Bernhard Heuvel, Bienen im Kopf

  • Man soll so zu den Bienen gehen, wie man sich selbst wohl und sicher fühlt. Wenn das im getigerten Stringtanga der Fall ist, Bitteschön. Wenn das im Vollschutz mit doppelt Handschuhen zutrifft, absolut ok.

    Da gibts keine Regeln, außer: Man geht so, dass man angstfrei mit den Tieren arbeiten kann, denn mit Angst im Nacken macht man seinen Job nicht richtig.

    Meine Rede.

  • Heute sagte jemand in meinem Stream, Bernhard würde behaupten, wenn die Honigräume abwechselnd im Kalt- und Warmbau ständen, 'gäbe es 20-25% mehr Honig' - das steht da doch nicht wirklich drin, oder!?


    Stichschutz find ich okay, wenn der nicht blind macht für Reaktionen der Bienen. Mit Vollschutz und Schweißerhandschuhen kann man sich selber sicher fühlen, aber das geht auf Kosten der Bienen. Das fände ich dann nicht okay. Schleier ist für mich immer griffbereit, Handschuhe hab ich persönlich jetzt keine, aber brauche ich auch nicht. Man gewöhnt sich aber schnell daran, was geht und was nicht ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bei aller Zustimmung aus vollem Herzen für Bernhards Arbeitsweise, werde ich doch erstmal noch wieder zu Jacke und Schleier greifen, bis ich mehr Übung hab

    So, wie sich Dein anderer Thread liest, u.U. durchaus auch länger. Man muss das Schicksal nicht unnötig herausfordern.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Mit Vollschutz und Schweißerhandschuhen kann man sich selber sicher fühlen, aber das geht auf Kosten der Bienen.

    Wie kann man das behaupten, wenn man selber nie Handschuhe nutzt!?! Es gibt hier genug Allergiker die mit Vollschutz inkl. Handschuhen imkern. Das zügige und präzise Arbeiten im Honigmann (siehe Thread „Imkern im eigenen Saft“) ist vielleicht nicht so soverän wie die T-Shirtimker in Shorts und Latschen. Aber unterstellt uns doch bitte keine Imkerei auf Kosten der Bienen.

  • Zitat

    So, wie sich Dein anderer Thread liest, u.U. durchaus auch länger. Man muss das Schicksal nicht unnötig herausfordern

    Sehe ich genauso. Ich bin einigermaßen fassungslos, aber selbstverständlich nicht lebensmüde. Ich hatte oft gelesen, dass sowas passieren kann aber selbstverständlich geht man davon aus dass es einem selbst nicht passieren kann.

    "Go, tell the bees that I am gone"

  • Mit Vollschutz und Schweißerhandschuhen kann man sich selber sicher fühlen, aber das geht auf Kosten der Bienen.

    Wie kann man das behaupten, wenn man selber nie Handschuhe nutzt!?! Es gibt hier genug Allergiker die mit Vollschutz inkl. Handschuhen imkern. .

    Ich hab auch mit Handschuhen angefangen :)


    Jemand der mit 'ner echten Allergie imkerst, der spinnt doch. Das ist genauso sinnvoll wie Russisch Roulette. Irgendwo sitzt immer eine Biene. Und Bienen haben nunmal einen Stachel. Aber es zwingt einen doch niemand zu Imkern, oder?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • rase

    Bernhard sprach definitiv mal davon, dass es sich beim angepassten Brutraum deutlich im Ertrag niederschlägt, wenn man die Honigräume um 90 Grad verdreht aufsetzt.

    Nicht alle HR wieder um 90 Grad verdrehen, sondern den Übergang vom Brut- in den Honigraum so gestalten, dass nicht nur der Bereich über dem Brutnest genutzt wird.

  • Ich imkere seit den frühen 70ern ohne Schleier und Handschuhe.

    Vor par Jahren habe ich mir wieder einen Schleier und ein par Handschuhe angeschafft. Den Schleier hatte ich dieses Jahr schon einmal auf, weil ich in ein weiselloses Volk am Rapsfeld reinschauen musste.

    Ansonsten brauche ich das nicht - bei Hinterbehandlung kann man sich günstig aufstellen.

    Am Wichtigsten ist es aber, vor allem friedliche und fleißige Bienen zu vermehren. Hunger macht auch böse - da geht’s den Menschen auch nicht anders.


    Sollte ich dann doch noch eine Allergie entwickeln, würde ich das dann doch eher lassen mit den Bienen, denn bei aller Vorsicht wird man gelegentlich doch mal gestochen …


    Grüße Ralf

  • Jemand der mit 'ner echten Allergie imkerst, der spinnt doch.

    Danke für deine Ferneinschätzung meines Geisteszustandes 😉. Natürlich bin ich nicht gezwungen weiter zu imkern. Aber mit gut verlaufender Hyposensibilisierung, guten Schutz, kleiner Hobby-Gartenimkerei, Notfallset und BESTER Organisation ist das Risiko vertretbar. BESTE Organisation heißt ich gehe nur im Vollschutz zum Stand, ein Familienmitglied hat mich unter Beobachtung, die Arbeiten und das Material sind perfekt vorbereitet und nach getaner Arbeit lässt man sich penibel nach Bienen absuchen. Stichfrei imkern geht!

  • Ich hab auch mit Handschuhen angefangen

    Ich kann auch nicht mit Handschuhen imkern - erst recht nicht mit diesen Fahrradschlauchhandschuhen. Den Schleier setze ich nur auf bei großen Eingriffen oder wenn die Damen etwas pissig werden. Bienenstiche machen mir auch immer weniger aus und werden weniger - was wohl auch daran liegt das man mit der Zeit mehr Übung im Umgang mit den Bienen bekommt.

  • Wenn der Autor das so vehement propagiert ist das meiner Meinung nach nicht so einleuchtend wie sein Eintreten für Dadant.8)


    Was mich (und vielleicht auch andere) neben fehlender Erfahrung vom entblößteren Imkern abhält, ist die dafür geeignete Genetik am Stand.


    Man kann als Zen-Großmeister Friedensreich an manche Beute treten und wird nach dem Öffnen trotzdem angeflogen als wäre man der Todesstern.


    Ich lege meine Hoffnung auf einen züchterisch beeinflussten fliegenden Wechsel im September, denn eine mit Ableger gekommene Königin ist alles andere als sanftmütig, obwohl sie laut Genetik aus gutem Hause stammen soll. Ich bin gespannt, ob sich das im nächsten Jahr bemerkbar macht.:/

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain