Das Sanieren von CPV (Chronischer Paralyse Virus)

  • Schwefeldampf ist schwerer als Luft und verbrennt sehr schnell ! -also immer von oben die Dose auf den Stapel setzen.

    Feuerfeste Unterlage, Streifen über Kerze anzünden oder ein Kerzenanzünder-Feuerzeug verwenden- man möchte keinen Tropfen Schwefel auf die Haut oder das Styropor bekommen !!!, dann in die Blechdose mit Deckel auf die Fliese.Leerzarge mit Deckel obendrauf.

    Ich habe bisher nur Holzdeckel verwendet.

    Seit ich die Vollmaske mit dem Kombifilter habe, kann ich auch entspannt Schwefeln - ohne Hektik und die Luft anzuhalten.

  • Schwefeldampf ist schwerer als Luft und verbrennt sehr schnell !

    Das ist aber sehr theoretisch - bei mir steigt heißer Schwefeldampf in kalter Luft immer noch auf, das schafft er auch 7 Zargen hoch - aber wenn die Beute genügend dich ist, spielt das keine Rolle, da irgendwann der ganze Raum voll mit Dampf sein wird...

  • Probe ist auf dem Weg zum JKI, mal schauen, ob dabei irgendwas nachgewiesen werden kann. Ich melde mich, wenn ich was habe.

    Scheint tatsächlich auf eine Vergiftung und nicht auf CBPV rauszulaufen. Bei der biologischen Untersuchung war der Aedes-Biotest positiv, der auf eine Vergiftung hinweißt. Jetzt läuft die chemische Untersuchung, um die Art der Vergiftung zu spezifizieren. In ein paar Wochen weiß ich mehr.

  • Ich hatte in diesem Jahr erhebliche Probleme mit dem CBPV, zunächst an Ablegern, dann auch an den Wirtschaftsvölkern. Mein Eindruck ist - und das deckt sich ja mit vielem, was hier schon geschrieben wurde - dass die Krankeit vor allem da wütet, wo die Bienen nicht vernünftig fliegen können und sie alt oder zumindest älter werden, weil keine jungen Bienen nachrücken. Besonder schmerzhaft habe ich das an einem inzwischen aufgelösten WV erleben dürfen, bei dem ich die Königin versehentlich in den HR verbracht hatte, ohne das sofort zu bemerken. Dadurch kam es zu einem Quasibrutstop (im HR war kaum Platz zum legen), weswegen das Volk vier Wochen später kurz vor dem Zusammenbruch stand mit erheblichem Totenfall in der Einflugschneise - und das obwohl die Königin "nur" zwei Wochen nicht im Brutraum war. Sie konnte das nicht aufholen.


    Ich habe das Volk aufgelöst (etwa 30m in die eine Richtung den erheblichen Totenfall auf dem Boden abgestoßen, etwa 30m in die andere Richtung alle anderen Bienen bis auf die Königin) und die Brutwaben bienenfrei einem schwächeren Volk auf einem anderen Beutenständer hinzugefügt (Königin dort war die ganze Saison eher lahm): dieses Volk war beim Abschleudern am WE relativ stark - aber ohne CBPV-Symptome zu zeigen.


    Ganz anders das ehemalige Nachbarvolk, dem die meisten Bienen zugeflogen sind, die noch dazu in der Lage waren: auch dort nun erhebliche Symptome, ich hoffe, die für das nächste WE geplante Ameisensäurebehandlung hilft. Aber ich vermute, dass ich auch dieses Volk werde auflösen müssen.


    Weil das Auftreten der CBPV oft mit der Königin assoziiert wird bzw. der Tausch der Königin als Maßnahme gegen CBPV, habe ich die Königin des bereits aufgelösten Volkes nicht abgedrückt, sondern mit HR-Bienen der verbliebenen drei Völke einen kleinen Kunstschwarm gebildet und in einen Ablegerkasten eingeschlagen: auch dort kann ich bisher keine Symptome erkennen, vor dem Flugloch kein Totenfall.


    Der ganze Mist wird für mich immer eher rätselhafter, statt klarer :rolleyes: ...


    Bin gespannt, mit wievielen Völkern ich im Frühjahr da stehe. Momentan bin ich ziemlich pessimistisch.


    Am erschreckendsten finde ich dabei, welche Auswirkungen das Ganze auf die Varroabehandlungsmethoden haben könnte, die auf eine Brutunterbrechung setzen: momentan habe ich den Eindruck, dass diese bei CBPV kontraindiziert sein könnten. Ich werde die Sommerbehandlung in diesem Jahr jedenfalls stumpf per "Säuredusche" durchführen und zwar sowohl bei den Ablegern, als auch bei den Wirtschaftsvölkern.

  • Spannend auch was Dr. Büchler in seiner Versuchsreihe zu Formicpro herausgefunden hat. Um den Versuch abzurunden wurden die 56 Versuchsvölker unter anderem auf CBPV untersucht mit dem Ergebnis, dass nahezu alle Versuchsgruppen positiv auf CBPV getestet wurden! Der Befall blieb wohl auch nach der Behandlung mit Formicpro unverändert.

    Artikel ist in der bienen&natur 08/2021 erschienen.


    Grüße Thomas

    „Wenn Bienen den Mindestlohn erhalten würden, würde ein Glas Honig mehr als 132.000 Euro kosten „🤔

  • Der Befall blieb wohl auch nach der Behandlung mit Formicpro unverändert.

    Grüße Thomas

    So seltsam das klingt. In meinen Augen ist dies ein Argument für den Einsatz von Formicpro als Varroamedikament. Der vermutete Wirkmechanismus, über den Ralf und ich in unserer CBPV Sendung orakelt haben, lief ja darauf hinaus - alte, infizierte und dadurch geschwächte Bienen loszuwerden, um dadurch die Viruslast zu senken. Wir sind nicht davon ausgegangen, dass Ameisensäure direkt gegen den Virus hilft, sondern haben letztlich die Schadwirkung auf die alten Bienen in Kauf genommen.

    Wenn Formicpro, aufgrund einer langsamen, kontrollierten Abgabe von Ameisensäure unter der Schadschwelle für die Bienen bliebe, wäre demnach auch keine Wirkung auf CBPV zu erwarten.

    Wenn also kein Einfluss auf CBPV zu beobachten ist, kann man im Umkehrschluss auf eine geringe Schädigung der Bienen hoffen.

    Aber bitte richtig lesen - das sind alles noch Vermutungen/Hoffnungen, die vernünftig abgeklärt werden müssen, bevor man daraus eine Behandlungsstrategie ableitet. Ich bin gespannt auf die offiziellen Ergebnisse zu Formicpro. Wenn sich dort eine gute Wirksamkeit, bei geringer Bienenschädigung belegt werden könnte, wäre das doch eine gute Sache.


    Gruß
    Ludge

  • Ich habe auch mit AS gearbeitet, allerdings hatte das zumindest keine offensichtliche Effekte:

    AS mittels Schwammtuch, im Abstand von 48 Stunden ein zweites Mal wiederholt.

    Die Konzentration an AS war zumindest so hoch, dass alle Völker aus der Eilage gegangen sind und teilweise jüngste Brut ausgeräumt haben, zwei Königinnen waren auch fort.


    Allerdings stellte sich kein wirklich erhöhter Totenfall ein, weder in noch vor der Beute.


    Ein Grund dafür könnte aber sein, dass ich die alten Flugbienen unmittelbar davor schon via Verstellen der Kisten abgetrieben hatte. Meine Aussagen zur Wirksamkeit der AS beim Ausschwemmen geschwächter Bienen ist also mit Vorsicht zu genießen.


    Ansonsten ein paar Ausführungen zu meinem bisherigen Vorgehen:


    Stichwort Behandlungsstrategie:

    Betroffene Stände habe ich wie folgt vorbereitet:

    In einem ersten Schritt habe ich morgens bei bestem Flugwetter 2/3 der Völker um 100 Meter verstellt, 1/3 als Lumpensammler an Ort und Stelle belassen.

    Am Nachmittag wurden die verstellten 2/3 der Völker weggebracht.


    Am nächsten Tag wurden diese 2/3 mit Schwammtuch behandelt, siehe oben.


    Das verbliebene 1/3 wurde drei, vier Tage später ebenfalls morgens um 100 Meter verstellt, und dann mittags an einen separaten Stand verbracht.


    Alle Völker wurden an den neuen Ständen sehr locker, in Zweiergruppen, mit entgegengesetzten Fluglöchern aufgestellt, um Verflug zwischen den Völkern zu minimieren.


    Die Lumpensammlergruppe wurde als Kontrollgruppe nicht mit AS behandelt.


    Status aktuell: Die Lumpensammlerkisten sind stärker, vermutlich weil sie im ersten Schritt einen ordentlichen Boost an Flugbienen erhielten. Ich hatte eigentlich die Vermutung, dass dies zu einer Verstärkung der Symptome führen würde, allerdings ist das im Moment (noch) nicht so.


    Allerdings: Die Intensität der Symptome schwankt mittlerweile sehr. Es gibt Völker, da muss man schon länger suchen, um betroffene Bienen zu finden, es gibt Völker, da sieht man es sofort.

    Stichwort Varroa:

    Die Brut ist der Teil des Bienenvolkes, welches noch gesunde Bienen nachliefert. Sie ist sozusagen das einzig verbliebene Kapital. Daher fallen sowohl TBE als auch AS als Behandlungsmethoden aus. Die Gründe sind offensichtlich: Die eine Methode hat komplette Brutfreiheit zur Folge, die andere Methode schädigt die Brut, wenn sie wirken soll.


    Also behandle ich alle betroffenen Völker mit Apivar (Amitraz), und hoffe, dass Resistenzen nicht vorhanden sind.

    Stichwort Genetik:

    Ich habe keine validen Daten, weil die Anzahl meiner Völker zu klein ist. Trotzdem habe ich die Vermutung, dass es eine genetische Komponente darüber gibt, wie empfindlich ein Volk auf eine CBPV Infektion reagiert.


    Als erste und am stärksten betroffen waren allesamt Königinnen einer Herkunft mit einer speziellen Anpaarung.

    Trotzdem zeigten später auch Völker Symptome, die eine ganz andere Herkunft hatten. Theoretisch kann das aber auch auf Verflug zurückgeführt werden (Völker standen in Reihenaufstellung).

    Nach der oben beschriebenen Behandlungstrategie sind es fast wieder nur Völker dieser einen speziellen Herkunft, welche noch Anzeichen zeigen.


    Derzeit sind alle betroffenen Völker umgeweiselt, mit Töchter von nicht betroffenen Herkünften, die standbegattet wurden. Allerdings ist da der Massenwechsel noch lange nicht durch.

    Stichwort Gesamtsituation:

    Mein Honigertrag ist deutlich eingebrochen, der Grund dafür lag jede Woche vor den Fluglöchern.

    Meine Ableger kommen nicht richtig aus dem Quark, warum auch immer, und weil eine TBE nicht möglich war, fehlt auch die Vermehrung zum Ende der Saison.

    Zucht ist gänzlich ausgefallen - diese eine Linie, die ich jetzt angefangen hatte, war jene Herkunft, die mit CBPV gar nicht klar kommt. Also muss das alles weg.

    Außerdem habe ich Belegstellentermine canceln müssen, weil es nicht zu verantworten gewesen wäre, mit Begattungseinheiten, die CPBV an Board haben, durch die Gegend zu fahren. Anderthalb Jahre für die Katz.


    Insgesamt ein ausgesprochen frustrierendes Jahr voller Rückschläge.

    Ich kann ja jetzt ausgesprochen gut Demut lernen, aber ich hatte diese Saison oft einfach keinen Bock mehr.

    Das Dumme ist ja, dass es keineswegs vorbei ist. Gut möglich, dass die Völker so angeschossen sind, dass sie reihenweise im Winter eingehen.

    Also kann ich gleich auch noch Gelassenheit üben.

  • Das tut mir wirklich leid für Dich.

    Genetik ist auch immer ein Faktor bei PSM-Entgiftungsfähigkeit. Leider darf nicht sein, was nicht sein soll.


    Mir ist jedoch nicht ein Fall bekannt, bei dem ein "infiziertes" Volk, an einen anderen Stand mit nicht "infizierten" Völkern gebracht, jene angesteckt hätte, wenn man unmittelbaren Verflug durch geeignete Aufstellung verhindert.

    Ich würde es sehr begrüßen, wenn zur anfälligen Genetik Ross und Reiter genannt würden - notfalls auch per PM.

  • rall0r Genau das habe ich in klein. Gerade bei den verbliebenen WV sehe ich für den Winter schwarz. Ich konnte zwei Ableger mit lokalen AGT-Königinnen bilden, die "sauber" sind, auf denen ruht meine Hoffnung für das nächste Jahr.

    Echt frustrierend. Ich drücke uns beiden (und natürlich allen anderen auch) die Daumen.

  • Insgesamt ein ausgesprochen frustrierendes Jahr voller Rückschläge.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass es jetzt bald wieder bergauf geht, kann deinen Frust absolut nachvollziehen. Danke für deine Erfahrungsbericht, daran kann bestimmt der ein- oder andere mit weiteren Strategien anknüpfen. Wäre schön, wenn rase recht behält.


    Schöne Grüße - Matthias

    "Wenn du es eilig hast, gehe langsam". Lothar M. Seiwert

  • Ein Freund von mir hatte letztes Jahr das ähnliche Ausmaß, in Relation gesehen.

    Von seinen 9 WV waren 8 stark betroffen.

    Er hat mit AS behandelt, die Völker m W nach nicht oder nur den kleinsten Teil umgeweiselt, hatte ein sehr schlechtes Gefühl, aber das, was rase wettet,ist bei ihm eingetreten.

    Ich drücke dir sehr die Daumen, rall0r .