Das Sanieren von CPV (Chronischer Paralyse Virus)

  • Du weißt doch, dass ich da eine GANZ andere Schiene fahre.

    Aber ...

    Dann erkläre doch bitte deine "GANZ andere Schiene" (genau erklärt für die Praxis) in einem von deinen eigenen Themen/Freds, ohne irgendwelches wenn und aber......oder wie man dies auch nennt.

    Nein, bitte nicht. Die un-zerrissenen Themen waren einfach schön...

  • Nein, bitte nicht. Die un-zerrissenen Themen waren einfach schön...

    Hallo Sulz,

    daran werde ich mich halten!

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Das Imkern an sich ist jedenfalls aktuell für mich eher Leid als Freud. Der Anblick der kranken Bienen geht mir schon nahe. Da liegt mein Fokus die ganze Zeit darauf, die Völker von der Varroa und damit von Virenlasten frei zu halten, stecke Zeit und Herzblut in hoffentlich gesunde und vitale Völker und den Aufbau meiner kleinen Imkerei und dann fährt man zum Wanderstand und fegt einen Eimer voll tote Bienen vor den Fluglöchern zusammen.

    Das macht einfach keinen Spaß mehr.


    Ich kann das sehr gut nachvollziehen, bei mir hat dieses Jahr abfegen und Zuhängen von verdeckelten Brutwaben gut geholfen...

    Interessanterweise hatten meine beiden Brutscheunen vom letzten Jahr schwere CBPV-Symptome und ein Volk nachdem ich es zur Königinnenzucht benutzt habe (nach Reiner Schwarz)

    VG

  • CBPV und Zucht wird ein Thema werden. ... jene Völker, die bei mir als erstes und am stärksten betroffen waren, waren Töchter der selben Zuchtmutter und allesamt auf der selben Belegstelle. Das war auffällig.

    ... ein paar Gedanken dazu. (Vielleicht hilfreich. - Ich gehe davon aus, dass die Arbeiten daran auch zur gleichen Zeit ausgeführt wurden.)


    (Zukunft Biene, Forschungsprojekt zur Bienengesundheit in Österreich)

    Zitat

    Ein Bienenvolk, in dem ein Virus nachgewiesen wurde, ist nicht automatisch ein krankes Volk. ... Viren können versteckt und ohne Symptome in geringer Anzahl in einer gesunden Biene vorkommen. Erst, wenn die Biene durch andere Faktoren wie die Varroamilbe, Nahrungs- oder Wassermangel oder andere ungünstige Umweltbedingungen gestresst wird, bricht die Viruserkrankung aus. Dann werden erste Symptome bei Bienen oder Larven sichtbar.

    (Kerstin Seitz, 2019, Österreich)

    Zitat

    Unter den vielen Krankheiten, die das Wohlbefinden der Honigbiene (Apis mellifera) beeinträchtigen, ist das chronische Lähmungssyndrom erwachsener Honigbienen eine der am besten beschriebenen.

    ...


    Es wird angenommen, dass die natürliche Übertragung von CBPV innerhalb der Kolonie durch engen Kontakt zwischen infizierten und gesunden Bienen und durch die orale Aufnahme infektiöser Partikel aus dem Kot erkrankter Tiere übertragen wird 12,13.

    ==> Zuerst müssen die Viren auf die Völker verteilt werden, und dann braucht es ungünstige Bedingungen.


    Plausibel, und leicht nachzuvollziehen: Wird CBPV in einem einzelnen Volk übersehen, ist der Kunstschwarm der sicherste Weg um große Mengen Virus von einem kranken Volk auf alle Begattungseinheiten zu verteilen. Alles aus möglichst vielen Völkern in einen Hobbock, und gut durchmischen. Bestenfalls mit Bienen aus einem Sammelbrutableger, da wurden vorher schon mehrere Völker zusammen gelegt, es war wochenlang überfüllt, und schön eng. - Im Begattungskästchen mit Kunstschwarm geht es die ersten 3 Tage in Dunkelhaft ebenfalls eng her. - Für CBPV ideal wird beim Einweiseln aufgesetzt, und alle Bienen aus der Begattungseinheit dürfen einlaufen. - Dann braucht es im Herbst nur noch ein paar Stressoren wie Pollenmangel, oder so.


    (noch einmal Kerstin Seitz, 2019, Österreich)

    Zitat

    CBPV-Symptome werden im Herbst oft falsch interpretiert und übersehen, da der Imker die Kämpfe am Bienenstockeingang als Raubbienenangriffe betrachtet 11.


    Wenn es im Stock wieder eng zugeht, und kein Flugwetter ist, sind wieder beste Bedingungen um CBPV von Bienen zu Biene zu übertragen.

  • Wollt mal meine Erfahrungen dazu schildern. Ich habe mit einem Imker Kollegen letztes Jahr auf einem Bienenstand etwa 15 betroffene Völker stehen gehabt. Große Berge von toten Bienen vor den Kisten. Das war etwa der 20. Mai.. Wenn du in die Völker geschaut hast, haben viele Bienen gezittert und die Völker waren stark geschrumpft. Wir haben den kompletten Stand saniert, indem wir alle Pollen Bretter rausgenommen haben. Also alle Waben gezogen, auf denen Pollen war, egal ob mit oder ohne Brut. Dann haben wir alle Kisten auf einen anderen Stand gebracht.


    Noch etwa 5 Wochen standen alle Völker wieder besser da. Vereinzelt noch kranke Bienen, die Kisten waren aber wieder relativ voll. Und Honig haben sie auch noch gut gesammelt.


    Den Tipp haben wir von einem Berufsimker gekommen. Die Vermutung geht dahin, dass ein direkter Zusammenhang mit vergifteten Pollen besteht und die Bienen in Trockenphasen verstärkt auf die eingelagerten Pollen Reserven zurückgreifen. Dabei breitete sich der Virus in dieser Zeit stark aus.


    Dass nun alle Völker auf einem anderen Standort besser dastehen, bestätigt unsere Meinung nach die Vermutung.


    Das ist sicher nur ein Lösungsansatz für jemanden, der das mal ausprobieren möchte und die Möglichkeiten dazu hat. Ist sicherlich kein Patentrezept und für jeden umsetzbar, da es auch immer wieder andere Voraussetzungen gibt. Ralf hatte in der Montagsimkerei mal darüber geredet und wir dachten, wir teilen mal unsere Erfahrungen. ;)

  • ich habe keine Untersuchung machen lassen, wenn du das meinst. Kannst du mir beschreiben, worin genau die Unterschiede liegen? Wir hatten halt das typische Zittern, den dicken Hinterleib und gespreizte Flügel...

  • Dass nun alle Völker auf einem anderen Standort besser dastehen, bestätigt unsere Meinung nach die Vermutung.

    Wie sagte man schon früher:


    Tracht, heilt (fast) alle Krankheiten.


    Das Umfeld an dem Standort, beeinflusst die Genesung eines erkrankten Volkes schon sehr bedeutend. Und dabei können Umweltgifte sicher auch ein wesentliche Rolle dabei sein.


    Aber die meisten Betroffenen, können an dem Umfeld kaum etwas ändern.

    Dies macht das "Sanieren" zuweilen auch wieder schwierig.


    Zudem stelle ich mir auch die Frage:

    Wie man das Verstellen, oder das Anwandern von einer guten Tracht, mit "erkrankten" Völkern verantworten kann? :/


    Lg Sulz.

  • Das stimmt, bedenklich ist das schon. Allerdings finde ich es besser, in ein paar Wochen wieder gesunde Völker dastehen zu haben, als über den ganzen Sommer lang auf dem alten Standort kranke Völker .Letztendlich gibt es ja dort auch Bienenvölker in der Umgebung, auf die sich die Krankheit übertragen kann.


    Wenn ich es richtig verstanden habe, überträgt sich die Krankheit in erster Linie in sehr dichten Völkern von Biene zu Biene. Da wäre die nächste Frage, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich gesunde Völker aus der Umgebung massiv anstecken könnten. Am eigenen Bienenstand sicherlich ein Problem, da ist hier öfters zu Verflug kommt Aber gerade in Tracht Zeiten sollte doch die Räuberei relativ gering sein. Also wie oft fliegen dann Bienen von anderen Ständen überhaupt ins eigene kranke Volk hinein um zu räubern? Ich würde eher denken, dass es andere äußere Einflüsse gibt, die diese Krankheit hervorrufen.


    Ist aber nur eine Vermutung. Wie gesagt, der Schaden könnte am alten Bienenstand durch Übertragung genauso hoch sein, wie auf dem neuen. Deshalb bin ich eher für das Sanieren und Ausschalten der negativen äußeren Einflüsse wie beispielsweise vergifteten Pollen, der entweder direkt oder natürlich auch im Zusammenhang mit CBPV ein Problem sein könnte.

  • Hallo,


    ich muss heute Abend einen buckelbrütigen CBPV Ableger abschefeln.

    Das letzte Volk was ich abgeschwefelt habe, war in einer Holzbeute.

    Dieses hier ist ein einer Segeberger...

    Jetzt habe ich Bedenken wegen der Hitzeentwicklung.

    Vorhaben:

    • Kiste auf
    • Rähmchen auseinander rücken
    • Metall ASG drauf
    • leere Ganzzarge aufsetzten
    • Schieber rein, Fuchloch zu
    • halben Schwefelstreifen in der Schwefeldose aufhängen, anzünden und Dose reinstellen
    • Deckel drauf.

    Ich hatte in meinen Anfangsjahren mal so einen blöden Grabkerzen Tipp vom Dr. L. wegen der Temperatur beim AS verdampfen in einer Segeberger nachgemacht. Deckel und Zarge waren anschl. Müll. Kerzenwachs über deinen Teil des Volks gelaufen. Nicht schön...


    Ich denke aber, dass die 5 Minuten in denen der Steifen brennt nicht so eine große Hitze entsteht, dass sowas nochmal passiert. Wie sind eure Erfahrungen bei Schwefel in der Segeberger?


    Grüße Thomas

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Hallo zusammen,


    ich berichtete, dass ich im letzten Jahr auch mehrere Völker mit CPV hatte. Da ich schauen wollte, ob eine mgl. Vererbung zu Grunde liegen könnte, habe aus den mit CPV befallenen Völkern die Königin entfernt (und durch eine Jungkönigin ersetzt -> Ergebnis: die Völker erholten sich wieder). Die alten Königinnen habe ich in nen Zusetzkäfig gepackt (ohne Begleitbienen) und in einen Mehrwabenableger im MiniPlus eingeweiselt. Dieses Jahr sind das die schönsten Völker, ohne Anzeichen von CPV! Die Frage, ob diese Krankheit erblich bedingt auftritt, kann ich so nicht bestätigen. Ich vermute da eher einen lokalen Zusammenhang (Pollen erscheint mir sehr stimmig).

    Hat da jemand andere Erfahrungen gemacht?

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam