Ist meine Vorgehensweise zur TBE richtig?

  • Werbung

    Hallo,


    ich möchte dieses Jahr Anfang Juli eine TBE durchführen.
    Bin ich so auf dem richtigen Weg?
    1. Neue Beute Zadant mit 7-8 Rähmchen und Schied (Zander 8-9 Rähmchen und Schied) an den Stand bringen.
    2. Am Wirtschaftsvolk alle Bienen aus dem BR inkl. Kö in die neue Beute einschlagen. Die BW inkl. die Bienen aus den HR bleiben am Platz (Brutling) und machen den Honig fertig.
    3. Der Flugling wird an einen neuen Platz gestellt und erhält am nächsten Tag eine OS Sprühbehandlung (15g auf 1 L H2O). Danach wird er mit verdünnten Apii. oder Zuwasser 1.1 aufgefüttert.
    4. Nach 20 Tagen wird die Bienenflucht am Brutling eingelegt. Einen Tag später werden die Bienenleeren HR entnommen.
    5. Anschließend werden die ansitzenden Bienen mit OS besprüht und gleichzeitig neue MW gegeben und dünn gefüttert.
    6. Wenn man möchte kann Ende August/Anfang September eine neue Kö am Brutling eingeweiselt werden.


    Passt das so, oder mache ich einen gravierenden Fehler?


    Danke

    Gruß Andreas

    Jungimker

    Zander und Zadant, Einräumig

    Rheinland-Pfalz

    Donnersbergkreis

  • Hi,

    mit den 8-9 in der "neuen" Kiste ist diese nicht voll oder???

    Ich würde ohne Schied komplett mit MW füllen, ein paar Tage später die "unbenutzten" raus nehmen und dann das Schied hinein. Ich hatte letztes Jahr ein paar Völker die sich im Leerraum aufgekettet haben und mit Wildbau begannen. Das ist lästig, vor allem wenn du beim ersten Öffnen nicht damit rechnest und den Deckel weg nimmst ... Klatsch, alles am Boden, juhu =O:rolleyes:


    Zusätzlich werde ich heuer noch eine Fangwabe drinnen lassen, um auch die "letzten" Milben zu erwischen... Diese dann nach 1 Woche raus ... Ich achte drauf das möglichst keine Brut auf dieser ist die in dieser Zeit schlüpft ...


    Lg

  • Die Brutscheunen - in meinem Fall 24 Stk. DD - bekommen von mir sofern es nicht zu warm ist gleich AS aufgesetzt. Ich mache dies weil ich mit diesen Bienen keine Reinvasion der anderen Kisten provozieren will ...

    Nach auslaufen der Brut 1-2x OS Verdampfen, die neue Kö suchen, abdrücken und entweder eine neue Kö hinein um ein Volk zu bilden oder die Bienen verwenden um schwächere Völker zu verstärken.


    Letztes Jahr hab ich aus drei solcher Scheunen Völker gebildet und jeweils eine Kö zugesetzt. Diese 3 gingen sehr stark in den Winter, sehr stark heraus und waren heuer meine Zugpferde .... Ich persönlich werde die heuer wieder so handhaben und lieber das eine oder andere Volk auflösen ...


    Schauen was kommt ...

    Wahnsinn, wir reden eigentlich schon wieder vom einwintern X/:/:S

  • Ein nettes Video zur Varroabehandung, auch mit TBE ab ca. Minute 42, ganz aktuell:



    Oder hier:



    Oder von Frau Aumeier, die nennen das Teilen und Behandeln, ist aber im Wesentlichen das Gleiche (Video von heute!):



    Wie ersichtlich gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.


    Viel Spaß


    Carsten

  • Hi,

    mit den 8-9 in der "neuen" Kiste ist diese nicht voll oder???

    Ich würde ohne Schied komplett mit MW füllen, ein paar Tage später die "unbenutzten" raus nehmen und dann das Schied hinein. Ich hatte letztes Jahr ein paar Völker die sich im Leerraum aufgekettet haben und mit Wildbau begannen. Das ist lästig, vor allem wenn du beim ersten Öffnen nicht damit rechnest und den Deckel weg nimmst ... Klatsch, alles am Boden, juhu =O:rolleyes:

    Ich mach nächsten Montag, 20 Uhr da ein Special zu :)


    Um genau solche Geschichten zu vermeiden.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das mit dem Wildbau ist mir auch bei einem Volk passiert. Sehr ärgerlich. Alles auffüllen und dann die überflüssigen Rähmchen entfernen ist eine Möglichkeit, eine andere, eine Brutwabe mit etwas offener Brut für ein paar Tage zwischen den Mittelwänden zu belassen. Die Mädels bauen dann bevorzugt neben dieser.


    Aber einen Denkfehler habe ich in Andreas Überlegungen ausgemacht: Am bisherigen Stand verbleibt die Beute mit den Mittelwänden und den Honigräumen samt den abgeschüttelten Bienen. Die sammeln dann weiter. Der Brutling wird beiseitegestellt.


    Donnerstag ist es bei mir soweit. Linde ist bei mir (Nähe Düsseldorf) weitgehend durch, die Brut wird entnommen und gleichzeitig wird eine neue Königin eingeweiselt. Montag kommt dann die Bienenflucht drauf. Dienstag Honigernte. Die geschleuderten Rähmchen lasse ich gleich am Dienstag noch ausschlecken. Mittwoch dann erste Fütterung und Oxalsäure-Sprühbehandlung. Freitag dann zweite Futtergabe.


    Viele Grüße


    Carsten

  • Man kann es so machen, wie Du beschreibst.


    Anmerkung zur Risikovermeidung: Die Königin vor dem Transfer heraussuchen und auf die neuen MW setzen, damit sie nicht beim Abschütteln gefährdet wird. Die Bienen dann hinterher...


    Wenn Du den Flugling mit der Kö' nicht aus dem Flugkreis entfernst, werden die Flugbienen alle zum Brutling auf den alten Platz zurückfliegen. Ich mache es immer umgekehrt - Königin mit abgeschüttelten Bienen bleibt am alten Standplatz, Brutling wird außerhalb des Flugkreises platziert.


    Ausstattung der Kiste in die das Volk transferiert wird könnte auch mit weniger Waben sein. Sie bauen ohnehin immer nur eine gewisse Anzahl gleichzeitig aus. Ich starte mit 4 Großwaben plus einer FW, so diese vorhanden. Mit der Fütterung kann man dann sukzessive erweitern (MW für MW).


    Wenn OXS gesprüht wird, ist es praktisch, die Bienen noch im Schwarmmodus, wenn sie eine Traube bilden, einzusprühen. Wenn Du Staub benutzt, ist es einfacher; muss nur rechtzeitig vor der Verdeckelung der ersten Zellen sein.


    Die Honigräume würde ich dem Flugling lassen. Dort ist mehr Aktivität, weil Kö' und Flugbienen da sind. Man muss dann die erste Varroabehandlung direkt nach der Honigentnahme machen; da fällt dann kurzzeitig etwas mehr Arbeit an.


    Die schlüpfende Brut mit der Hauptlast an Varroen behandle ich mehrfach und konsequent. Da bietet sich Langzeitverdunster mit AS60 % oder aber die Blockbehandlung mit OXS an. Letztere ist sehr effektiv. Eine einzige Behandlung nach komplettem Schlupf ist theoretisch wirksam, praktisch reicht es nach meiner Erfahrung nicht; die Milben sind im Sept. wieder da.

  • 2. Am Wirtschaftsvolk alle Bienen aus dem BR inkl. Kö in die neue Beute einschlagen. Die BW inkl. die Bienen aus den HR bleiben am Platz (Brutling) und machen den Honig fertig.

    3. Der Flugling wird an einen neuen Platz gestellt und erhält am nächsten Tag eine OS Sprühbehandlung (15g auf 1 L H2O). Danach wird er mit verdünnten Apii. oder Zuwasser 1.1 aufgefüttert.

    (…)

    6. Wenn man möchte kann Ende August/Anfang September eine neue Kö am Brutling eingeweiselt werden.


    Zu 2. und 3.:

    Wenn du noch Tracht erwartest würde ich die HR eher auf den Brutspendern lassen. Die Behandlung kann durchaus erst nach einer Woche erfolgen, da können die noch kräftig eintragen, weil keine Brut gepflegt werden muss. Ich hatte letztes Jahr ein Volk da hat die Königin eine Woche Pause gemacht, k.a. warum. Da hätte ich erst nach 14 Tagen behandeln können. War aber egal, hatte keine HR mehr drauf.

    Außerdem ist der Brutspender Weiselrichtig und daher eher Abwehrbereit. Im Brusammler hast du die ersten Tage eher wenig Bienen und eher Junge Bienen, da ists die Gefahr größer, das die geräubert werden.

    Außerdem wird die Besatzung aus den HR zu wenig sein um noch viel am Honig zu machen, da die ja erstmal mit Brutpflege eingespannt sind.


    Arbeitest du am selben Stand oder hast du eine Zweiten in 3+ km Entfernung?

    Der "Flugling" (Brutspender) bleibt normalerweise dort wo er war, der "Brutling"(Brutsammler) kommt weg. Also bei der klassischen "Brutling" / "Flugling" Begriffsverwendung.


    Flugloch, vor allem beim Brutling klein machen. Egal was du mit den HR machst, in jedem Volk sollte noch genug Futter sein (meine bevorzugte Vorgehensweise) oder gleich auffüttern.


    Zu 6.:
    Ich werde im Brutling nach 9 Tage Zellen Brechen. Dann hänge ich Zuchtstoff rein und die machen sich selber eine neue aus bevorzugtem Material, ist auch quasi totsicher. Wenn du da noch Kisten frei hast kann du auch noch eine Handvoll Reserve-Königinnen vorhalten.
    Behandlung normal nach 21+ Tagen nach Gründung. Je nach Größe des Brutsammlers Bienenmasse nach Bedarf verwenden.


    Und aus eigener Erfahrung:

    Wenn ihr nach dem Ausräumen der alten Waben im Brutsammler eine alte Futterwabe als Reserve drinnen lässt - häng die NICHT hinters Schiet. Diese Wabe wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bevorzugt bebrütet... ok, sieht echt krass aus wenn die Jungbienen aus 12 Dadant-Waben versuchen ALLE auf der einen bebrütete Wabe zu sitzen, aber muss man sich nicht geben.


    Kiste voll machen mit Mittelwänden oder Anfangsstreifen, Schiet ganz nach außen oder raus. Genauso bei den Spendervölkern. Wenn die Kö in Brut ist, kann das überflüssige Material ggf. wieder raus, oder man lässt es bis zum Einengen im Frühjahr einfach drin hängen.

  • Ich mach nächsten Montag, 20 Uhr da ein Special zu :)


    Um genau solche Geschichten zu vermeiden.

    cool, ... :thumbup:

    ich hatte das dann bei einem so geschafft - wildbau, 5ltr flüssig eingefüttert, 1 woche gewartet, schnell den deckel angehoben und klatsch, eine matschige masse aus Futter, Wachs und Bienen vor mir auf dem Boden... die KÖ natürlich mitten drinnen und nie mehr gefunden ...

    Sch... hab ich mich damals geärgert, wahnsinn. Was solls, ich hoff ich bin klüger in der Zukunft...


    Und ja, das mit der Brut dazu hängen... für das wäre dann die Fangwabe gedacht. ABER ich werde trotzdem komplett füllen WEIL bei starken Völkern trotz Brut viele im Leerraum hängen und bauen können. ICH für meinen Teil geh auf die Materialschlacht ein und fülle ALLE Kisten komplett wie bereits geschrieben ...

    Die Kacke geb ich mir def. kein zweites Mal - zumindest wenns irgendwie geht ;)


    LG

  • Super, vielen Dank für eure Infos!

    Ich werde dann wohl so vorgehen:

    Flugling mit voller Zarge (Mittelwände) am Standort mit HR und einer Fangwabe. Diese wird nach 7 Tagen entfernt.

    7 Tage danach HR weg, OS sprühen und auffüttern mit 1:1.

    Brutling stelle ich außerhalb Flugkreis und behandle diesen nach 21 Tagen mit OS sprühen.

    Muss man den Brutling eigentlich füttern? Da schlüpfen ja viele hungrige Mägels...

    Das Futter wird ja dann in die alten Waben eingetragen welche nach 21 Tagen verworfen werden.

    Da ich im angepassten BR arbeite und das Rähmchenmaß Zander flach im HR ist habe ich keine Futterwaben oder ähnliches...

    Habt ihr dan noch ne Idee?

    Somit wäre es evtl. doch besser die HR über dem Brutling zu belassen - OH Mann - ich glaube ich mach doch wieder Schwammtuch ;-)


    LG Andreas

    Jungimker

    Zander und Zadant, Einräumig

    Rheinland-Pfalz

    Donnersbergkreis

  • Ein Flugling heißt deshalb Flugling, weil er aus zufliegenden Bienen gebildet wird. Dazu ist erforderlich, den Brutling zu verstellen und den Flugling an die Stelle des bisherigen Volks zu setzen. Der Thread-Ersteller macht es also genau falsch herum.

    Gruß Ralph