Das Sanieren von CPV (Chronischer Paralyse Virus)

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    CPV (Chronischer Paralyse Virus) ist eine Bienenkrankheit, die sich durch zitternde Bienen ankündigt, einhergehend mit viel Totfall ziemlich direkt dem Flugloch der Kiste, apathischen Bienen am Abflugbrett, im weiteren Verlauf treten schwarze (haarlose) Bienen auf und beim Öffnen der Kiste sitzen zitternde Bienen auf den Oberträgern. Manchmal verbrausen solche Völker, weil der Totfall innerhalb der Kiste das Flugloch verstopft.


    Ein Vektor für die Übertragung von Biene zu Biene ist die Varroa.


    Was habt Ihr für Lösungswege zur Sanierung, bzw., wie beurteilt Ihr die Chancen für so ein Volk und das Risiko für seine Nachbarn?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich hab momentan auch 4 Kandidaten mit (warscheinlich) CBPV dabei.


    Interessanterweise sind das die 4 Völker, die ich von einem Kollegen übernommen habe. Die saßen zu Jahresbeginn auf DNM, nach der Frühtracht habe ich sie per TBE auf neue Dadant Mittelwände umgesetzt.


    Brutanlage gut, alles im Grünen Bereich. Gegen Varroa habe ich gesprüht, Milbenfall ist auch unauffällig.


    Für mich bleiben momentan 2 Faktoren über:


    - Futtersituation: Ich habe sanft zugefüttert, verhungert ist da niemand. Möglichweise war aber der Futtervorrat auf einem zu niedrigen Niveau, kann ich jetzt nicht mehr genau nachvollziehen. Habe keine Schwarmkontrollen gemacht wegen TBE, nur hin und wieder mal reingelinst.


    - Genetik: Die Königinnen stammen mehr oder weniger aus dem gleichen Pool, 1-jährige und 2-jährige sind dabei.


    Nachdem ich die zitternden Bienen vor der Beute festgestellt habe, hab ich direkt zugefüttert, es hat sich auch bei 2 Völkern deutlich gebessert. Werde noch bei allen 4 Völkern die Königin ersetzen und hoffe damit, die Damen gut in den Winter zu bekommen.

  • Eins meiner Völker war im letzten Jahr erkrankt. Die Sanierung hat von Mitte Mai bis Anfang Juli gedauert und hat auch wohl nur geklappt weil es ein wirklich starkes Volk war.
    mir wurde damals geraten es abzuschwefeln aber das habe ich nicht übers Herz gebracht und da es keine eindeutigen Handlungsanweisungen gibt ... zunächst fingen die Bienen auf dem Flugbrett an zu zittern dann setzte ein massiver Totenfall ein der gesamte Boden vor der Beute war schwarz. Die Königin ging aus der Brut. Ich habe zunächst den Verdacht gehabt es handle sich um eine Vergiftung weil 2 Tage vorher groß gesprüht wurde. Also nahm ich die Honigräume ab und fing an dünn zu füttern. Da es keine Stifte mehr gab setzte ich eine Wabe mit jüngster Brut zu. Keine Weiselzellen. Tatsächlich sah ich sogar die Kö aber es gab keine Stifte. Nach etwa 3 Wochen ohne Stifte gab es dann nochmal eine Legeschub. Eine Fläche etwa Handtellergroß wurde gestiftet. Dann war die Kö weg und sie zogen aus den Stiften eine neue nach. Der Totenfall legte sich erst mit der Brut der neuen Kö. Ich gehe davon aus das im Fall von CBPV die Kö infiziert wird. Ich habe damals viel dazu gelesen und fast immer gab es eine Besserung nach der Umweiselung. Ach ja es gab keine Ansteckung der Nachbarvölker infizierte Bienen wurden von den Wächtern platt gemacht.

  • Letztes Jahr hatte ich ein starkes Volk mit CBPV.: Starke Vorlagerung, schwarze und zitternde Bienen und starkes Reinigungsverhalten.

    Dabei hab ich beobachtet dass viele Bienen versucht haben kranke Bienen rauszudrängen um sie weg von der Beute zu schaffen. Klappte aber schlecht, viele haben sich befreit & sind wieder zurück in den Stock.

    Nachdem meine Beuten auf Paletten stehen hab ich die Flugbretter weg gemacht, die Beute ganz an den Rand geschoben und den Fluglochkel weggemacht. Die kranken Bienen sind nach und alle auf den Boden gefallen und konnten nicht mehr zurück. Das ganze hat ein paar Wochen gedauert, aber dann wurde die Vorlagerung immer geringer & war letzlich gesund & is das stärkste Volk dieses Jahr.

  • Flugbretter, obwohl ich die auch habe, sind sicherlich nicht gut.
    Nächstes Jahr werde ich ein senkrechtes Brett an der Beute haben, welches nur verhindert, dass die Bienen unter den Gitterboden klettern. Es wird bis ca 10 cm unter das Flugloch reichen.


    Gruss

    Ulrich

  • Nun habe ich vor ein paar Tagen Kunstschwärme erstellt mit HR-Bienen aus allen Völkern, auch vom befallenen Volk. Hoffentlich habe ich nicht damit die Krankheit weiter verbreitet.


    Heute auf der Windel : in 20 h 32 gefallene Milben.

  • Ich habe mein Volk abgefegt. Das, was vom Volk zurückgekommen ist hat sich innerhalb von etwa 4 Wochen dann wieder erholt. Es waren dann nur noch ganz vereinzelte Zitterbienen zu sehen - und jetzt sehe ich eigentlich gar keine mehr. Wenn ich bei der Durchsicht kohlrabenschwarze entdecke schubse ich die allerdings raus, auch wenn sie nicht zittern. Wenn sie ok sind, kommen sie ja einfach wieder rein.

  • Was ist denn aktuell der Standardprozess für BSV bei CPV?

    Die Hinweise und Kenntnisse zu CPV/CBPV sind dünn und lückenhaft.


    Habe grade in meine BSV Unterlagen (ca. 2 Jahre alt) geschaut - da steht explizit: "Keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt". Was daran liegen dürfte, dass C(B)PV bei uns ja erst seit 2-3 Jahren wirklich hochkommt.


    Ritter empfiehlt das Volk zu separieren und den Varroabefall niedrig zu halten. Außerdem seien nicht alle Herkünfte gleich empfindlich -> Kö tauschen. Im BSV Kurs steht hingegen, eine Ansteckung der Völker untereinander wäre nicht bekannt.


    In einer britischen Quelle habe ich die Empfehlung gelesen, das Volk getrennt abzufegen um die geschädigten adulten Bienen loszuwerden, während die gesunden zurückfliegen. Damit soll die Viruslast gesenkt werden. Die Verbreitung des Virus erfolgt wohl durch Körperkontakt zwischen den adulten Bienen, weshalb Raumgabe empfohlen wird.


    TBE hielte ich vor diesem Hintergrund für fragwürdig. Mit kommt die waghalsige Idee, dass eine Stoßbehandlung mit Ameisensäure helfen könnte. Sie würde die vorerkrankten adulten Bienen noch weiter schädigen /eliminieren und gleichzeitig hätte sie eine Wirkung auf die Milben in der Brut. Aber ist wegen der Bienenschädigung definitiv ein zweischneidiges Schwert.


    Zu Bayvarol und Amitraz kann ich nichts sagen, da fehlt mir einfach die Erfahrung.


    aber nichts genaues weiss man nicht.


    * Separieren, abfliegen lassen, hegen und pflegen? (Wegen fehlender Sammelbienen Füttern - Zucker und Eiweiß?) Milben behandeln?


    sorry
    Ludger

  • AS hilft tatsächlich. Die bringt alles um, was eh einen Knacks hat. WICHTIG: Flugloch muß dabei IMMER frei sein, weil danach gerne mal zwei drei hoch Zentimeter tote Bienen im Boden liegen!


    Neue gesunde Brut inkl. Weiselzelle hat bei mir dieses Jahr gut funktioniert.


    Einfach TBE & Muddi tauschen hat bei mir letztes Jahr nicht funktioniert, die Geschichte kam in den gleichen Kisten im Frühjahr wieder (Varroa kann ich da ausschließen), nach stecken von Brutwaben mit Zelle sieht es da jetzt gut aus. Das war eine Verlegenheitslösung. Das mach ich auch bei drohnenbrütigen Völkern so.


    Ich hab einen Stand, wo ich inzwischen bei 50% der Völker CPV-Symptome sehe (wenn man erstmal drauf achtet, sieht man die überall).

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Die Hinweise und Kenntnisse zu CPV/CBPV sind dünn und lückenhaft.


    Habe grade in meine BSV Unterlagen (ca. 2 Jahre alt) geschaut - da steht explizit: "Keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt". Was daran liegen dürfte, dass C(B)PV bei uns ja erst seit 2-3 Jahren wirklich hochkommt.

    Das erste und einzige Mal hatte ich es ungefähr 2014. Ableger mit fremder Zuchtkönigin vom Vorjahr, dass Volk ist eingegangen.

    In den letzten zwei Jahren häufen sich hier(Region) die Meldungen, gerade in der Haupttrachtzeit Frühjahr.

    Dann ist es hier schwierig, schon an neue Königinnen zu kommen, daher meine Frage aus dem anderen Thread.

    Nicht jeder Imker bevorratet Ersatzköniginnen in Miniplus, aber unter dem Aspekt, wird es wohl noch sinnvoller.