mit, sonst hätten sie gewusst, daß man den Imker nach der Lektüre nicht sticht. Die dogmatischen Glaubensfragen aus allen Richtungen werden wohl soweit bedient, daß man hervorragend aufsatteln kann, in Foren.

    Für mich hat sich das Phänomen Heuvel schon länger entzaubert, nach der Lektüre eines französischen Imkerbuches und spätestens nach den Monatsbetrachtungen 2019. Kocht auch nur mit Wasser, wie wir Alle, nur der Topf ist grösser.:)

    @Reinfarn:

    Guru ist out! Bienen sind in!


    rase :

    Richtig, wir ALLE kochen nur mit Wasser.

    Aber eigentlich geht es immer um Bienen ...


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • Habe das Buch nun auch durch.


    Sehe Bernhards Gedanken als gut begründet und prima Herausforderung, meine eigene Betriebsweise und Routine zu überdenken. Das ist für mich ausgesprochen hilfreich - denn es gilt immer wieder zu verhindern, im eigenen Saft zu (ver)schmoren.


    In diesem Zusammenhang finde ich seine Hinweise auf die Veränderungen unserer Trachtsituationen sehr hilfreich (vielleicht sollten wir Gerstung & Bretschko mal ins Schwedische übersetzen oder schauen, was die italienische Imkerliteratur so hergibt?!).


    Einige Kapitel werde ich sicher noch öfter aufschlagen (nix verknarzen, wasgau immen ) - manches gerne auch zum Ausprobieren: Temperatursummen (siehe Imkertreffen 2019 mit d2dum ) oder Zweiköniginnen-Betriebsweise, TBE aus anderer Sichtweise oder Sommerernte erst im September, ...


    Viel zum Nachdenken.

    Als Einsteigerbuch würde ich das Buch nicht empfehlen. Erstmal Laufen lernen und dann das Spektrum der Imkerei ausloten und für sich das Richtige raussuchen. Dafür bietet das Buch gute Anregungen, die - will man sie nicht annehmen - erstmal ein gutes eigenes Gegenargument sehen wollen. :wink: Das macht (mir) Spaß!


    Selbstdarstellung? Nee, solche Bücher sehen anders aus ("klare" Kochrezepte und Formulierungen, wie man eben imkert ...) Hier wird schon klar, dass das eben Bernhards Herangehensweise ist - kann man machen, muss man aber nicht.


    Für mich bekommt das Buch einen prima Platz in meiner Bibliothek ... und da wird es nicht einfach verstauben.


    Gruß, Jörg


    P.S.: Wenn ich as Buch so lese, denke ich gern an die Zeiten zurück, wo Bernhard auch hier noch an Diskussionen lebhaft teilnahm.

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • habs noch nicht ddurch, sehr sehr wenig Zeit......

    ich denke es taugt doch für Anfänger, wer erstmal versaut ist....;(, is nicht gut in der Lage das zu zugeben, alles/einiges über den Haufen zu werfen.(hab ich immer so/anders gemacht;(;(:saint:)

    Nach Neuhauser: lieber 50 Anfänger als....... muß man aber erst ma verstehen (wollen) satt sich darüber aufzuregen.

    Dies (gute) Buch gibt die Entwicklung Bernhards und auch in großen Teilen, das Ergebnis unseres Forums wieder, ich sehe das bisher ma so.

    Ich Wette, der, der es hat, wird es nich knarzen lassen, gut so!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Schleier ist für mich immer griffbereit, Handschuhe hab ich persönlich jetzt keine.......

    Als Berufsimker muss man doch eigentlich schnell arbeiten, eine Biene ist doch bei überquellenden Bruträumen schnell mal gedrückt und wehrt sich, ich frag mich echt wie du schnell arbeiten kannst ohne total zerstochen bei der Schwarmkontrolle heim zu kommen ???

    VG

  • ohne total zerstochen bei der Schwarmkontrolle heim zu kommen ???

    Hallo, ich bin zwar nicht Rase, aber ich bin auch ein kein Schleier Benutzer und es muss zügig gehen.

    Schwarmkontrolle, Rauchstoß zwischen Brutraum und Honigraum, Honigräume runter auf das andere Volk gestellt, Absperrgitter runter. Eventuell noch mal nachrauchen. Schied zurück, die Drohnenrahmen und erste Brutwabe inspiziert. Dabei die Bienen in die Kiste geschüttelt. Dann wieder alles zusammen und die Bienen wissen gar nicht was passiert ist.

    Ja ich werde gestochen bei 40 Völkern unter 5 mal, davon kleiner 1 ins Gesicht. 3 in die Finger und 1-2 Arme.

    Bis bald

    Marcus, der jetzt erst mal Mittagsschlaf macht, wie im Heuvel Buch beschrieben, damit sich die Leber regeniriert:O)

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Das ist für mich respektloses Wild-West-Imkern. Nein Danke, so viele gequetschte zerfledderte Bienen gibt es bei mir nicht. Zeit ist Money. Ein Film, den man sich nicht als Vorbild nehmen sollte.


    Gruss

    Ulrich

  • Das ist für mich respektloses Wild-West-Imkern. Nein Danke, so viele gequetschte zerfledderte Bienen gibt es bei mir nicht. Zeit ist Money. Ein Film, den man sich nicht als Vorbild nehmen sollte.


    Gruss

    Ulrich

    Das geht noch schneller und Bienen werden da nicht wirklich gequetscht. Man sollte das Rähmchen aber nicht so auf das Volk legen, da geb ich dir recht.