Wunderbiene am Nil (BR-Doku)

  • Hi,


    anbei eine Doku zur Lamaki-Biene aus Ägypten. Aber eigentlich ist die Lamaki-Biene eher Randthema. Denn eigentlich wird hier gegen die böse europäische Imkerschaft gewettert, welche die Bienen nur auf Profit züchtet, was die Bienen so anfällig auf die Varroa mache. 🤔
    Interessant fand ich allerdings, wie auch dort mit Tröten/Tüten geprüft wird, ob eine Prinzessin enthalten ist. Das hab ich schon im Film „Honeyland“ beobachtet und bis dato den Nutzen nicht ganz verstanden.

    Guckt selbst:

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  • Locken der Bienen

    Die saisonalen Vorbereitungen zur Honigernte begannen mit dem Anlocken der Bienen. Dazu erzeugte der zuständige altägyptische Beamte in seiner Funktion als Honigmann ein bienenähnliches Geräusch, indem er einen Krug an seine Lippen führte und durch unterschiedliche Atmungsrhythmen eine Bienenkönigin nachahmte. Durch direkte Beantwortung der Bienenkönigin konnte der Honigmann feststellen, ob das natürliche Ausschwärmen bevorstand oder durch ihn ausgelöst werden musste.

    Eine junge Bienenkönigin fliegt bei sonnigem Wetter mehrmals zu einem Hochzeitsflug aus. Dabei paart sie sich mit insgesamt bis zu 20 Drohnen hoch in der Luft. Der Drohn stirbt bei der Kopulation. In Unterägypten wurden im Mai die Drohnen dann aus dem Bienenstock bei der so genannten „Drohnenschlacht“ wieder vertrieben; in Oberägypten ab Juni.


    Quelle:https://de.wikipedia.org/wiki/Honigernte_(Altes_%C3%84gypten)

  • Guten Abend.


    Habe mich doch nicht getäuscht, dass diesen Film aus dem "anderen" Fred, schon mal hier im Forum gesehen habe.


    Ich denke, dass hier noch eine Diskussion darüber gestattet ist.


    Dieser Film, betrachte ich als eine sehr interessante Dokumentation als "Imkerei anderswo".

    Dies kann/darf nicht 1:1 mit Deutschland verglichen werden.

    Das sind 2 verschiedene Welten.

    Ich persönlich, verstehe daher nicht, was die Arbeit von Thorben Schiffer mit der Bienenhaltung der Lamarki-Bienen zu tun hat?.....Schade, passt da einfach nicht hin.


    Lg Sulz......Der beim ersten mal schauen des Filmes, noch der Meinung war: Egal. Nicht von Bedeutung.

  • Ich weiß nicht ob ich mich irre. Den Beitrag habe ich vor längerem gesehen. Da war der Teil mit T. Sch. nicht dabei. Trotz allem, der Beitrag ist schon die Sendezeit wert. Ein Blick in eine andere Welt, ohne den Rückgriff auf hiesige Gegebenheiten.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Bedauerlich ist, dass die Einfuhr der Europäischen Honigbiene die einheimische Bienen kurz vor dem Aussterben gebracht hat. Auf das Imkern mit unserer Biene verstehen sich die Ägyptischen Imker wohl auch nicht so richtig, schon garnicht aufs Züchten. Hier muss unbedingt etwas zum Erhalt der Lamaki-Bienen unternommen werden. Wer weiß, welches Potential in dieser Biene für die Imker in Ägypten steckt, wenn sie züchterisch bearbeitet und die Betriebsweise optimiert wird.

  • Eigentlich wollte ich mich mehrheitlich zurückhalten und primär stiller Mitleser sein. Aber in diesem Fall kann ich nicht schweigen:


    Das eigentlich Bedauerliche ist nämlich, das Demeter-Imker Günter Friedmann - in Zusammenarbeit mit den Schwartauer Werken (bee careful) und Professor Jürgen Tautz (HOBOS) - mit seiner Aktion die letzten Reste praktizierter traditioneller Bienenhaltung und -kultur Ägyptens vernichtet (hat).


    Eine ganze Bienen-Unterart wurde hier privatisiert und quasi-monopolisiert:

    Zitat

    Vor einem halben Jahr erwarb die ägyptische Konfitürenfirma Vitrac (Hero) von zwei Imkern aus der Umgebung von Asiut deren Apis mellifera lamarckii-Völker.

    ...

    Insgesamt hätte es sich um 600 Bienenvölker handeln sollen. Doch teils waren die Röhren leer, teils waren die Völker sehr schwach und teils hatten die Völker keine Königinnen mehr. Deshalb waren ... Ende Juli nur noch ca. 350 Völker in den Top Bar Beuten vorhanden.

    ...

    Ende September hat die ägyptische Konfitürenfirma Vitrac den letzten großen Bestand dieser Bienenrasse in Ägypten (ca. 300 Völker von Apis mellifera lamarckii) erworben. Jetzt befindet sich die Mehrzahl der in Ägypten noch vorhandenen Völker von Apis mellifera lamarckii in einer Hand.

    Quelle, Archiv II


    Bis März 2018 hatte man den verbliebenen Bestand von 900 Völkern bis auf 600 Völker heruntergeimkert:

    Zitat

    600 bedrohte Bienenvölker haben überlebt

    Quelle, Archiv II


    So sieht also die "Rettung" einer bedrohten Unterart unter "wissenschaftlicher Betreuung" von "Experten" wie Tautz und "wesensgemäßer Betreuung" aus ...


    Durch unbedachte Standortwahl und grob fahrlässige, weder wesensgemäße noch der guten imkerlichen Praxis entsprechende Völkermassierung sank kurz darauf die Gesamtpopulation in Folge von Vergiftungen auf nur noch rund 300 Völker.

    Quelle: https://blog.demeter-imkerei-friedmann.de/blogseite/


    Nach 6 Jahren Nichtbehandlung haben der "Bienenretter" und seine Helfershelfer die "Ägyptische Wunderbiene" nicht nur nahezu ausgerottet, sondern indirekt noch weiter auf Anfälligkeit für Brutkrankheiten und übertriebenes Ausräumverhalten selektiert - seht euch die Brutwaben in dem Film mal ganz genau an!


    Friedmann selbst schreibt dazu:

    Zitat

    (...) Die ägyptischen Bienenköniginnen sind nach einem halben Jahr ausgepowert, die Völker sind eklatant geschwächt und krank in einem Ausmaß, das man sich hier - noch - nicht vorstellen kann. In nahezu jedem Volk finden sich alle bekannten Bienenkrankheiten, von Faulbrut bis zur Varroose.

    Quelle: G. Friedmann: Bienengemäß Imkern, S. 97