Das Sanieren von CPV (Chronischer Paralyse Virus)

  • Radikaler Vorgang, ...

    ... eigentlich nicht, wie ich finde. - Garantie auf Erfolg gibt's auch dabei keine. - Radikal wäre nach dem Abernten einen betroffenen Stand abzuräumen, und erst im nächsten Frühjahr wieder zu belegen. Oder ggf. gar nicht mehr.


    Viren brauchen einen Wirt zum überleben. Deshalb müsste man ggf. auch schauen ob am Stand Ameisen sind, weil diese möglicherweise ebenfalls Wirt für CBPV sein könnten.


    Je weniger radikal, desto länger hat man auf unbestimmte Zeit quasi einen Quarantäne-Stand, mit entsprechend aufwändigen und lästigen Hygiene-Maßnahmen. - Es gibt tatsächlich nur eine einzige garantiert nachhaltig wirksame Maßnahme. Abräumen, Material desinfizieren, Völker vermehren, und neuen Stand aufbauen.

  • Im aktuellen bienen&natur wird auch schon auf die Thematik eingegangen, vielleicht lesen die Autoren ja hier mit ;-)


    Jedenfalls wird dort geschrieben, dass das CBPV-Virus bei uns seit 2014 massiv auf dem Vormarsch sei, beginnend in England schon ein Jahrzehnt vorher.


    Verbreitungsweg: Bienenaustausch zwischen Imkern, also auch Importe. Toll, demnach scheint es also auch in meiner Gegend fleissige Importeure zu geben ;-( ...

  • rase ich habe aktuell auch zwei Völker, die betroffen sind. Königinnen kommen von ner Belegstelle... super Völker... ruhig, sanft, wabenstet, kein Wirrbau… wie man es sich wünscht. Und hübsche lederbraune Ringe haben die Bienen... die leuchten richtig, wenn man den Kasten öffnet.


    Ich werde die Königinnen austauschen. Hatte vor vielleicht 6 Jahren schonmal Probleme mit CPV... das JKI hatte damals die Empfehlung gegeben, die Völker zu separieren und die Königin auszutauschen - hat geklappt - auch nachhaltig!


    Das CPV tritt sehr plötzlich auf. Habe am WE festgestellt, dass an dem Standort, an dem ich schon 2 Völker mit CPV habe, ein drittes dazugekommen ist. Massenhaft tote Bienen vor dem Flugloch, zitternde, schwarze Bienen. Das war vor 4 Wochen noch nicht da! Seit ich die beiden betroffenen Völker an nen anderen Standort gebracht habe, schaue ich da sehr genau. Mir wird wohl auch da nix anderes bleiben, als die Königinnen auszutauschen.


    Sollte das im nächsten Jahr wiederkommen und die Völker bei sonst guter Gesundheit sein, werde ich die Bienen vor dem Stand abkehren, die Brut einschmelzen und den Rest, der zurück fliegt auf Mittelwände setzen - mit neuer Königin. Hoffentlich kommt es nicht dazu.


    Viel Glück!

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam

  • Eine Idee die ich wahrscheinlich mit einem CBPV Volk versuchen werde ist folgende. Das CBPV Volk wird Brutsammler weiselrichtig ala Kleingartendrohn von 2-3 gesunden Völkern. Dieser wird dann mit AS oder OS während die Brut ausläuft behandelt.Anschließend wie bekannt verfahren mit dem Brutsammler. Die Hoffnung ist das es dann genug gesunde Jungbienen gibt und die CBPV Infektion überwunden werden kann. So könnte man eine TBE mit Ameisensäure kombinieren.

    Ist das ein Versuch Wert ?

  • Ich selbst habe kein CPBV am Stand. Wenn ich es hätte und die Königin nicht tauschen wollte, dann würde ich die Königin suchen, in eine neue Beute geben und einen Flugling bilden. Im Wesentlichen werden aus dem betroffenen Volk gesunde Bienen in den Flugling gelangen, die kranken schaffen das nicht. Wenn im betroffenen Volk alle Brut geschlüpft ist, würde ich die Bienen am Flugling auf ein Einlaufbrett kehren, wobei nur die gesunden Bienen den Weg in das Volk finden werden.

    Das ist aber nur eine Idee, ob das funktioniert, weiß ich nicht.

    Gruß Ralph

  • ich lese hier seit einigen Tagen mit (bin neu hier im Forum). Ich habe erst seit Mai 2019 Bienen (1. Volk in der Bienenkiste), im Mai 2020 kam ein zweites Volk in der Einraumbeute dazu (beide Völker stehen hier bei uns am Haus). Am Bienenkistenvolk ist mir Anfang Juni aufgefallen, dass etwas nicht stimmt (ich dachte zuerst an verfrühte Drohnenschlacht). Als Neuling konnte ich meine Beobachtungen die ersten Tage nicht einordnen, beobachtete das Volk weiter täglich und hatte dann recht bald den Verdacht auf CBPV. Nachdem ich einige Tage tote Bienen sammelte und Mitte Juni nach Freiburg zu Dr. Tritschler schickte, kam heute die Bestätigung: hoher Befall an CBPV. Umweiseln in der Bienenkiste ist wohl kaum möglich

  • Nachdem ich einige Tage tote Bienen sammelte und Mitte Juni nach Freiburg zu Dr. Tritschler schickte, kam heute die Bestätigung: hoher Befall an CBPV. Umweiseln in der Bienenkiste ist wohl kaum möglich

    Die Königin zu tauschen ist nicht möglich, bzw nur unter hohem Aufwand(Abtrommeln, Sieben, etc)

    Du könntest versuchen, mit unmittelbarer Langzeitverdunstung AS, über Nassenheider im hinteren leergeräumten HR ,die befallenen Bienen zu eliminieren.

    Aber wenn es schon 4 Wochen so läuft, wird auch nicht mehr die Welt an gesunden Bienen vorhanden sein, ggf. Kippkontrolle und schauen, wie viele Bienen überhaupt noch in den Wabengassen sind.

    Ansonsten, um Ansteckung zu vermeiden, abschwefeln.

    Schwarmherkunft der besiedelten Kiste wäre interessant. Naturschwarm, Kunstschwarm?

  • Wobei: Wenn man dann auch noch umweiselt, dann kommt ein weiterer Parameter dazu, den man sauber durchmessen müsste.

    Echt schwer!

    Ja schade, das die Institute so beschäftigt sind mit ihrem Faulbrutzauber, sonst könnten die ja Mal....

    Guten Abend rase .


    Ich würde an deiner Stelle, schon die Institute zur Mithilfe anfragen. Ich denke, dass sie schon zumindest für die eine, oder andere Laboruntersuchung bereit wären.


    Lg Sulz.

  • Weiseldoppelkäfig - was genau mache ich damit?

    bienenfred hat das verlinkt, klicke einfach auf den link und lese den dann erscheinenden Thread.


    Und, ohne Dir zu nahe treten zu wollen - ich finde, Bienenkisten (das sind diese langen Dinger ohne Rähmchen und mit geraden Wänden m.W.) taugen trefflich als Feuerholz. Wenn Dir Dein Kreuz lieb ist, gerne Mellifera Einraumbeute, die ist auch sehr variabel, die habe ich schon im Einsatz gesehen. Was ich von der Bienenkiste bisher gesehen habe, das allerdings nur im Film, hat mich ganz und gar nicht überzeugt.


    Ich würde, soll es Stabilbau sein, mich noch zu Warré bereden lassen. Da sind die Waben klein und überschaubar und die Gefahr, dass etwas bricht, vermutlich nicht so groß. Aber alles, was größer ist, darf m.E. schon Rähmchen haben.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Auch ich sehe ein paar solcher zitternden Bienen bei einem Ableger. Das begonnene Brutnest der jungen Königin hat mich wegen seines etwas löcherigen Aspekts bereits ein Kreuz zur besonderen Beobachtung an die Kiste machen lassen.


    Gruß, Jörg

    Habe diesen Ableger erneut durchgesehen:

    • kleines, etwas löchriges Brutnest
      Königin war da
    • Verdeckelte (Um)Weiselzelle (!)
    • Auf den Oberträgern einige schwarze Bienen, die von den anderen „angegangen“ werden (sie werden nicht rausgedrängt, nicht wirklich gebissen o.ä., aber doch „mögen“ die anderen diese Schwarzen vom Eindruck her nicht).

    Und nun? Machen lassen?


    Noch eine Beobachtung: eine von den Schwarzen konnte fliegen! Ich habe 2 Rähmchen mit Bienen dann als Probe in einen Einer angestoßen: alle (!) flogen zurück. :confused:


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.