Das Sanieren von CPV (Chronischer Paralyse Virus)

  • Laborbefund ist da. Bei allen Proben wurde CBPV nachgewiesen. In zwei Fällen noch zusätzlich BQCV, was ich als Virus bisher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, bei einem dieser beiden Völkern konnte noch DWV nachgewiesen werden.

    "Bei Bienenviren können derzeit hauptsächlich zwei Testmethoden angewandt werden: eine PCR (Abkürzung für Polymerasekettenreaktion) zum Nachweis der viralen genetischen Information oder ein ELISA (Enzyme-linked immunosorbent assay) zum Nachweis von Virusproteinen.

    ...

    Beide Tests weisen ... nicht notwendigerweise infektionsfähiges Virus nach. Dieses lässt sich nur durch aufwendige und teure Infektionsversuche an Zellkulturen, lebenden Bienen oder deren Brut nachweisen und spielt für die Routinediagnostik keine Rolle.

    ...

    Vorteil der PCR ist, dass sie sehr empfindlich ist ... Leider ist das Verfahren aufgrund der benötigten Reagenzien und der notwendigen technischen Ausrüstung relativ teuer – insbesondere, wenn man ein Bienenvolk auf mehrere Viren untersuchen möchte. Solche PCR-Tests werden daher eher in wissenschaftlichen Fragestellungen verwendet"

    Quelle: http://www.zukunft-biene.at/un…projekts-zukunft-biene-2/


    Du kannst also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkt davon ausgehen, dass in Deinem Fall ein indirekter "Nachweis" über "Virusproteine" erfolgen sollte. Nun ist es jedoch so, dass diese "Virusproteine" nicht durch das Virus hergestellt werden, sondern durch die Beeinflussung des Zellstoffwechsels der Wirtszelle bzw. deren Abwehrreaktionen.

    Mir ist bisher keine wissenschftliche Arbeit bekannt, die den Nachweis erbracht hätte, dass die durch den Test nachgewiesenen "Virusproteine" nicht auch im Rahmen anderer negativer Einwirkungen (beispielsweise Vergiftungen) oder im Rahmen alternativer Stoffwechselvorgänge bei niedrigeren Temperaturen (im Fall von DWV) gebildet werden.

  • Meiner Meinung nach ist Volltracht das beste Mittel um Viren zu dezimieren, hier bleiben die Infizierten auf der Strecke und sterben nicht im Kasten und stecken Gesunde an. Füttern halte ich deshalb nicht für so geeignet. Nun werden viele sagen, bei mir ist ab Juli keine Tracht mehr. Da hilft eben nur Wandern. VG

  • Mein schlimmstes CBPV Volk ist wieder fit....

    Vor ein paar Wochen habe ich alle Bienen von allen Waben 50m in die Wiese geschüttet. Brutwaben wieder in die Beute gehangen. Nach einer weiteren Woche habe ich ein aggressives Volk aufgelöst und die Brutwaben auf die Ableger und 2-3 Brutwaben in das CBPV Volk gehangen. Vor einer Woche habe ich nochmal in das Volk geschaut. Königin war da, aber auch Weiselzellen. Schwärmen oder Nachschaffen ? Ich habe alle stehen gelassen und heute die neue Regentin zufällig gesehen und gezeichnet. Volk war wieder stark sodass es wieder einen Honigraum bekommen hat :thumbup:

    VG

  • Ich danke für den im Beitrag 381 verlinkten Artikel. Den im Beitrag aus dem Artikel gezogenen Schlussfolgerungen muss ich aber energisch widersprechen.


    Im Artikel steht, dass die ELISAs (Enzyme-linked immunosorbent assay) am Institut für Virologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien für drei relevante Bienenviren (DWV, SBV und ABPV) entwickelt werden. Insofern können die Proben von rall0r auch nicht so untersucht worden sein. Wenn man sich die Preisliste vom LIB (Länderinstutut für Bienenkunde) ansieht, dann dürfte klar sein, dass es PCR-Analysen sind. Im Veterinärbereich wird für PCR meist weniger, als in der Humanlabordiagnostik verrechnet. Dennoch wird man sich als Imker die Ausgabe überlegen. Der Preis ist übrigens auch abhängig von der Anzahl der PCR bzw. der Anzahl der untersuchten Viren.

  • @rallOr

    Mein Vorschlag an Dich : mind reset . Weg von der Krankheitsfokussierung, hin zu Maß-

    nahmen die die Gesundheit der Bienen fördern, stärken, erhalten. Vierzig Jahre Berufspraxis

    im ökologischen Pflanzenbau haben mich gelehrt : nur ein gesunder Boden kann gesunde ,

    widerstandsfähige Pflanzen hervorbringen. Nur an die jeweiligen Boden- und Klima-

    verhältnisse angepaßte Sorten, können Ertrag generieren. Das versuche ich auf meine

    Bienenpflege zu übertragen und umzusetzen. Dann geht immer noch genug schief, um sich

    an Herausforderungen abzuarbeiten.

    Über alle Auffassungen hinweg, was zu tun ist, steht eines für mich fest :

    <The same procedure as every year > wird nie mehr funktionieren.

    Übrigens: Die ausbleibenden Reaktionen auf meine Beiträge lassen mich vermuten, dass ich

    bei einigen auf der Ignorierliste stehe. Auch das hat schon immer ganz schlecht funktioniert: Realitäts- und Dialogverweigerung. Beruflich kann und konnte ich mir so etwas noch nie leisten.

    immer wieder bin ich gespannt, was die Bienen anders machen...

    Einmal editiert, zuletzt von Auenbiene ()

  • Quasi die Waldkrankheit als Kur? Kann man das so sagen?

    Die Waldkrankheit wird üblicherweise auf Pollenmangel zurückgeführt, nicht (nur) auf abgearbeitete Bienen. Volltracht bei guter Pollenversorgung könnte helfen. Wobei die wirklich schwer kranken CBPV Bienen können nicht mehr fliegen, die arbeiten sich auch in einer Tracht nicht ab.


    Gruß
    Ludger

  • Ich überlege, Völker aus der Linde zu nehmen, HR runter, und dann die von rase beschriebene AS Behandlung vorzunehmen, um dann umzuweiseln.

    Wenn Volltracht und gute Pollenversorgung eine Sanierungsvariante sind, dann würde ich die Völker in der Linde lassen.

    Möglich wäre auch eine Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel, die bspw. gegen Läuse, Eichenprozessionsspinner o.a. eingesetzt wurden. Wenn zuviele ungünstige Faktoren zusammenkommen, verschieben sich die Prioritäten, resp. funktioniert die Gesundheitsvorsorge im Volk nicht mehr so gut und Krankheiten/Viren können Oberhand bekommen.

    Ich habe hier von einem Kollegen einen Drohnerahmen gesehen und bin erschrocken über das lückige Brutbild, ausgeräumte Zellen - aber kein Varroabefall zu erkennen. Er erzählte zufällig, daß eines seiner anderen Völker sehr stark sei, aber keinerlei Drohnenbrut pflege. Auf CBPV-Symptome hat er nicht speziell geachtet, ihm war aber auch nichts aufgefallen. Ich habe mir seine Völker noch nicht angesehen. Mglw. haben sie auf die extreme Hitze der letzten Tage reagiert (hier bis 38 Grad im Schatten).

  • Insofern können die Proben von rall0r auch nicht so untersucht worden sein.

    Technische Ausstattung Hohen-Neuendorf:


    Molekularbiologisches Labor:
    PCR-Arbeitsbank
    Thermocycler (PCR)

    Gelelektrophoreseapparaturen
    (DNA- und Proteinanalyse)
    Imagingsysteme
    ELISA-Reader

    UV/VIS-Spektrophotometer


    Quelle: https://www.google.com/url?sa=…Vaw15L2n5HuZ5NU3j7pvMzDzo

    Klarheit kann wohl nur eine Nachfrage in Hohen-Neuendorf bringen.

    Dabei könnte man auch gleich nach Spezifität und Sensitivität der eingesetzten Testverfahren sowie nach dem zu erwartenden Anteil falsch-positiver bzw. falsch-negativer Ergebnisse fragen - bei wirklich wissenschaftlicher Arbeit sollten diese Daten (insbesondere für die im eigenen Hause entwickelten PCR-Verfahren) doch schnell zu finden sein.

  • Ich

    Danke dir für deinen Beitrag!

    Es funktioniert schon. Man braucht nur ein paar Gleichgesinnte und man begnügt sich mit der eigenen Meinung 😔

    Schreib bitte über deine Erfahrungen und deine Vorgehensweise, das interessiert mich!

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Mein ursprünglich mit CBPV befallenes Volk scheint „geheilt“ zu sein. Siehe meine vorherigen Beiträge. Es ist eines der stärksten Völker welches auch richtig Honig bringt. Verrückt.

    „Wenn Bienen den Mindestlohn erhalten würden, würde ein Glas Honig mehr als 132.000 Euro kosten „🤔