Zwei kleine Fragen.

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    Hallo zusammen!

    Dieses Jahr habe ich es endlich geschafft mir Bienen zuzulegen. Nur möchte ich dabei versuchen das ganze in einem Gleichgewicht zu halten in dem ich selbst auch Nützlinge hinein setze oder selbst Veränderungen an den Beuten vornehme.


    Nun kamen mir ein paar Dinge in den Sinn die mir nach ein wenig Beobachtung und Bearbeitung der Beuten aufgefallen ist:


    Ohrenkneifer/Ohrwürmer:

    In den Beuten, auch woher ich die Bienen habe, waren recht viele Ohrenkneifer unter dem Deckel. Aus meiner Erfahrung mit der Ameisenhaltung weiß ich, dass diese Tiere Milben fressen aber die Bienen / Ameisen in Ruhe lassen. Allerdings sind es größtenteils Aasfresser, jagen aber auch lebende Milben. Jetzt ist die Frage: Könnte es Sinn machen diesen ein Habitat einzurichten? Auf die Idee kam ich nach einer kleinen Dokumentation über den Bücherskorpion welcher wohl Milben aktiv jagd. Diesen aber anzusiedeln noch komplizierter werden würde.


    Wetterfeste Strohbeuten:

    Eine alternative zur Holzbeute - aber gleiches Schema. Ich bin im Moment Hersteller am suchen die VIELLEICHT so etwas herstellen könnten. Lektüre für so etwas habe ich allerdings auch noch nicht gefunden. Das einzige was ich fand waren ein paar Produkte die allerdings höchst umständlich oder schwer 'wirken'

    Habt Ihr da vielleicht irgendwas für mich? :/

  • Hallo Kael, schön das du zu den Bienen gefunden hast.


    Das Thema Bücherskorpion ist sehr umstritten, besonders ob sie tatsächlich aktiv auf Milbenjagd gehen wird von vielen sehr bezweifelt. Sie werden aber kaum nennenswert Milben wegfressen. Sie anzusiedeln macht wenig Sinn, bis auf die Leute die sie teuer verkaufen.

    Mit Ohrwürmern wird es ähnlich sein, nur kommen die von alleine. Mein Tipp: Lass die Ohrwürmer sein wie sie sind, wenn sie dann sind, dann ok, wenn nicht dann auch ok, und kümmere dich zuerst um die vielen anderen Dinge die man beim Imkern wissen muss. Varroa wird normalerweise mit biochemischen Säureverdampfern betrieben, lies dich da mal ein.


    Strohbeuten gibt, ja, lohnt sich denk ich auch nur für die, die diese teuer verkaufen. Deren Verwendung ist nicht (mehr) üblich und sie sind ebenfalls umstritten. Wenn du dann Probleme damit bekommst, findest du wenig Leute die damit Erfahrung haben. Mein Tipp: Bleib bei den normalen Holzbeuten und warte mit solchen Experimenten wenn du die Bienen schon ein paar Jahre hast. Es gibt viele andere Probleme mit denen du zu kämpfen haben wirst.

  • Das mit dem Gleichgewicht müsstest Du uns bitte mal erläutern - welche Balance ist da gemeint ?



    Varroamilben sitzen jetzt zunehmend in der verdeckelten Brut. Die zu erwischen, bedarf einiger Kenntnisse über deren Lebenswandel und den von Bienen. Ich empfehle die unzähligen Diskussionen in diesem Forum zu lesen - da steht viel drin...


    Ohrkneifer fangen m.W. keine Varroen; da ist der Bücherskorpion schon hoffnungslos überfordert.


    Bitte versuch' doch die Bienen mit den herkömmlichen imkerlichen Mitteln zu unterstützen, damit diese das Frühjahr 2021 erleben. Das wäre m.E. für alle Beteiligte vorerst das Beste.


    Von meiner Seite ein herzlich willkommen hier im Forum. Es hat wirklich etwas zu bieten - viel Wissen und Hilfsbereitschaft. Man muss es nur wollen und akzeptieren, was da empfohlen wird - auch wenn unterschiedlichste Meinungen ausgetauscht werden; Vielfalt halt.


    Viel Erfolg mit den Bienen!

  • Fange mit 2 in deiner Gegend üblichen Magazinen an- alle "wesensgemäß" deklarierten Beuten zeichnen sich durch höheren Preis und schlechtem Wiederverkaufswert aus, falls man doch wieder das Hobby beendet. Wenn man Spass am Bauen hat, kann man dann den den weiteren Ausbau der Völkerzahl in weiteren Beutenvarianten in Angriff nehmen.

    Schaue lieber zu Beginn beim Kauf auf eher wabenstetige Bienen, die einem nicht gleich beim Öffnen der Beute mit dem Stachel vornweg entgegenkommen-um nicht wie ein Kosmonaut imkern zu müssen.

    Aggressive Bienen bringen dem Anfänger in der teuersten Beute nix.


    Bei den Bienen stellt sich die weitere Gesellschaft von allein ein,

    dazu gehören Varroa und andere Milben, Wachsmotten, diverse Ameisen, Ohrenkneifer, Asseln, Schnecken, Spitz und Feldmäuse als auch Waschbären. Mit Glück hat man nicht alle Plagen gleichzeitig an einem Stand und viele stören die Bienen nicht, solange sie außerhalb des Stocks bleiben.


    Mache in den ersten Jahren konventionelle Varroabehandlungen, damit du nicht mehrfach neu anfangen musst- tote Völker abräumen macht kein Spass und jeder Neuanfang geht ins Geld.

    Wenn du nicht mit Säuren oder anderen Milbenmedikamenten behandelst, kann sich bei entsprechenden Schlupflöchern auch der Bücherskorpion einfinden. Bedeutung haben sie keine, da wie oben bemerkt die Milben mehr in Brut und auf den Waben und der Bücherskorpion sich eher zu den Müllsammlern gesellt.


    Viel Erfolg mit den Bienen

  • Ich würde dir, genau wie die anderen hier, ebenfalls raten, es erst einmal nach der verbreitetsten Methode zu machen - nicht um dabei zu bleiben, sondern um dabei dann soviel Erfahrung zu sammeln, dass du später bei eigenen Abwandlungen genau weißt, was du siehst, wenn in den Beuten dann etwas merkwürdig verläuft - damit du weißt, ob du eingreifen musst - und wenn ja wie, oder ob das alles völlig normal ist.

    Ich bin jetzt immerhin bereits im vierten Jahr dabei und hab gestern trotzdem wieder mal kopfkratzend und grübelnd vor meinen Bienen gestanden und keine wirkliche Ahnung, was die da gerade wieder machen ... aber ich kann wenigstens nachschlagen, Videos gucken oder hier Fragen stellen, bei denen die Forenmitglieder aufgrund der bekannten Eckdaten verstehen, was ich ihnen beschreibe.

    Üb erst ein bisschen Laufen, Schwimmen und Radfahren bevor du dich für den Iron-Man-Wettbewerb anmeldest.

    Ich wünsche dir mächtig viel Spaß mit diesem neuen Hobby - Es kostet speziell am Anfang saumäßig viel Geld, man wird gestochen, dreckig und klebrig - es ist großartig :D

  • Vielen Dank für die Antworten,

    ja - dieses Jahr soll es noch konventionell sein, schlicht und ergreifend weil mir die Zeit für etwaige Recherchen dazu einfach fehlt. Nächstes Jahr, wenn im besten Fall neue Völker hinzukommen, wollte ich experimentierfreudiger werden.


    mfg Kael