Zählen von Varroa Milben

  • Hi Leute, ich habe gestern den Schieber mal rein gemacht und eben geschaut, was drauf liegt. Da ich im ersten Bienenjahr bin, habe ich da noch keinerlei Erfahrung. Ich schicke mal ein paar Bilder mit. Es liegen massenweise kleine Teilchen auf dem Schieber. Kann auch nicht wirklich erkennen, was die orangenen Flecken sind. Könnten auch Wachs Teilchen sein. Wie unterscheidet man die denn zur Milbe? Könnt ihr was erkennen?


    Das Volk sitzt zweizargig. Habe am Montag den Honig Raum noch mal aufgesetzt.

  • Hier hat Glaronius seine sehr detaillierte Aufstellung zur Gemülldiagnose verlinkt (#38):

    Gemülldiagnose: Wassertropfen um Bienensitz (Gemüllstreifen)


    Immenfreund Jens : Ich sehe auf den Fotos v.a. Wachsreste (hell = unbebrütet, braun = von bebrüteten Waben oder ggf. Propolisstücke, die der Imker bei seiner letzten Durchsicht löste). Auf Foto 2 links oben vermute ich bei den 3 langen, stäbchenförmigen, dunklen/schwarzen Teilen: Wachsmottenkot (s. Link S. 34). Varroa konnte ich auf den Fotos nicht erkennen (vgl. Link S. 25).

  • Stammen die Bilder aus einem Wirtschaftsvolk oder einem Jungvolk/Ableger?

    Varroa konnte ich auf die Schnelle nicht erkennen.

    Aber warum machst du das zu dieser Jahreszeit? Ableger behandelst du eh noch nicht, bzw. wenn sie vernünftig gebildet wurden ist eine Behandlung defintiv noch nicht nötig. Ein Wirtschaftsvolk wird auch noch nicht behandelt, weil man ja noch Honig ernten will. Also... entspann dich, mach das ganze noch mal Anfang August und dann schau weiter. Am besten nur behandeln, wenn die jeweilige kritische Schwelle an Varroen im Volk überschritten wurde. Bei manch einem Ableger ist gar keine Behandlung mit Ameisensäure nötig. Oft reicht auch der September zur Behandlung. Aber wie es bei Imkern üblich ist, gibt's dazu auch unterschiedliche Meinungen. Manche Behandeln immer alle Völker am gleichen Termin. Ob das besser ist, muss jeder selber wissen.

    Aber die Windel kannst du noch ruhig einen Monat zur Seite stellen.

  • Ging mir am Anfang genauso, jetzt wundere ich mich darüber warum ich je Probleme hatte.

    Die unterschiedlichen Dinge die das so liegen können kennen zu lernen ist am Anfang etwas müselig, leider! Keine Sorge mit etwas Übung sieht man die Milben dann recht gut. Einfach immer nach ovalen Dingen Ausschau halten! Rötlich braun, oval, ca. 2mm breit, ca. 1mm lang. Solltest du mal helle sehen sind das junge Milbenbrut die beim Bienenschlupf noch nicht fertig waren und von den Bienen beim Putzten rausgeworfen wurden. Varroa-Mänchen sind allerdings eher dreieckig und immer weiß, die sieht man aber eigentlich nie.


    Wir ribes schon sagte, auf den zweiten Bild links oben, das ist Wachsmottenkot, ganz normal und sowieso recht wenig. Die schwarze Flocke auf Bild 3 erkenne ich nicht, sieht aber nicht problematisch aus. Varroen konnte ich ebenfalls keine erkennen.


    Grüße,

    Martin

  • Aber warum machst du das zu dieser Jahreszeit?

    Ich habe gerade heute, wegen nen anderen Thread, die Bedienungsanleitung vom Nassenheider Verdunster prof. durchgelesen und die empfehlen eine Kontrolle mit Schieber im Juni auch wenn erst später ("Mitte Juli nach der letzten Honigernte") behandelt wird.


    Die Kontrolle schadet ja nicht. Wenn die Belastung jetzt schon merklich ist kann man die Behandlung bei Bedarf vorziehen. Bis Anfang August mit dem Schieber zu warten finde ich sportlich.


    Grüße,

    Martin

  • Stammen die Bilder aus einem Wirtschaftsvolk oder einem Jungvolk/Ableger?

    Varroa konnte ich auf die Schnelle nicht erkennen.

    Aber warum machst du das zu dieser Jahreszeit? Ableger behandelst du eh noch nicht, bzw. wenn sie vernünftig gebildet wurden ist eine Behandlung defintiv noch nicht nötig. Ein Wirtschaftsvolk wird auch noch nicht behandelt, weil man ja noch Honig ernten will. Also... entspann dich, mach das ganze noch mal Anfang August und dann schau weiter. Am besten nur behandeln, wenn die jeweilige kritische Schwelle an Varroen im Volk überschritten wurde. Bei manch einem Ableger ist gar keine Behandlung mit Ameisensäure nötig. Oft reicht auch der September zur Behandlung. Aber wie es bei Imkern üblich ist, gibt's dazu auch unterschiedliche Meinungen. Manche Behandeln immer alle Völker am gleichen Termin. Ob das besser ist, muss jeder selber wissen.

    Aber die Windel kannst du noch ruhig einen Monat zur Seite stellen.

    Das könnte im September aber leider zu spät sein !

    Finde ich gut, das Martin schon mal geprüft hat.

    Stört die Bienen Null und man kann wie hier schon geschrieben was lernen.

    Andere reissen fast täglich ihre Beuten auf, nur um rein zu glotzen, fürchterlich...

    Also ist so eine Gemülldiagnose oft sinnvoll und JETZT auch mal ein guter Zeitpunkt. Honigernte hin oder her... .

    Alles richtig gemacht.

    LG

    Martin

  • Ich habe vor drei Tagen die Gemülldiagnose bei meinen zwei Ablegern gestartet.
    Ableger 1: 4 Milben in 3 Tagen. Alles okay.

    Ableger 2: 19 Milben bereits am Abend von Tag 1!!! Alarm! Habe gestern sofort die AS60% Behandlung mit dem Nassenheider Prof. gestartet. Da sieht man wie wichtig eine frühe Diagnose sein kann. Bis August hätte ich bei diesem Ableger nicht warten können ohne die Winterbienen stark zu gefährden.

  • Vielen Dank für eure Meinungen. Ich habe das auch so gesehen, dass ich was lernen kann. Habe diesen sehr starken Ableger vor einer Woche bei einem Imker Kollegen abgeholt. Er meinte, das Volk ist praktisch milbenfrei. Er hatte eine Teilung im Mai vorgenommen und das ist der übrig gebliebene Brutling. Er hat nach 21 Tagen allerdings nicht die Sprühbehandlung gemacht .Die Königin ist eine F1 Tochter und legt wie Bolle. Alle Wabengassen sind besetzt, (7 BW) und deswegen habe ich auch noch mal einen HR aufgesetzt. Vielleicht springen noch ein paar Kilo raus, mal schauen. Und da ich noch nie mit dem Schieber gearbeitet habe, war es mir jetzt wichtig, mir das mal anzuschauen. Von Pia Aumeier habe ich gelesen, dass eine Prüfung im August bei manchen Völkern schon zu spät sein kann . Klar es ist ein Ableger, ich denke aber, je stärker Ableger sind desto höher kann auch der Varroa Druck sein. Deswegen auch der Gedanke, schaden kann es ja nicht.


    Beim Anfängerkurs haben wir auch gelernt, dass man einiges über den Schieber erkennen kann. Auf wie viel Wabengassen sitzt das Volk beispielsweise im Frühjahr. Ist die Königin schon am Brüten usw.


    Aber wenn man die Teilchen alle mal live sieht, ist man anfangs etwas überfordert. Die PDF über die Gemülldiagnose ist aber klasse und ich denke mal, dass ich jetzt die Milben ganz gut von den Wachs unterscheiden kann. Sie sind ja farbig doch etwas kräftiger und nicht so durchsichtig wie der Wachs. ;)

  • Wir (ebenfalls noch ungeübter Anfängerblick) legen auf der Windel alles was uns milbig vorkommt mit spitzer Pinzette in eine Reihe.

    An die Profis: Ja als Anfänger macht man sowas noch, wir haben ja nur zwei Jungvölker :D.

    Anschließend machen wir ein Handyfoto von der Reihe. Und wenn wir das dann zoomen erkennt man schnell was Milbe ist und was Fehlalarm.