Das Sanieren von CPV (Chronischer Paralyse Virus)

  • Ich hatte CBPV bisher noch nicht an meinen Bienen, aber letztes und dieses Jahr als BSV bei Freunden gehabt. Totenfall als gäbe es einen Spritzschaden, überall panische und zitternde Bienen über mehrere Wochen. Eine Sanierung über Kunstschwärme hatte da nicht immer den erwünschten Erfolg gebracht. Mit gleicher Genetik sowieso nicht, das hatten wir jetzt die letzten 2 Jahre gesehen dass die Töchter bzw. Nachschaffung ebenfalls anfällig für das Virus war.


    Ich kann mich da täuschen, aber eine TBE bzw. Kunstschwarmsanierung kann das Problem unter Umständen noch verstärken.

    Dadurch dass nur die älteren Bienen von cbpv befallen werden würde ich dazu tendieren frische Mannschaft in die Kiste zu packen. In Form von Brutwaben, inkl neuer Königin. Anschließend den Standort wechseln und das kranke Volk isolieren. Je mehr Mannschaft die Kiste innen sauber hält und die kranken rausschmeißt desto besser sehe ich die Chancen dass sie sich erholen. Flugloch einengen (auch bei den Nachbarvölker) und gnadenlos Drohnen schneiden versteht sich dann von selbst.


    Gruß Chris

  • Aber wenn es nur die erwachsenen Bienen befällt, sollte doch die TBE wirken? In dem Sinn das man eine gleichbleibende Völkerzahl behält, indem man effektiv kranke von gesunden Bienen trennt. Man macht aus einem Volk zwei Volksteile. Der Brutling sollte es doch dann schaffen, selbst wenn der andere Teil es nicht schafft.

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré klassisch, aktuell 6 Völker

  • Hochinteressanter Faden! Bisher dachte ich immer, ich sei in meiner Gegend einer der Wenigen, die das überhaupt bemerken.

    Auch ich habe den Eindruck, dass CPV seit etwa 3 Jahren auf dem Vormarsch ist.


    Ein stark befallenes Volk hat sich die letzten 2 Jahre immer wieder zum Spätsommer hin "von selbst" geheilt. Ich nehmen stark an, unter Mithilfe der AS-Behandlung.

    Dennoch bleibt die Krankheit latent vorhanden, denn genau dieses Volk ist heuer zum 3. Mal wieder stark betroffen.


    Bisher habe ich auf Anraten von Experten nichts gemacht, aber heuer werde ich das Volk wohl umweiseln oder auflösen. Denn während es zuvor wenigstens unauffällig im Mittelfeld mitgeschwommen ist was Ertrag und sonstiges Verhalten anging, so fällt es heuer nun deutlich ab, es kommt offensichtlich immer schlechter mit der Dauerbelastung zurecht.


    Allerdings habe ich seit letztem Jahr auch bei einigen anderen Völkern ein latentes Auftreten bemerkt.


    Mein Fazit für mich bisher: Leichtes Auftreten beobachten, etwas mehr auf Hygiene achten (Wabentausch, Stockmeisel, Besen etc.), sonst aber erst mal nichts machen (was auch!). Stark befallene Völker künftig im 2. Jahr umweiseln und beobachten, ob es trotzdem weiter geht oder die Lösung war.

  • Sry, aber hier muss man leider ein wenig aufräumen, da einiges falsch ist.


    Ersteinmal ist eins sicher, die Milbe kann kein Vektor für die CBPV sein, die CBPV ist eine genetische Präposition, d.h. eine genetische Veranlagung die eine Anfälligkeit gegenüber dem Paralysevirus verursacht.


    Mit dem wissen weiß man jetzt aber auch zu sicher wie man die Krankheit (disposition) heilt: Umweiseln mit einer genetisch heilen Mutter, also keinem Nachkömmling der selben Mutter.


    Wie kann man CBPV von einer reinen ABPV unterscheiden? Ganz einfach, man braucht mehrere Nachkommen der selben Königin, haben mehrere die Symptome = CBPV = Zuchtmutter und Töchter! abdrücken. ist es einbeinzelnew Volk kann man nichts diagnostizieren, einfach nur Umweiseln.


    Varroabhandlung ist in jedem Fall gut, das Volk wird als Wirtschaftsvolk in dem Jahr nichts mehr taugen und eine niedrige Milbenlast ist immer gut.


    Aufgrund der genetischen Ursache ist aber eine Sache wichtig, konsequent handeln und nicht rumbasteln (kommt und geht ja wieder), auch wenn das vielen schwer fällt, eine Zuchtmutter inkl. Töchter und Schwestern abzudrücken und damit eine Linie zu beenden ist nicht ganz einfach, aber leider unerlässlich.

  • Sry, aber hier muss man leider ein wenig aufräumen, da einiges falsch ist.(...) Ersteinmal ist eins sicher, die Milbe kann kein Vektor für die CBPV sein, die CBPV ist eine genetische Präposition (...) mit dem wissen weiß man jetzt aber auch zu sicher (...) Ganz einfach,

    Junge, Du bist echt 'ne Granate. Selten so einen Scheiß so selbstsicher vorgetragen bekommen ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Sry, aber hier muss man leider ein wenig aufräumen, da einiges falsch ist.


    Ersteinmal ist eins sicher, die Milbe kann kein Vektor für die CBPV sein, die CBPV ist eine genetische Präposition, d.h. eine genetische Veranlagung die eine Anfälligkeit gegenüber dem Paralysevirus verursacht.


    Mit dem wissen weiß man jetzt aber auch zu sicher wie man die Krankheit (disposition) heilt: Umweiseln mit einer genetisch heilen Mutter, also keinem Nachkömmling der selben Mutter.

    Die genetische Ursache bei CBPV wurde im Video von Dr. Kärcher als Hyphothese geäussert. Da du so sicher bist, hast du bestimmt auch die wissenschaftlichen Quellen dazu parat. Wäre schön, wenn du die hier verlinkst.

  • Ich ich bin leider auch betroffen, habe meine Bienen untersuchen lassen und vom Gesundheitsdienst Bayern e.v. folgende Info zur Behandlung erhalten:

    "CBPV wird in der Regel durch direkten Kontakt oder beim Austausch von Futter von Biene zu Biene übertragen. Wegen der hohen Infektionsgefahr ist bei Feststellung einer cbpv Infektion ein Verbringen infizierter Völker auf einem Quarantäne-Stand dringend anzuraten. Somit kann eine Verbreitung der Viren auf weitere Völker des betroffenen Standes verhindert werden. In vielen Fällen erfolgt bei guter Versorgung eine Selbstheilung der erkrankten Völker. Die Völker können hierbei unterstützt werden, indem infizierte Altbienen eliminiert werden (dünne Zuckerlösung füttern oder eine Ameisensäurebehandlung durchführen) und Bienenverluste durch Zuhängen verdeckelter Brutwaben ausgeglichen werden. Sehr stark geschwächte Völker sollten abgetötet werden, um die Gefahr einer Virenverschleppung durch Räuberei und zusammenbrechenden Völkern zu minimieren. Da bei Honigbienen offenbar eine genetische verankerte Anfälligkeit für cbpv besteht, sollte gegebenenfalls eine Umweiselung in Erwägung gezogen werden. Für weitere Informationen wenden sie sich bitte an ihren zuständigen Fachberater für Bienenzucht."

  • Nach nochmaliger sorgfältiger Kontrolle und Abwägen von Für und Wider habe ich mich gestern Abend entschlossen, das Volk schweren Herzens zu eliminieren.

    Meiner Einschätzung nach wären sie bald von selbst gestorben.

    Das Risiko einer Ansteckung der andren war mir doch zu gross.

  • Nach nochmaliger sorgfältiger Kontrolle und Abwägen von Für und Wider habe ich mich gestern Abend entschlossen, das Volk schweren Herzens zu eliminieren.


    Aber bitte nicht so wie in #20 von dir beschrieben:

    Also dann doch auflösen, abfegen, Königin eliminieren und einbetteln lassen.🤔

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Nach nochmaliger sorgfältiger Kontrolle und Abwägen von Für und Wider habe ich mich gestern Abend entschlossen, das Volk schweren Herzens zu eliminieren.


    Aber bitte nicht so wie in #20 von dir beschrieben:

    Also dann doch auflösen, abfegen, Königin eliminieren und einbetteln lassen.🤔

    Nein.

    Das hätte ich wegen der Ansteckungsgefahr nicht gemacht.

    Meine Entscheidung war final.

    Im Nachhinein : Das Volk hat eigentlich schon über 2 Jahre lang mal mehr, mal weniger Probleme gemacht, mit mehr oder wenig erfolgreichen Päppelversuchen.

    Die Bienen waren allerdings optisch unauffällig bis vor kurzem.

    Fazit für mich : ein gesundes Volk hält Erreger jedweder Art besser in Schach, aber wenn es an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen muss, bleibt es auf der Strecke.

    Bei der Varroabekämpfung muss ich noch viel konsequenter vorgehen.

  • Richtig abschwefeln

    Vorzugsweise die Rähmchen auf Lücke setzten, also mit wesentlich mehr Wabenabstand als normal.
    Dann können die Bienen nicht mehr so gut einen Cluster bilden und leiden nicht lange.

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...