Probleme mit Siebkübel

  • Hallo allerseits,


    bereits im vergangenen Jahr haben wir einen 30 kg-„Abfüll- und Siebkübel“ von Logar gekauft (das ist ein Edelstahlkübel mit je einem Quetschhahn oben und unten und einem innenliegenden, herausnehmbaren Sieb in Eiimerform). Der Plan war, den Kübel so, wie auf diversen Webseiten der Händler beschrieben, einzusetzen: also direkt aus der Schleuder in den Kübel, oberen Quetschhahn öffnen und dort die Honigeimer unterzustellen. Durch die große Siebfläche soll nix verstopfen und ein durchgehendes Arbeiten möglich sein.


    Nach nun 3 1/2 Ernten kommt die Ernüchterung: Aus dem oberen Hahn kommt egal bei welchem Honig und egal wie warm wir den Raum halten nur ein dünnes Rinnsal. Selbst wenn wir mit verbundenen Augen und einer Hand auf dem Rücken entdeckeln, bremst der Kübel massiv. Momentan haben wir uns damit beholfen, den Kübel bei etwa 2/3 Füllstand (sonst ist er mir zu schwer) auf einen Stuhl zu wuchten und dort die Eimer mit dem unteren Hahn zu befüllen. Funktioniert dank des Druckes des anstehenden Honigs natürlich wesentlich schneller, unterbricht den durchgehenden Workflow aber logischerweise total.


    Frage: Stell‘ ich mich zu dumm an oder ist das ein generelles Problem dieser Art Kübel? Oder gibt‘s die mit weiter unten liegendem oberen Hahn und kommt da dann mehr raus?


    Viele Grüße

    Holger

  • Ich kenn den von logar nicht, benutze einen von Holtermann, 50kg, inzwischen auch eingebunden in ein etwas komplexeres setting mit Honigsumpf vorweg und so...

    Aber: der Witz beim Siebkübel ist ja der, dass im besten Fall das Sieb garnicht verstopft, weil das Wachs im Honig aufschwimmt und nicht erst am Sieb hängenbleibt (und damit auch das Sieb verstopft).

    Ich hab deswegen früher, als ich noch nur damit gesiebt habe, den Kübel erstmal mit sauberem Honig gefüllt.

    In deinem Fall: Siebkübel unter die Schleuder, darauf dann das olle Doppelsieb. Jetzt Quetschhahn auf. Wenn der Siebkübel voll ist, dann ist auch das Doppelsieb zu, aber das wird jetzt auch nicht mehr gebraucht.

    Ab jetzt lässt du den Honig direkt einlaufen, das Wachs schwimmt auf und das Sieb des Siebkübels bleibt frei.

    So ging's immer für einige hundert Kilo gut...

  • Servus,

    das hört sich so an wie das Teil das ich von CFM gekauft habe. Abfülleimer mit Quetschhahn unten und oben plus ein konisches Feinsieb das darin passt. Darauf halt ein normaler Grobsieb:


    https://www.carl-fritz.de/medi…/5009164Pcrh3REYRw1x7.jpg

    https://www.carl-fritz.de/medi…63_klein90gzHBUj257ON.jpg



    Hab ich letztes Jahr zweimal und dieses Jahr einmal verwendet für verschiedene Honigarten. Lieb immer Problemlos. Es läuft zwar nicht viel Honig raus, aber wenn der Edelstahlbehälter voll ist dann halt quasi soviel wie oben durch die Schleuder drauf läuft. Der Druck von oben drückt es gut durch den großen Feinsieb der ja im Honig schwimmt. Die Wachspartikel werden dadurch aufgeschwemmt und verstopfen ihn nicht. Hinter dem Feinsieb steigt der Honig bis zum Auslasshahn hoch und fließt dann runter.


    Funktioniert bei mir Einwandfrei und schnell genug. Kein Flaschenhals. Nur wenn kein Honig mehr aus der Schleuder kommt - weil man alles geschleudert hat - muss ich ihn aufbocken und den Rest vom unteren Hahn ablasen. Das wiederrum dauert lange, bis alles draußen ist. Die Wachspartikel können dann den Filter verstopfen.

  • Der Auslass ist bei meinem Siebkübel auch nicht übermäßig groß dimensioniert, wenn man den mit voller Pumpleistung befüllt, dann läuft der Kübel über, weil der Honig nicht ausreichend schnell abfließen kann.

    Aber unter der Schleuder sollte das eher nicht passieren.

    Oder schließt du den Quetschhahn der Schleuder zwischendurch und befüllst nur stoßweise?

    Dann könnte ich mir das vorstellen...

  • Hallo,

    ich habe mir im Frühjahr auch den von CFM gekauft und beim Frühjahrshonig erstmals verwendet, mit gleichem Ergebnis wie Holger - nur ein dünnes Rinnsal am oberen Quetschhahn.
    Werde bei der Sommerernte in gut 2-3 Wochen den Tipp von olle Flachezange versuchen nun zuächst den Kübel mit Doppelsieb statt nur mit Grobsieb voll laufen lassen.
    Die höhere Temperatur im Sommer wird dann hoffentlich auch noch eine Verbesserung beim Durchfluss bringen...

    Gruß
    Mark

  • Also, wenn das Edelstahlbehälter so voll ist, dass der Honig den oberen Quetschhahn erreicht, kann nur so viel raus fließen wie von der Schleuder drauf kommt.


    BienGraf , versteh ich das richtig:

    Meinst du es fließt sehr wenig ab und der Honigstand auf der Innenseite des Feinsiebs steigt an und es läuft über? Das würde bedeuten, dass der Honig nicht schnell genug durch den Feinsieb gedrückt wird. Bei mir hat der aber bis jetzt immer sauber und schnell gefiltert. Bei so 16,5% Wasseranteil und im kühlen Keller. Der Grobsieb war dabei schon mal verstopft aber der konische Feinsieb hatte keine Probleme.


    Habt ihr das Teil vielleicht mal zu heiß gewaschen ohne vorher mit kalten Wasser das Wachs weggewaschen zu haben? Wenn man das macht verstopft des warme flüssige Wachs den Filter dauerhaft.

  • hodihu meinst Du den Siebkübel von Logar mit den Vertikalsieben, wenn Du schreibst mit "Sieben in Eimerform"?
    Ich habe den und der funktioniert tadellos. Man muss halt etwas mutig sein, wenn er fast überläuft, dann gehts gut mit dem oberen Überlauf.
    Wirklich übergelaufen ist er noch nicht.


    s.

  • Vielen Dank für eure Antworten soweit!

    Klingt ein wenig so, als würde es tatsächlich an mir liegen. Ich hatte bisher die Variante ohne zusätzliches Sieb und auch schon den Versuch, das normale Doppelsieb zu Beginn vorzuschalten. Aber immer kam es dazu, dass aus der Schleuder mehr gekommen ist, als aus dem oberen Hahn tröpfeln konnte. Mutig war ich immer bis zu dem Moment, bis der Siebeimer bis oben voll war und seitlich über den Rand in den Eimer bzw. wegen des engen Spalts dann auch zur Seite hinaus gesuppt ist.


    Vertikalsiebe sind das nicht - das ist ein Sieb in der Form eines (etwas kleineren) Eimers, der im großen Eimer steht:

    http://www.logar-trade.de/resize/upload/pimg/7013v-big.jpg


    Im Gegensatz zu Holtermann ist mein Sieb nicht konisch geformt, sondern sehr „eimerförmig“. Und vielleicht ist der obere Auslass näher am oberen Rand - von der Unterseite des Quetschhahn-Auslasses bis zum oberen Rand des Eimers hab ich ca. 7,5 cm - hat Holtermann da mehr?


    Ratlose Grüße

    Holger

  • Pack ein Grobsieb oder ein mittleres davor bis der Eimer voll ist, dann sollte das Thema gegessen sein.

    Bei dir wird durch das befüllen Wachs in das Sieb gedrückt und verstopfen, grobe sowie feine Teile.

    Was bei so einem Setup Wunder wirkt ist ne Heizung, dadurch steigen die Partikel schneller nach oben und der Honig geht flott durchs Sieb.


    Übergelaufen ist mir bisher noch nix mit dem Aufbau.


    Gruß Chris

  • Wenn der obere Quetschhahn so nah am oberen Rand ist, dass da nur 4 cm Karenz im Füllstand ist, dann mag das schon sein, dass da mal bei einem Schwapp aus der Schleuder, das schnell zu viel ist.

    Der Gedanke von Martin mit dem Wachs im Sieb ist auch ein gern gemachter Fehler.

    Aber eigentlich sollte es schon funktionieren.

    Helfen würde hier sicherlich eine Bodenheizung der Schleuder.

    Evtl. wäre auch daran zu denken, an der Abfüllkanne vom Edelstahlschlosser deines Vertrauens, noch einen Quetschahn 5- 8 cm tiefer als den Problemquetschhahn dranmachen zu lassen.

    Das würde natürlich das Nervenkostüm bei höheren Durchflussmengen sicherlich entspannen.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Ich lass aus der Schleuder den Honig über ein Haushaltsgrobsieb in einen 10l Eimer laufen und gieße den dann grob vorgereinigten Honig in den über dem 50kg Abfüller leicht erhöht stehenden Filterkübel.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Helfen würde hier sicherlich eine Bodenheizung der Schleuder.

    Evtl. wäre auch daran zu denken, an der Abfüllkanne vom Edelstahlschlosser deines Vertrauens, noch einen Quetschahn 5- 8 cm tiefer als den Problemquetschhahn dranmachen zu lassen.

    Naja, durch die Bodenheizung in der Schleuder läuft dir der Honig nur schneller ins Sieb. Wenn der Honig da nicht schnell genug rauskommt machst du es eher schlechter.

    Und die Höhe des Quetschhahns hat auch keinen Einfluss, so ein Siebeimer muss kontinuierlich befüllt werden damit es flutscht. Wenn der Quetschhahn niedriger ist reduzierst du nur das Niveau im Sieb, aber nicht das Problem dass es verstopft.

    Wichtig ist beim befüllen dass Sieb frei zu halten und danach den Eimer kontinuierlich zu befüllen.


    Gruß Chris

  • Hallo Chris,

    niedrigviskoser Honig läuft nicht nur schneller aus der Schleuder, er läuft auch schneller durchs Sieb.

    Ein tiefer angebrachter Quetschhahn senkt den Honigspiegel im Sieb und erhöht somit die Aufnahmefähigkeit des Siebes beim Anfahren der Schleuder, wenn mal ein Schwall auf einmal kommt.

    Wenn im Sieb der Honig höher steht als außen im Eimer, dann erhöht sich der Druck im Sieb und somit auch die Durchflussgeschwindigkeit.


    An Holger, beobachte mal wie es sich bei Sommer- und Waldhonig verhält.

    Wenn es da funktioniert, dann war der Raps und Frühlingshonig definitiv zu kalt und auch schon kristallig. Da hat es Dir dann vom Kristall das Sieb zugesetzt.

    Nächstes Jahr darauf achten, den Honig sofort vom Volk zur Schleuder und gleich Schleudern. Den Schleuderraum ordentlich einheizen und wenn eine Bodenheizung zu teuer ist, einfach mal experimentieren mit einem Heizlüfter der unter die Schleuder bläst.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.