Tip´s zum Dadant-Mittelwand-Drahten

  • Hallo liebe Imker(innen),


    diesmal keine Fragen, sondern Antworten. In Anlehnung an Harry´s Beitrag zum Thema unter der Rubrik Bienenbeuten „Dadant – Blatt oder Dadant – Mod.“ http://www.imkerforum.de/viewtopic.php?t=620&start=0&postdays=0&postorder=asc&highlight= , wollte ich hier meine weiterführenden Erkenntnisse zum Thema Mittelwand-Drahten weitergeben.
    Um gedrahtete Mittelwände überhaupt erst sinnvoll zu verwenden, sind spezielle Rähmchen nötig, die eine nach unten offene Nut im Unterträger besitzen. (Anm.: Meine Rähmchen stammen von der Fa.Weber / Gera www.bienenweber.sagehorst.de )



    Blick auf den nach unten offenen Unterträger. Hier kann die gedrahtete MW einfach eingeschoben werden.


    Vorteile aus meiner Sicht gegenüber dem Rähmchendrahten sind:
    1. Schnelles drahten und einlöten.
    2. Einfaches, platzsparendes Wabenschmelzen. (MW wird ausgeschnitten, und kommt ohne Rähmchen in den Schmelzer, Draht setzt sich im Trester ab.)
    3. Sehr stabile W-Drahtung, die sonst nur mit aufwendigen Haken oder Ösen im Rähmchen zu bewerkstelligen wäre.
    4. Dadurch keine Nachteile der Horizontal – oder Vertikal-Drahtung, wie MW hängt sich - bildet Bäuche, oder Ober – und Unterträger verbiegen sich.
    Nachteil:
    1. Bei jedem Erneuern der MW muß diese neu gedrahtet werden. Das relativiert sich aber wenn man bedenkt, daß man u.U. auch bei gedrahteten Rähmchen diesen nachspannen muß.
    Zu Harry´s Version, die sich an der Beschreibung von Günther Ries „Meine Erfahrungen mit der Buckfastbiene“ anlehnt, habe ich folgende Verbesserungen vorgenommen:



    Die Belastungen für die Vorreiber durch den gespannten Draht sind recht hoch, sie leiern aus und brechen aus dem Holz. Um diese etwas zu entlasten habe ich eine Leiste vorgenagelt, an der sich der Oberträger abstützen kann. Das gleiche auch an dem gegenüberliegenden fixen Oberträger.




    Den zum Drahten benötigten Drahtabroller habe ich drehbar durch eine Schraube auf dem Brett befestigt. Durch das ermöglichte Schwenken der Rolle geht das Eindrahten gut von der Hand.



    Ein weiteres Problem beim Drahten tritt direkt beim Umwickeln des Drahtes am ersten und letzten Spannagel auf. Die Umwickelung lockert sich oft und die Spannung ist dahin. Ich forme beim einhängen am ersten Nagel eine Schlaufe (geht mit etwas Routine recht flott), und umwickele den vorletzten Nagel (am unteren Oberträger) 2 mal, bevor ich dann mehrmals am letzten Nagel umwickele.



    Die aufgelegten Oberträger beschweren die MW, diese wird dadurch gleichmäßig eingelötet.



    Auch lege ich die MW etwas asymmetrisch auf die W-Drahtung. Die dadurch entstehenden längeren Schlaufen kann ich im Unterträger umbiegen. Auch die kürzeren werden wechselweise umgebogen und finden so in der Nut des Oberträgers soviel Halt, daß die MW beim anschließenden Hantieren nicht verrutscht. Für einen Standimker ist ein weiteres Einlöten der MW zur Fixierung nicht mehr nötig. Ein Wanderimker lötet die eingelegte MW noch mit flüssigem Wachs am Oberträger fest. Diese kann sich jetzt auch problemlos nach unten ausdehnen.


    Gruß
    Matthias

  • Matthias Bauer schrieb:


    Um gedrahtete Mittelwände überhaupt erst sinnvoll zu verwenden, sind spezielle Rähmchen nötig, die eine nach unten offene Nut im Unterträger besitzen.


    Hallo Matthias, es werden keine speziellen Rähmchen benötigt, denn verwendet man die entsprechenden Standart Dadant-Rahmen gibt es keine Probleme, da sie von Haus aus für getrahtete Mittelwände ausgelegt sind. Bei verwendung dieser Oberträger gibt es auch keine Probleme mit den Vorreibern beim Drahten. Im übrigen ist keine so starke spannung nötig, das Vorreiber ausbrechen könnten. Mir ist nicht ganz klar, wie die Mittelwände bei Deinen Spezial-Rähmchen halten sollen. So wie sie aussehen, sind sie ganz klar für seitliche Rähmchen-Drahtung ausgelegt ?!?
    Wieder eine Erfindung mehr im deutschen Rähmchen-Salat :evil: 
    Das Erfinden neuer Teile scheint ein Novum der deutschsprachigen Imker zu sein. Die Welt lacht uns aus: :D:oops: 
    --- Harry ---

  • Hallo Mathias
    Achte doch bitte bei deiner Bauerei auch auf die Beiträge, die du schreibst. ;-)
    Deine 6 Beiträge bekamen wir gestern schon.
    Woran es liegt, mußt du Hartmut fragen, der ist der Spezialist.
    @Hartmut:Die Antwort würde mich aber auch interessieren.
    Mit Grüßen aus dem Saarland
    Guido

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo liebe Imker(innen),


    Harry :
    Das obige Foto war nicht ganz aussagekräftig, da es wie ein normales Rähmchen, bei dem der Unterträger nur eine Nut hat, aussieht. Auf dem jetzt eingesetzten Bild (s.o.) des Unterträgers wird es deutlicher. Meines Wissens handelt es sich auch nicht um eine Neuerfindung. Die seitlichen Löcher zum Drahten werden von der Fa.Weber/Gera vorgenommen, und die Rähmchen so ausgeliefert. Wohl um dem Anwender die Alternative zu bieten, und ein Drahten der Rähmchen auch zu ermöglichen. Die MW halten im Oberträger, wie schon oben beschrieben, provisorisch durch die wechselseitig umgebogenen Drahtschlaufen. Oder schneidest Du deine ab?? Die Sache mit der Verstärkung der Vorreiber finde ich besser, weil stabiler. Zumal die Vorreiber konstruktiv besser Druckkräfte aufnehmen können, als die hier auftretenden Scherkräfte.


    Guido : Sorry !


    Grüße
    Matthias

  • Hallo, Matthias,
    das ist alles noch 6 x gekommen!
    Jedesmal, wenn du einen Beitrag nach Ablauf von ein paar Minuten nochmal bearbeitest, geht er als neu in die Mailingliste! Oder wenn du länger als 10 Minuten zum Online-Schreiben brauchst!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne
    Auf diese Erklärung haben viele gewartet.
    danke
    Gruß Guido

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo zusammen,


    sorry Leute, ich mußte bearbeiten. Gestern waren die ganzen Bilder weg.
    Die mußte ich von Pixum wieder editieren.


    Gruß


    Matthias


    P.S. Das Bilderproblem hat der Webmaster inzwischen gelöst. :D 
    Nochmals Danke !!

  • Hallo Praktiker!
    Ich habe bisher mit Zander-Flachzargen gearbeitet. (Imkere erst seit dem Vorjahr)
    Dabei habe ich die Rähmchen zuerst quer-gedrahtet und dann die Mittelwände draufgelegt und ein-gelötet.
    Ich möchte im Herbst auf Dadant (Adam) umsteigen und habe inzwischen auch die Rähmchen für den Honigraum von Fa. Weber bekommen.
    Nun steht auf der Rechnung von Weber dabei:
    "Die MW kann von unten eingeschoben und oben mit Wachs eingelötet werden - ohne Drahtung" 
    Hat da jemand von Euch Erfahrung, ist da das Drahten wirklich nicht notwendig? (Es werden ja Dickrähmchen, weil nur 10 Rähmchen in der 12er-Zarge eingehängt werden). Sind die Honig-raumwaben damit stabil genug?
    Die Brutraumrähmchen werden erst noch geliefert. Wenn ich aber Eure Diskussion hier verfolge, scheint es mir, dass meine bisherige Art der Drahtung dabei nicht funktioniert.
    Warum müssen die Mittelwände außerhalb des Rahmens gedrahtet werden?
    Oder kann ich es auch weiterhin so machen wie bisher? (Die Seitenteile sind ja vorgelocht! Wozu dann eigentlich die Vorlochung?)
    Mir scheint die Drahtung der MW auf einem Brett und dann erst im Rähmchen befestigten etwas kompliziert, weil ich dann genau achten muß, wo die Schlaufen des Drahtes sind um sie mit Nägel zu befestigen. Oder besteht der Oberträger bei den Brutraumrähmchen aus zwei Teilen, sodass ich innen den Draht befestigen kann? (Ich habe ja die Rähmchen für den Brutraum noch nicht geliefert bekommen - und daher auch noch nicht gesehen)
    Eigentlich wollte ich ein Querdrahtung (eben einfach durch die Löcher spannen und am Anfang und Ende den Draht befestigen).
    Bin nach dem Lesen der bisherigen Beiträge etwas verwirrt. :o
    Ich hoffe, dass mir Durch Eure Beiträge ein Licht aufgehen wird.
    Vielen Dank
    Fritz

    Fritz Eder
    (Hobby-Imker mit 4 Carnica-Völkern in DN im Garten - 335 m Seehöhe)

  • Die Anweisung von Weber ist richtig. Bei Dickwaben muß man nicht drahten, sondern in der Tat nur von unten die Mittelwand durch den Schlitz einschieben und mit flüssigem Wachs anlöten. Wabenbruch ist äußerst selten.
    Gruß Winfried

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Fritz,


    ich kann Winfried nur beipflichten.
    Ich habe zwar DNM, aber das tut der Sache keinen Abbruch.
    Zuerst habe ich auch die Stirn gerunzelt (Sorry! Winfried), aber die Praxis und meine Schatzi`s haben mir wunderbar verbaute Rähmchen beschert.
    Selbst die nur mit Anfangsstreifen, für Wabenhonig, versehenen Rähmchen, absolute Klasse. Ganz mutig geworden habe ich sogar leere Rähmchen eingehängt, große Zellen (Drohnen) aber keinerlei Probleme beim Schleudern!
    Die Arbeitserleichterung ist den Preis wert, wenn ich an die Anstrengungen der vergangenen Jahre denke!
    Kein abfegen, falls man keine Flucht benutzt hat, einfach wie bei der Wasserprobe, abstoßen und fertig!
    Zu den modifizierten Brutraum-Rähmchen, ich habe 1,5 DNM sind aber baugleich mit Dadant, kann ich nur sagen das ich sie horizontal verdrahtet habe, leider die ersten nur dreimal mittig, weil ich meinte durch die Rillen oben und unten würde das reichen, aber die Praxis zeigte dann, dass dem nicht so ist.
    Die Mittelwand beulte im unteren Bereich aus, oder schob sich unten durch,und es entstand Wildbau.
    Das änderte sich, als ich fünfmal horizontal verdrahtete Rähmchen hineingab.
    Soviel vorhandene Bohrungen waren ja auch da, doch wollte ich mir die Arbeit und den Draht ersparen, mit dem Erfolg dass ich alles noch einmal machen muss!
    Fazit, 50 x 80 cm Draht gespart, 50 x Zeit gespart und wieder für neue Arbeit gesorgt, so kämpft man gegen die Langeweile!


    Ich wünsche Euch, viele gesunde Bienen


    Margret

  • Hallo liebe Imker(innen),


    Fritz E.: Zunächst zu den BR-Waben. Weber hat 2 verschiedene Versionen. Einmal die US-Version: (Damit arbeitet offensichtlich „Harry“, daher die Mißverständnisse oben im Beitrag).Der Oberträger hat eine Aussparung in den die gedrahtete MW eingelegt wird, und mit einer Leiste festgenagelt wird. Klingt aufwendig aber man spart sich das Einlöten.
    Zum anderen die Version mit der Nut im Oberträger die ich auch verwende, s.o.
    Man „muß“ die Dadant-BR-MW nicht drahten, man kann auch das Rähmchen drahten.
    Ich stand ja auch mal vor der Wahl, habe mich für die stabilere W-Drahtung und das MW-Drahten entschieden, weil ein Rähmchen W-Drahten recht aufwendig ist, ich wandere, und weil eine vollgetragene BR-MW (s. http://www.bienen.de/imkerforum/viewtopic.php?t=1115 ) auch mal 3 KG wiegen kann. Da kann eine quergedrahtete MW sich ganz schön hängen lassen. Wenn Du dir mal überlegst wie lange Du brauchst bis Du ein Rähmchen gedrahtet hast, dann noch MW einlegen und einlöten. Also mit etwas Routine schafft man ohne Streß auf die o.g. Weise 30 Rähmchen/Std.
    Zu den Dickwaben im HR: Im Prinzip reicht sogar das Einlöten einer halbierten MW. (s. http://www.bienen.de/imkerforum/viewtopic.php?t=899 ) Keine Probleme beim Schleudern, wenn man es nicht übertreibt (Drehzahl, erst Anschleudern dann wenden, etc., oder besser Radialschleuder verwenden)
    Ergänzend zu meinem Beitrag muß ich bemerken, daß sich das wechselseitige Einhängen der MW nicht (!) bewährt hat, weil der zuerst ausgebaute MW-Teil dicker ausgebaut wird als der spätere Naturbau-Teil. Dadurch werden die Waben nicht gleichmäßig dick ausgebaut, und es entstehen Probleme beim Entnehmen oder Umhängen. Daher bitte alle MW auf die gleiche Seiten hängen !
    Noch ein Tip: Ruhig mal den Weber am Telefon befragen, er imkert selbst mit Dadant und gibt Dir gern ein paar Ratschläge.


    Viel Erfolg, und Gruß
    Matthias

  • Danke an alle für die Information. Ich werde daher die Honigraum-Rähmchen (Halbzarge) nicht drahten.
    Gruß
    Fritz

    Fritz Eder
    (Hobby-Imker mit 4 Carnica-Völkern in DN im Garten - 335 m Seehöhe)

  • Hallo miteinander !


    Ich bin gerade beim Mittelwände Gießen und Einlöten. Spricht etwas gegen das vorzeitige Einlöten der Mittelwände? (Geruchsverlust wärend der Lagerung)


    MfG Steffen

  • Hallo Steffen,


    kommt darauf an wie lange Du sie lagern möchtest. Die MW die Du im Frühjahr einsetzen willst kannst Du jetzt beruhigt drahten (aber auf Temperatur der MW achten !). Für die nächste Jahre zu drahten würde ich Dir nicht empfehlen.


    Gruß
    Matthias