Oxalsäure sprühen - Honig ernten

  • Moin,


    ich bin im Allgemeinen sehr vorsichtig, was Säuren und Kontamination von Honig angeht. Dieses Jahr hatte ich nun einen starken Schwarm, den ich nach einer Woche mit Oxalsäure (Sprühbehandlung) behandelt habe. Drei Wochen später war das Volk so kräftig, dass ich ihm einen Honigraum aufsetzen musste, der jetzt recht gut gefüllt ist.

    Meine Frage: Kann man diesen Honig ganz normal ernten?

    In der Packungsbeilage für Oxuvar heißt es:

    “Wartezeit: 0 Tage für korrekt behandelte Völker. Behandlung ohne aufgesetzte Honigräume ausführen.”

    Genau das habe ich gemacht, bin aber trotzdem skeptisch. Wie handhabt ihr das?


    Lieben Gruß!

  • Moin,


    Habe Anfang Mai einen Schwarm gefangen und diesen zwei Tage später besprüht. Vier Wochen später hat der Schwarm einen Honigraum bekommen, den Honig werde ich normal schleudern und verkaufen.


    Die Anforderungen hierfür sind erfüllt, also gibt es keinen Grund, diesen Honig anders zu behandeln.


    Beste Grüße


    Peter

  • Die Säure ist doch volle Kanne im Volk, auch noch vier Wochen später. Dann könnte man ja auch eine Frühjahrsbehandlung machen und feucht fröhlich danach ernten. Soll man aber nicht. Erklärung bitte.

    Irgendwie wird Oxuvar die Zulassung für die 0 Tage bekommen haben. Also haben sich da Leute dazu Gedanken gemacht, und sind zu der Entscheidung gekommen, dass man das so zulassen kann.


    Dementsprechend würde auch einer OX-Behandlung im Frühjahr nichts entgegen stehen, weil man danach einen HR geben könnte.


    Die Empfehlung spätestens am/um den 24.12. zu behandeln kommt wohl noch aus Zeiten mit anderen Mitteln und/oder anderen Zulassungen.

    9 Völker Carnica, 1 Volk Buckfast in Segeberger

  • Die Säure ist doch volle Kanne im Volk, auch noch vier Wochen später. Dann könnte man ja auch eine Frühjahrsbehandlung machen und feucht fröhlich danach ernten. Soll man aber nicht. Erklärung bitte.

    Was bedeutet "volle Kanne"?


    Sprühbehandlung mit OXS von Bienen auf Waben beidseitig heißt Flüssigkeitsmenge von ca. 5 ml, max. 10 ml pro Großwabe, entspr. Weniger bei DN-Format. Bei einem bauenden Schwarm nach 1 Woche dürften das 5 - 6 Großwaben sein, somit max. 60 ml OXS 5,7%. Das entspricht dann 3,4 g OXS.


    Diese wird von den Bienen verteilt, tw. hinausbefördert nach dem Antrocknen etc. Wenn davon noch 2 g in einem gefüllten HR mit 15 - 20 kg ankommen, liegt die Konzentration von OXS im Honig bei 2 g / 15.000 g = 0.00013 g bzw. 0,13 mg pro g Honig. Das ist unterhalb der natürlich im Honig vorkommenden Größenordnung (https://www.lebensmittellexikon.de/o0000170.php#4).


    Den Honig würde ich selbst essen oder verkaufen - völlig unbedenklich. Sachliche Risiken gibt es nicht, bestenfalls formale.

  • bitte nicht Träufeln mit Sprühen verwechseln. Das Träufeln soll tatsächlich vor dem Jahreswechsel erfolgen. 1. wegen der dann hoffentlich eingetretenen Brutpause und 2. wegen der Vorschrift "in dem Jahr der Behandlung darf der Honig nicht in Verkehr gebracht werden".


    Wenn ich mich nicht irre... (Sam Hawkins)


    Grüße

    Roland

  • Vier Wochen später hat der Schwarm einen Honigraum bekommen, den Honig werde ich normal schleudern und verkaufen.

    Nachdem ich hier von Kikibee aufgeklärt wurde, dass sich in diesem Punkt zwei Verordnungen nicht einig sind, halte ich das für problematisch.


    Ich würde den Honig jederzeit selber essen, da kommt nicht viel an. Ich stimme zwar mit der Rechnung

    somit max. 60 ml OXS 5,7%. Das entspricht dann 3,4 g OXS.


    Diese wird von den Bienen verteilt, tw. hinausbefördert nach dem Antrocknen etc. Wenn davon noch 2 g in einem gefüllten HR mit 15 - 20 kg ankommen, liegt die Konzentration von OXS im Honig bei 2 g / 15.000 g = 0.00013 g bzw. 0,13 mg pro g Honig. Das ist unterhalb der natürlich im Honig vorkommenden Größenordnung (https://www.lebensmittellexikon.de/o0000170.php#4).

    nicht ganz überein (1), aber so viel Honig kann man imho gar nicht essen, dass der im link angegebene ADI-Wert von 0.89 mg / kg Körpergewicht erreicht wird. Das wären bei einem Standard-75-kg-Menschen immerhin gut 66 mg Oxalsäure jeden Tag, also selbst vom "hoch kontaminierten" Sommerhonig plus Oxalsäure aus Behandlung müsste man jeden Tag gut 170 g verputzen, um da ranzukommen, die imo zu hohe Menge an Eintrag mit 5.7% aus der o.a. Rechnung vorausgesetzt (rechnet mal wer nach, bitte? Ich traue meinem Hirn heut nicht wirklich)



    (1)

    - Oxuvar ist gebrauchsfertig "dünner"; die 5,7% beziehen sich nicht auf die gebrauchsfertige Lösung. Diese ist afaik 3,5%ig.

    - Obacht, der Grenzwert ist in mg / kg angegeben! Macht mal eben Faktor 1000... Wir wären dann bei 130 mg/kg, was dem natürlichen Gehalt von Sommer-, Wald- oder Heidehonig in etwa entspricht.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • hr werft da einiges durcheinander.
    Aber ich möchte Reiner nicht vorgreifen.

    Wer ist Reiner und wer wirft, und was? Ich finde so hingeworfene Brocken unsäglich nichtssagend und eigentlich nur nervend.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Es ist nervend, wenn hier Gramm und Kilogramm und dann noch Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Milligramm pro Gramm als Rückstand bunt gewürfelt werden.
    beemax (Reiner) ist dafür das absolut kompetente Forumsmitglied.


    Gruss

    Ulrich

  • Es ist nervend, wenn hier Gramm und Kilogramm und dann noch Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Milligramm pro Gramm als Rückstand bunt gewürfelt werden.
    beemax (Reiner) ist dafür das absolut kompetente Forumsmitglied.

    Er hat es, soweit ich das beurteilen kann, selbst durcheinander gebracht...

    Er war rechnungstechnisch bei 0,13 mg pro g und vergleicht diese mit einer Tabelle, welche in mg/kg angegeben ist.

    Moniaqua hat recht, bei diesem "worst-case-szenario" landet man am Ende bei 130 mg/kg. Je nach Honig wäre das nachher immerhin doppelt so viel, als er natürlicherweise haben sollte.

    Aber wie auch angemerkt: 2g werden nach dieser Zeitspanne niemals nicht im Honig landen.