Das Sanieren von CPV (Chronischer Paralyse Virus)

  • Ich habe diesen Winter 2 Völker mit mittleren bis starken CBPV Symptomen in 2020 verloren. X/

    Hier ein Hinweis aus dem aktuellen Newsletter der Bieneninstitute :

    Veranstalter Veitshöchheimer Imkerforum - Wissenschaft und Praxis im Dialog

    Online- Fachtagung des Instituts für Bienenkunde und Imkerei

    TOP unter Anderem : Bericht aus der Fachberatung mit Schwerpunkt CBPV

    Wann - Samstag 6.Februar. 13.00-16.30 Uhr

    Anmeldung erforderlich , kostenfrei unter https://www.lwg.bayern.de/bien…ng_beruf/093457/index.php


    Wegen meiner Arbeit schaffe ich es wohl nicht rechtzeitig teilzunehmen. Vielleicht mag jemand,

    der auch betroffen / interessiert ist, hier berichten, falls es neue Erkenntnisse gibt .Danke im

    voraus !

    immer wieder bin ich gespannt, was die Bienen anders machen...

  • Wegen meiner Arbeit schaffe ich es wohl nicht rechtzeitig teilzunehmen. Vielleicht mag jemand,

    der auch betroffen / interessiert ist, hier berichten, falls es neue Erkenntnisse gibt .Danke im

    voraus !

    Ich bin angemeldet, werde voraussichtlich teilnehmen und auch berichten, wenn es etwas Berichtenswertes gibt.


    Grüße vom Apidät

  • Da hat es aber nun zu gerade diesem Thema ( CBPV) nichts Neues gegeben. War auch nur ein kurzer Beitrag. Es ging eigentlich nur um eine Methode, die mir Ludger Merkens 2018 bei meinem ersten ( und hoffentlich letzten) Fall von CBPV gegeben hatte- nämlich das Volk am Quarantänestand nach Einfliegen zu verstellen, an den alten Stand eine neue Beute mit gekäfigter Kö stellen, und die Bienen weiter weg abzufegen, so dass auch nur die fitten zurück fliegen können.

    Ob die BW zurück ins Volk gegeben werden können, ist noch umstritten, sie gehen aber davon aus , dass das funktioniert ( bei mir hat das damals funktioniert).

    Aber auch sonst bot das Forum recht interessante Beiträge, war alles nur recht lang ( bzw läuft gerade noch in den letzten Zügen)

  • Ich habe auch gerade an der Veranstaltung teilgenommen.

    Ich fand sie sehr informativ.

    Es fehlen (mir) einfach jetzt seit mehr als einem Jahr die sonst üblichen 3-4 Veranstaltungen im Jahr die ich regelmäßig besuchte.

    Es kann nur noch besser werden.

    Gruß Eisvogel

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010

  • Interessant auch die Erfahrung mit den " eingehausten "Völkern bei Vespa Velutina. Sagt jetzt noch nichts darüber aus, ob auch weniger Bienen abgefangen wurden, aber interessant ist es doch.

    Der Versuch in Frankreich umfasste 4 Völker, zwischen 2 stand jeweils eine Falle ( die Cabro fliegt da leider auch rein, ist aber in Frankreich nicht geschützt).

    Dann hat man im Wechsel immer 2 Völker eingenetzt, wie mit Spechtschutz. Die Falle war dann mit eingenetzt. Die anderen beiden Völker plus Falle waren frei.

    In die Falle der eingenetzten Völker sind 35 % der Vespa Velutina gegangen, in die der offenen Völker 65%.

  • Ich habe ja angekündigt über die Informationen zu CPV vom Veitshöchheimer Imkerforum zu berichten. honigbanane ist mir schon zuvor gekommen, aber ein paar Ergänzungen habe ich noch.


    Der Vortrag drehte sich hauptsächlich um eine Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Fachberater für Imkerei. Zu CPV wurde gesagt, dass seit 2020 ein verstärktes Auftreten beobachtet wurde und die Symptome genannt.


    Des Weiteren wurde die Bekämpfungsstrategie "Holland" vorgestellt:


    - Verbringen der erkrankten Völker auf einen Quarantänestand


    - Absprache mit dem/der zuständigen Fachberater*in!


    - nach Einfliegen der Bienen das erkrankte Volk verstellen und an ursprünglichem Platz neue Beute mit (anderer?) gekäfigter Königin


    - Abfegen aller Bienen auf Bettlaken und Zurückgeben der Brutwaben in neue Beute zurückgeben (Ich persönlich würde davon absehen!)


    - Flug der gesunden Bienen in neue Beute , kranke Bienen bleiben draußen zurück!


    - Rückmeldung des Sanierungserfolges an den/die zuständige(n) Fachberater*in um den Erfolg der Maßnahme besser einschätzen zu können


    Diese Strategie befindet sich noch in der Beta-Phase (meine Ausdrucksweise) und es werden Testmöglichkeiten gesucht.


    Grüße vom Apidät

  • - Abfegen aller Bienen auf Bettlaken und Zurückgeben der Brutwaben in neue Beute zurückgeben (Ich persönlich würde davon absehen!)

    Warum würdest du das nicht machen?

    Soweit ich weiß, steckt das Virus in den adulten Bienen und wird vor allem von Arbeitsbienen auf andere Bienen übertragen und genau die erkrankten Bienen entfernt man durch das Abfegen. Die Brut überträgt das Virus nicht, sorgt aber dafür, dass das Volk keine zusätzliche Schwächung erleidet und sich rasch wieder erholen kann.

    Eher würde ich das Abfegen nach 1 Woche nochmal wiederholen.

  • Soweit ich weiß, steckt das Virus in den adulten Bienen und wird vor allem von Arbeitsbienen auf andere Bienen übertragen...

    ... es ist nachgewiesen, dass CBPV sich in Larven und Puppen replizieren kann. (Siehe Beitrag #235)


    Es kann auch nicht gesagt werden, dass flugfähige Bienen frei von CBPV sind.


    Offen ist alleine die Frage nach der Virenlast, die latent in einer Larve/Puppe/Biene vorhanden sein darf, damit CBPV nicht zum Ausbruch kommt.


    Insofern bleibt es spannend zu sehen, ob die systematischen Sanierungsversuche erfolgreich sind mit Flugling und Brut behalten, und flugunfähige Bienen entsorgen (CBPV im Endstadium + Jungbienen).

  • ok, aber es ist doch so, dass die allermeisten erkrankten Völker "sich von selbst" wieder erholen. Also mit Brut und "nur" durch Abflug der erkrankten Bienen.


    Gut möglich, oder sogar wahrscheinlich, dass das Volk danach also immer noch infiziert ist, aber es ist dann nicht mehr phänologisch erkrankt. Das haben wir ja bei vielen anderen Krankheiten auch - Erreger latent vorhanden, aber ohne (sichtbare) Symptome.


    Insofern würde ich mir auch wünschen, dass systematisch untersucht wird, ob Brut vernichten oder nicht einen greifbaren Unterschied macht. Klingt aber leider nicht so, als würde das gemacht.

  • - Abfegen aller Bienen auf Bettlaken und Zurückgeben der Brutwaben in neue Beute zurückgeben (Ich persönlich würde davon absehen!)

    Warum würdest du das nicht machen?

    Soweit ich weiß, steckt das Virus in den adulten Bienen und wird vor allem von Arbeitsbienen auf andere Bienen übertragen und genau die erkrankten Bienen entfernt man durch das Abfegen. Die Brut überträgt das Virus nicht, sorgt aber dafür, dass das Volk keine zusätzliche Schwächung erleidet und sich rasch wieder erholen kann.

    Eher würde ich das Abfegen nach 1 Woche nochmal wiederholen.

    Ich möchte vor meiner Antwort anmerken, dass ich kein CPV-Spezialist bin weder theoretisch noch praktisch:


    Meines Wissens ist wie von dir bereits ausgeführt, die Hauptvirusübertragung zwischen adulten Bienen. Jedoch gehe ich bei einem Volk mit schwerwiegenden Symptomen davon aus, dass sich durch die Brutpflege auch Viren in den Larven befinden. Wenn ich jetzt schon so massiv eingreife, dann würde ich im Hinblick auf die Weiterverbreitung auf Nummer sicher gehen und die Brutwaben einschmelzen.


    Grüße vom Apidät, der einen Lockdown lieber kurz und heftig hat und dann längere Zeit - möglichst ewig - Ruhe

  • Insofern würde ich mir auch wünschen, dass systematisch untersucht wird, ob Brut vernichten oder nicht einen greifbaren Unterschied macht.

    Wer soll denn das bezahlen?


    Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage ob Brut, wenn überhaupt, nur einmalig infiziert ist, oder ob eine infizierte Königin, mit jedem Stift der neu gelegt wird, diesen auch infiziert... - in einem Fall wird das Volk überleben, im anderen eher nicht - zumindest nicht ohne umweiseln...

    Dann stellt sich die Frage, wenn Brut infiziert ist, heißt das, das bei den daraus schlüpfende Bienen, die Krankheit auch zwangsläufig ausbricht....


    Wie sagt man bei uns so schön "nix genaues weis man nicht"...


    ...lieber kurz und heftig hat und dann längere Zeit - möglichst ewig - Ruhe

    Schöne Märchenvorstellung - manche Viren bekommt man nicht weg, nicht für die Ewigkeit...

  • Insofern würde ich mir auch wünschen, dass systematisch untersucht wird, ob Brut vernichten oder nicht einen greifbaren Unterschied macht.

    Wer soll denn das bezahlen?

    Ich äußere ja nur den Wunsch eines einfachen Bienenhalters und kann nicht gleich die deutsche Wissenschaftsfinanzierungswelt skizzieren.


    Tja, wer soll das also bezahlen?

    Warum nicht die gleichen, die auch bisher schon diverse Forschungen bezahlt haben? Sie hatten bisher auch schon Gründe und Motivation zu diversen Untersuchungen und werden das für jedes weitere Forschungsgebiet auch tun, sofern es ihnen sinnvoll oder interessant genug dafür erscheint.


    Tun sie es nicht, ist CPV entweder nicht wichtig genug oder es müssen sich andere finden, die - aus welchen Gründen auch immer - die Motivation dafür haben. Z.B. wir alle, falls Bienenhaltererhebliche Einschränkungen durch CPV erleben.


    Gibt es niemanden mit ausreichender Motivation, bleibt CPV natürlich ein ungelöstes Rätsel, damit kann ich auch leben, es wäre ja nicht das erste im Leben.