Honig pressen

  • Hallo liebe Imkergemeinde, es steht für mich bald die erste Honigernte an, und ich würde meinen Honig gerne pressen.


    Gibt es hier jemand der mit einer Spindelpresse oder einer hydraulischen presst und kann mir seine Erfahrungen schildern?


    Ich habe gelesen, dass der Krataufwand bei einer Spindelpresse deutlich höher ist und man die Presse festhalten muss, bei einer hydraulischen wäre das total easy?


    Gruß und Danke

  • Hallo,


    Ich habe gelesen, dass der Krataufwand bei einer Spindelpresse deutlich höher ist und man die Presse festhalten muss, bei einer hydraulischen wäre das total easy?


    Das das Arbeiten mit einer Spindelpresse schwerer ist als mit einer Hydraulischen ergibt ja schon das jeweilige Wirkprinzip. Wenn man in Physik mal aufgepasst hat ...



    Beeren lassen sich gut mit der Spindelpresse bearbeiten,

    finde die Feinfühligkeit hier gut -

    dafür hat es hier eine V20 Edelstahl.

    Hiermit habe ich auch schon Honig gepresst ...



    Äpfel presse ich lieber mit einer Hydropresse (z.B. Speidel),

    - die schreiben auch man kann Honigwaben mit pressen,

    da man die nicht punktgenau stoppen kann hätte ich zuviel Angst die Wachswaben gleich mit durchzudrücken - die hat Kraft (bei der Fläche - kein Wunder) ist aber eben nicht "feinfühlig" zu steuern.



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ich habe früher eine Spindelpresse genutzt, das ist Knochenarbeit. Der Nachteil ist, dass man sowohl beim Pressen, als auch beim Öffnen Kurbeln muss.

    Jetzt habe ich die Presse von Fischer. Die hebt den Korb von unten mit einem hydraulischen Wagenheber an und presst ihn so gegen den Stempel.

    Der mitgelieferte Wagenheber ist leider ein Witz. Ich habe ihn durch ein größeres Gerät (3 Tonnen Hubkraft, auf Rollen) ersetzt. Damit geht das gut, schnell und ohne nennenswerten Krafteinsatz. Leider ist die Auffangschale für Honig nicht gut geeignet, weil zu klein (vor allem der Abfluss). Die muss ich mal ersetzen, dann ist das eine gute Lösung.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich presse mit einer hydraulischen Obstpresse (Wagenheber drueckt von oben).

    Am Anfang haben wir die Waben nur grob zerschnitten, das hatte den Nachteil, dass der Kuchen unten in der Presse noch sehr viel Honig enthielt und der Pressvorgang sehr lange dauerte.

    Inzwischen zerkleinern wir die Waben in viel kleinere Stuecke, so dass ein dicker sehr grober Brei uebrigbleibt. Dieser ist viel besser pressbar, enthaelt auch mehr Pollen und schmeckt kraeftiger.

    Das einzig nervige ist immer das Entfernen des ausgepresten Wachskuchens ... der klebt extrem fest untehalb der Pressplatte innerhalb des Korbes. Deshalb pressen wir in kleineren Chargen, da geht das "herauspopeln" viel besser/

    Die Auffangschale haben wir auch ausgetauscht, da zwischen Korb und Auffangschale zu wenig Platz war und der Honig nicht abfloss. jetzt nutzen wir eine groessere Edelstahlwanne, in das wir ein Loch gebohrt haben.

    Ausserdem stellen wir die komplette Presse etwas schraeg, damit der Honig schneller abfliesst.

  • Was verlangt ihr denn so für den Presshonig?

    Ich vermute stark, der aktuelle Boom zum Presshonig wurde nicht zuletzt durch eine preisliche Nebenbemerkung von Herrn Binder neulich ein einem seiner Webinare ausgelöst... ;-)


    Aber der Aufwand scheint ja schon echt enorm zu sein. Was sagen die Kunden zu dem Brei?

  • die reicht, denn je groesser die Druckplatte ist, desto mehr Kraft brauchst Du. Und bie dieser haengen wir manchmal auch schon in den Seilen um volle Knalle Druck auszuueben.

    Das Pressen mit dieser Presse ist halt recht langwierig denn mann muss den Druck immer weiter erhoehen, da der zaehe Honig lange braucht um rauszufliessen ... also nichts fuer Grossimkereien :)

  • Nehmt eine Deckelwachspresse z.B. von Lyson.



    Geht auch mit bebrüteten Waben die man ausgeschnitten hat, wie man hier sieht. Da haben wir Waben eine Kollegen mit Melezitosehonig gepresst.