Das Sanieren von CPV (Chronischer Paralyse Virus)

  • Der CO2 Gehalt in der Luft ist stetig gestiegen. Durch steigenden CO2 Gehalt, sinkt der Proteingehalt im Pollen.

    Bei diesem ganzen Absatz habe ich gedacht, ich lese einen Bernhard H. Vortrag?!

    Gibt es für die These "Mehr CO2 Gehalt = weniger Protein im Pollen" denn eine wissenschaftliche Untersuchung, die das untermauert? Mich interessiert das wirklich und ich weiss es schlichtweg nicht.


    Ich bin skeptisch, was die vermeintlich negativen Auswirkungen einer TBE angeht.

    Bei einem Schwarm lässt dieser auch den ganzen Schimmel, den Pollen und einen erheblichen Teil der Ammenbienen zurück und fängt neu an - wie bei einer TBE, nur das diese eben umgekehrt verläuft: Die Bienen verlassen nicht die Brut, die Brut verlässt vielmehr die Bienen.


    Der Einwand, der kommen könnte, dass eine TBE aber nach der Schwarmzeit stattfindet, und die Bienen dann in einem ganz anderen Modus laufen, stimmt höchstens bedingt, denn jetzt Anfang, Mitte Juli, ist die Schwarmzeit noch nicht ganz vorbei. Und dann ist da ja auch noch die Unterstützung des Imkers, der die Bienen füttert. Und Pollen gibt es auch immer noch, und die den Fettkörper angreifenden Milben sind auch raus.

    Ralph Büchler hat ja zur TBE geforscht, und die Überwinterungsergebnisse und auch das Vorkommen von Viren in TBE-Völkern waren entsprechend gut, bzw. bezüglich der Viren entsprechend niedriger.


    Allergien, waren um 1900 eine Rarität, heute sind sie häufig.


    Oder man wusste um 1900 schlichtweg nichts über Allergien oder hat sie nicht erfasst oder behandelt - wo es seinerzeit eh keine gute medizinische Versorgung gab.

    Solche "früher war alles besser" Vergleiche sind immer etwas problematisch :-)

  • TBE


    1: Das Pollenangebot...CO2 Gehalt in der Luft...sinkt der Proteingehalt im Pollen...

    kurzlebigere Bienen. Die zweite Auswirkung des reduzierten Fettkörpers ist eine anfälligere Biene, auch für einen Virus...Durch die Entnahme der Brutwaben sinkt die Anzahl der Ammenbienen, weil sie ja nicht mehr gebraucht werden. Wer füttert die Flugbienen mit Proteinen/Futtersaft? Die Zahl der Ammenbienen ist aber nun reduziert wegen fehlender Brut und es herrscht ein Ungleichgewicht. Der Fettkörper der Bienen sinkt weiter, zumindest bessert es nicht den Zustand. Zusätzlich wird durch die Entnahme der Brutwaben das gesamte Mikrobiom des Volkes aus dem Gleichgewicht gebracht. Das Wachstum des für die Versorgung mit Vitamin B12 und K zuständigen Schimmelpilzes Aspergillus wird gehemmt. Die Lage verschlechtert sich weiter und das Volk muss ganz von neuem beginnen. Eine schwere Aufgabe um diese Jahreszeit.

    Nach meinen Erfahrungen starten die Völker nach der Entfernung der verdeckelten BrW richtig durch - wenn alles stimmt (Kö. leistungsfähig, genug Bienen + Futter incl. Pollenangebot im Flugkreis), Anzeichen von Mangel habe ich nicht bemerken können. Ich entnehme die BrW zur TBE nach dem Konzept von Kleingartendrohn bienenleer. Es gibt so in den BrSpendervölkern zunächst einen Überschuß an Ammenbienen, die freilich schnell zu Sammelbienen fortgebildet werden. Nach meinem Eindruck stellen sich Brutspender wie auch BrSammler sehr schnell und flexibel auf die neue Situation ein incl. Lebenserwartung (gesteuert durch Schlupf von Jungbienen/vermutlich Juvenilhormon)) und anfängliche Ungleichgewichte tarieren die Bienen erstaunlich schnell aus. Die abnehmende Tageslichtlänge spielt beim Aufbau der neuen Brutnester in den Brutspendern nach meinen Beobachtungen keine (bei sehr spätem TBE-Start allenfalls eine untergeordnete) Rolle.

    Allerdings werden diese Völker bei mir grundsätzlich nicht noch zusätzlich mit TAM belastet. Nur der Sammler vom Sammler (mit den fast bienenleeren FangW der BrSammler) bekommt OX. Restentmilbung im Nov./Dez. bei Brutfreiheit führe ich mittlerweile nur noch stichprobenhaft durch.

    Durch meine Betriebsweise errichten die Völker grundsätzlich im Wirtschaftsjahr im Rahmen der TBE zu 90% neues Wabenwerk (nur die erste LeerW am Tag 0 der TBE kommt fertig ausgebaut aus dem HoR, die anderen 9 sind LeerRä. mit Anfangsstreifen oder ggf. MW). Ich setze seit mehreren Jahren keinerlei zugekauftes Wachs mehr ein (MW bei Bedarf aus eigenem Wachs (Entdeckelungswachs, Wachsbrücken, Gemüll, ggf. DrohnenW) selbst gegossen, keine Fremdverarbeitung).


    Virenbelastung habe ich bisher nicht labormäßig untersuchen lassen. Klinische Anzeichen von CPBV o.ä. habe ich in den Völkern bisher nicht beobachtet. Mglw. ist die Pollenversorgung im Flugkreis hier auch noch ausreichend und vielfältig genug v.a. für das beschriebene Durchstarten der Völker nach TBE (mit 2 nachgeschalteten FangW-Entnahmeschritten).

  • Die 1. wichtige Eigenschaft von Viren ist: Viren mutieren.


    Die 2. wichtige Eigenschaft von Viren ist: Viren verbreiten sich nicht von selbst.(!) - Viren werden von ihrem Wirt zum nächsten Wirt getragen. (Und Bienen haben inzwischen nicht nur Beine und Flügel, sondern sie nutzen auch Autos, die Post, und Flugzeuge.)


    Die 3. wichtige Eigenschaft von Viren ist: Viren sterben ohne ihren Wirt. - Kranke Bienen verlassen den Stock zum Sterben, oder werden von der Belegschaft vom Flugbrett gestoßen. Der Haufen toter Bienen vor dem Flugloch ist zugleich ein Haufen sterbender Viren.


    Der Imker selbst hat nur Einfluß auf die Reinfektionszahl (R). - Aus aktuellem Anlaß wissen wir alle: Ist R<1, dann verringern sich die Infektionszahlen... ist R>1, dann steigen die Infektionszahlen. - Bleiben also nur Quarantäne, unterstützende Maßnahmen zur Reduzierung der Virenlast im Stock, ggf. antivirale Behandlung, oder die Erlösung.


    Es ist leider schwierig den Finger auf den richtigen Punkt zu legen.

    2013 gab's in DEU ein Maximum von 35,8% an CBPV. - Dafür gab's ca. 2010 in UK, in den USA, und in CHN so gut wie null CBPV. - Wenige Jahre später gab's dort viel CBPV. - Dafür in DEU fallende Werte bis 2017. - Seit 2018 in DEU wieder exponentiell steigende Werte.


    Was wäre also eine plausible Erklärung? - Ein paar Jahre vor 2013 muss sich irgendwo eine CBPV-Mutation gebildet haben, die sich in DEU ausgebreiten konnte, und später dann auch in UK, in den USA, und in CHN. (Auch in FRA und in ITA soll CPBV nicht unbekannt sein.) - Seit 2017 läuft die Verbreitung der Viren in die andere Richtung.


    Eine mögliche Hypothese zur Verbreitung von CBPV: Mich würde zum Beispiel interessieren, wie viele Paketbienen mit CBPV belastet sind. - Dafür bräuchte man nur die toten Bienen einschicken. - (Vielleicht können es zukünftig genetische Untersuchungen belegen.)


    Eine zweiter kritischer Übertragungsweg könnten Schwärme sein: Die Inkubationszeit von CBPV beträgt 5-6 Tage bis zum Auftreten der ersten Symptome.

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  • die sich in DEU ausgebreiten konnte

    Wahrscheinlich sind die Vieren in jedem Volk vorhanden, es kommt nur nicht zum Ausbruch.

    Viren sterben ohne ihren Wirt.

    Wenn der Wirt durch äußere Einflüsse geschwächt ist, kann es trotzdem so sein.

    Was wäre also eine plausible Erklärung?

    Gute und schlechte Pollenjahre Z.b.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Wahrscheinlich sind die Vieren in jedem Volk vorhanden, es kommt nur nicht zum Ausbruch.

    Diese These im Klartext: Wenn man 100 Völker RICHTIG testet, dann wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit auch überall CBPV finden. - Dem will und kann ich nicht folgen.


    Demnach wären im Umkehrschluss auch alle bisherigen CBPV-Untersuchungen aller wissenschaftlichen Teams falsch. (Weil jedes Ergebnis nicht nahe 100% wäre per Definition falsch.) - Und aus falschen Ergebnissen gezogene Schlüsse wären ebenfalls falsch. Logisch.


    Meine Schlussfolgerung daraus: Die Ausgangsthese ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch. - Und alles was darauf aufbaut ebenfalls. - Logisch.

  • Da gebe ich mal rase recht. 😉


    Nicht das Virus mutiert, wie in einschlägigen Filmen propagiert. Es verändert sich nur in gewissen Grenzen. Daher kann bei einigen Viren.... Masern zum Beispiel, recht gut geimpft werden. Andere lassen sich überhaupt nicht impfen . Hep c zum Beispiel. Es ist eben manchmal so, dass die Kinder nicht ganz die gleiche Haarfarbe haben, wie die Eltern.


    Viren gehören zu unserem Leben und nur unter bestimmten Umständen werden, bestimmte Viren für uns gefährlich. Aber und das gilt eben nicht für alle Viren! Masern zum Beispiel sind hoch ansteckend und ohne Impfung oder bereits durchgemachte Erkrankung wird man zu 100% krank bei Kontakt. Dieses Virus ist eben nicht immer in einem Bereich war, sondern wird eingeschleppt. Masern kann man ausrotten, wie es mit dem Pockenvirus passiert ist.

    Dagegen bei Erkältungsviren.... haben wir keine Chance.


    Warum ist das so?

    Ganz einfach gesagt, je schlimmer die Krankheitsverläufe, desto begrenzter die Verteilung. Ein echter Grippekranke ist nach kurzer Zeit von der Strasse und liegt im Bett und steckt niemanden mehr an. Anders Corona 80 % merken nichts von der Erkrankung. Herpes labialis hat eine Durchseuchung in Deutschland von über 90 %....es stört keinen. Aber der Lippen Herpes kommt immer mal wieder....


    Ist CPV für ein Volk sofort tödlich? Nein. Somit wird zwar nicht 100 % der Völker betroffen sein, Aber es ist eine höhere Prozental anzunehmen. Bei Varroa gegen wir im Übrigen von 100% befallener Völker aus, und leider stört das auch niemanden, auch mit Varroa kann ein Volk leben.

  • Ist CPV für ein Volk sofort tödlich? Nein. Somit wird zwar nicht 100 % der Völker betroffen sein, Aber es ist eine höhere Prozental anzunehmen. Bei Varroa gegen wir im Übrigen von 100% befallener Völker aus, und leider stört das auch niemanden, auch mit Varroa kann ein Volk leben.

    In einem älteren Versuch (ca. 20 Jahre) aus Frankreich, erhielt man als Resultat einen Befallsgrad von 55% bei Völkern mit Anzeichen von CBPV. Dort hatte man die Forschung wieder aufgenommen, nach erhöhtem Auftreten. Zwei unterschiedliche Verfahren und verschiedene Proben( tote Bienen, kranke Bienen, augenscheinlich gesunde Bienen) Ziemlich hinten im Dokument, ist eine deutsche Zusammenfassung.Detection of CHPV infection

  • Für manche Dinge fehlt mir echt die Fantasie. - Ich bin dann mal bis auf weiteres raus aus dem Thema.

    Das war null despektierlich Dir gegenüber gemeint. Der Umstand, das Du nichts findest, wenn Du nicht suchst, bzw. aktiv wegschaust, wird damit doch recht eindrücklich illustriert, oder? Trumpi kommt damit ja auch irgendwie durch. Erstaunlicherweise! Wenn man bei uns genauer hinschauen würde, würde man vermutlich ganz andere Zahlen sehen. Oder Korrelationen zu PSM, das wäre dann aber wirklich der Moment, wo man 'Varroa' rufen müßte.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das war null despektierlich Dir gegenüber gemeint.

    Ok. Kein Problem. Hatte ich auch nicht persönlich aufgefasst.

    Genau! Die Coronafallzahlen in den USA sind so hoch, weil man soviel testet!

    Das war für mich einfach nur ein unsachlicher Kommentar, der eine bis dahin weitgehend sachliche Diskussion ins Absurde führt. Insbesondere das (versteckte) Killer-Argument Trump. - Da bin ich dann raus.


    Ich wünsche allen Imkern dieser Welt, dass Mark-o mit seiner Theorie Recht behält, und das CBP-Virus ein uralter ständiger Begleiter der Bienen ist, und beide sich im Grunde prima miteinander arrangiert haben. Und nur wenn für die Bienen irgendwie gerade zu viel Stress ist, gerät die Beziehung ins Ungleichgewicht zu Lasten der Bienen. - Und in einer besseren Welt, wäre alles besser, und schöner, und überhaupt. - Nur allein der Glaube daran fehlt mir.

    Wenn man bei uns genauer hinschauen würde, würde man vermutlich ganz andere Zahlen sehen.

    Die Zahlen zum CBPV-Vorkommen wurden in Prozent [%] angegeben, nicht in absoluten Zahlen. - Ich gehe davon aus, dass die betreffenden wissenschaftlichen Teams korrekt gearbeitet haben. Da vertraue ich einfach darauf. - In jedem Fall weiß ich zu wenig, als dass ich irgendwo berechtigte Kritik üben könnte.


    Wenn du hingegen ein pauschales Misstrauen hegst, dann ist das eben so. ... obwohl...

    Ja schade, das die Institute so beschäftigt sind mit ihrem Faulbrutzauber, sonst könnten die ja Mal....

    ... mit dem Projekt "Viroscan" ist Dr. Marina Meixner befasst. - Keine Ahnung, vielleicht wäre ein Anruf nicht grundverkehrt. https://llh.hessen.de/ueber-un…bieneninstitut-kirchhain/

  • Das war für mich einfach nur ein unsachlicher Kommentar, der eine bis dahin weitgehend sachliche Diskussion ins Absurde führt. Insbesondere das (versteckte) Killer-Argument Trump.

    Die sachliche Aussage dahinter ist, dass man auch nicht erfasst, was man - warum auch immer, kann im Fall der Wisschenschaftler einfach auch sein, dass es bisher schlicht nicht erforscht wurde - nicht anschaut. Wenn irgendwo Prozent ohne weitere Angabe steht, sollte die nächste Frage eigentlich sofort sein "Von was?". Das wurde afair entweder nicht angegeben, oder es war von den "eingesandten Proben". Eingesandte Proben bedeutet für mich erst einmal, da lag schon ein Verdachtsfall vor. Korrigiere mich bitte, wenn es eine flächendeckende Untersuchung war.


    Der Unterschied zwischen 55% der eingesandten Proben (einem - vielleicht kleinen - Teil der Imker) und 55% der in Deutschland vorhandenen Bienenvölker wäre aber sehr wahrscheinlich immens.


    Die Anspielung auf die Coronaviren war zynisch, aber da ist leider ein größeres Korn Wahrheit drin. Wir haben in Deutschland imo die Krankheit und deswegen weitgehend unter Kontrolle, weil unsere Politiker schnell genug reagiert und wir uns an die Anweisungen gehalten haben. Sonst sähe es vermutlich wesentlich schlimmer aus.


    Keime kommen immer und überall vor. Manchmal mehr, manchmal weniger. Werden es zu viele, hat ein angeknackster Organismus ein Problem. Werden es viel zu viele, kann auch ein an sich gesunder Organismus ein Problem bekommen. Sind die dem Organismus unbekannt, ist es mitunter auch schwierig.


    Viele Viren bekommt man mit normaler Hygiene in den Griff, da sie oft eine schützende Fetthülle haben, so dass man sie mit Spülmittel in Schach halten kann. Ich meine mich aber zu erinnern, dass es auch welche gibt, die nicht ganz so leicht wegzubekommen sind. Wie das bei den CBPV aussieht, kann ich nicht sagen; Hygiene schadet aber garantiert nicht. Ist ein Stand schon befallen, ist vielleicht ein eigener Stockmeißel für die kranken Völker wirklich eine ganz gute Idee, ebenso Hände waschen und ggf. auch Einmalhandschuhe, als solche benützt. So arg teuer ist ein Stockmeißel und ein Besen nu wirklich nicht; wird dadurch, dass man mehrere hat, nur ein Volk gerettet, amortisiert sich das sofort x-fach.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

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